ChrisKong
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ChrisKongTeilnehmerThe Witcher Season 1 (Netflix)
Hatte ich mir lange aufgespart. Ich hab ehrlich gesagt keinen wirklichen Bezug zum Witcher, da ich die Spiele nie wirklich gespielt habe – Teil 2 angespielt – und die Bücher nicht kenne. Bei mir muss also keine Erwartung in der Hinsicht erfüllt werden. Entsprechend ist mein Blick der des uninformierten Zuschauers, der mit den Infos aus der Serie klarkommen muss. Und hier gibts mMn schon die ersten Entscheidungen, die manchmal etwas fragwürdig scheinen. Die Serie springt in der Zeit hin und her. Es ist nicht so, dass man der Handlung nicht folgen kann, aber es ergibt sich dadurch auch nicht ein Oha-Effekt, der eine gewonnene Erkenntnis zum Resultat hätte. Eher wirkt es so, dass man Komplexität suggerieren möchte, wo eigentlich keine ist. Lässt man die verhackstückte Chronologie weg, hat man eine Abenteuerserie, die mich persönlich an die späteren Staffeln von Hercules und Xena erinnert hat.
Die Figuren werden nicht lange vorgestellt, man ist ziemlich schnell in der Action mittendrin. Die einzelnen Fraktionen haben mal mehr mal weniger Profil. Hier spürt man, dass man sich gerne GoT anbiedern möchte, aber in dessen Regionen dringt man zu keiner Zeit vor. Ansonsten bemüht man sich auch gar nicht um Vergleiche. Die Settings gefallen mir recht gut, zumal die Welt auch nicht ein homogener Mittelalterbrei ist, sondern sich recht divers gestaltet. Aber da die Episoden stellenweise so gehetzt wirken, bleibt kaum Zeit in den Szenarien zu schwelgen. Das ist etwas schade.
Was auch auffällt, den ganzen Figuren wird viel Spielzeit eingeräumt. Davon profitieren alle weiblichen Figuren der Serie. Über den Witcher selbst erfährt man reichlich wenig und Cavill scheint für die Hauptrolle generell nur bescheidene Anteile an Screentime zu kriegen. Er stolpert irgendwie von einem Abenteuer ins nächste, als wirklich aktiver Treiber der Handlung ist er nicht präsent. Auch wird er in erster Linie als Kämpfer in Szene gesetzt, andere Aspekte seiner Arbeit als Hexer erfährt man kaum.
Insgesamt hätte man die Motivation und Hintergründe der verschiedenen Parteien ausführlicher erzählen können. Ich hab zwar nicht das Gefühl, dass mir in der Serie Wesentliches als Informationen vorenthalten wird, die Erzählung wirkt nichtsdestotrotz recht holprig und weniger organisch als sie sein könnte. So wird die Dramaturgie auch ein wenig im Keim erstickt. Und das geht für mich nicht recht zusammen, wenn eine Serie Charaktere in den Vordergrund rückt, man aber oft unberührt bleibt. Genau das fehlt der Serie, um sich einen Spitzenplatz zu sichern.
Ungeachtet dessen gehört sie sicher zu den lohnenswerteren Fantasy-Serien und diesen Dezember geht es weiter mit Staffel 2. Insofern bin ich sogar ganz froh, hab ich mir die erste Staffel aufgespart, denn mit der langen Pause dazwischen hätte es vermutlich wieder eine Auffrischung gebraucht, um einigen Handlungen zu folgen.
Am besten hat mir die Folge mit dem Drachen gefallen, auch wenn die Action am Ende wenig plausibel war. Im Ernst, wozu braucht ein Drache mit Firepower Fusssoldaten als Unterstützung? Die Action ist ganz allgemein aber gut choreografiert und gefällt.
ChrisKongTeilnehmer@Captain Carot
Danke für den Typ, den Filmtitel kenne ich, war mir aber nicht bewusst, dass es sich um die Verfilmung des gleichen Romans handelt. Der Cast könnte kaum interessanter sein und werde ich mir allein deshalb schon ansehen und dann einen Quervergleich ziehen. Shadow in the Cloud hab ich schon länger gesehen, hatte sogar schon angefangen etwas dazu zu schreiben, ebenso zu Godzilla vs Kong. Werde ich dann noch nachreichen.
6. November 2021 um 18:30 als Antwort auf: Was ist eigentlich mit Strictly Limited Games los?! #1726968
ChrisKongTeilnehmerFür mich hat sich nichts geändert, weil ich in der Schweiz lebe. Dieses ganze Zollgewichse ist sowieso nur BS im Quadrat. Wozu gibt es Zölle?
Um den heimischen Markt zu schützen. Das ist deren hauptsächliche Funktion. Und während das bei Produkten mit Substitutionsmöglichkeit durchaus sinn macht, ist das bei exklusiven Sachen einfach nur max. kundenunfreundlich und ein Markt wird auch nicht geschützt, weil der ja nicht parallel stattfindet, sondern eben exklusiv ist. Ich ärger mich regelmässig darüber bei Collectors Sachen, die man nicht kriegt bei uns. Dass der Staat in erster Linie will, dass du dein Spiel hier kaufst, ist klar. Aber eine Sammler-Edition, die halt nur exklusiv vertrieben wird, dafür extra latzen, das erschliesst sich mir nicht.6. November 2021 um 16:36 als Antwort auf: Was ist eigentlich mit Strictly Limited Games los?! #1726966
ChrisKongTeilnehmerSry, wir sind hier nicht vor Gericht. Ferner bezog sich das mit den Sales auf LRG, was wohl nicht deutlich war. Aber hier gehts ja um SLG. Ich kann mich für den Laden effektiv nicht mehr begeistern, thats it. Die geben ihre Sachen in Auftrag und vereinbaren gewisse Kapazitäten. Mit Regelmässigkeit haben die bessere Konditionen. Dass sie nicht die oberste Priorität zu geniessen scheinen, merkt man an den Delays. LRG ist da ein anderer Player, deren Ware kommt, soweit mir bekannt immer pünktlich. Special Reserve Games vertreibt auch über LRG, dort kriegt man sogar oft noch den besseren Preis, weil der Versand günstiger ist.
Die besten Preise in dem Segment hat Playasia nach meiner Erfahrung. Und der Service war auch stets vorbildlich. Etwas, das man von SLG nicht sagen kann.
Trotz allem produzieren die auch immer einen gewissen Überschuss, weil das zur Qualitätssicherung dazugehört. Wie gross dieser ist, bleibt wohl Betriebsgeheimnis. Tut aber nichts zur Sache. Wenn du bei SLG was verpasst, ist es weg.6. November 2021 um 16:22 als Antwort auf: Was ist eigentlich mit Strictly Limited Games los?! #1726964
ChrisKongTeilnehmerHab meinen Post ergänzt. Und es tut mir leid für dich, aber nur weil du was nicht gesehen hast, kann es doch existieren. ^^
6. November 2021 um 16:19 als Antwort auf: Was ist eigentlich mit Strictly Limited Games los?! #1726962
ChrisKongTeilnehmerKlar gibt es die, hab ja selber schon an welchen teilgenommen. ^^
Was in den 3 Monaten bestellt wurde, dass wird dann nach Ablauf der Frist produziert.
Wobei die grosszügig aufrunden, was ich meine auch so nachzulesen ist. Die gehen nicht zu ihrem Produzenten und sagen machma 1287 Stück, eher runden sies gleich auf 1500 auf, z.B.
Ach, das mit der Kontrolle ist wohl Wunschdenken. Mag bei den genannten Anbietern weniger vorkommen, aber andere schaffens immer wieder fehlerhafte Sachen in Massen zu produzieren. Ehrlich gesagt ist da meist auch nur billiger Tand dabei, der jetzt nicht so von Qualitätsschwankungen betroffen sein dürfte.
Hier Auszug aus einer Mail von LRG
Last Black Friday we blew out all of our leftover stock from the previous year – this year we’ll be doing that on January 1st, 2018 BUT we still have some things in store for you this year. We will put up a very small portion of some of our most popular leftovers at random intervals throughout the day. Scroll down for some details on that!
6. November 2021 um 16:00 als Antwort auf: Was ist eigentlich mit Strictly Limited Games los?! #1726960
ChrisKongTeilnehmerNein, es wird nicht erneut angeboten. Das stimmt einfach nicht. Die Vorbestellzeiträume für die unterschiedlichen System sind nur nicht immer parallel. Für Turok Switch war das vor 2 Jahren, für Turok PS4 zuletzt. Aber es gab keine Turok Switch Nachbestellmöglichkeit
Doch wird es, in den Sales.
Und das mit der künstlichen Verknappung, das ganze Konzept basiert ja darauf. Warum sollte man sich überhaupt ein Remaster von Spielen geben, die nicht zeitgemäss sind? Da gibts genug Spiele, die Zeitlos sind.
Und die produzieren auch garantiert nichts nach bei defekten Editionen. Wenn dann wird das vorher gemacht oder ansonsten kriegste wohl einfach dein Geld zurück.
6. November 2021 um 13:06 als Antwort auf: Was ist eigentlich mit Strictly Limited Games los?! #1726956
ChrisKongTeilnehmerAlso in einem Punkt muss ich dir vehement widersprechen. Bei SLG heißt sold-out auch sold-out. Es gibt eine genaue Stückzahl z.B. 2879/3500. Steht auf den Cover hinten. Mehr wird nicht produziert…
Und wo genau widersprichst du mir da? Hab nie was gesagt, dass die Anzahl nicht limitiert sei. Deswegen kann man eine Charge ja trotzdem zurückhalten, allein schon aus Gewährleistungsgründen werden die einen gewissen Prozentsatz bei sich behalten, sollte was umgetauscht werden müssen. Es wird ja oft auch in zwei Tranchen verkauft. Bei LRG gibts dann ein oder zweimal im Jahr Sales, wo nochmals rausgehauen wird, was vorher sold out war. Du weisst also einfach absolut nicht, wie viele Stückzahlen wann verkauft werden. Aber grösstmöglichen zeitlichen Druck aufzubauen, ist ja im Sinn des Verkäufers.
Was gefällt dir an den Turok Remaster nicht?Ähm, mal abgesehen davon, dass N64 Spiele nicht unbedingt die Spiele sind, die man als grafisches Revival feiern könnte, ist die Umsetzung jetzt echt nicht der Rede wert. Aber das Angebot richtet sich ja an Nostalgiebrillenträger und die sehen im Zweifel darüber hinweg. Fragt sich trotzdem, wenn man die Originale hat, wozu man diese Remaster braucht? Spielerisch braucht mir keiner erzählen, dass Turok eine Offenbarung ist. War es übrigens schon damals verglichen mit Shootern aufm PC nicht. Aber mangels Auswahl auf dem N64 halt gern gesehen. Hab ja selber die Teile 1-3, Rage Wars hatte ich verzichtet.
6. November 2021 um 0:16 als Antwort auf: Was ist eigentlich mit Strictly Limited Games los?! #1726946
ChrisKongTeilnehmerIch weiss noch, wie ich Slaps and Beans, das Bud Spencer & Terence Hill Spiel dort bestellt habe und ein Jahr auf die Edition gewartet habe, während man das Spiel in einer regulären Fassung auch anderswo gekriegt hat. Es gab keine Entschuldigung, kein gar nichts. Seitdem ist die Bude bei mir unten durch. Und das war lange vor Corona. Ne, die sind einfach unorganisiert und haben ihre Zulieferer nicht im Griff. Rohstoffknappheit dürfte auch kein Thema sein, ist ja nur billiger Plastikscheiss. Eher werdens die Lieferketten sein, Ware, die per Container verschifft wird, haben mittlerweile extrem lange Wartezeiten. Finanzielle Probleme wälzt man da eh auf den Kunden ab, denn der bezahlt ja im Voraus, lange bevor er was in den Händen hält. Der Markt wird auch mit Mittelmass geschwemmt und zuviel zielt einfach auf billige Nostalgie ab, ohne dass man wirklich Qualität erhält, s. Turok-Releases u.a. So gesehen wundert es mich auch nicht, wenn die nicht mehr alles abverkaufen. Die Ausverkäufe werden vermutlich auch eher künstlich sein. Später landet die Ware in Sonderverkäufen auf diesen Seiten. Wenn etwas Soldout ist, ist es nicht einfach ein halbes Jahr später in gut verfügbaren Stückzahlen für solche Abverkäufe verfügbar.
Ich bin für meinen Teil recht kuriert von dieser muss sofort haben Mentalität. Aber jedem das Seine.
ChrisKongTeilnehmerLittle Women
Greta Gerwig gehört mit Sicherheit zu den interessantesten Persönlichkeiten, die derzeit in Hollywood aktiv sind. Hier versucht sie sich an der Verfilmung eines Buches/mehrerer Bücher. Ich kenne die Vorlage nicht, aber mir wurde gesagt, dass man Ereignisse aus verschiedenen Büchern im Film drin hat. Was auch nicht weiter verwundert, da der Film auf mehreren Zeitebenen seine Handlung voranbringt. Ich finde man übertreibts damit ein wenig, besonders gegen Ende unterläuft man damit die dramaturgische Zuspitzung und die Handlung wird unnötigerweise holprig. Wie schon in Lady Bird, so darf auch hier Saoirse Ronan in der Hauptrolle brillieren. Zwar wird den anderen Figuren auch viel Platz eingeräumt, ihre ältere Schwester, gespielt von Emma Watson und die jüngste im Bund, verlieren da ein wenig. Dafür hält mit Florence Pough ein weiteres Talent das Gegengewicht und kollidiert fleissig mit ihrer Schwester. Die Konflikte sind absolut lebensecht gestaltet. Es wird gestritten, sich wieder versöhnt und Zugeständnisse gemacht. Mittendrin, so quasi der Hahn im Korb ist Laurie, der reiche Sohn der Nachbarn, gespielt von Timothe Chalameet. Auch er darf sein enormes Talent voll ausspielen. Mit Meryl Streep, Laura Dern, Bob Odenkirk und Chris Cooper gesellen sich weitere Darsteller zum Cast, über die man keine Worte mehr verlieren muss. So gestaltet sich das Ganze recht launig, plätschert aber oftmals ohne nennenswerten Spannungsbogen daher.
Was der Film sich auf die Fahnen schreiben darf, sind die zahlreichen interessanten Frauenfiguren, die miteinander interagieren. Wirklich viele Vertreter gibts da mMn noch immer nicht. Den lebensechten Charakteren steht eigentlich nur die manchmal etwas gefälligen Auflösungen gegenüber. Aber ein reiner Feelgood-Film ist es dann doch nicht. Gerwigs Feingefühl liegt eindeutig bei den Charakteren, weniger der Handlung. Hier wird sie in Zukunft noch ein wenig Feinschliff benötigen, dann darf man mit Sicherheit mit künftigen Klassikern von ihr rechnen. Florence Pough zeigt jetzt schon Züge, die eine Karriere als Top-Darstellerin erahnen lassen. Ich hoffe mal, dass ihre Filmauswahl weiterhin so abwechslungsreich sein wird.
Wem Lady Bird gefallen hat, Familiendramen wie Hotel New Hampshire mit Jodie Foster, Captain Fantastic mit Viggo Mortensen oder Schloss aus Glas mit Harrelson und Brie Larson, mag, der wird Little Womens Pluspunkte sicher geniessen. Nicht ganz der grosse Wurf, aber ein schöner Film, so wenig perfekt wie seine ganzen Figuren.
ChrisKongTeilnehmerDune
Bildgewaltig. Hätte man nur ein Wort zur Verfügung, um Dune als Kinoerlebnis zu beschreiben, wäre bildgewaltig sicher ein treffender Begriff. Zugegeben, weniger hätte ich nach Blade Runner 2049 von Villeneuve auch nicht erwartet. Damit hat er sich für mich in punkto cineastischer Bildkomposition in einem kleinen und exklusiven Club von Filmemachern endgültig etabliert. Das Worldbuilding ist hervorragend umgesetzt, man wird förmlich in die Welten, die er kreiert hineingezogen. Beim Score geht er einen ähnlichen Weg wie bei Blade Runner und lässt das Geschehen akustisch intensivieren, ohne ein wirklich durchgängiges Thema zu bemühen. So hat man zwar keine Ohrwurmqualität, aber der Soundtrack ist jederzeit passend. An einer Stell kurz vor Ende gibt es dann noch eine musikalische Referenz zu Lynchs Werk.
Was ich gerne auch als Überleitung nutzen möchte, denn klar ist Lynchs Film immer präsent. Verständlich, dass Villeneuve betont, sich davon abgrenzen zu wollen. Dennoch sind viele Passagen der Handlung recht identisch. Drängt sich ein Vergleich damit zwangsweise auf? Ich denke das hängt auch stark davon ab, wie man Lynchs Werk beurteilt. Ich gehöre zu denen, die Lynchs Film mögen. Es gibt einige Sachen, die finde ich in seinem Film besser, andere in Villeneuves Umsetzung. Aber der Reihe nach.
Figurenzeichnung. Der Cast ist bis in sämtliche Nebenrollen top besetzt. Mit Chalamet wählte Villeneuve einen sehr jungen Darsteller. Er unterscheidet sich somit auch ein wenig von McLachlans Version. Villeneuve lässt uns ebenso wie Lynch direkt an den Visionen teilhaben, die Paul Atreides auf seinem Weg begleiten. Obwohl Chalamet deutlich jünger als McLachlan ist, kommt jener aber kindlicher rüber. Das liegt mMn an seiner kindlichen Neugier, die durch einen Kniff immer wieder an den Zuschauer herangetragen wird. In Lynchs Variante hört man immer wieder die Stimme Pauls aus dem Off, wie er innere Zwiesprache hält und seine Beobachtungen in Fragen formuliert. So entsteht das Bild eines Neugierigen, eines Lernenden. Ich finde das jetzt bei Lynch so etwas besser gelöst, weil es der Figur noch andere Facetten hinzufügt, als würde man es nur bei den Visionen belassen. Diese können bei Villeneuve durchaus Distanz schaffen. Das umgeht er dafür, indem er Paul immer wieder weltlich erdet, beispw. wird auch seinem Verhältnis zu Duncan und Guerny mehr Platz eingeräumt. Dadurch kann die Figur für ein modernes Publikum durchaus zugänglicher sein. Was mir aber ein wenig fehlt, ist mehr Konflikt auf seiner Wegfindung gegenüber den Eltern. Hier ist man eine Spur zu konsiliant im Verhältnis der Figuren zueinander. Dabei wird doch einiges angedeutet.
Schematisch bedient sich Villeneuve eher bei Game of Thrones und lässt der politischen Dimension mehr Raum als Lynch, wo die Botschaften deutlich schwächer implementiert sind. Hier sind die strategischen Entwicklungen und Verwicklungen klar bedeutsamer. Dieser Ansatz gefällt mir durchaus und grenzt den Film stärker von Lynchs Film ab, der mehr auf die esoterische Komponente setzt. Der Kampf um Ressourcen und der Eingriff in die Natur sind ähnlich wie bei Avatar der rote Faden, der sich durch die Erzählung zieht. Wobei der Wüstenplanet deutlich unwirtlicher ist, was zu jeder Zeit spürbar veranschaulicht wird. Naturgemäss ist landschaftliche Abwechslung eher rar gesät. Gerne hätte ich etwas mehr von Kaladan und Guedi Prime gesehen. Die Bilder sind aber spektakulär, erinnern von der Bildsprache her auch an asiatische Werke namhafter Regisseure.
Im Grunde erzählt Villeneuve aber auch nicht wesentlich mehr, weshalb unweigerlich die Frage auftaucht, an welcher Stelle er endet, ist doch ein zweiter Teil angedacht. Für mich tut er das an einem logischen und erwartbaren Punkt. Das Mehr an Zeit, dass der Film benötigt, wird effektiv dazu genutzt, den Zuschauer tiefer in die Welt eintauchen zu lassen. Fastfood-Konsumenten wird der Film sich konsequent verweigern. Wer ein Problem mit Entschleunigung hat, dürfte die eine oder andere Straffung vermissen. Ich fand das Pacing gelungen und blieb bis zum Schluss gebannt. Am Ende des Films hat die Reise für Paul gerade begonnen, witzigerweise in einer Sequenz, die mich an den Kampf um den Herrscherthron von Wakanda erinnert. So viel zu Copy-Paste-Kritik von Villeneuve am MCU.^^
Die Widersacher des Protagonisten sind ebenfalls passend besetzt und in Szene gesetzt. Wobei man hier recht zurückhaltend ist. Baron Harkonnen ist ein widerlicher Typ, wobei er und sein Heimatplanet in Lynchs Version noch ein wenig surrealer und ekliger waren. Die Soldaten des Imperators kriegen hier im Gegensatz zu Lynchs Film mehr zu tun und der Imperator manifestiert sich hier ausschliesslich über Handlungen, die er initiiert. Dass man ihn gar nicht sieht, erinnert an A New Hope, wo Palpatine auch nur mit Titel genannt wird, ansonsten im Hintergrund bleibt. Mit diesem Kniff kann man jetzt schon das Interesse am Nachfolger ein wenig anheizen.
Was der Film sehr schön aufzeigt, wie Sci-Fi-Fantasy mit ein wenig Anspruch bildgewaltig in Szene gesetzt werden kann. In vielen Szenen fühlte ich mich an Star Was erinnert. Und es schwingt dann immer auch ein wenig Wehmut mit, weil Dune von Villeneuve zeigt, was auch bei Star Wars möglich gewesen wäre mit den richtigen Leuten hinter den Kulissen. Wirklich viele Alternativen gibt es hier auch nicht, was nicht zuletzt der Komplexität der Vorlage geschuldet ist. Die Reise des Auserwählten nimmt hier freilich eine andere Wendung als bei Anakin in Star Wars. Aber es gibt wirklich einige Momente in der Narration, die ein bisschen wie ein was wäre wenn wirken. Ohne zu sehr abzuschweifen, will ich darauf hinaus, dass künftige Filme in diesem Genremix sich mit Dune werden messen müssen. Freilich auch der Nachfolger, den ich mir sicher auch wieder im Kino ansehen werde.
Ich für meinen Teil wurde nicht enttäuscht von dem Film. Der Stoff wurde zeitgemäss interpretiert und aufbereitet, wie das seinerzeit auch bei Lynch der Fall war. Mir gefallen beide Filme. Wo der eine strukturierter und handlungsfokussierter wirkt, ist der andere in seiner Theatralik und Inszenierung ein filmgewordenes Bühnenstück. Worldbuilding ist bei beiden grossartig. Eine abschliessende Beurteilung kanns nicht sein, weil Villeneuve noch in der Bringschuld ist mit der Vollendung seiner Vision. Einen Steigerungslauf sehe ich freilich aber nicht gegenüber seinem Blade Runner. Beides gehört aktuell zur Speerspitze des Sci-Fi-Kinos. Um doch noch ein wenig Kritik anzubringen, die ich auch anderswo schon vernommen hatte, die Figuren wirken manchmal auch ein wenig zu unnahbar, was mMn daran liegt, dass sie alle recht handlungsfokussiert agieren, wie Bauern in einem Schachspiel. Ein wenig mehr Unberechenbarkeit wäre der Ambivalenz zuträglich. Ein Wechselbad der Gefühle erlebe ich nicht, dafür sind die Charaktere zu sehr konfliktbefreit. Diese Chancen lässt Villeneuve in seinen Filmen immer mal wieder liegen. Vielleicht wäre hier ein wenig Drehbuchfeinschliff nötig? Eine Ausnahme ist hier the Prisoners, wobei dieser Film dafür mit ein wenig narrativen Defiziten kämpft. Die gibt es hier nicht. Wie ich schon eingangs erwähnt habe, hätte mir eine Vertiefung des Beziehungsgeflechts der Figuren durchaus zugesagt. So nimmt mich der Verlust den Paul erleidet weniger mit, als erhofft. Oscar Isaac gibt einen grossartigen Leto ab, aber in der Beziehung zu seinem Sohn fehlt dann doch ein wenig. Aber das ist schon Motzen auf hohem Niveau.
Ich freu mich auf jeden Fall schon auf ein Wiedersehen mit den Figuren und der Welt. Hätte der Film zu wenig richtig gemacht, wäre das ja nicht der Fall. Apropos Wiedersehen, in einer Szene wird etwas angedeutet, was für eine bestimmte Figur hoffen lässt. Die Visionen von Paul lassen ebenfalls Raum für Interpretationen, wie sich auch in dem Film schon zeigt.
Auch nicht unerwähnt lassen will ich im Schlussfazit den Supporting Cast. Stephen Henderson als Tufir und Charlotte Rampling als oberste Benegesserit sind ein absoluter Glücksgriff.
Die Fortsetzung kann kommen. Der Film ist das Spice, dass das Kino dringend benötigt. Gebt uns mehr davon!
ChrisKongTeilnehmerEvolution
Ivan Reitmans erster Film der Nuller-Jahre. Bezeichnend für das Jahrzehnt ist die Welle an Remakes, Reboots, Fortsetzungen und dgl., die die Kinocharts dominierten. Leider hatte es da Evolution als origineller, eigenständiger Beitrag irgendwie schwer, sein Publikum zu finden. Irgendwie unverständlich, aber der Film blieb weit unter den Erwartungen damals. Vielleicht erklärt das auch, warum man jahrelang jetzt auf einen Bluray-Release warten durfte. Kann aber auch mit den Rechten zu tun haben, denn weil der Film damals in Budget-Schwierigkeiten war, wurde mit Sony ein Deal ausgehandelt, in Zuge dessen sich Sony die Vertriebsrechte ausserhalb der USA gesichert hatte. Aber ich lass es mit der Spekolution und widme mich der Evolution. Diese fand zwar durchaus statt beim Sprung von DVD zu Bluray, aber ist jetzt auch kein Augenöffner. Tonal gehts genauso wuchtig zu, wie auf der DVD. Direktionalität hätte etwas mehr vorhanden sein dürfen. Dafür arbeitet der Subwoofer mal wieder richtig. Das Bild hat zuweilen starke Unschärfen, beispw. beim Meteoriteneinschlag und der Flucht von Wayne, der gerade eine Feuerwehrübung in Eigenregie abwickelt. Aber im Grossen und Ganzen wird solide Kost geboten. Referenz sieht dennoch anders aus. Ein neues Master wäre sicher nötig gewesen.
Der Film startet mit eben erwähntem Meteoriteneinschlag auf der Erde in der Nähe des Kleinstädtchens Glen Canyon. Schnell bilden sich winzige Organismen auf der Oberfläche es Meteoriten, die eine Evolution im Eiltempo durchlaufen, sehr zum Nachteil der bislang dominanten Spezies, dem Mensch. Gut gibt es Gegenwehr in Form von Duchovny (Akte X), Orlando Jones und Sean William Scott. Ferner darf auch noch Julian Moore mitmischen, die als Tolpatsch für Schmunzler sorgt. Was ein wenig irritierend ist und ich so gar nicht mehr auf dem Radar hatte, ist dieser doch recht offen vermittelte Sexismus. Das soll jetzt nicht eine verkopfte Sexismus-Debatte einleiten, aber im Grunde schneiden die Frauen in diesem Film verdammt schlecht ab. Doof und in erster Linie das Opfer männlicher Wollust. Da es sich um eine Komödie handelt, kann man das auch als Humor taxieren. Aber da es sich nicht um Austin Powers handelt, wirkt es zuweilen auch ein wenig deplatziert. Wie gesagt, konnte mich da gar nicht mehr so genau daran erinnern. Vermutlich zeigt da die Metoo-Debatte ihre Wirkung und man ist da sensibler unterwegs.
Davon abgesehen hat der Film eine Mischung aus Ghostbusters- und Men in Black Vibes, welche humoristisch unterfüttert werden. Die Wissenschaft ist nicht gänzlich unernst, aber natürlich darf man hier auch nicht eine Nolansche Aufarbeitung des Themas Evolution erwarten. Duchovny wirkt hier so lässig wie in Californication und bringt die Dialoge mit seinem Timing perfekt rüber. Die Figuren ähneln sich sowieso sehr stark. Orlando Jones merkt man sein Gespür für Timing ebenfalls an und Scott ist in Komödien auch nicht unerfahren.
In weiteren Rollen darf man Sarah Silverman, Ethan Suplee, Ted Levine als schmieriger General und last but not least Dan Aykroid als Gouverneur erleben. Sie alle tragen ihren Teil zum Spass bei. Und genau das schafft der Film immer noch, Spass zu verbreiten. Es wäre da schon eine Kunst, keine gute Laune zu kriegen. Für meinen Geschmack dürfte es sogar noch etwas mehr Horror-Appeal haben, aber es funktioniert auch so ganz gut. Die ganzen Kreaturen sind sowieso die heimlichen Hauptdarsteller und man ist immer gespannt, welchen Evolutionsschritt man als nächstes sehen wird.
Wer den Film damals mochte, kann beruhigt zugreifen. Alternative Empfehlungen sind die erwähnten Men in Black und Ghostbusters. Kinder kommen übrigens kaum welche vor. Das überrascht durchaus. Übertreibungen muss man hinnehmen können, der Film nimmt sich absolut nie zu ernst. Erinnert da vom Gefühl her auch ein wenig an Galaxy Quest, aber ohne dessen ernste Zwischentöne, die ab und an durchscheinen.
Reitman hat danach noch drei Filme gedreht. Davor ist Ghostbusters der einzige, der fortgesetzt wurde. Ansonsten hat er die Filmwelt um einige Komödien reicher gemacht, die im Gedächtnis blieben. Heute wirkt das fast schon anachronistisch. Von Ghostbusters 3 hat er sich verabschiedet nach dem Tod von Harold Ramis. Neuere Projekte sind, soweit ich weiss, nicht bekannt.
Das Steelbook zu Evolution gefällt mir gut, auch wenn ich den Smiley der damaligen DVD Special Edition in ähnlicher Optik bevorzugt hätte.
ChrisKongTeilnehmerBoyka dich gefälligst meiner Meinung, das Moussi mir nicht gefallen lassen, Van Damme und zugenäht.
🙂
Ein Teil des Scores erinnert mich immer an Rocky, wie passend, dass Apollo Creed mit dabei ist. Die Serie hat so ihre Momente, schwankt ein wenig bei der Inszenierung, witzigerweise gerade bei den Actionszenen gibts auch mal richtige Lowlights. Staffel 2 ist auch eine schöne Steigerung. Die kurze Laufzeit wirkt sich mMn etwas negativ auf die Charakterentwicklung aus, hätte gern ein wenig mehr drumherum gehabt.
ChrisKongTeilnehmerIch dachte der wäre Russe #Boykaforever.
ChrisKongTeilnehmer@Carot
Die unfreiwillige Komik trägt zum Unterhaltungsfaktor bei, das kann ich der Fortsetzung zumindest attestieren.Kickboxer: Die Abrechnung
Die Fortsetzung von Kickboxer: Die Vergeltung. Der Titel ist nicht annähernd so originell wie die Fortsetzung. Ist diese denn gut? Nein, natürlich nicht. Man serviert noch grösseren Kappes mit noch dümmerem Drehbuch, das vermutlich jeder hingekriegt hätte mit Whatsapp-Eingabehilfe oder dgl. Zuerst mal zum Negativen… falsch gedacht, was Positives kommt nicht.
Mit Björnsson agiert auf der Gegenseite ein Akteur, der den meisten als Mountain aus Game of Thrones bekannt sein dürfte. Hier spielt er den Fleischberg Mongkut, einen Kämpfer, der mit irgendwelchen Experimenten zum Superkämpfer gezüchtet wurde und praktisch unbesiegbar ist. Nicht aber für Alain Moussi-au-Chocolat. Der ist zurück und fad wie eh und je. Mongkut war einst ein König in Thailand. Wie passend, dass diese Figur nun so heisst und nun von einem Isländer gespielt wird. Na immerhin etwas, das alle 3 Kickboxer Filme verbindet.
VanDamme tut sich die Grütze abermals an. Unterstützung kriegt er von Mike Tyson. Wen genau das beeindrucken soll, weiss ich nicht. Stattdessen hätte man besser einen aktuellen Actionstar – und damit ist nicht Bruce Willis gemeint, der sich für keinen Schund zu schade ist – verpflichtet. Aber Moussi braucht natürlich alle Unterstützung, um zu glänzen. Sprich, wenn er nicht besser wird, und das tut er nicht, muss ein schwacher Co-Cast es richten. Und die machen ihre Sache nicht schlecht, sodass man Moussi fast sympathisch findet. Mission erfüllt. Immerhin darf Christopher Lambert noch ein paar Akzente setzen, auch wenn seine Zeit seit den 80ern gefühlt vorbei ist. Leider muss man sagen, denn schauspielern kann er und Ausstrahlung hat er auch, also das Gegenteil von Moussi.
Naja, nochmals muss man nicht viele Worte verlieren, egal wie günstig die Box ist, sie ist exakt den Gegenwert für zwei Bluray-Leerhüllen wert, mehr nicht.
Bei Martial Arts bleibts vorerst dabei, lieber zu den asiatischen Kollegen schielen, die Amis sind in dem Genre sehr schwach unterwegs. Sie versuchen oft die langweilige Choreografie mit Explosionen aufzuwerten oder casten namhafte aber lustlose Darsteller und wirklich originelle Elemente findet man auch nicht, was bei asiatischen Filmen doch ab und an der Fall ist.
Von den brauchbaren Actionstars in dem Segment fallen mir auf Ami-Seite nur Adkins und mit Abstrichen Michael Jay-White ein. Das wars dann aber auch schon.
Fragt der Bayer: Moussi mir des antuen? Nein, definitiv nicht. -
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