ChrisKong
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ChrisKongTeilnehmerDas ist wirklich ein Rayman-Klon. Die Sequenzen find ich ehrlich gesagt furchtbar, gar nicht mein Fall.
ChrisKongTeilnehmerDer Spinnenkopf (Netflix)
Sci-Fi-Thriller kanns mMn nicht genug geben. Richtig gute sind aber leider eher selten. Oftmals muss man ganze Gesellschaften in einen kollektiven Gesamtzustand versetzen, damit eine wie auch immer geartete Akzeptanz glaubhaft vermittelt wird. Daran würde es schon in der Realität scheitern. Hier umgeht man das Problem der “neuen Heilsbringer-Technologie”, indem man auf einen Mikrokosmos einer Gefängnisstruktur setzt. Wobei es eigentlich genau das nicht sein will, ein Gefängnis.
Irgendwo auf einer Insel gibt es einen Wohnkomplex, direkt am Meer gebaut. Architektonisch orientiert man sich am Brutalismus, die Innenräume schreien dann zum Teil wieder Wohn-Katalog, wirken in diesem Sinne fast schon aseptisch. Nicht selten sieht man diese Kombi von High-Tech und Wohn-/Forschungskomplex im Grünen, so z.B. auch in Ex Machina. Leider bleibt es bei Instagram-Urlaubsbildern. Die Inszenierung schafft es zu keinem Zeitpunkt, eine unangenehme Atmosphäre entstehen zu lassen. Dazu trägt auch der kaum vorhandene Sound bei. So stellt sich keine Form der Anspannung ein, die diesem Film gut zu Gesicht gestanden hätte. Die erste Hälfte ist absolut spannungsfrei und langweilig erzählt. Als würde man einfach stoisch die Darsteller bei der Arbeit abfilmen. Mit der Kamera wird hier schlicht nicht gearbeitet. Irgendwie scheint das aber so eine generelle Krankheit bei Netflix-Filmen zu sein. Klar, experimentieren kostet Geld. Davon ist der Film weit entfernt.
Chris Hemsworth darf einen anfangs kumpelhaften Forschungsleiter spielen, der sich später als Inhaber der Firma entpuppt, die hier die Experimente veranlasst. Also beim besten Willen kann ich darin keinen Twist sehen, auch wenn das im Film so versucht wird zu verkaufen. Milles Teller spielt einen der Gefangenen, die sich freiwillig Stimulanzen verabreichen lassen, um bestimmte Verhaltensweisen zu triggern und zu verstärken. Die Dosierung erfolgt über einen kleinen Kasten, der sich am Rücken der Insassen befindet. Viel Spass beim Schlafen sag ich da nur. Und ja, die tragen diese Kästen permanent. Das ist aber nur der Auftakt für wiederholtes Kopfschütteln. Wirklich durchdachte Ideen hat der Film keine.
Die Probanden müssen vor jeder Dosis eine Einwilligung geben. Schön, aber wenn sie sich weigern, dürfen sie wieder in den Standard-Knast. Ahja, so kann mans auch Freiwilligkeit nennen. Einige der Teilnehmer sind Psychopathen, Mörder oder sonstwas. Warum die Forscher da auf ein friedliches Miteinander vertrauen, ist schlicht ein Rätsel, ebenso, warum Schwerstkriminelle überhaupt in den Genuss von Ferien-Aufenthalts-Privilegien kommen sollen. Aber gut, vieles, was das alles erklären könnte, würde Zeit und Geld kosten. Davon hat man auch hier offensichtlich nicht mehr allzu viel übrig gehabt nach Hemsworth und Tellers Gehalt.
Die Dosierung erfolgt über eine Handy-App. Das wirkte auf mich nicht futuristisch, sondern einfach unprofessionell, besonders wenn es später im Film zu einem Unfall kommt.
Wer nach der langweiligen ersten Hälfte meinte, nach dem Vorfall würde sich da was ändern, liegt nicht falsch. Allerdings nicht zum Guten. Aus langweilig wird einfach nur noch strunzdumm. Wir erfahren, dass sich der Forschungsleiter selber auch Dosen verabreicht und quasi süchtig nach seiner eigenen Medizin wird. Den eigentlichen Bestimmungszweck erfahren wir auch, er wird uns einfach so lustlos vor die Füsse geklatscht wie der Rest der Handlung.
Das, wobei sich Sci-Fi in der Regel auszeichnet, die Diskussion um gesellschaftliche Fragen in Wechselwirkung zu neuen Technologien, lässt man hier komplett versauern. Stattdessen pflanzt man noch eine kleine Love-Story rein. Falls sich wer noch an Invasion mit Daniel Craig und NIcole Kidman erinnert, dort wurde die Kontrolle über die Individualität der Menschen zumindest noch einigermassen im Subtext eingebaut. Diese Neuinterpretation vom Körperfresser-Stoff war jetzt auch nicht sonderlich originell oder erinnerungswürdig, aber verglichen hierzu ist das zumindest in Ansätzen das, was ich von Sci-Fi einfach erwarte.
Man spürt einfach, die Macher hatten eine Prämisse und wussten nichts damit anzufangen oder einen Erkenntnisgewinn anzustrengen geschweige denn eine Debatte. Am Ende entscheidet man sich einen banalen und restlos langweiligen Thriller draus zu machen, bei dem Hinten und Vorne nichts aufgeht.
Joseph Kosinski hat zuletzt mit Top Gun Maverick einen Hit abgeliefert, der mich rundum zufriedengestellt hat. Mit Sci-Fi kennt er sich auch aus (Oblivion, Tron Legacy). Hier meint man echt es mit dem Werk eines Filmstudenten zu tun zu haben. Wird hoffentlich ein einmaliger Ausrutscher bleiben. Ich kann mir echt nicht vorstellen, wie man mit dieser Arbeit zufrieden sein kann.
Nachdem ich nun wieder aus allerlei Sparten Netflix-Filme geschaut habe und gerade mal einer darunter war, den ich empfehlen könnte (Uncut Gems), werde ich in nächster Zeit wohl wieder eher mit den noch ganzen ungeschauten Filmen auf Scheibe vorlieb nehmen. Nein, Netflix-Filme kranken oft an ähnlichen Dingen. Ganz unabhängig vom Budget hat alles irgendwie diesen Direct-to-DVD Look garniert mit viel Künstlichkeit, statischer Kamera, Brechreiz-Schnitten, um das mit der Kamera zu kaschieren und flachen Charakteren, Geschichten die keiner Überprüfung hinsichtlich Konsistenz oder Sinnhaftigkeit standhalten. Es mangelt an Produzenten, die was vom Film verstehen, an Drehbuchautoren, die eine Geschichte sinnig erzählen können und mehr abliefern als nur eine Initial-Idee sowie Regisseuren, die sich mehr zutrauen als stur irgendwelche Setpieces abzufilmen. Auch vermeintlich gute Regisseure liefern dort keine Meisterwerke ab, bezw. reissens dort manchmal noch die Darsteller raus. Klar, ein schwacher Scorsese Film ist immer noch besser als vieles, was andere so fabrizieren. Aber the Irishman ist nicht in der Nähe seiner älteren Werke, auch wenn ich den Film mag. Mal sehen wo das noch hinführt.
Der Spinnenkopf ist ziemlich schnell wieder vergessen.
ChrisKongTeilnehmerChoose or Die (Netflix)
Irgendwie klang die Prämisse nach einem Videospiel, das in die Realität übergreift und seine Spieler terrorisiert ja verheissungsvoll. Zumindest hätte man daraus so viel machen können. Aber keine Angst, Netflix bleibt Netflix, auch wenn es sich das Horrormäntelchen umlegt, der eigentliche Horror ist hier die Umsetzung. Billig ist nur der Vorname. Nicht, dass das Budget bei einem Horrorfilm jetzt der grösste Faktor ist. Aber wenn die gefühlt drei Drehorte, eine Kneipe, eine Wohnung/Absteige und eine der vielen Lagerräume in L.A. sind, weiss auch der Zuschauer in der hintersten Reihe, was es geschlagen hat. Erstaunlich, dass man für diesen Schund sogar noch Eddie Marsan und Asa Butterfield gewinnen konnte. Die unsympathische Hauptdarstellerin können die beiden aber nicht egalisieren. Für Horror-Fans ist noch Robert Englund in stimmlicher Form beteiligt.
Trotzdem, dieser ganze Nonsens schreibt sich von einer Ecke in die nächste. Sogar die Prämisse wähl oder stirb, wird gleich in der ersten Szene ausgehebelt, ausser ich hätte in dem Geschrei nicht mitgekriegt, dass der Spieler (Eddie Marsan) sich für eine Option entscheidet. Statt zu sterben wählt das Spiel dann gleich mal selbst. Schliesslich gehts ja eh nur darum, eine Horrorszene zu triggern. Später kommt dann noch eine Riesenratte vor, für die man scheinbar kein Geld hatte, weswegen man sie auch nie sieht. Mit cleverem Suspense ala der weisse Hai hat das nichts zu tun. Die Videospielversion von the Ring ist und bleibt pointless, mixt wahllos Versatzstücke anderer Horrorfilme rein und hat als Höhepunkt einen Jumpscare auszuweisen. Das wars dann auch schon. Schade um die nette Idee, aber die fantasielose Umsetzung, das Liegenlassen von Meta-Kommentar-Möglichkeiten sowie die zum Teil peinlichen Darstellerleistungen qualifizieren den Film noch nicht mal für eine Einmalsichtung im angetrunkenen Zustand.
Entscheidet euch fürs Wegzappen, die andere Alternative wäre zu grauenhaft.
ChrisKongTeilnehmerIch müsste mich täuschen, aber das ist die erste Box, die damals von Kinowelt erschien, die ich auch zuhause habe. Probiers mal bei Medimops, die haben auch immer günstige Gebraucht-Filme.
https://www.medimops.de/produkte-C0/?searchparam=Rambo&pgNr=1
Hier ein Angebot von Ebay von der gesuchten Box:
ChrisKongTeilnehmer@Carot
Moon Knight wurde ja bei den Mini-Serien bei der Preissaison eingereicht. Da würde man eigentlich auch von einer Fortsetzung als Serie ausgehen. Wie das bei Mrs. Marvel ist und ob es da bestimmte Indikatoren gibt, weiss ich nicht. Deine Kritik hört sich übrigens wie eine Wiederholung der aktuellen Kritiken zu She-Hulk an, da wird zu viel in zu wenig Zeit erzählt.
Bei Mrs. Marvel ist mir das ehrlich wurscht, dass sie ihre Kräfte irgendwann mal schnell kontrollieren kann. Aber da die Serie sogar Jokes einbaut, wo mit Superkräften nicht einfach Körperkräfte steigen und dgl. da finde ich es einfach Murks, dass sie kämpft als wär sie bei den Navy Seals im Bootcamp gewesen und das dann auch noch gegen Gegner, die offenbar etwas davon verstehen. Überhastet ist da noch der Gipfel der Untertreibung. Disney lässt sich da ja nicht in die Karten blicken, ob und was sie genau hier machen. Sicher ist ja nur der Auftritt beim nächsten Captain Marvel Film.
ChrisKongTeilnehmerHier wird darüber geredet. Ja, scheinbar ist das nicht bei jeder Auflage so. Hast du die Blechbox? Die habe ich auch und dort soll das Problem quasi exklusiv sein. Gab ja auch ne Pappbox, die ich ebenfalls habe, aber einiges älter ist, falls diese gemeint sein sollte.
http://www.hifi-forum.de/viewthread-85-2547.html
Im Gespräch wird weiter unten dann noch ein Link in ein anderes Forum, wo das auch ausführlich diskutiert wurde. Sicher wurden dort Versionen verglichen.
5. September 2022 um 18:19 als Antwort auf: Was ist eigentlich mit Strictly Limited Games los?! #1747372
ChrisKongTeilnehmerTurrican und Darius HD/Dariusburst haben ja auch ein reguläres Release im Handel bekommen. Bei Turrican waren es dann aber nur 4 anstatt 6 Spiele(Super Turrican 2 & Turrican 3 fehlen) und bei Darius fehlt die sehr seltene Gameboys Version (Sagaia) und im Falle von Darius wurden sie halt einzeln released. Sie unterscheiden sich also schon von den SLG Versionen.
Also die gleiche Scheisse, wie die MGames bei der Monsterboy-Collection festgestellt hat. Zwei Spiele exklusiv auf der Collection von SLG. Die werden mir immer sympathischer… nicht.
Bezüglich Retro-Markt würde ich noch keine Prognose machen wollen. Denn mal abgesehen davon, dass es eh ein Sammlermarkt ist und die anders ticken, hat leider keiner eine Kristallkugel. Sammlermärkte sind anderen Trends unterworfen, da sich eher vermögende dort die Güter wegkaufen. Und der versnobte Sohn eines Anwalts hat auch während und nach der Krise noch genug Taschengeld, um sich Hagane für 2000 Euro zu kaufen oder dgl. Entscheidender ist, ob es noch im Trend ist. Die Sammelei wurde ja nur darum zum Breitensport, weil es auf tiefem Level einsteigerfreundlich ist, ähnlich wie Sneakers, Actionfiguren oder dgl. Da ist es eher die Frage, wann hat man zugeschlagen. Aber so schnell, wie sich das hochkocht, könnte das auch wieder vorbei sein. Ebenso der Premium-Retailmarkt. Da hilft eine treue und langjährige Fanbase sicher am meisten.
Was Limitierung angeht. Bin und war da nie ein Freund von. Aber ich brauche auch keine Premium-Editionen von Spielen. Aber auch von denen ich eine habe, da interessiert es mich null, obs die noch zwei Mio. mal gibt oder nicht. Hilft ja nur den Scalpern und wenn man was verpasst, ärgert man sich. Nein, die Pre-Orders, die offen sind, das ist schon eine Verbesserung, aber mit limitiert hat das tatsächlich nicht mehr wirklich viel zu tun. Nur eben, jeden Mist muss man auch nicht in einer solche Form rausbringen.
ChrisKongTeilnehmerCopenhagen Cowboy. Nie gehört, darum mal flux in den Trailer geklickt. Wirkt wie ein Musikvideo von der Ästhetik her. Zusammen mit der Musik ist es das im Grunde ja auch. Hoffentlich wird Refn nicht durch irgendwelche Netflix-Mechanismen korrumpiert, respk. so frei wie möglich davon agieren kann. Wäre mir als zugekaufte Show eindeutig lieber.
5. September 2022 um 12:14 als Antwort auf: Was ist eigentlich mit Strictly Limited Games los?! #1747358
ChrisKongTeilnehmerSchön merken immer mehr, wie Panne das System generell ist. Das ist ja nicht mal wirklich Luxus-Retailmarkt, denn im Grunde sind es halt einfach physische Releases von Spielen, die sonst niemand publishen wollte, weil zu sehr Nische und wenig kompatibel mit einem globalen Vertriebsnetz. Warenhäuser-Ketten haben daran kein Interesse.
Ich hatte die Lust ja auch bei Slaps and Beans verloren gehabt. Das war noch weit vor jeder Krise. Als es das Spiel dann auch bei anderen als Retail-Version gab, aber immer noch nichts geliefert wurde, war mir endgültig der Kragen geplatzt.
Dass das den Unternehmern am liebsten wäre, alles unternehmerische Risiko auf den Kunden abzuwälzen, ist mir durchaus klar. Man stelle sich mal vor, das Model hätten wir überall. Bezahle deine Brote Monate im Voraus, damit die ganze Lieferkette nach hinten schon bedient ist.
Und dann ist das mit dem Service, die Art und Weise, wie man solche Defizite zumindest erträglich macht. Ich zitiere einen Bekannten, Service-Wüste Deutschland. Das Beispiel mit Strictly, das hier genannt wurde, ist exemplarisch, kenne es nicht anders von anderen Labels, in dem Fall aus dem Filmbereich. Allen ist gemein, dass sie in Deutschland beheimatet sind. Ich glaube jetzt nicht, dass die alle mit Mails überrannt werden. Und wenn schon, tja Pech. Wozu gibts ne Kontaktadresse, wozu schreibt man bei Fragen soll man sich doch an so und so wenden? Hatte jetzt schon dreimal das Vergnügen mit verschiedenen Anbietern, nie kam eine Antwort, auch nicht über Umwege wie Facebook usw. Als zahlender und interessierter Kunde fühlt man sich da gelinde gesagt verarscht. Sollen sie ihren Scheiss halt behalten. Wenn ich da mit anderen Shops vergleiche, wie kulant da zum Teil Reklamationen und dgl. gehandhabt werden, ein Unding. Ich hoffe, die kriegen dafür einen Denkzettel verpasst.
Ein anderer Punkt ist schon länger auch die Auswahl der Spiele. Mittlerweile wird auch soviel Mittelmass auf Disc released, ich glaube, da ist die Gefahr gross, sich zu übernehmen.
LRG Spiele werden mittlerweile auch in regulären Shops in der Schweiz verkauft. Keine Ahnung, ob die einen Deal haben, so bessere Auslastungszahlen beim Hersteller haben, was auch immer. Erinnert mich ein wenig an die ehemals zavviexklusiven Steelbooks, die es dann genauso in div. Ländern ganz regulär gab und zavvi somit nur noch max. UK exklusiv war.
ChrisKongTeilnehmerKommt eine Bluray nicht in Frage, bezw. ein Schauen über Konsole, falls eine Bluray-Player fehlt? Da gabs mittlerweile mehrere Releases. Allerdings ist das wirklich zum Teil ein Faulheitsproblem aus alten Tagen. Für den ersten Teil betreibt man noch Aufwand, den Rest presst man lustlos auf die Disc oder lässt irgendwelche Praktikanten ran. So wars bei der ersten DVD Rocky-Box, bei der Planet der Affen Box etc. Ob eine Dynamikkompression abhilfe schaffen kann, weiss ich nicht. Wenn die Abmischung Mist ist, hilft das auch nur bedingt.
ChrisKongTeilnehmer@Tabby
Retro geht immer. ^^ Trotzdem interessante Auswahl. In der Kindheit liefen die Celentano Streifen auch nonstop. Insbesondere Bingo Bongo. Richtig Spass hat auch der grosse Bluff gemacht mit Anthony Quinn.
ChrisKongTeilnehmerUncut Gems (Netflix)
Da er schon länger auf der Watchlist lag und empfohlen wurde, Playstation angeschmissen und ab die Post. Ich hatte absolut keinen Plan, worum es da gehen sollte. Einzig, dass Sandler einen Diamantenhändler spielt, war mir bekannt. Ich war dann überrascht, dass es sich um eine A24 Produktion handelt. Das Studio ist sowas wie das Devolver der Filmwelt. Nach div. Filmperlen in der jüngsten Vergangenheit, lohnt sich da immer ein Blick, was als nächstes erscheint. Mir fällt auf Anhieb kein Studio ein, dass so viele interessante Filme in dieser hohen Schlagzahl raushaut. Und fast alles, was ich davon gesehen habe, hat mir getaugt.
Nun, wie viel von dieser DNA ist in Uncut Gems enthalten? Reichlich, würde ich sagen. Da ist die Kamera, die nah an den Charakteren bleibt und für die nötige Intimität sorgt. Die musikalische Untermalung, die den Tonfall des Films entscheidend mitgestaltet. Die Geschichte, die bis zum Schluss unberechenbar bleibt und sich dennoch organisch aus der Situation formt. Alles Zutaten, die man als Merkmale diesen Produktionen zuordnen möchte.
Die Nervosität und Hektik des Juweliers Howard Ratner überträgt sich ziemlich rasch auf den Zuschauer. Howard ist keine Person, die man lange aushält. Sein Leben ist eine Katastrophe und er schlittert von einer Schuld in die nächste, immer auf der Jagd nach dem nächsten Geschäft. Dabei bleibt so ziemlich alles auf der Strecke und die Chance, dass er aus diesem Kreislauf ausbrechen kann, sind gering. Sein Onkel, bei dem er tief in der Kreide steckt, hetzt ihm regelmässig seine Schläger auf den Hals. Wenn Howie mal Zeit mit seiner Familie verbringt, ist er permanent am Handy oder verfolgt Basketballspiele, auf die er gewettet hat. Warum er so ist, wie er ist? Keine Ahnung. Zu seinem Background erfährt man nicht viel. Der Film schmeisst die narrativen Brocken hin und fordert so das Publikum ein wenig heraus, sich dem Stoff eine andere Art anzunähern.
Dabei hat es fast schon etwas voyeuristisch Therapeutisches der Figur zuzuschauen, wie sie sich selber immer tiefer in die Scheisse reitet.
Wie ein roter Faden zieht sich auch das respektlose Verhalten gegenüber Mitmenschen durch den Alltag. Dabei ist Howie nicht der einzige, dem alle anderen scheissegal sind. Man wähnt sich immer am Puls der Eskalation und jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt. Streckenweise hat mich der Film stark an Polanskis Gott des Gemetzels erinnert oder das Ehedrama Revolutionary Road mit Kate Winslet und Leonardo diCaprio. Eine einzig sich verstärkende Negativspirale. Die Zuspitzung ist schon tief im Mindset der Figuren und wartet nur darauf, abgerufen zu werden.
Ich glaube die grosse Stärke des Films ist, dass er eine unangenehme Form der Authentizität perfekt rüberbringt und mit Elementen des Arthouse kombiniert. Der Opal als Edelstein und Objekt des Interesses ist clever gewählt und das Ende des Films führt diesen in einer Art und Weise mit dem Leben der Hauptfigur zusammen, die absolut sinnig scheint, wenn man darüber nachdenkt.
In einer Nebenrolle ist Kevin Garnett als er selbst dabei und parodiert hier sehr gekonnt den Habitus eines Superstars, der ausserhalb einer normalen Welt lebt.
Ein Film, der überrascht und zurecht positive Kritiken bekommen hat. Jedem wird er definitiv nicht gefallen, weil er die Hauptfigur nicht durch einen Erweckungsmoment nach dem anderen jagt und auch kein herzerweichendes Drama draus macht. Das Wort Milieustudie nehme ich nicht gerne in den Mund, weil der Edelsteinhandel hier nur den Rahmen bildet und nicht als solches darauf fokussiert wird. Sandler zeit hier eine seiner besten Leistungen. Ein sehr guter Supporting Cast unterstützt ihn dabei.
Wer eine weniger romantisierende Midlife-Crisis als American Beauty will, könnte hier vielleicht das passende Kontrastprogramm finden.
ChrisKongTeilnehmer@Carot
Ich fand die Reihe ab Yates immer schlimmer. Der Typ hat kein Timing und Gespür für Aufbau und Dramaturgie. Das Finale dann zu splitten hat sicher auch kaum geholfen. Da die Reihe ein Selbstläufer war, hat die fehlende Qualität in seiner Regie für das Studio keine Rolle gespielt. Bei den phantastischen Tierwesen merkt man das noch deutlicher, weil dort auch lauter schwache Darsteller grössere Rollen haben, die es so in der Hauptreihe nicht gab. Im Gegenteil, ich glaube die Hauptreihe ist eine der bestbesetztesten Reihen überhaupt gewesen. Alles britische Top-Darsteller bis in die kleinsten Nebenrollen.
Ich finde auch Teil 3 am besten und dann würde ich sagen 4. Die hätten da wirklich andere Regisseure weitermachen lassen sollen. Dumbledores Geheimnis werde ich sicher zeitnah schauen, in der Sammlung ist er ja eh schon.
ChrisKongTeilnehmerIch werde da die komplette Verfügbarkeit abwarten. Bislang höre ich auch bei denen, die recht positiv gestimmt sind heraus, dass sie bislang noch nicht richtig abgeholt werden. U.a. von Galadriels Rachestory. Bin immer noch gespannt, obs einfach ein grosser Blender ist oder zumindest viel Worldbuilding liefert.
Bin grad an Fargo Staffel 4 dran und die Serie ist einfach ein Brett. Tolle Performances, die ganze Inszenierung ist schon ein kleines Kunstwerk, macht einfach Spass und man muss mit allem rechnen.
ChrisKongTeilnehmerDas Problem soll bei MS mittlerweile bekannt sein und man würde daran arbeiten, es zu beheben. Wann genau, ist unklar. Die Priorität dürfte nicht allzu hoch sein.
Kommt mir irgendwie bekannt vor. Ein Schelm, wer Böses denkt. ^^
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