ChrisKong

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    The Sound of Hans Zimmer and John Williams

    Endlich konnte ich dieses Geschenk einlösen. Das Konzert fand nach über 1.5 Jahren endlich statt. Die Stücke erforderten zeitweilig einen Chor und gar einen Orgelspieler. War schon lustig, wie man sofort merkt, was Zimmer und was Williams ist. Dabei wählte man von Zimmer Stücke aus, die einem gängigen Schema entsprechen und die Musik stetig aufbauen lässt, um sich im Finale zu entladen. Egal ob Chevaliers de Sangreal, der Interstellar Suite oder Patricide aus Gladiator. War wirklich ein Erlebnis, diese Parts dank Live-Orchester nicht nur zu hören, sondern zu spüren. Die Auswahl aus Pirates of the Caribbean und Inception war interessant, ansonsten jetzt nicht die Soundtracks, die ich höre. Bei der Zugabe am Ende wurde nochmals was von Zimmer gespielt, konnte das aber nicht einordnen, obwohls mir bekannt vorkam.
    Dazwischen wurde immer mal wieder anmoderiert und die Stücke mit Filmanekdoten aufgelockert. So sympathisch die Moderatorin auch war, sry, irgendwann trat die Dame von einem informativen Fettnäpfchen ins nächste. Und da sie immer wieder mal von Karten ablas, wäre es vielleicht nicht verkehrt gewesen, ein Minimum an Recherche zu betreiben. Beispiele gefällig? Immer wieder fiel der Name Spielberg, Williams sei Dank, aber 3 mal im Zusammenhang mit Star Wars. Sie gab ganz am Ende auch zu, nie einen gesehen zu haben, versprach es aber nachzuholen. Wie enttäuscht sie dann wohl sein wird, dass Spielberg nicht bei einem einzigen Regie geführt hat. Dann wollte sie so tun, als würde sie die grosse Nachricht spoilern und sprach, es kommt tatsächlich eine nächste Trilogie. Ehrlich, da hätte ich fast laut aufgelacht. Ich glaube sie meinte sogar nächstes Jahr. Zu Indy meinte sie dann auch, da kommt ein weiterer Teil, wieder mit der alten Crew, gedreht von Spielberg, mit Lucas usw. an Bord 2025. Auweia. Ich mein, so viel hat die Moderation ja nicht zu sagen gehabt, aber das macht auf mich einen absolut unseriösen Eindruck.
    Davon ab war die Stimmung wirklich locker. In der Reihe vor mir litt zwar ein Zuhörer an vorzeitiger Ejapplaudierung. Da hätte man am liebsten ein paar mal kräftig zugelangt. Der sass nach jedem Lied in den Startlöchern mit klatschbereiten Händen, als wollte er die WM im Applaudieren gewinnen. Einmal klatschte er in das Stück hinein. Naja, wo viele Menschen sind, sind Dummköpfe nicht weit.
    Bei Williams war die Auswahl sehr Star Wars lastig. Schön auch, dass man nicht nur die ganz bekannten Sachen genommen hat, sprich die Themes der Filme. Allerdings hätte man ein wenig mehr Abwechslung von Williams Werken zeigen dürfen. Das letzte offizielle Stück war dann Duel of the Fates. Was mit einem Live-Chor natürlich sehr viel Spass gemacht hat. Als dann als Zugabe was von Zimmer kam, war ich noch etwas enttäuscht. War ja damals bei Star Wars in Concert, wo man Episode 4 zeigte mit Live-Orchester und dort hat man bei der Zugabe einfach ein Stück aus dem Film wiederholt. Ich hätte da noch fett mit dem Emperial March gerechnet. Nachdem Zimmers Zugabe durch war, sagte ich mir so innerlich, bitte bringt den Emperial March.
    Das Orchester setzte sich nach dem Applaus der ersten Zugabe wieder, stimmte an und…tada, der Emperial March. Gänsehaut. Dann kamen von links und rechts noch eine Gruppe Cosplayer rein, mit Vader und Dooku in Front. Dooku passte sogar vom Alter her zur Figur. Viel besser hätte man das Konzert nicht ausklingen lassen können. Einmal mehr wurde einem bewusst, wie genial Williams als Komponist ist und welche Leistung hinter alldem steckt. Zimmer muss sich da nicht verstecken und beide quasi abwechselnd zu hören, war wirklich interessant, weil die Unterschiede recht gross sind.
    Episode 5 in Concert folgt auch noch dieses Jahr, aber die Termine sind da nicht grad günstig und Tickets noch viel weniger. Werde da vermutlich verzichten, falls überhaupt noch welche zu haben wären.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1727188
    ChrisKongChrisKong
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    @Captain Carot

    Der Film ist auch wieder ein guter Beleg dafür, was man mit einem guten Soundtrack zusätzlich rausholen kann. Bill Conti ist mMn sowieso stark unterschätzt. Er hat sehr oft in Filmen von Stallone den Soundtrack beigesteuert. Sind wohl befreundet, Conti ist auch Italo-Amerikaner. Der gefühlvolle Soundtrack hilft in dem Fall die Szenen mitzutragen. Vergleicht man das mit ähnlichen Filmen, wo man da kein Augenmerk drauf legt, fällt einem sofort der Unterschied auf bezüglich Wirkung einer Szene.
    Auf dem Album the Resistance von Muse gibt es ein Stück, das mich immer wieder an den Film erinnert. Ab Minute 1:50, klingt wie von Conti.

    als Antwort auf: Gernseh-Serien #1727157
    ChrisKongChrisKong
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    Wandavision (Disney+)

    Disney machte mir ein Angebot, das ich unmöglich ablehnen konnte. Ich wollte ja auch nicht neben Bambis abgetrennten Kopf aufwachen. Als erste Serie hab ich mir Wandavision vorgenommen. War auch ein guter Prüfstein, um die Ambitionen von Disney bei Serien ein bisschen herauszuspüren. Denn was bislang direkt von Disney kam, mutete schon nach unverbindlichem Nebengleis an. Die Startvoraussetzungen waren eigentlich denkbar ungünstig. Denn sowohl Wanda Maximoff wie auch Vision sind jetzt absolut nicht die Charaktere, die mich im MCU interessiert haben. Umso gespannter war ich, ob die Serie das Ruder rumreissen kann. Zu Beginn bestätigt sich eher der Eindruck, dass man es mit seichten Charakteren zu tun hat. Nur ist die Oberflächlichkeit hier Stilmittel und Programm, um die surreale Situation überzeugend zu verkaufen. Und das gelingt recht gut. Man merkt natürlich relativ schnell, woher der Wind weht. Erinnert sogar ein wenig an eine Star Trek TNG Folge (die Überlebenden von Rana 4). Nur wird das Konzept auf 9 Episoden ausgedehnt.
    Der Stil hätte für meinen Geschmack sogar noch überzeichneter sein können. Der Humor passt und für gute Laune ist gesorgt. Etwas enttäuschend ist die Tatsache, dass man gegen Ende wohl doch nicht alleine auf die Ausgangsprämisse vertraut hat und man wieder MCU(sual) kriegt. Aber was anderes hätte ich jetzt auch kaum erwartet. Die Nebencharaktere sind sympathisch, kriegen aber nicht viel Raum zur Entwicklung. Das hat mich schon beim Mandalorian gestört. Auch weil das hüben wie drüben der Laufzeit geschuldet sein mag. Dabei hat man mit Monica Rambeau und Jimmy Woo zwei Charaktere, die gut funktionieren und von denen man gerne mehr gesehen hätte. Apropos Star Trek als Vorbild, warum hat Rambeau auf einmal eine Sternenflottenuniform? Vermutlich die Urgrossmutter von Michael Burnham aus Discovery.
    Fazit: Guter aber nicht überragender Start, der vor allem mit seiner Machart überzeugt, inhaltlich aber ein wenig mehr hätte bieten dürfen. Die Details sind alle sehr nett geraten und die Werbeclips erinnern an den Satire-Humor von den Fallout-Spielen. Auf D+ stand zwar Serienfinale, aber ich seh keinen Grund, warum man nicht wieder auf die Figuren zurückgreifen sollte. Ich weiss aber natürlich nicht, was die anderen Serien in der Hinsicht bieten und lasse mich mal überraschen.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1727140
    ChrisKongChrisKong
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    Aber nicht diese Machwerke mit Moussie, die ich neulich besprochen hatte? Naja, von solchen Vergleichen sollte man sowieso absehen, weswegen ich Sterne und Zahlen als kontextbefreiten BS halte. Du weisst ja immer noch nicht, gilt das als Auszeichnung in dem Genre, als Film generell, das Handwerk usw.
    Bleiben wir bei Shadow in the Cloud. Für mich punktet der Film in erster Linie als originell umgesetzter Genre-Beitrag, der die Regeln des Kammerspiels zelebriert. Das kann und will ich dann nicht mit einem epischen Drama von David Lean vergleichen.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1727123
    ChrisKongChrisKong
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    Bei Nintendo of Europe wussten die scheinbar auch lange nicht, dass Samus eine Frau ist. 🙂

    Ich vergass, Review-Bombing, das Hohelied des kleinen wütenden Mannes. Ein Glück geb ich wenig bis nichts auf solche Wertungen. In seriöseren Kritiken werden in etwa die gleichen Punkte bemängelt, die du auch schon aufgeführt hast. Die Frage ist halt immer, wie viel Gewicht man diesen Punkten beimisst. Zentral für mich ist am Ende immer die Frage, wurde ich gut unterhalten in der Summe oder eben nicht? Leider wird heute praktisch jedes Themenfeld verpolitisiert. Dabei müsste ja klar sein, dass Kunst immer irgendwo auch eine aktuelle Befindlichkeit ausdrückt. Das war schon immer so. Jetzt mit Agenda, Agenda wedeln als wäre es eine neue Strömung, ist schlichtweg absurd. Genauso haben frühe Werke den Imperialismus abgebildet oder die 80er die reaktionäre Haltung der USA usw. Was wir im Westen für Luxusprobleme haben erkennt man schon an der Tatsache, dass man immer wieder bedenken sollte, das der grössere Teil der Menschheit seine Meinung nicht frei ausdrücken kann und oft in die Kunst flüchten muss.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1727060
    ChrisKongChrisKong
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    Shadow in the Cloud

    World War II darf wieder mal als Setting herhalten für ein Horror-Szenario. Hat bei Overlord meiner Meinung nach sehr gut funktioniert. Hier handelt es sich allerdings nicht um ein recht offenes Szenario, sondern die Handlung findet hauptsächlich in der beklemmenden Enge eines Flugzeugs, eines Bombers, um genau zu sein, statt. In Horrorfilmen hat es ja schon lange Tradition, immer wieder gesellschaftskritische Aspekte miteinzuflechten, mal mehr mal weniger subtil. Hier darf sich Chloe Grace-Moretz mit allerhand Sexismus rumschlagen. Dieser wirkt recht authentisch, auch wenn ab und an das Gefühl auftaucht, dass es ein wenig over ist. Irgendwann hat auch der hinterste und letzte Zuschauer begriffen, dass scheinbar nur Machos aufm Flieger sind.
    Die Handlung mixt Horror-Elemente, in dem Fall Creature-Horror, mit gesellschaftlichem Drama vor dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs. Auf Anhieb fallen mir da keine Alternativen ein, die so recht zu diesem Film passen, was schon mal für eine Portion Originalität spricht. Und da wir hier von Horror reden, ist das ein ganz dicker Pluspunkt. Der Film ist so angelegt, dass er allein von der Darstellung von Moretz lebt. Und bislang fand ich ihre Darstellungen immer gelungen, so auch hier.
    Der Film kommt auch ohne Umschweife in seine Ausgangssituation, in der das Grauen sich dann punktuell äussert. Erlebt man erst noch die Interaktion direkt mit den anderen Offizieren, so ist Moretz’ Figur bald nur noch über Funk mit der Crew verbunden und verfolgt die Geschehnisse nur noch über Audio oder was sie halt über ihre Geschützkabine wahrnimmt. Durch diesen Kniff wird die Spannung weiter in die Höhe getrieben. Spätestens wenn ein verdächtiger Schatten und Geräusche sich bemerkbar machen und die Crew ihr nicht glaubt, ist die Spannung regelrecht lanciert. Und das trägt grosse Teile des Films. Damit nicht genug, scheint sie ein Geheimnis zu haben, im wahrsten Sinn eine Mysterybox, deren Lüftung natürlich auch bei der Stange hält.
    Wie man auf der Suspense-Klaviatur spielt, scheint die Regisseurin zu wissen. Hoffen wir mal, dass ihr Talent nicht verheizt wird.
    Kleinere Kritik muss sich der Film dennoch gefallen lassen. Zum einen der eingangs erwähnte Sexismus, der mir fast schon zu kollektiv praktiziert wird. In der Realität würden sich wohl eher einige Offiziere als Beschützer aufspielen wollen. Ein Verhalten, das sich gut beobachten lässt, wenn eine Frau mit vielen Männern interagiert. Mit der Zeit gewinnt das Verhältnis der Crew zu ihr aber etwas mehr Ambivalenz, weswegen man da auch mal ein Auge zudrücken kann.
    Bleibt noch die Kritik am Ende. Tja, das fand ich wie schon bei a Quiet Place unpassend. Die Bedrohung einfach mal ad absurdum zu führen, um der Protagonistin den Nimbus von Übermenschlichkeit zu verleihen, wo doch vorher grad das Fehlen solcher einen Teil der Spannung ausgemacht, fragwürdig.
    Trotzdem bin ich soweit zufrieden mit dem Film und kann ihn allen Genrefans empfehlen, da er diese Defizite mit vielem wieder wettmacht. Und die zum Teil schlechten Wertungen auf anderen Plattformen kann ich null nachvollziehen. Ohne Recherche betreiben zu wollen, vermute ich dahinter verletzte männliche Eitelkeit, die immer noch ein Problem damit hat, wenn ein Film feministische Schlagseite kriegt. Das ist hier der Fall. Aber hey, ein Jahrhundert lang mussten wir auch zelebrierten Machismos abnicken, da reg ich mich jetzt sicherlich nicht darüber auf, wenns mal andersrum läuft.
    Das Mediabook ist übrigens schön gestaltet und für Sammler sicher die richtige Wahl.

    als Antwort auf: Gernseh-Serien #1727056
    ChrisKongChrisKong
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    Narcos Mexico Season 3 (Netflix)

    Mittlerweile die 6. Staffel der Narcos Reihe und die 3. des Mexico Spinoffs. Wobei diese Trennung eh nur Makulatur ist. Die Schauplätze ändern, die Gewalt, Intrigen usw. bleiben. Der Drogenhandel ist sowieso ein internationales Business. Das wird auch hier weiter vertieft und die Verwicklungen mit der Wirtschaft und den Mächtigen der Politik sind dauerhaft. Um das Thema Drogenhandel kommt niemand rum, früher oder später holt es jeden mit Einfluss ein. In dieser Staffel geht der Kampf um die Vorherrschaft weiter. Amado steigt auf, die Arellanos behaupten ihren Platz und das Sinaloa-Kartell sieht sich am Ende der Nahrungskette. Aber wenn etwas sicher ist, dann dass niemand sicher ist. Und so dauert es nicht lange, bis sich die Ausgangslage für alle ändert.
    Die DEA wird durch Walt Breslin weiter vertreten, zunehmend machen sich aber Gebrauchsspuren bemerkbar. Breslin ist zunehmend ausgebrannt. Fatal, denn jeder Fehler könnte der letzte sein. Weiter wird ein Thema angeschnitten, das schon im Film Paradies der Mörder verarbeitet wurde. Auf Seiten der Mexikaner plagt Victor Tapia zusehends sein Gewissen. Mit illegalen Sachen verdient sich der Cop ein Zubrot. Bei der Suche nach einem vermissten Mädchen stösst er auf eine Serie von Morden, die keinen zu kümmern scheinen. Die Ermittlungen auf eigene Faust bringen ihn in eine gefährliche Situation. Die Auflösung dieser Handlung ist bitter, böse und konsequent. Und wie beim ganzen Rest, einfach brillant gespielt. Die ganzen lateinamerikanischen und spanischen Darsteller zeigen, dass sie sich nicht vor ihren Ami-Kollegen verstecken müssen und zu mehr taugen als in billigen Telenovelas verheizt zu werden. Die neuen Darsteller und ihre Charaktere fügen sich nahtlos ein. In den 10 Episoden wird wieder von Beginn weg Vollgas gegeben.
    Etwas ungewohnt ist die kommentierende Stimme der Journalistin aus dem Off. Dass man diesen Aspekt nun auch beleuchtet, erinnert nicht von ungefähr an the Wire. Die Redaktion der La Voz sieht sich alsbald mitten im Drogenkrieg und die Enthüllungen gefährden die Journalisten selbst.
    Alles in allem die Speerspitze der Qualität bei Netflix. Hier stimmt einfach alles. Und das über alle Staffeln hinweg. Gemäss Netflix solls die letzte Season sein. Hoffe mal, dass man sich das nochmals überlegt, denn auserzählt ist da gar nichts. Das sagen auch die Macher. Ursprünglich wollte man auch gar nicht so viele Staffeln überhaupt bringen. Das könnte zumindest ein Hoffnungsschimmer sein. Immerhin liefert das Ende eigentlich schon Futter für die nächsten Schachzüge in diesem Drogenkrieg. Vielleicht wechselt man abermals den Schauplatz?
    Wer die beste Netflix-Eigenproduktion sehen will, sollte einschalten. Im Vergleich zu anderen Crime-Serien ist Narcos Plata, der Rest Plomo.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1727051
    ChrisKongChrisKong
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    Mortal Kombat (Netflix)

    Was für eine Gurke, anders kann mans nicht sagen. Wäre ein guter Kandidat für Kalkofes SchleFaZ. Kaum ein Aspekt an dem Film, der nicht grottig wäre. Die Choreografie ist schon so Low-Level. Dann Goro, der wie eine zurückgebliebene Version von Thanos aussieht. Der wirkt nicht bedrohlich, sondern lächerlich -wie übrigens auch die Effekte – , unbeholfen, den würde man nicht mal in der Sesamstrasse dulden. Okay, damals hat man sicher das Maximum aus dem Budget geholt. Kleiner Tipp, für die Darsteller ist es sicher nicht draufgegangen. Was Lambert als Donnergott Raiden soll, weiss keiner, aber den Gehaltsscheck nahm er sicher gern. Fatalities gibts reichlich, aber nicht die, die man aus den Spielen kennt, gemeint sind die unterdurchschnittlichen Darstellerleistungen. Eigentlich müsste man nach jeder Einlage ein No Mercy einblenden. Allein wie schon einige Figuren eingeführt werden, ist nun ja, grenzwertig-billig.
    Ein rund 90 minütiger Fremdschämporno vom Feinsten. Dagegen ist sogar der Streetfighter Film mit VanDamme ein Martial Arts Highlight. Okay, ist er nicht. Aber gut werden die Reihen auch jeweils adäquat zu ihren Spielen in der Qualität realisiert. Mortal Kombat war schon immer schwächer als Streetfighter und der Film ist es entsprechend auch.
    Der Spass am Film resultiert also hauptsächlich daraus, dass man sich über die ganzen Unzulänglichkeiten lustig machen kann. Von daher verfügt er über einen Unterhaltungswert, den man ihm nicht absprechen kann. Double Dragon müsste ich mir mal wieder geben, aber hatte den vergleichsweise einfach als öde in Erinnerung. Dead or Alive hingegen besitzt auch ähnliche Eigenschaften wie Mortal Kombat und funktioniert als dummdreister Trash auch einigermassen.
    Zum neuen Mortal Kombat Film hatte ich auch meine Meinung abgegeben, das wäre aber ein Tag und Nacht Vergleich. Der neue ist ganz klar in allen Belangen besser. Wer aber was zum Lachen sucht und auf Fäkalhumor verzichten will, dem sei Mortal Kombat als Komödie wärmstens empfohlen. Flawless Laughery.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1726988
    ChrisKongChrisKong
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    Sputnik

    Das Mediabook war schnell vergriffen, habe es mir dann über den Umweg Ebay organisiert. Der Film wurde mir empfohlen und auf Tipps gehe ich gerne ein, gerade im Bereich Sci-Fi-Horror. Alien-Creature-Horror aus Russland wäre mir noch nicht über den Weg gelaufen. Ich erwartete einen zwar spannenden aber weniger originellen Film, der auf ausgetrampelten Pfaden wandelt. Tatsächlich hat der Film aber eine eigene Geschichte, die nicht von den grossen Vorbildern in dem Genre abkupfert. Das fand ich durchweg positiv. Die Darsteller waren auch alle passend. Die Inszenierung hätte ich mir ein wenig intensiver gewünscht. Oft fühlt sich der Film etwas dröge im Sinne eines TV-Films an, was sicher auch mit den Darstellungen der Figuren zu tun hat. Da wäre mMn mehr dringelegen. Gerade der Kosmonaut, der im Fokus steht, hätte durchaus noch mehr Nuancen ausstrahlen dürfen. Ich stell mir grad einen Zachary Quinto in der Rolle vor. Der wird dann für das Ami-Make gecastet zusammen mit Brie Larson oder Emily Blunt. ?
    Während das Grauen sich langsam aufbaut und das Interesse ankurbelt, wohin das führt, ist die Systemkritik an der Sowjetunion eher wenig subtil geraten. Das kennt man so auch vom Hong Kong Kino. Das sind aber Defizite, mit denen ich gut leben kann. Einen perfekten Film hatte ich jetzt nicht erwartet, dafür fehlts manchmal auch am nötigen Feintuning, gerade wenn man sich produktionstechnisch amerikanischen Produktionen annähert.
    Insgesamt bin ich zufrieden mit diesem Beitrag zum Genre-Kino. Auf der Wunschliste stehen dennoch ein paar Dinge. Ein beklemmendes Gefühl wie bei The Thing entsteht nicht, obwohl die Abgeschiedenheit der Anlage das hergeben würde. Das Design der Innenräume erinnert an das Remedy-Spiel Control und huldigen dem Brutalismus mit seinen wuchtigen Formen, gegossen in Beton. Villeneuve und Nolan setzen diese architektonische Schlichtheit ebenfalls sehr gerne ein. Einen grundlegenden Zynismus findet man bei aller Systemkritik hier nicht.
    Irgendwas davon wäre das Salz in der Suppe gewesen, um den Film ein wenig aufzuwerten. So kommt er für mich nicht über den Genre-Tipp hinaus. Aber Fans des Genres können gerne mal einen Blick riskieren. Einige der Ideen muten doch frisch an und spannend ist er auch. Nailbiting-Qualitäten hat er nicht, aber das spielt für mich eine untergeordnete Rolle. Mit Superdeep wartet der nächste Genre-Beitrag aus dem Osten auf seine Entdeckung, ebenfalls im stylishen Mediabook.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1726986
    ChrisKongChrisKong
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    Glass

    Nach dem der Film nun schon eine ganze Weile in der Sammlung ist, hatte ich endlich mal die Zeit gefunden, die Trilogie wider Willen von Shyamalan zu beenden. Wie es zu dem Film kam letztlich, dürfte genauso interessant sein, wie das Resultat selbst. Unbreakable meine ich seinerzeit im Kino gesehen zu haben. Damals hatte sich Shyamalan einen Namen mit Sixth Sense gemacht. Und war leider auch schon ein Opfer dummer Presse. Weil Sixth Sense einen Twist am Ende enthielt und Unbreakable im Grunde auch einen hat, wurde bei jedem neuen Film eine Erwartungshaltung in diese Richtung aufgebaut. MMn gibt es aber irgendwie nichts Dümmeres, als Unbreakable auf einen Schlusstwist zu reduzieren.
    In Glass wird die These, wonach Comics auf der Realität basieren, weitergeführt. Diese Ansicht wird durch die titelgebende Figur geäussert. Diese erscheint aber erst recht spät auf der Bildfläche. Im ersten Teil erleben wir, wie Willis Figur auf das Biest trifft. Mit folgenschweren Konsequenzen für beide. Denn ehe sich beide versehen, sind sie schon in einer Anstalt für Nervenkranke und kriegen eingetrichtert, dass sie sich ihre Kräfte nur einbilden. Zuweilen versucht der Film tatsächlich Zweifel zu streuen, dass es so ist, aber das macht er so wenig konsequent, dass man nicht zu einer anderen Ansicht gelangen könnte.
    Figuren aus beiden Vorgängerfilmen tauchen wieder auf und spielen eine Rolle. Das ist auch sehr gut umgesetzt und in die Handlung eingebaut. Diese ist leider etwas langatmig geraten, ohne richtige Zuspitzung im Mittelteil. Man kriegt eine Extra-Dosis Split und damit etwas Schauspielkunst von McAvoy. Aber wirklich neue Kenntnisse hinsichtlich seiner Figur sind rar gesät. Mit Sarah Paulson hat man eine sehr gute Darstellerin gefunden, die sich mit ihren Patienten befasst und diese zu beinflussen versucht. Spielt sie ein doppeltes Spiel, sind ihre Absichten ehrlich? Das funktioniert in dem Film recht gut.
    Atmosphärisch gelingt Shyamalan ein ähnliches Kabinettstückchen wie zuvor schon mit Split und auch Unbreakable. Man fühlt sich irgendwie sofort zu Hause und wird durch den inszenatorischen Sog mitgenommen in diese Welt. Das sind denn auch die grössten Pluspunkte, die atmosphärische Dichte und die Darsteller. Dass man Willis Filmsohn nun älter wiedersieht, verleiht dem Ganzen eine glaubhafte Note was die Verbindung zu Unbreakable betrifft.
    Shyamalan schwächelt dafür beim Drehbuch. Die Handlung ist zu zähflüssig, das Ende irgendwie zerredet. Hier fehlts einfach an Feinschliff. Aber als Regisseur macht er einen hervorragenden Job. Bruce Willis ringt er auch Leistung ab, die dieser zuletzt kaum noch gezeigt hat. McAvoy wiederholt seine brillante Leistung aus Split und Sam Jackson strahlt eine Gefährlichkeit und Wahnsinn aus, ohne dafür übertriebenes Minenspiel zu benötigen.
    Das Ende ist kein Schlechtes, aber krankt auch an den üblichen Resonanz-Übertreibungen. Wenn ein Video viral geht, ist es trotzdem blanker Unsinn, dass zeitgleich alle Handys weltweit Benachrichtigungen erhalten. Für mich steckt im Ende auch zu viel Epilog, den man eigentlich den Gedanken der Zuschauer überlassen kann. Das kann man aber durchaus als eine konstante Schwäche bei Shyamalan ausmachen. Zumindest hat er mMn damit schon Lady in the Water versenkt und bei the Village und the Happening haben Erklärungen jetzt auch nicht zu einem befriedigenderen Ergebnis geführt.
    Unbreakable und Split sind denn auch gesamthaft die besseren Filme. Als Abschluss oder Neubeginn des Themas ist Glass nicht verkehrt. Warum Neubeginn? Einige Entwicklungen gegen Ende können so gedeutet werden, dass wir erst am Anfang stehen. Ich seh jetzt aber nicht die Notwendigkeit, das weiter zu verfolgen, weil die Verfolgung von Menschen mit Kräften schon oft genug thematisiert wurde in anderen Filmen.
    So schwankend die Qualität bei Shyamalan zuweilen ist, auf seine neuen Werke bin ich trotzdem immer gespannt, weil in seinen besten Momenten ist er ein wirklich starker Regisseur und verkauft die Szenen mit einem Maximum an Impact. Zuletzt ist ihm das wieder besser gelungen.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1726985
    ChrisKongChrisKong
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    Fast & Furious 9

    Vinnies lustiger Familientrip geht in die nächste Runde. Die Nummerierung ist eigentlich Panne, weil Tokyo Drift ja keine der Hauptfiguren des Originalfilms enthielt, sieht man vom Cameo ganz am Schluss ab, aber Hobs und Shaw als Spinoff verkauft wird. Also eigentlich haben wirs schon mit dem 10. Film der Reihe zu tun. Wer hätte das gedacht? Ausserhalb der USA ist es sogar mit die beliebteste Actionreihe, meine grade in China gehört die Reihe jeweils zu den Jahressiegern der Charts. Dabei darf nicht vergessen werden, dass bei all dem Blödsinn an Action, der kredenzt wird, die Reihe symbolhaft für Diversity steht und darum auch ein breites Publikum anspricht. Zumal es hier um Underdogs und Outlaws geht und keine aalglatten Agenten. Auf jeden Fall zieht die Reihe immer noch und bei mir deckt der Film auch das Bedürfnis nach launiger Action ab, die sich nicht allzu ernst nimmt. Immerhin sehen wir dieses Mal sogar einen Auto-Trip ins All und andere Absurditäten. Wie bei der Reihe mittlerweile Standard, werden wieder neue Figuren eingeführt, alte reaktiviert. Auf Johnson muss man verzichten, vermutlich hatte es neben Vin nicht noch Platz für ein weiteres Alpha-Tier. Immerhin hat man mit John Cena Ersatz gefunden. Dieser spielt Doms Bruder, der natürlich aus dem Nichts auftaucht. Aber man muss dem Film zu Gute halten, dass er tatsächlich eine Vorgeschichte erzählt, die zu den bereits bekannten Infos passt, die wir über Dom haben. Das fügt sich gar nicht mal so schlecht ein und Cena als Vins Bruder funktioniert erstaunlich gut. Krass fand ich, wie stark Cena abgemuskelt hat. Zumindest kam er mir bei seinen WWE Auftritten deutlich massiger vor.
    In der Opferrolle hat man wieder einen reichen Schnösel gecastet, denn die coolen Bösewichte will man ja nicht grad opfern, damit vermutlich die Möglichkeit bleibt, die Seiten zu wechseln. Überraschungen gibt es naturgemäss keine, zumindest keine, die man nicht schon im Vorfeld breitgetreten hat. Die Erklärungen dazu jucken auch nicht weiter. Was man mMn nicht schafft, einen der Vorgänger zu toppen. Sogar Diesel wirkt irgendwie müde und sollte mal zum TÜV. Die Impulse von Johnson und Statham fehlen irgendwie.
    Man darf gespannt sein, ob mans nochmals schafft im nächsten und vielleicht letzten Teil, Johnson und Statham nochmals mit Diesel vor die Kamera zu kriegen. Das dürfte zwar für eine Überdosis Testosteron sorgen, aber in Anbetracht, dass solche Vehikel eh zunehmend seltener werden, nehme ich das gerne in Kauf.
    Fazit: Wer die Reihe ab Teil 6 immer noch verfolgt, kann auch weiter dabeibleiben. Doms Vergangenheit kriegt ein paar nette Facetten, ansonsten alles wie gehabt. Vielleicht wird im nächsten Teil mit E-Autos um die Wette gefahren?

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1726984
    ChrisKongChrisKong
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    Bei uns geht das halt mit Zertifikat. Und da geimpft war das natürlich kein Problem. Die Kinosäle sind aber schon wie ausgestorben muss man sagen.

    If Beale Street could talk

    Barry Jenkins, der mit Moonlight in seiner kurzen Vita schon einen Oscar-Gewinner (Moonlight) stehen hat, gewährt einen weiteren Einblick in den Mikrokosmos des “Schwarzen Amerikas”. Erzählt wird die Geschichte von Fonny und Tish, einem jungen Paar, das über die Zeit zusammenwächst und sich den Widrigkeiten des Lebens stellen muss. Und die haben es in sich. Als unterprivilegierte Schwarze steht man in Amerika immer mit einem Bein im Knast und ist auf Gedeih und Verderb der Willkür der Behörden ausgeliefert. Und so kommt es denn auch, dass Fonny für ein Verbrechen den Sündenbock spielen muss, das er nicht begangen hat. Nun könnte man vermuten, dass ein Gerichtsdrama folgen könnte, aber der Film umgeht das immer wieder sehr elegant und streift diesen Teil nur gelegentlich. Im Fokus steht die Liebe der beiden und wie sie alle Hürden nimmt. Dabei nimmt sich der Film sehr viel Zeit fürs Innenleben der Figuren, die sich immer wieder mit Vorurteilen, auch von ihren schwarzen Mitbürgern, konfrontiert sehen. So scheint der Weg der beiden schon vorgezeichnet sein und unausweichlich. Die Message, die ich herauslese, es mag sein, dass man gegen so viel Ungerechtigkeit nicht ankommen kann, es darum wichtiger ist, seine Identität nicht aufzugeben und eine Rolle zu spielen, in die dich die Gesellschaft wünscht und zwingt.
    Mit seinem ambivalenten Bild läuft Jenkins auch nie Gefahr, Klischees abzufrühstücken, mit denen Schwarze und Weisse gerne charakterisiert werden. Der ungeschönte Blick der Protagonisten ist dennoch ein zorniger Richtung weisse Gesellschaft, die für praktisch alles Schlechte in deren Leben eine Art Mitverantwortung trägt. Ich kann mir gut vorstellen, dass vielen Weissen das sauer aufstösst, schneiden sie hier doch sehr schlecht ab. Aber man spürt halt auch bei Jenkins raus, es geht gar nicht um die Verurteilung und Schuldsuche, sondern eben die Perspektive aus deren das Paar seine Entscheidungen trifft.
    Ungemach droht auch wie gesagt aus den eigenen Reihen. So hat Fonnys Mutter gar keine Freude daran, dass er eine Verbindung mit Tish eingeht und zelebriert ihren religiösen Fimmel an der Familienzusammenkunft, bis die Situation droht zu eskalieren. Das ist toll und einnehmend gespielt. Der gesamte Cast macht das wirklich herausragend, insbesondere die beiden Hauptdarsteller tragen nie zu dick auf, bringen ihre Gefühle auf den Punkt.
    Regina King, die mich als Darstellerin bisher wenig begeistert hat, was auch an der Rollenauswahl gelegen haben mag, zeigt hier als verzweifelte Mutter ihr ganzes Können und wurde für ihre Nebenrolle sogar mit einer goldenen Statuette belohnt.
    Der Titel entstammt übrigens aus einem Song, welcher sinngemäss meint, dass alle Schwarzen – der Autor der Vorlage formulierte es mit Nigger weit drastischer – aus der Beale Street stammen. Gemeint ist damit keine Lokalität im eigentlichen Sinn, auch wenn es die Strasse gibt, sondern den Platz in der Gesellschaft, denn diese für Schwarze in Amerika vorgesehen hat.
    Wer Angst hat, am Ende mit einem pathetischen Hollywood-Ende “belohnt” zu werden, der kann aufatmen. Der Film bleibt konsequent bis zum Schluss und dieser sieht zappenduster aus. Dennoch schlägt Jenkins auch versöhnliche Töne an, auch wenn klar ist, dass es so nicht weitergehen kann. Nur so viel ist sicher, bis das System farbenblind wird, ist es noch ein langer Weg, aber ein lohnenswerter.
    Queen & Slim ist übrigens eine sehenswerte Alternative in Roadmovie-Form, die ich hier auch schon besprochen hatte.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1726978
    ChrisKongChrisKong
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    James Bond No Time to die

    Die Ära Craig im Bondverse ist vorbei. Mit diesem Film setzt man den definitiven Schlusspunkt unter die Reihe. Es werden nochmals div. Fäden der anderen Filme aufgegriffen und der Film ist auch reich an Reminiszenzen an die ganze Bondvergangenheit. Das fängt bei Fahrzeugen an bis hin zu musikalischer Einbindung passender Themen wie z.B. We have all Time in the World aus im Geheimdienst ihrer Majestät. Zu diesem Bondfilm gibts auch noch div. andere Parallelen. Und ebenso wie dieser, dürfte No Time to die bei Bondfans wohl für gemischte Gefühle sorgen. Der Film ist deutlich vom Abgesang auf seinen Helden getragen. Damit reiht er sich in Filme wie Logan oder auch Avengers Endgame ein und schafft von Beginn weg eine Schwere und Melancholie, die man so von Bond nicht kennt. Und so gebärdet sich der Streifen denn auch eher wie ein Beitrag zum MCU.
    So recht zufrieden bin ich mit der Reihe nicht, was schlicht daran liegt, dass man konzeptionell zu wenig konsequent war und dieser rote Faden, der die Filme verbindet, eher dürftig ist. Vielleicht würde das weniger schwer wiegen, wenn es nicht auch ein paar Enttäuschungen in der Reihe gegeben hätte. Frei von jeglicher Schuld ist da Craig. Der hat eine Interpretation von Bond abgeliefert, die viele ihm zum Start nicht zugetraut hätten, ich eingeschlossen. Aber er hat die Kritiker Lügen gestraft und für seinen Nachfolger – oder Nachfolgerin – wird es kein leichtes Unterfangen sein, in diese Fussstapfen zu treten. Allerdings muss man auch sagen, alles was man meint das erste Mal bei Bond in Craig wiederzufinden, mitnichten so ist. Schon der Connery-Bond war zum Start kein omnipotenter Supermann und scheiterte oder wurde als nicht unverletzbar dargestellt. Oft gings auch nicht ohne Hilfe aus der Bredouille. Bond emotional hart zu treffen, auch das kein Novum der Reihe. Schon Lazenby zahlte einen hohen Preis für sein Agentenleben und auch Brosnans Version wurde hintergangen und fallen gelassen.
    Was sich einmal mehr zeigt, Bond ist immer auf der Höhe der Zeit, und fängt diese thematisch ein. Sicher mit ein Grund, warum die Reihe auch retrospektiv so interessant ist, weil sie ein Abbild der jeweiligen Weltordnung aus Sicht des Westens wiedergibt.
    Also alles Bond oder doch nicht? Im Grossen und Ganzen ja. Viele der bekannten Zutaten lassen sich hier finden, wobei man auch fleissig variiert. So dreht sich die komplette, recht lange Eröffnungsszene so gar nicht um Bond. Die Inszenierung mutet auch eher nach einem Horrorthriller an, denn einem Agentenfilm. Trotzdem fand ich den Einstieg sehr gelungen, weil man von da an während der gesamten Laufzeit gebannt darauf wartet, was als nächstes passiert. Und die Laufzeit ist durchaus eine Bürde, denn sie ist mit die längste eines Bondfilms. Und Straffung hätte dem Film auch gut getan. Denn während das eine zu lang ist, kommen andere Sachen zu kurz. In dem Fall der Gegenspieler Bonds, dargestellt von Rami Malek. Leider muss man sagen, denn die Figur ist durchaus interessant angelegt und interpretiert. Aber geht in der Handlung ein wenig unter. Da der Film einiges von den Vorgängerfilmen aufgreift, ist er mMn auch ein wenig überfrachtet, um so wirklich als ein Einzelfilm zu funktionieren. Fast wünschte man sich, man hätte zwei Teile draus gemacht oder Teile der Handlung schon in den Vorgängern gehabt. Das läuft dann auch wieder in meine anfängliche Kritik rein, bei der man nie so recht weiss, wo die Macher letztlich hinwollten. Auch gut daran zu erkennen, dass Regisseure getauscht wurden, am Drehbuch rumgedoktert wurde bis zuletzt. Gemäss Aussagen des Regisseurs Fukunaga wären seine Ideen den Verantwortlichen sogar zu weit gegangen. Aber auch so muss man sagen, dass einige der Entscheidungen im Hinblick auf die Reihe durchaus mutig sind. Das hat mich denn auch nicht gestört, obwohl man damit eindeutig weg vom Bondschema geht. Nur dass sich der Film wirklich fast 3h wie ein bitterer Abschied anfühlt, das hätte mMn nicht sein müssen. Der erwähnte Logan mit Hugh Jackman gehört zwar zu meinen Favoriten, aber deswegen brauche ich das jetzt nicht immer wieder in einer Form aufgewärmt haben.
    Was sehr schön ist, dass M auch mal mehr zu tun kriegt und die Rolle ausgebaut wurde. Mit Fiennes hat man dafür auch den richtigen Darsteller zu Hand und die Entwicklung, die mit Judi Dench begann, konsequent weitergeführt. Davor war M einfach ein väterlicher Chef. Dench als kritischen Kommentar zu Bonds Machismo zu setzen, war ein genialer Schachzug. Ihr dann später Verwicklungen mit Bonds Vergangenheit zu geben in der Craig-Ära dann sicher etwas, was auf der Habenseite steht.
    Die neue 007 mit der Lizenz zu töten hat mich nicht so recht überzeugt. Der Auftritt war zu unterkühlt und harsch. Der Rest des Supporting Casts auf Bonds Seite kriegt ein paar nette Szenen, aber das wars dann auch schon.
    Die Auflösung mit der Organisation Spectre verlief mir dann zu sehr nach Drehbuchkonstrukt und wirkte auch nicht wirklich glaubwürdig auf mich. Warum sollten sich alle Spectre-Agenten als eine Art Klumpenrisiko versammeln? Naja, die eine oder andere Kröte muss man da schon schlucken. Aber bei genauerer Betrachtung findet man wohl bei den meisten Filmen der Reihe solche Sachen.
    Hat man sich erst mal mit der Tonalität des Films arrangiert – und das muss man hier wirklich – dann darf man Fukunaga ein fast tadelloses Zeugnis ausstellen. Er versteht es perfekt die Momente mit der nötigen Intensität zu versehen und alles eine Ecke überlebensgrösser erscheinen zu lassen. Bild, Ton, Darstellung, Musik, Schnitt, das ist alles wirklich erstklassig durchorchestriert. Wirklich lang ist seine Filmografie ja nicht, aber allein schon True Detective war ein Erlebnis, was sich in Zügen auch in der Arbeit bei Bond wiederfindet. Würde man es nicht besser wissen, könnte man den Film für ein Werk von Nolan oder Villeneuve halten. Mit Hans Zimmer hat er zumindest schon den Komponisten an der Hand, der mit den anderen beiden auch schon erfolgreich zusammengearbeitet hat. Insofern befindet er sich da schon mal in guter Gesellschaft.
    Der Streitpunkt, ob das jetzt ein guter Bondfilm ist, lässt sich nicht abschliessend sagen, da das stark von der eigenen Erwartungshaltung und Offenheit abhängt, die man einem Film der Reihe zubilligen will. Ich war nach dem Ende erstmal ein wenig platt. Das ist durchaus positiv zu verstehen. Fukunaga wirft in die Waagschale was geht und liefert auf inszenatorischer Ebene ab. Die Action ist stark und hart in Szene gesetzt, die Bildsprache gefällt durchweg. Als Abschluss der Craig-Reihe finde ich ihn auch inhaltlich passend. Über jede Schwäche hinweg hilft das natürlich nicht und ich bin überzeugt, dass es Zuschauer geben wird, die den Film hassen werden, weil sie mit dem Inhalt nicht d’accord sind. Es war ein denkwürdiges Kinoerlebnis und aus einer reinen Filmperspektive gehört er zu den stärksten Filmen der gesamten Reihe überhaupt. Zieht man Kriterien ran, die sich aus der Länge der Reihe heraus etabliert haben, hat er mehr Potenzial zu polarisieren als im Geheimdienst ihrer Majestät. Mir hat der Einstieg in die Reihe mit Casino Royale nach wie vor am besten gefallen. Direkt dahinter sehe ich aber schon No Time to die und dann Skyfall. Quantum und Spectre fallen für mich dann doch ein wenig ab, aber sehenswert fand ich alle.
    Wer die Gelegenheit findet, sollte sich den Film im Kino anschauen.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1726976
    ChrisKongChrisKong
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    @Obermotz Guter Tipp. Weiss nicht, wie lange das SRF schon Filme so anbietet, Serien sind schon länger in der Mediathek, eben mit dem Problem des Geoblockings. Ich meine auch, dass es diesen Drohnenfilm mit Ethan Hawke gibt, der nicht schlecht sein soll und noch ein paar andere.

    Godzilla vs Kong

    Da isser nun, der Showdown der Giganten. Nach 3 Filmen des Monsterverse war es endlich soweit und man liess den Affen auf die Echse los oder umgekehrt. Der Film hat natürlich eine grosse Hypothek und die lautet Vorhersehbarkeit. Es gibt nun wirklich keine Stelle im Film, die man so nicht kommen sieht. Wer auf eine Überraschung wartet, der wird sie wohl woanders suchen müssen. Eine Mogelpackung indes ist der Film nicht. Es gibt Monsterkloppe satt und die Collateralschäden werden prächtig in Szene gesetzt. Die Menschen sind abermals eher Beigemüse und sollen den Ernst der Lage verdeutlichen. Kong pflegt zwar ein flüchtiges Verhältnis zu einem kleinen Mädchen, das über Gebärdensprache mit ihm kommuniziert, ansonsten hat man halt die üblichen Stereotypen solcher Filme.
    Das Drehbuch lässt es an allen Ecken und Enden an Plausibilität missen. Zwar durchschaut Kong in den ersten paar Filmminuten, wofür Truman einen halben Film lang braucht, nämlich dass er unter einer Kuppel steckt, aber dann stellt sich gleich die Frage, wie man so ein Riesenteil um die ganze Insel bauen konnte, ohne dass Kong sich dagegen gewehrt hätte? Aber scheinbar ist es in dem Film sowieso möglich, Kong jederzeit ein wenig zu sedieren, während man auf Godzilla alles mögliche abschiesst ohne einen Effekt. Leider strotzt der Film nur so vor dummen Einfällen. Etwa das gleiche Problem hat der letzte Ghostbusters Film gehabt, wenn man das Vorgaukeln von Wissenschaft mit solchem Nonsens dann wieder untergräbt und einfach mit Deus ex Machinas um sich wirft, als wäre es Konfetti. Beispiele? Da sind die beiden Kids und der Verschwörungstheoretiker in der supergeheimen Anlage auf Sightseeing-Tour, niemand greift ein, niemand empfängt sie, als sie mit der unterirdischen Super-Metro mal eben nach Hong Kong ins nächste geheime Super-Labor reisen. Man benötigt ein spezielles Gefährt für den Übertritt in die Hohlraumwelt, aber dann brutzelt Godzilla ein Loch durch die halbe Erde und der Weg zurück ist scheinbar unproblematisch. Der Industrie-Schurke schickt dann auch mal gleich seine eigene Tochter auf eine der gefährlichsten Missionen überhaupt, als hätte das nicht auch ein Handlanger getan. Mecha-Godzilla kann erst kontrolliert werden, ist dann ausser Kontrolle, per Hacking oder was auch immer deaktiviert man ein Waffensystem von ihm, aber abschalten geht dann doch nicht. Reichlich konfus und ja, äh, dumm.
    Man sollte also vorab schon mal warnen, nicht allzu viel zu hinterfragen. Hier heisst es wirklich Hirn aus, Action ab. Und das funktioniert für sich genommen eigentlich sehr gut. War sogar recht überrascht, dass mich der Streifen auch immer wieder emotional abholen konnte.
    Was sich natürlich viele Fans der Monster im Vorfeld wohl gefragt haben dürfen, wie gut jeder für sich abschneidet. Da gibts ein bisschen Schere, Stein, Papier. Kong schneidet in direkter Auseinandersetzung mit Godzilla schlechter ab. Dafür lässt sich Godzilla dann von Mecha-Godzilla mit wenig Gegenwehr vermöbeln. Das fand ich so nicht ganz glaubhaft. Aber es musste ja ein Teamup verkauft werden. Und da zeigt Kong diesem Robogeschwür, wo der Bartel den (Energie-)Most holt. Auch das meilenweit vorhersehbar, aber gefällig inszeniert.
    Wer die Öko-Botschaft nach 2h Laufzeit immer noch nicht verstanden hat, kriegt sie von Dr. Kong und Prof. Godzilla zum Ende hin nochmals eingeprügelt. Massentauglichkeit vor Subtilität lautete da wohl die Devise.
    So unterm Strich bin ich zufrieden mit dem Film, auch wenn man viele der Fettnäpfchen auch hätte auslassen können. Innerhalb der Reihe gefällt mir Kong Skull Island nach wie vor am besten, weil er eben diesen Adventure-Vibe hat, der den anderen Streifen ein wenig abgeht. Hätte in dem Film auch gern mehr davon gehabt, gerade die Hohlwelt-Parts hätten sich angeboten. Aber der Film hat auch so schon Überlänge. Vielleicht halt auch das Problem, dass man den Vorgängern gerecht werden möchte und auch den Menschen noch genug Platz einräumt.
    Von mir aus wart ich gerne auf das nächste Intermezzo, auch wenn da die Gefahr besteht, alles Vorangegangene toppen zu müssen. Ein anderer Ansatz wäre mir persönlich lieber. Dafür sollte die Hohlwelt eine gute Ausgangslage sein und damit meine ich nicht die im Kopf des Drehbuchautors.

    als Antwort auf: Gernseh-Serien #1726975
    ChrisKongChrisKong
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    Westworld Season 2

    Staffel 1 ist schon eine halbe Ewigkeit her, aber diese schloss den Handlungsbogen relativ rund ab und ebnete den Weg für die nächste. Staffel 2 macht nahtlos weiter und ich war sofort wieder drin. Ich kann mir gut vorstellen, dass die zweite Season eine Art Zäsur für viele darstellt und gerade gegen Ende ein wenig überfrachtet wird. Schon in der ersten Staffel wurde mit verschiedenen Zeitebenen gearbeitet, was am Ende einiges erklärte und die Handlungsstränge auch zusammenführte. Dazwischen lagen aber auch Jahrzehnte. Hier nun hat man Flashbacks die ähnlich weit zurück sind, aber auch Handlungen, die nur minimal zurückversetzt sind, quasi ein kurz bevor… Das mag zwar alles recht intelligent geschrieben sein, wird mMn aber auch etwas überstrapaziert. Es ist nicht so, dass man der Handlung nicht folgen kann, aber allein in den letzten zwei Episoden überschlagen sich die Ereignisse derart, dass keine Zeit bleibt, die Geschehnisse sacken zu lassen. In den besten Momenten erreicht man das NIveau der Vorgängerstaffel, in anderen wäre weniger vielleicht mehr gewesen. Freunde anspruchsvoller Unterhaltung werden aber mit Sicherheit zufriedengestellt.
    Um das durchaus emotionale Finale der Staffel würdig vorzubereiten, kriegen einige der Hosts noch mehr Background, wie etwa Akecheta, der Indianer, Dolores und auch Maeve.
    Als kleines Midseason-Highlight wird die Eastern-Episode in Erinnerung bleiben. Dort verschlägt es die Gruppe um Maeve in den Nippon-Teil des Parks. Allein diese Episode verströmt auch dank der japanischen Darsteller, den grossartigen Sets, der tollen Kameraarbeit mehr Kurosawa-Flair als die gefühlt letzten Samurai/Ronin Filme fürs Kino. Gleiches könnte man auch zu der Westernszenerie sagen. Die Landschaften und Sets sind so opulent, dagegen wirken Kinoproduktionen wie die Neuauflage von the Magnificent Seven wie billiges Kasperle-Theater. Aktuell ist die Serie rein produktionstechnisch der absolute Goldstandard der Branche. Aber das war neben Castings schon immer die Stärke von HBO. Wie man das mit den ganzen Sci-Fi-Elementen kombiniert ist schon beeindruckend gemacht. Der deutsch-iranische Komponist Ramin Djawadi, der auch schon GoT musikalisch untermalt hat, liefert auch hier den passenden Sound. Das Intro zählt für mich auch zu den besten aktueller Serien.
    Um es auf ein Gesamtfazit runterzubrechen, Westworld enthält eigentlich alles, was ich an Sci-Fi mag und gehört für mich in der Kategorie zu den besten Serien und auch ausserhalb davon. Warum die Serie immer wieder ignoriert wird auch bei Preisen, während andere Sachen ins bodenlose gehyped werden, ist für mich nicht nachvollziehbar. Es ist sicherlich dem Umstand geschuldet, dass sie bisweilen weniger zugänglich ist und vom Zuschauer auch Konzentration erfordert. Das und der Umstand, dass HBO immer mit mindestens einer oder mehreren Serien vorne mitmischt, sorgt wohl dafür, dass sie ein bisschen ein Schattendasein fristet. Watchmen hatte bezüglich Preise ein ähnlich zweifelhaftes Standing.
    Das Autoren-Ehepaar Jonathan Nolan und Lisa Joy haben als Showrunner ganze Arbeit geleistet und die Vorfreude auf die Fallout-Serie, die unter ihrer Ägide entstehen wird, könnte kaum grösser sein. Immer wieder ertappe ich mich bei einzelnen Szenen in Westworld, wie gut das Setting zu Fallout passen würde und es sogar sehr viele Gemeinsamkeiten gibt, z.B. mit der Geschichte der Synths aus Teil 4. Wenn da eine ähnliche Sorgfalt im Spiel ist wie bei Westworld, darf man Grosses erwarten. Staffel 3 werde ich nach einer kleinen Pause in Angriff nehmen. Dazwischen gibts erstmal Narcos Mexico Staffel 3. Die ersten beiden Episoden ziehen mich auch dort wieder sofort rein. Was thematisch völlig anderes, aber von der Qualität her auf Augenhöhe und auch eine der besten Reihen, die man derzeit schauen kann.

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