ChrisKong

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  • als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1699878
    ChrisKongChrisKong
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    eXistenZ

    David Cronenbergs Film dürfte sicherlich auch in Zockerkreisen eine gewisse Bekanntheit haben. Schliesslich dreht es sich augenscheinlich um eine neue Art des Spielens. Witzig ist hierbei, wie die Audienz sich vornehmlich aus älteren Personen zusammensetzt und nicht aus klassischen Nerds. Vermutlich soll das auch signalisieren, dass Spiele in der Gesellschaft mittlerweile angekommen sind. Aber natürlich ist das nur der Aufhänger. Cronenberg geht üblicherweise in die Tiefe und verarbeitet verschiedene Themen mit Bildern, die auf eine starke Auseinandersetzung mit der eigenen Assoziation bauen. Die ganze Szenerie ist so irreal, wie sie eben auch in einem Traum ist mit sich wechselnden Rollen und Verhältnisebenen. Freund ist Feind, Feind ist Freund und wieder zurück. Cronenberg ist zusammen mit Lynch einer der wenigen prominenten Filmemacher, die das Wesen eines Traumes verstanden und in deren filmischen Umsetzungen sich davon deutlich inspirieren liessen.
    Der Film macht sich natürlich anfällig für Kritik mit seiner banal anmutenden Handlung und den merkwürdigen Relief-Charakteren, die einem Comic entstammen könnten. Aber wie in einem Traum geht es weniger um das, was erlebt wird, sondern was man dabei empfindet. Und so orientiert sich Cronenberg einmal mehr stark daran, Emotionen zu wecken, und zwar die eher unangenehmen. Dieses leichte Unbehagen behält er bis zum Ende bei. Der schreckhafte PR-Heini in Form von Jude Law wirkt dabei wie direkt aus dem Leben gegriffen. Dabei entdeckt er nach und nach seine andere Seite. Der Film lässt die Frage zum Teil offen, wie viel das Spiel selbst beeinflusst und wie viel von der Figur kommt. Dabei wandelt er den Kampf um die Wahrheit in einen Widerstandskampf, bei dem Realität und Irrealität sich gegenüber stehen. Nur ist gegen Ende immer weniger klar, welche Seite nun real oder irreal ist. Die Grenzen verschwimmen zusehends. Wie in anderen Cronenberg Streifen enthält der Film auch sexuelle Elemente. Zwar etwas weniger stark in der Handlung verankert, aber doch vorhanden.
    Bodyhorror ist auch wohldosiert vorhanden, also alle Zutaten eines Cronenberg-Menüs. Man sollte den Streifen nur nicht einfach darauf reduzieren. Wer etwas sucht, was zum Nachdenken anregt, ist hier genau richtig. Die Sogwirkung entfaltet sich und das groteske Setting übt eine Faszination aus, von der sich andere Genre-Regisseure eine dicke Scheibe abschneiden könnten.
    Kleines Highlight bleibt William Defoe als zwielichtiger Tankwart, er wertet einfach jeden Film auf.
    Fazit: Kein Mindfuck, aber Denken ist hier nicht verkehrt. Der Film zeigt auch durchaus Ansätze, die die Videospielindustrie aufnehmen könnte, um sich von ihrer Formelhaftigkeit zu lösen. Gleichzeitig zeigt er aber auch die Gefahren auf, sich in alternativen Realitäten zu verlieren und so das eigene Bewusstsein für Moral auszuhebeln. Die Bluray-Umsetzung ist ganz passabel, aber reisst jetzt auch keine Bäume aus. Aber Cronenberg ist sowieso nicht der Hochglanzoptiker. Soundtechnisch dürfte der Flic ein wenig mehr All-in gehen, denn der Score gefällt mir sehr gut. Ist aber ein wenig zu sehr im Hintergrund für meinen Geschmack. Aber bleibt klar ein Genre-Tipp.

    als Antwort auf: Xbox Series XS Talk #1699770
    ChrisKongChrisKong
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    Agents of Shield hab ich nicht über die erste Season hinausgeschafft, das war mir zu sehr alten Serienformeln folgend und nur mässig spannend. Manchmal lohnt dranbleiben.
    Mando ist was ganz anderes, aber für mich interessanter als AoS. Aber ich bin auch kein wirklicher MCU Fan, dann sieht das vielleicht ganz anders aus.

    als Antwort auf: Vor kurzem angespielt / Welche Spiele spielt Ihr zur Zeit? #1699769
    ChrisKongChrisKong
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    So langsam gehts ans Eingemachte. Die Bosse in Dark Souls 3 gegen Ende werden immer mühsamer. Aktuell steh ich vor 3 Bossen und weiss gar nicht, wer mir mehr auf den Sack geht. Beim Namenlosen König schaff ich es immerhin oft in Phase 2, mache aber da so wenig Schaden, dass der Kampf irgendwie viel zu lange andauert. Irgendwann haut er mich dann mit einer Attacke weg, die nicht zu Blocken ist und auch gleich die ganze Leiste killt. Bleibt zu sagen, dass die Kamera in Phase eins der Hauptgegner ist, absolut übel und wird mMn nur von der grottigen Kollisionsabfrage übertroffen. Manchmal trifft man den Drachen, obwohl sichtbar kein Kontakt ist, umgekehrt geht der Hieb einfach durch ohne einen Effekt. Spielt man oft mit dem Bogen stellt man auch fest, dass oft Pfeile einfach durch Gegner hindurch gehen. Also wirklich Fun macht das Spiel in der Phase für mich nicht mehr.
    Dann ist da noch die Ariandel-Tante. Schön und gut, 3 Phasen und jedes Mal wieder volle Leiste, deal with it. Das wäre ja noch einigermassen ok, aber in Phase 2 bin ich jetzt zweimal kurz nacheinander gestorben wegen irgendwelcher Eiskristalle, Instant Death, auch da bei voller Leiste. Ich seh das jeweils zu spät kommen. Wenn es wenigstens physische Attacken wären oder man nicht gleich den Löffel abgibt. Auch das ist mehr Krampf als Kampf.
    Bleiben noch die beiden Loriot-Schwestern in Lothric. Scheint ein machbarer Fight zu sein, aber der Weg dorthin kotzt mich übelst an. Zweimal den Lift benutzen, nur um dorthin zu gelangen? Ehrlich jetzt?
    Mal schauen was und in welcher Reihenfolge, wenn überhaupt, ich davon noch mache.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1699637
    ChrisKongChrisKong
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    Ipcress Streng geheim

    Das Prequel zu Austin Powers könnte man sagen. Niemand geringerer als Sir Michael Caine amtet hier als lässiger Agent Palmer. Wie man bekanntlich weiss, spielt dieser auch im dritten Teil von Austin Powers dessen Vater. Im Gegensatz zu dieser Rolle geht es hier aber deutlich ernsthafter zu, klassisches Agentenkino. Produziert wurde der Film von Saltzmann, der auch für die Bondreihe verantwortlich zeichnete. Allerdings so cool und actionreich wie Bond ist dieser Film, der ebenfalls auf Büchern basiert, nicht. Auch fehlt der comichafte Charakter eines Bondfilms. Der Film erschien 3 Jahre nach dem ersten Bond.
    Die Reihe war durchaus als Gegenentwurf geplant.
    Die Darsteller sind allesamt überzeugend, mit dem typisch britischen Flair, von resoluter älterer Hilfskraft bis hin zum Rauhbein ist alles vertreten. Die Spannung wird leider nicht wirklich auf die Spitze getrieben, dafür ist die Inszenierung zu wenig gelungen, wie ich finde. Da haben mir div. andere Klassiker wie Arabeske oder Charade klar besser gefallen. Vergleichbar wäre heute wohl ein Film wie Tinker, Tailor, Soldier, Spy mit Gary Oldman.
    Palmer setzt lieber den Verstand als die Fäuste ein. Das ist auch absolut ok, aber die Handlung selber ist jetzt nicht wirklich so drauf fokussiert, ein Strategie-Battle zwischen zwei Genies zu sein. Dafür fehlts an einem konkreten Gegenspieler. Auch ansonsten ist die Erzählung nicht so inszeniert, als dass grosse Raffinesse erkennbar wäre.
    Es gibt noch weitere Filme mit Caine als Palmer. Die werde ich mir sicher ansehen, weil mir der Tenor des Filmes ansonsten sehr zugesagt hat. Die direkte Fortsetzung wurde von Guy Hamilton inszeniert, ebenfalls Bond Regisseur. Vielleicht wird da die Spannungsschraube nochmals angezogen.
    Das Mediabook lässt eigentlich keine Wünsche offen und hat auch neu produziertes Bonusmaterial dabei mit einem älteren Caine.
    Fazit: Wer Agentenfilme aus der Ära mag und nicht Bond erwartet, der dürfte sicher einen Blick riskieren, Michael Caine Fans greifen sowieso zu. Die Darsteller sind top, aber das Potenzial der Erzählung wird nicht konsequent ausgenutzt, ebenso wie einige Charakterzüge der Hauptfigur gar nicht wirklich zum Tragen kommen. Aber ist auch der Debüt-Film für Palmer.

    als Antwort auf: PlayStation 5 Talk #1699590
    ChrisKongChrisKong
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    Ich vermute auch eher interne Probleme. Vielleicht war an der Lüftergeschichte was dran und man hat kurz vor zwölf nochmals etwas revidiert. Ansonsten kaum zu erklären, Produktionsmengen sind eigentlich bekannt, wie kann da der Handel falsche Zahlen kriegen?

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1699112
    ChrisKongChrisKong
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    Herestauchery die Dwarf Edition. XD

    Ich fand den ansatzweise ganz gelungen, das Ende aber beliebig und austauschbar bezw. so banal, dass ich es als unpassend zum Rest empfand. Vermutlich wäre ich ohne eine Erklärung glücklicher gewesen. Ich warte immer noch gespannt auf Green Knight. Der befindet sich wohl irgendwo im Release-Fegefeuer.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1698967
    ChrisKongChrisKong
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    Die Beteiligung von Sandler schreckt mich persönlich eher ab.

    als Antwort auf: PlayStation 5 Talk #1698946
    ChrisKongChrisKong
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    Frage ist, wie viel Erfahrung die jetzt mit den PS5 Devkits haben. Ich würde mal sagen, dass die Anfangsprodukte noch kein Hinweis sein müssen.
    Wenn man tolle Lichteffekte auch anders hinkriegt, sollte man hier sicher den pragmatischeren Weg wählen. Einfach Raytracing um des Raytracing Willens seh ich nicht ein. Sonst haben wir am Ende eine Umkehr des Paretoprinzips.

    als Antwort auf: Meckerweide #1698944
    ChrisKongChrisKong
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    Ich habe schon viele erlebt die nach dem dritten Stich aufgegeben haben und meinten das wer anders kommen wird.

    Ich glaube das hat mit Aufgeben nichts zu tun. Ich hab ja einschlägige Spitalerfahrung und selbiges Problem mit den schlecht sichtbaren Venen. Und mir hat eine Pflegefachperson gesagt, dass sie die Anweisung haben, nach einer Anzahl an Versuchen dürfen sie den schwarzen Peter weiterreichen. Vermutlich ist das für die ausführende Person auch belastend. Mich hat die Mehrfachpiekserei allerdings nie gestört bis auf das eine Mal, als die gute Dame wirklich im Handrücken anfing rumzustochern. Da hätte ich ihr am liebsten eine geklebt. Geschafft hat sies dann natürlich auch nicht, musste also ein Spezialist her, siehe da, gleich beim ersten Mal.
    Aber mit der Erfahrung allein hats nicht nur zu tun. Ist wie bei Handwerkern, ein Pfuscher bleibt auch nach 20 Jahren noch einer. ^^

    Eingriffe an Kindern würde ich Fachpersonal überlassen. Wir hatten im Zivilschutz beispw. auch Schulungen, wie Nothilfe mit Kleinkindern und Babys erfolgt. Da waren nicht wenig überrascht, wie anders Beatmung und Herzmassage zu erfolgen hat, weil die Körper so viel kleiner und weniger belastbar sind. Das ist schon nicht ohne. Ich denke mal, dass es da aber klar Hinweise bei den Produkten geben soll, für welches Alter und unter welchen Bedingungen diese Selbsttests geeignet sind.
    Davon ab erschliesst sich mir nicht so recht, warum man Kleinkinder testen sollte, dachte das wäre in dem Fall eh obsolet.

    Hier noch ein Link unserer Behörden zu den Antigen Schnelltests. Sicher interessant für alle, die sowas in Betracht ziehen.

    https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov/information-fuer-die-aerzteschaft/neuigkeiten-und-anpassungen.html

    Dort ist dann auch ein PDF vorhanden mit weiteren Angaben.

    als Antwort auf: R.I.P. #1698943
    ChrisKongChrisKong
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    Seh ich auch so. Ist ja nicht so, als wäre Connery uns überhaupt anders als durch seine Filme erhalten geblieben, denn zurückgezogen hat er sich schon vor Jahren, aus nachvollziehbaren Gründen. Vermutlich war er aber schon länger krank, weswegen er generell kaum in der Öffentlichkeit gesehen wurde. Rein von der Konstitution seines letzten Filmes her, hätte ich ihm eher einen hundertsten Geburtstag prognostiziert.
    Vor ein paar Tagen noch the Offence (deutsch: Sein Leben in meiner Gewalt) gesehen und war von seiner Darstellung begeistert. Leider bleibt oft auch ein Gefühl zurück, dass er zeitlebens zu wenig als Darsteller eingesetzt wurde und sein enormes Charisma ihm oft eher im Weg stand. So wurde er denn auch vornehmlich gecastet.
    Meine Lieblingsrollen von ihm sind sicherlich William von Baskerville in Umberto Ecos Der Name der Rose, als Vater von Indy in Indiana Jones 3 und als Forrester in Finding Forrester. Aber eigentlich hat er jeden seiner Filme oder in denen er auftrat auf seine Weise bereichert, egal ob Family Business, the Untouchables, Highlander, etc.
    Was aber ein guter Anlass ist, um die Lücken im Filmwissen ein wenig zu schliessen, denn so einiges von ihm hab ich absolut noch nie gesehen, vieles aus der Nach-Bond-Ära, als er vom Publikumsmagneten zum Charakterdarsteller wurde.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1698942
    ChrisKongChrisKong
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    Charlies Angels

    Die nun mehr dritte Kino-Auswertung der Serie Drei Engel für Charlie. Dieses Mal geschrieben und inszeniert von einem Engel selbst, Elizabeth Banks, die als Bosley – also einer von mehreren Bosleys – mit an Bord ist.
    Der Film ist leider absolutes Mittelmass und zwar in jeder Hinsicht. Nichts, aber wirklich nichts ist hier nennenswert oder kann sich von vergleichbaren Filmen absetzen. Spektakuläre Action? Fehlanzeige. Spannung? Fehlanzeige. Humor? Fehlanzeige.
    Der Film arbeitet praktisch eine Checkliste eines Actionfilms ab, wechselt ein wenig die Locations, thats it. Dann wird ein neues Mitglied so nach und nach integriert, was sich schon früh abzeichnet.
    Die Jungen Darstellerinnen, darunter Kirsten Stewart, sind passend gewählt, mit Djimon Hounsou und Patrick Stewart hat man verdiente Altstars dabei, aber leider macht sich da auch der Mangel an gekonnter Schreibe bemerkbar. Stewart wird klar verschenkt und Hounsou hätte auch durch irgendwen gespielt werden können.
    So zünden dann auch die Twists und emotionalen Momente leider absolut nicht.
    Abschliessend bleibt vielleicht zu sagen, dass das Zielpublikum wohl eher unter 12 oder so sein dürfte und es sicher passend ist, wenn die auch das Bild von starken Frauen gezeigt bekommen. Allerdings hätte man das auch mit einem besseren Film schaffen können, als er hier vorliegt. Zumal man sich fragen darf, warum, wenn der Film schon dieses Thema punktuell streift, wieder mal nur Topmodels gezeigt werden, die klassische Hollywood-Schönheitsideale vertreten.
    Unterm Strich von allem ein bisschen, nichts so richtig, eben absolutes Mittelmass.

    Randnotiz, Jonathan Tucker als stromlinienförmiger Profikiller erinnert an….

    https://i.pinimg.com/originals/ef/fb/d0/effbd096b4b52fd12d779eba7b3aa787.jpg

    T-1000

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1698860
    ChrisKongChrisKong
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    Sein Leben in meiner Gewalt

    Connerys Frühwerk – okay, Frühwerk stimmt ja so nicht, der Film entstand ja nach seinen wichtigsten Bondfilmen 1973 – hat bei mir noch viele Lücken. Mit dem Mediabook zu diesem Film, habe ich nun eine weitere Lücke geschlossen. Erst im Nachhinein war mir bewusst, dass der Film von Sidney Lumet ist, was aber sehr gut passt. Der Film ist ein klassisches Kind seiner Zeit. Die Polizisten sind desillusioniert, kaputt, das System ist keine Hilfe und die Betroffenen bleiben mit ihrer Last alleine. Es ist die Zeit der Zyniker. Und so gebärdet sich auch Connerys Figur schon in den ersten Minuten.
    Zu Beginn tendiert der Film auch stark in Richtung das Verhör (Original mit Lino Ventura, Ami-Remake mit Hackman und Freeman) oder vergleichbaren Filmen. Mit Folter soll die Wahrheit zu Tage gefördert werden. Dabei ist der Auslöser so grausam wie das, was folgt. Wie in einem Fieberwahn bricht die Gewalt – verbal und physisch – aus Connerys Figur heraus. Darunter leidet sein ganzes Umfeld, beispw. seine Frau.
    Irgendwann, nach ca. einem Drittel des Films beginnt der Film immer mehr auch das Innenleben des Polizisten mit desen Alltags-Realität zu vermischen und man weiss bald nicht mehr, wer hier eigentlich der Verbrecher ist. Connerys Seargant benimmt sich selbst wie ein Vergewaltiger. Hat die Nähe zum Verbrechen und dessen Bildern ihn selbst zu einem Monster werden lassen? Diese Frage steht bald im Raum und wird in Teilen auch beantwortet, lässt aber auch viel Interpretationsspielraum offen. Die Wahrheit ist längst eine andere, der Abgrund hat längst zurückgeblickt.
    Ich muss zugeben, bevor das MB rauskam, hab ich von dem Film nicht mal was gehört. Zu Unrecht, wie ich finde. Denn was Connery hier abliefert, abseits seiner eh schon absurden Leinwandpräsenz, ist wirklich erstklassig. Oft wird Connery halt nicht als Schauspieler mit nuancierter Darstellung wahrgenommen. Das liegt sicher auch daran, dass Schauspielerei oft an die Wandlungsfähigkeit gekoppelt wird. Und Connery ist und bleibt halt eher der autoritäre Machotyp. Innerhalb dieses Archetyps spielt er aber sehr gekonnt auf der Klaviatur des Ausdrucks. In dem einen Moment wirkt er total sympathisch, im anderen ist er das personifizierte Monster, das er zu jagen glaubt.
    Fans des 70er Jahre Kinos (Lumets Serpico entstand im selben Jahr) oder von Cop-Dramen wie Bad-Lieutnant (der mit Keitel) findet hier gutes Futter. Der Score ist in vielen Momenten sehr unangenehm wie der Film selbst. Aber bequem sein will er auch nicht.
    Mediabooks finde ich eigentlich das ideale Format für ältere Filme und Klassiker. Hoffe auf weitere Releases solcher Filme in würdiger Form. Vom Bild sollte man nicht allzu viele Sprünge erwarten. Und beim Bonusmaterial hat man leider auch nicht die Hauptverantwortlichen vor die Linse gekriegt, was aber auch verständlich ist.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1698859
    ChrisKongChrisKong
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    The Trial of the Chicago Seven

    Gerichtsfilme seh ich mir ganz gerne an. Oft finden sich da rhetorische Kabinettstückchen und verbale Duelle, die das Salz in der Gerichtssuppe sind. Da hier Aaron Sorkin fürs Writing verantwortlich zeichnet, waren meine Erwartungen in der Hinsicht natürlich unweigerlich da. Und ein mal mehr liefert er wieder ab. Die Dialoge sind aber natürlich nur ein Teil und wollen auch entsprechend vorgetragen werden. Aber auch da kann der Film glänzen und mit einem launig aufspielenden Ensemble punkten, allen voran Eddie Redmayne und Sacha Baron Cohen.
    Einige Momente des Films sind vermutlich sogar unterdramatisiert, k.A. ob das aus Glaubwürdigkeitsgründen geschah oder weil man das Publikum nicht mit zu viel Wahrheit schocken wollte. So wurde etwa Bobby Seale 3 Tage lang gefesselt und geknebelt in den Gerichtssaal gekarrt und nicht nur kurz, wie es die Sequenz vermittelt.
    Leider ist seine Geschichte dann am Ende auch gar nicht weiter thematisiert, würde aber eigentlich einen eigenen Film rechtfertigen.
    Das Thema des Films, juristische Willkür, wird aber sehr gut veranschaulicht, auch wie die einzelnen Teilnehmer in diesem Ökosystem ihre Prinzipien umsetzen. Etwa wird Redmaynes Figur zum Ende hin eher zum verantwortungslosen Gutmenschen entwickelt, der aus persönlichen Motiven Leute gefährdet, während Dauerschwätzer Abbie Hoffman (Cohen) eine entwaffnende Ehrlichkeit an den Tag legt und sich zum heimlichen Helden mausert.
    Weiter fand ich Frank Langella als gestörter Richter brillant. Sein enormes Charisma prädestiniert ihn sowieso für derlei Filme, bei denen sehr eigene Typen verlangt werden. Als Stellvertreter für den Zuschauer fungiert hier der Staatsanwalt, dargestellt von Gordon-Levitt, der sich in einem moralischen Dilemma befindet. Einerseits versteht er die Anliegen für die Demonstration, kann aber keinen Vandalismus und die Gewalt in dem Zusammenhang billigen.
    Fazit: Ich fühlte mich bestens unterhalten. Larry Flint – die nackte Wahrheit, Runaway Jury, das sind Filme, die ich ins gleiche Regalfach einsortieren würde. In all diesen Fällen wird der Gerichtssaal nicht für die Rechtssprechung sondern für die Politik beansprucht. So wird auch hier die Bühne bereitet für Grundrechte im Allgemeinen und wie diese eingeschränkt werden kann und was das für Konsequenzen hat. Wenns ein Netflix-Original ist – kann auch zugekauft sein – dann ist es sicher eins der lohnenswertesten.

    als Antwort auf: Demon Souls Forum #1698830
    ChrisKongChrisKong
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    Weniger offen? Demons Souls ist überhaupt kein Openworld Spiel, darum ist dieser Vergleich auch Quatsch. Es sind schlicht grössere für sich getrennte Areale. Könnte man durchaus eher mit dem letzten Last of Us vergleichen oder Uncharted Lost Odyssey.
    Grafisch hauts ordentlich rein, spielerisch könnte man es trotzdem als Rückschritt empfinden im Souls-Kontext, allein auf die Kämpfe bezogen.

    als Antwort auf: Vor kurzem angespielt / Welche Spiele spielt Ihr zur Zeit? #1698528
    ChrisKongChrisKong
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    Also ich bin jetzt schon ein wenig weiter wieder im Spiel. Ist aber tatsächlich so, wer gewisse Abläufe nicht einhält, kann NPCs dauerhaft verlieren. Und auch so behindert, einige der Invader tauchen nicht mehr auf, nachdem man einen Gebietsboss erledigt hat. So hab ich z.B. nun schon zwei NPCs verpasst und damit deren Loot. Alva mit dem Murakumo und Kirk. Wobei ersterer im DLC auch noch mal auftaucht. Trotzdem gibts da so viele Abhängigkeiten usw., da kommt kein normaler Mensch drauf. Je nach Build kann man sich da einiges verbauen. Von daher würde ich, wenn man sich festgelegt hat, durchaus einen Guid zu Rate ziehen, damit der Frustpegel tiefer bleibt. Der steigt auch so schon das ein oder andere Mal.
    Generell kann ich mich an der LEvel-Architektur kaum satt sehen, aber solche WTF Momente wie in Teil 1 gibts für mich bislang nicht. Ist einfach allzu sehr ein Best of der Reihe.
    Trotzdem gutes Gelingen.

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