ChrisKong
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ChrisKongTeilnehmerEverything Everywhere All at Once
Er stand schon lange auf meiner Watchlist. Die Kritiken und die Resonanz der Zuschauer überschlugen sich förmlich zu diesem Film. Ich schätze mal, dass das auch damit zusammenhängt, dass originelles Kino einen höheren Stellenwert geniesst als das in anderen Jahrzehnten der Fall war. Von den Fortsetzungen gings nahtlos über in die Prequels, die Reboots, die Franchises und aktuell die Cinematic Universes. Sogar ein Roald Dahl Cinematic Universe war von Warner in Planung, was von Netflix’ Kauflust arg zerschlagen wurde.
Dass man erfolgreich auch gegen diesen Trend arbeiten kann, beweist das Studio A24 einmal mehr. Fast schon beängstigend, wie oft sie den Nerv in so vielen unterschiedlichen Genres treffen. Hier reicht es einmal mehr, um sich vom Kritikerliebling in den Stand des Everybodys Darling zu hieven. Mit neun Nominierungen bei den Oscars, darf man sich auch berechtigte Hoffnungen machen, nicht leer bei der Award-Show auszugehen.
Die Geschichte startet mit einer Steuererklärung. Evelyn (Michelle Yeoh) lebt die fast schon klischeehafte Variante ihres Ichs, die einen Waschsalon betreibt, sich aber in div. Richtungen entwickeln will. Ihr Vater Gong Gong (James Hong) ist auch in die USA gereist, der Ehemann Waymond (Ke Huy Quan) ist ein Waschlappen, der sich nie durchsetzen kann und es jedem recht machen möchte. Und die Tochter Joy (Stephanie Hsu) ist in einer homosexuellen Beziehung, was von der Mutter als Fehlentwicklung interpretiert wird. Dieses Bild wird auch durch ihr Elternhaus vermittelt worden sein. Sie ist zum Start ein ziemlicher Drachen aber nicht im positiven Sinn wie ein Hidden Dragon. Ihr Umfeld leidet spürbar darunter. Diese dysfunktionale Familie steht hier klar im Zentrum der Geschichte.
Unvermittelt tritt ihr Mann auf den Plan, aber nicht ihr richtiger, sondern eine Version von ihm aus einem anderen Universum. Die Idee des Multiversums wird schnell und schnörkellos etabliert. Die abgefahrene Situation erinnert ab da dezent an Bill & Ted oder auch John Dies at the End. Charaktere, die bisher ein beschauliches Leben führten, werden just in ein Abenteuer geschmissen.
Durch die Multiversums-Idee erleben wir praktisch jeden wichtigen Charakter in verschiedenen Rollen. Als Steuer-Beamtin darf Jamie Lee Curtis in urkomischen Varianten brillieren.
Dabei wird auch immer wieder anhand von Flashbacks gezeigt, wie es zu diesen Varianten kam, respk. welche Entscheidungen zu welcher Variation geführt hat und damit ein neues Universum eröffnet hat. Klingt nach Butterfly Effect. Und man bedient sich ähnlicher erzählerischer Kniffe, um die Spannung aufrecht zu erhalten und nicht in einen Beliebigkeits-Nexus abzudriften.
Im Hintergrund gibt es natürlich eine Bedrohung, eine die so gross ist, dass sie droht alle Universen zu zerstören. Und Evelyn könnte der Schlüssel zur Rettung sein.
Bei aller Abgefahrenheit und den vielen Ideen, bleibt es ein Stück weit ein intimes Familiendrama, das mit philosophischen Anregungen angereichert ist. Das funktioniert in weiten Teilen des Films auch sehr gut. Dabei steckt der Film auch voller Referenzen an andere Filme und Filmgenres. Martial Arts Movies von Jackie Chan haben genauso ihren Platz wie Kubricks Space Odyssey Opener. Das macht einfach Spass. Dass es nicht häufiger solche Filme gibt, liegt wohl schlicht daran, dass es vermutlich extrem anstrengend zu schreiben ist. Den Überblick kann man da ziemlich schnell verlieren. Dass man diese Leistung mit einem Preis belohnt, ist mehr als gerechtfertigt.
Und doch kann ich einen Kritikpunkt für mich nicht ganz ausblenden. Das Ende ist mir etwas zu sehr zerredet. Leider ist das bei div. Filmen immer wieder mal der Fall, dass sie sich zu wenig trauen, sich auf die Kraft der Bilder zu verlassen. Dabei liefert der Film genau diese. Einen gewissen kryptischen Anteil hätte auch das Abenteuer vertragen. Ich schätze es, wenn ein Film eben auch einen Teil der Fantasie des Zuschauers überlässt und nicht in seiner Gänze alles audiovisualisiert. Die grossen Sci-Fi-Werke des Kinos ähneln sich in dem Punkt und lassen die Magie der Bilder wirken.
Das ist natürlich Kritik auf sehr hohem Niveau und viele werden diesen Punkt auch nicht teilen. Für mich dennoch ein Grund, warum der Film es für mich nicht ganz zum Meisterwerk schafft. Ich kann mir aber vorstellen, dass weitere Sichtungen an der Rezeption durchaus was ändern. Entweder ich stelle fest, dass es gar nicht so durchdacht ist oder das Gegenteil tritt ein und ich sehe immer mehr Zusammenhänge und Details, die den Film in der Kategorie auf ein neues Level heben. Den Faktor der Anstrengung eliminiert es freilich natürlich nicht. Damit hatte Tenet übrigens auch zu kämpfen.
Den Mut muss man aber erst mal haben, eine Geschichte zu liefern, die nicht ganz so zugänglich ist. Im Kern versteht man schnell, worum es geht, aber die Feinheiten machen es eben aus. Wenn man einen Gedanken aus dem Film mitnehmen möchte, dann dass es jedem seine Entscheidung ist, ob er die beste Version seiner selbst sein will. Der Film huldigt dem Gestaltungswillen und das ist gerade in der heutigen Zeit, wo alles vorgekaut wird, eine Botschaft, die kaum dringlicher sein könnte.
Wenn man sich filmisch was gönnen möchte, sollte man immer wieder mal einen Blick in die Schatzkiste von A24 werfen.
Nicht unerwähnt lassen möchte ich, wie vorbildlich Anbieter Leonine mit dem Austausch der falsch gemasterten Disc umgegangen ist. Die wurde anstandslos ersetzt und über die Grenze versendet, was nicht selbstverständlich ist. Sollte jemand davon betroffen sein (die Erstversionen der 4K Disc), einfach anschreiben per Mail.
ChrisKongTeilnehmerWonder Woman 1984
Den Film hab ich wirklich auf die lange Bank geschoben. War irgendwie keine Absicht oder so. In der Zwischenzeit natürlich nicht darum herumgekommen, über den Film zu lesen, wenn auch nur oberflächlich. Er macht jetzt nichts speziell gut, aber ich fand ihn trotzdem sehr annehmbar. Gal Gadot ist und bleibt für mich eher ein Eisschrank, sprich warm werde ich mit ihr als Darstellerin nicht. Aber sie ist in meinen Augen jetzt auch kein schlechtes Casting-Beispiel. Ich finde die Figur der Wonder Woman nur generell nicht wirklich spannend. Dass wir eine weitere Episode ihrer Kindheit sehen, ändert daran nicht viel. Sie kriegt eine edukative Extrawurst und trägt damit den Nimbus des Elitären weiter auf sich.
Ihr Gegenpart wird von Pedro Pascal verkörpert, der einen klassischen Con-Man – Betrüger – spielt. Am Ende stilisiert er sich selbst zum TV-Prediger hoch. Leider krankt der Film an seiner Auflösung, die für mich einfach nicht funktioniert und unsagbar denkfaul daherkommt. Sogar in einer Utopie würde ich niemals glauben, dass mehr als die Hälfte ihre Wünsche zurückzieht. Und selbst, wenn sie das tun, das ist dann die Lösung? Hier hat man sich wirklich in eine Sackgasse geschrieben, aus der man nicht mehr vernünftig rausgekommen ist. Wirklich schade, denn in weiten Teilen funktioniert der Film durchaus und hält bei Laune. Pedro Pascal in der Rolle zu besetzen ist sicher ein guter Schachzug gewesen, galt es eben jemanden zu finden, der vom Weg abgekommen ist und nicht durch und durch böse ist. Wie er allerdings auf das Zauber-Relikt gekommen ist, erschliesst sich mir nicht wirklich. Aber da der Film auch nur so strotzt vor konstruierten Passagen, macht man sich darüber wohl auch kaum Gedanken.
Wonder Woman darf ein wenig mit ihrer Trauer kämpfen, aber am Ende habe ich nicht das Gefühl, dass sie einen wesentlichen Schritt in ihrer Entwicklung gemacht hat. Was übrigens eh absoluter Kappes vor dem Hintergrund wäre, da die Dame ja schon ziemlich lange auf der Welt ist. Die Flashback-Episode wirkt auch nicht in die eigentliche Geschichte integriert, eher scheint es so, als wären die Macher auch nicht grad begeistert von der Charakterisierung gewesen und hätten was ergänzen wollen. Und so folgt der Film eher einem beliebigen Progress, der so oder auch anders ausgehen könnte. Am Ende ist man irgendwie wieder beim Anfangsstatus.
Man macht aus der Prämisse wenig bis gar nichts. In the Dark Knight Rises, wurde die Gesellschaft als Gesamtes getestet. Das hatte durchaus eine philosphische Komponente, die ausgespielt wurde. Ähnlich war es in the Batman. Hier hingegen bleibt man mit der Verführung in der Luft hängen. Ein paar gute Beispiele, eine moralische Zwickmühle oder dgl. hätte hier Abhilfe geschaffen. Aber die gibt es nicht. Dabei wäre das jetzt auch nicht so abwegig gewesen zu implementieren.
Am Ende sortiert er sich klar hinter dem Vorgänger ein, obschon dieser sehr konventionell geraten ist und ich hier mehr Originalität sehe. Aber die fehlende Konsequenz läst dieses Strohfeuer nur kurz gewähren.
Next up wäre Black Adam.
ChrisKongTeilnehmerPiggy
Wieder ein klassischer Fall von, jemand hat das Cover gesehen und sich dann einen Klappentext ausgedacht, der nicht so recht zum Inhalt passen will. Sara, die von ihren Mitschülerinnen als Piggy betitelt wird und sich auch im Netz mit Mobbing konfrontiert sieht, ist hier das Opfer in gleich mehrfacher Hinsicht. Und nein, ein Revenge-Thriller wird daraus nicht gemacht. Mehr oder weniger zufällig wird sie Zeuge, wie ein gestörter Killer ihre Mitschülerinnen entführt. Der Polizei aber erzählt sie nicht die ganze Wahrheit. Allerdings scheint es eher so, dass sie völlig verängstigt ist und das nicht in böser Absicht macht. In den Augen ihrer Mutter macht sie grundsätzlich alles falsch. Ihr kleiner Bruder ist auch keine Hilfe. Einzig ihr Vater begegnet ihr mit einer gewissen Empathie.
Der Film hat durchaus ein paar gelungene Momente, wenn sich das Geschehen auf Sara konzentriert und ihre Gefühlslage. Die Dialoge hingegen sind zum Teil misslungen oder wurden vielleicht aus dem Spanischen nicht gut genug übersetzt. Die Kameraarbeit ist ganz ordentlich, aber auf ein TV-Format zu setzen, nervt eigentlich nur, da man mit schwarzen Balken links und rechts keinen Schönheitswettbewerb gewinnt. Der Fokus erhöht sich auch nicht massgeblich, es sieht einfach nur nach fehlendem Bildinhalt aus.
Der Killer und auch fast alle Figuren von abseits von Sara und ihrer Mutter sind reichlich tumb dargestellt. Der Horrorfaktor hält sich in Grenzen und beschränkt sich im Wesentlichen auf das Finale. Die Ekel-Keule wird kräftig geschwungen, ist aber noch vergleichsweise erträglich. In der Hauptsache wird hier plakatives Fatshaming betrieben oder besser auf die Spitze getrieben. Laura Galan als Sara wird hier wahrlich nicht geschont. Gegen Ende darf sie sich zumindest ein wenig emanzipieren, aber das passiert so hauruckartig, dass das weinerliche Gehabe davor irgendwie unpassend wirkt.
Dem Film hätte eine Extraportion Subtilität gut zu Gesicht gestanden. Die fiesen Mitschülerinnen sind mir da zu sehr nach 80er Reissbrettschema geraten. Einen Klassiker wie bei de Palmas Carrie erhalten wir hier aber nicht. Trotzdem ein interessanter Film, der sein Thema durchaus ernst nimmt, in der Ausführung aber zu sehr versucht Charakterdrama mit Exploitation zu kombinieren, sodass nicht ein wirklich runder Gesamteindruck entsteht. Der Film basiert übrigens auf dem gleichnamigen Kurzfilm der Regisseurin, die auch auf die gleichen Darsteller zurückgreift.11. März 2023 um 10:06 als Antwort auf: Vor kurzem angespielt / Welche Spiele spielt Ihr zur Zeit? #1758925
ChrisKongTeilnehmerDas Sounddesign von Hogwarts Legacy ist zum Teil recht merkwürdig. Wenn sich die Figur bewegt und ständig so dumpfe Geräusche dabei rumkommen, hat man das Gefühl man steuere einen Kleinwagen durch die Gegend. Der Score selbst klingt sehr filmisch. Wenn man das Klavier betätigt, kann man verschiedene Stücke hören, leider werden die dann trotzdem vom Score überlagert, was auch ein wenig aufn Senkel geht.
ChrisKongTeilnehmerVielleicht wird direkt ein neuronaler Chip in den Kopf implantiert per Spritze wie in Total Recall, dann können sie den Nachfolger auch Stitch nennen. Probleme wirds dann mit der Zeichentrickabteilung von Disney geben.
ChrisKongTeilnehmerOb Nintendo wieder in dieser Zwickmühle sein wird, dass die Konsumenten klar einen Nachfolger erkennen müssen, sich aber nicht zu weit vom Erfolgsvorgänger distanzieren sollen?
Theoretisch hätte Nintendo auch jede zweite Gen fast auslassen können. Die zeitlosen Spiele machen ihre Gens im Grunde halt sehr langlebig.
ChrisKongTeilnehmerBlack Panther 2 Wakanda Forever
Mit diesem Film schliesst Marvel Phase 4 ab. Wobei diese Unterteilung in Phasen mMn Humbug ist, denn es geht ja sowieso nahtlos weiter. Das könnte der letzte oder auch erste Film sein, es spielt keine Rolle. Was für mich hingegen eine Rolle spielt, ob mich der Film über die stolze Laufzeit von 2h41Min wird unterhalten können. Und zu meiner persönlichen Überraschung fand ich keinerlei Längen, die mich jetzt gestört hätten. Und damit hat er in einem sehr wichtigen Kriterium bestanden, dem Unterhaltungswert.
Sehr mutig auch, man verzichtet im Grunde auf irgendwelche Cameos. Und von anderen Marvel-Helden fehlt weit und breit jede Spur. Inuniverse wird das mit der Geheimhaltung erklärbar gemacht.
Der Cast und die Figuren sind natürlich das Salz in der Suppe. Da fand ich die Anteile zum Teil etwas unausgewogen. Liegt aber auch daran, dass ich mit Shuri nix anfangen kann und ihrem geistigen Zwilling Riri Williams aka Ironheart ebenfalls eher wenig. Nakia kommt eindeutig zu kurz. Lupita Nyong’o hat in ihrem kleinen Finger vermutlich mehr Schauspieltalent als Wright und Thorne zusammen. Angela Bassett ist für mich über jeden Zweifel erhaben aber der Showstealer bleibt Danai Guriras Okoye. Sie ist der wahre Black Panther. Und die Kampfszenen mit ihr sind auch die besten im Film.
Die Männer haben da etwas das Nachsehen. Martin Freeman gibt wieder seinen Einstand als leicht überforderter Agent. Viel zu tun kriegt er nicht. Von den Männern in Wakanda darf einzig Winston Duke als M’Baku ein paar Akzente setzen. Für beide gilt, dass sie hier klar das schwächere Geschlecht repräsentieren.
Auf der Gegnerseite kriegt es Wakanda mit Namor zu tun. Seine Originstory wird kurz angerissen, aber die fand ich ehrlich gesagt schlicht zu absurd, wie auch die kleinen Flügelchen an seinen Fersen. Leider, und das ist das grosse Problem dieses Films, ist alles rund um seine Motivation und Geschichte ein einziges missratenes Konstrukt. Als Kenner der Comics wird man vielleicht schlau draus, als Nichtkenner erschliesst sich mir da vieles nicht. Warum sind die Talokaner resistent gegen Verwundungen? Einige sind blau, andere nicht. Dass es was mit dem Kraut zu tun hat, leuchtet ein. Aber warum kann Namor fliegen? Er ist ja der Sohn einer Menschenfrau und eines ja was genau? Ein Blick ins Wiki zeigt, dass er der Sohn eines Seefahrers ist und einer atlantischen Prinzessin. Klingt nach Aquaman. Auf jeden Fall ist er superspeziell. Und seine Gefährlichkeit wird auch gleich demonstriert. Wobei dann die Frage sich aufdrängt, wie das Reich sich so lange verstecken konnte. In der Marvel-Welt leider total unglaubwürdig angesichts des ganzen Dichtestress mit Defiants usw. Und nun soll, um das Geheimnis zu wahren, eine Wissenschaftlerin geopfert werden, ansonsten gibt es Krieg. Klingt ja auch absolut logisch, dass ein gottgleiches Wesen, das alle wakandischen Hochsicherheitsmassnahmen unterlaufen kann, nicht selbst in der Lage ist, die Wissenschaftlerin aufzuspüren. Man hätte ja mal jemanden der Schiffscrew fragen können, anstatt alle zu exekutieren. Generell haben wirs mit vielen Plotkonstrukten zu tun, die aus Gründen der Dramaturgie drin sind und nicht weil sie organisch ins Gesamtgefüge passen.
Humor. Der Film ist wegen Bosemans Tod und seiner Thematisierung im Film natürlich etwas schwermütig geraten. Die Auflockerungen wirken aber jedes Mal so deplatziert, man hätte auf sie verzichten sollen. Denn guter Humor ist es nicht. Eher peinlich eingeschobene Sketchnummern. Man hätte den Fokus mMn sogar noch mehr auf den Thriller-Aspekt wie in Cap. America 2 seetzen sollen. Gerade wenn es um die Handhabe mit dem Thema Ressourcenabbau geht. Bezeichnend, dass die USA und Franzosen die Bösen hier sind, aber Asien gleich komplett weggespart wird. Da will man garantiert kein Releaseland verärgern.
Die Musik ist ein Auf und Ab. Hin und wieder gibts elektronische Elemente, die an Daft Punk erinnern. Grossartig, aber wirklich passend? Nicht so wirklich. So richtig abgenervt hat mich aber wirklich das ganze seichte Popgedudel. Mir reicht es schon diesen Mist täglich im Radio hören zu müssen, warum man den Film damit auch noch zumüllen muss, who knows? Hier hätte eindeutig mehr afrikanische Musik, Musikinstrumente und -sprache verwenden sollen. Ich will dann auch keine afrikanischen Bands, die nur in englisch performen. Definitiv eine verpasste Chance.
Wesentliche Teile der Handlung drehen sich um T’Challas Tod und wie die Hinterbliebenen mit dem Verlust umgehen. Das ist reichlich unverkrampft zustande gebracht worden, was sicher eine Leistung ist. Würdiger hätte man das kaum gestalten können.Fazit: Ich fand den Film recht gut getaktet, mir war keine Minute langweilig. Die Handlung war interessant und im Gegensatz zur oft geäusserten Kritik bezüglich Ironheart, fand ich ihre Geschichte jetzt nicht krampfhaft integriert. Mir ist da schon lieber, ich weiss was über ihren Hintergrund, als wenn das einfach ein gesichtsloser McGuffin ist. Glaubhaft ist das Ganze aber wirklich nicht. Ich hätte gerne mehr geopolitische Machtkämpfe gesehen. Namor hat zwar Charisma, aber seine Motivationslage wirkt erzwungen. Die Geschichte wirkt ein wenig abgenabelt vom Rest der Welt. Bei einer globalen Bedrohung erwarte ich anderes. Die Auflösung gibt ein Versprechen an die Zukunft ab.
Die Gegnerschaft ist einerseits übermächtig, andererseits gibts Deus ex Machina. Das macht die Gefahrenlage halt wieder obsolet. Respk. ich als Zuschauer erkenne da keine wirklich plausiblen Zusammenhänge, beispw. der Angriff von Nakia der tödlich ist. Auf der ideologischen Front wird es generell heikel mit Wakandas Staatsform und Oneliner wie Wakanda über alles bedienen gefährliche Vergleiche, die man besser nicht zu stark hinterfragen soll.
Innerhalb von Phase 4 sicher einer der besseren MCU Filme.5. März 2023 um 17:14 als Antwort auf: Vor kurzem angespielt / Welche Spiele spielt Ihr zur Zeit? #1758681
ChrisKongTeilnehmerHogwarts Legacy
Avatar gebastelt, Slytherin angeschlossen und ein wenig mit der Kampfmechanik vertraut gemacht. Geht alles recht gut von der Hand, allerdings erschliesst sich mir noch nicht ganz die Logik mit den Zaubersprüchen, Schnellwahl, Setwahl usw. Laune macht das Ganze aber durchaus. Hoffentlich nicht mit zu viel unnützem Krimskrams überladen.
ChrisKongTeilnehmerThe Mandalorian Staffel 3 Episode 1
Der Start wartet gleich mit einem Pseudo-Flashback auf. Zumindest könnte man sich den Initiationsritus von Din genauso vorstellen. Ich glaube man spielte bewusst damit, um während der Überraschung gleich noch eine zweite zu haben. Dabei sieht der Auftakt schon sehr wertig aus. Da ging sehr viel Budget drauf.
Dem Schema bleibt man sich treu. Der Mando will irgendwo hin, benötigt aber wieder mal ein Ersatzteil, sonst gibts keinen Fortschritt in der Mission. Das bestätigt wieder ein wenig die Befürchtung, dass Favreau wenig anderes einfällt, um die Handlung voranzutreiben. Er bemüht jetzt auch keine Parallelhandlungen, sondern wir bleiben immer an der Seite vom Mando und natürlich Grogu. Der Konflikt mit den Piraten läuft recht vorhersehbar ab, das könnte direkt aus den 80ern stammen.
Mindestens drei Szenen referenzieren Kinovorbilder. Das Wiedersehen mit Greef und in seiner neuen Funktion, erinnert nicht von ungefähr an Han und Lando auf Bespin. Natürlich tummeln sich auch allerlei bekannte Aliens auf den Strassen. Das Set ist überschaubar, aber die Kameraarbeit holt sehr viel heraus. Hier merkt man sehr deutlich den Unterschied zu etwa Obi Wan, wo das nicht der Fall war.
Dann haben wir natürlich noch den Droiden, der Infos hat und reaktiviert wird. Bishop aus Alien3 lässt grüssen. Was dann auch in der nächsten Referenz mündet, wenn der IG-Torso wie ein Terminator seinem Opfer nachstellt.
Später gehts wieder weiter und wir kriegen abermals einen Szenenwechsel. Ich glaube mehr in einer Episode gabs beim Mando bislang nicht. Damit ist es definitiv eine der abwechslungsreichsten Episoden, obwohl im Grunde keine weltbewegenden Scharmützel passieren. Katee Sackhoff hat sichtlich Spass an ihrer Rolle und der einzig wahre Creed/Greef tut es ihr gleich.
Was mir aufgefallen ist, einige Bewegungen von Grogu sind nicht so ganz rund. Ansonsten sieht man vieles, das hochwertig produziert wird und sich vor Kinofilmen nicht verstecken braucht. Der Regisseur weiss definitiv, wie man in Szene setzt.
Fazit: Gelungener Auftakt mit viel Kurzweil, das erzählerische Grundgerüst gehört mal überholt, aber das hab ich die zwei Staffeln davor schon gesagt. Favreau soll als Showrunner auch anderen die Gelegenheit geben, Inputs zu liefern. Score kann wie immer überzeugen. Man verwendet die Themes von Göranssen sehr oft, aber hier ist es abermals jemand anderes, der ihn komponiert hat.
Was auch richtig beeindruckend in den Closeups aussah, waren die Masken der Piraten. Nächste Folge kann kommen.
ChrisKongTeilnehmerWäre auch mein Tipp, die Konsole umstellen. War das nicht schon auf dem Cube so, bei englisch eingestellter Konsole gabs Blut bei Resi 3 und sonst eben nicht. Diese Region-Codes sind der überholteste Shice, dens gibt.
ChrisKongTeilnehmerDark Glasses
Dario Argento ist Horror-Fans ein Begriff. Er verantwortete sogar einen Cut für Dawn of the Dead, der bei manchen Horrorfans höher im Kurs steht als Romeros Version. Er war auch ansonsten stark in den Film involviert. Vor Dark Glasses war er ganze zehn Jahre nicht mehr als Regisseur aktiv. Dass er ein Auge für Inszenierung hat, merkt man gleich zu Beginn. Bild und Ton ergeben eine nervöse Symbiose, die sich auf den Zuschauer überträgt. Es ist aber schon hart an der Grenze der Übertreibung. Wüsste man es nicht besser, würde man den Film in den 70ern verorten. Handys spielen eine Rolle und katapultieren die Zuschauerschaft wieder in die richtige Zeit.
Trotz der Stilistik, die mir sehr zusagt, hab ich mich im letzten Drittel schwer mit dem Film getan. Die fast schon absurde Unglaubwürdigkeit der Handlung und der handelnden Personen kann ich irgendwo noch schlucken. Die Polizei agiert reichlich dumm, Behörden scheinen auch einfach grad so durch die Handlung zu stolpern, wie es ihnen beliebt und auch sonst gibts immer wieder ganze Passagen, die man besser nicht hinterfragt.
Leider sind da auch so Sachen dabei wie ein Hund der sich einfach von alleine aus einem Käfig befreit, einfach weil es in die aktuelle Situation passt oder die Protagonistin wird kurz von Seeschlangen attackiert und solchen Kappes gibts zuhauf. Das ist wirklich hart an der Grenze zum Trash. Also wer unfreiwilligen Humor daraus ziehen kann, für den ist das sicher eine Empfehlung.
Was mich wirklich gestört hat – und ich kann mir gut vorstellen, dass das vielen so gehen könnte – ist das ganze Geplärre der Hauptfigur im letzten Drittel. Dieses wehleidige Gejammer die ganze Zeit nervt irgendwann nur noch. Insbesondere ist es auch so unsinnig in einer solchen Lautstärke mit Jammerton zu sagen, dass man sich verstecken soll. Eine Sirene wäre unauffälliger. Und kaum ist man versteckt, agiert man im gleichen Stil weiter. Ich weiss nicht, was Argento da geritten hat. Leider macht mir dieser Abtörner den Film isch Schlussgang wirklich kaputt. Gelungene Shots, ein auf Spannung getrimmtes Sounddesign mit einem wirklich guten Score retten den Film ein wenig. Die Darsteller machen ihre Sache auch nicht verkehrt und ein paar originelle Einfälle hat der Film auch.
Kurz zur Handlung. Diana, die als Prostituierte arbeitet wird Opfer eines Serienkillers, der Prostituierten auflauert und sie gnadenlos tötet auf verschiedene Arten. Von einer Attacke trägt sie schwerwiegende Verletzungen davon, die eine Blindheit verursachen. Dabei werden bei dieser Attacke auch die Eltern des jungen Chin schwer verletzt. Dieser ist fortan auf sich allein gestellt. Er flieht dann aus seiner temporären Bleibe in die Arme von Diana, die sich selbst die Schuld gibt, was mit Chin passiert ist. Irgendwo lauert aber immer noch der Serienkiller. Unterstützung erfährt Diana von Rita, gespielt von Argentos Tochter Asia. Die Polizei ist machtlos oder dumm oder beides.
Erfrischend, der Film hat keine überlange Laufzeit, kann seine Handlung aber gut in der angemessenen Art und Weise erzählen. Die Arbeit der Prostituierten wird hier fast schon ein wenig romantisiert. Das könnte der eine oder andere Zuschauer als heikel empfinden. Tendenziell ist bei Argento aber das Zelebrieren der Weiblichkeit und des weiblichen Körpers im Speziellen in irgendeiner Form immer mit drin.
Wer dem Giallo-Genre nicht abgeneigt ist, kriegt hier einen aktuellen Vertreter. Aber sicher nicht den besten. Die lange Pause scheint Argento nicht wirklich bekommen zu sein. Viele Dinge hätte man mit Leichtigkeit vermeiden können. Das Mediabook enthält ein informatives Booklet und gefällt mir auch von der Gestaltung her.
ChrisKongTeilnehmerThe Last of Us Episode 2 (HBO)
Wieder startet man mit einem tollen Intro, dass uns das Weltgeschehen aus einem anderen Blickwinkel zeigt. Ich hoffe, dass auf diese in irgendeiner Form nochmals zurückgegriffen wird und nicht bloss drangeheftete Wiki-Einträge sind. Zumindest wird eine Erklärung für die zerstörten Städte geliefert. Die Sets gefallen auch hier wieder und sind sehr nah an der Vorlage. Allerdings weiss ich nicht, ob das Tempo, mit dem hier durchgerusht wird, den ungeduldigen Videospielern geschuldet ist. Anstatt die Szenerie ein wenig auszukosten, geht der Fortschritt hier gefühlt doppelt so schnell voran wie im Spiel. Ich hätte mir schon für den Auftakt etwas mehr Entschleunigung gewünscht. Denn so richtig packt mich auch hier das dramatische Ereignis nicht so ganz, wie es im Spiel der Fall ist. Warum nicht etwas mehr Nähe zwischen den Figuren zulassen? Ein kleiner Dialog und etwas mehr als angestrengte Blicke darfs dann schon sein. Zwischen Tess und Ellie findet mir zu wenig Interaktion statt. Es wird wirklich fast schon videospielartig durchs Level geschritten. Gerade da würde sowas wie das Intro oder ein Szenenwechsel die Geschichte ein wenig auflockern. Die Geschichte ist mir da häufig einfach zu mechanisch im Ablauf.
Zum ersten Mal treten die Clicker auf den Plan. Vom Sound her sind die sehr überzeugend geraten. Bei den Masken hätte ich mir allerdings etwas mehr Aufwand gewünscht. Zu klar grenzt sich hier auch der Einsatz von CGI von der Maske ab. Etwa wenn die Sporen aus dem Mund sich bewegen. Die Masken sehen irgendwie eher nach billigen Latex-Dingern aus, weniger wie ein lebender Organismus.
Joel ist ähnlich wie im Spiel noch weit weg davon, aufgetaut zu sein. Das passt schon. Allerdings fehlt es mir da auch an etwas mehr Kontext zu seiner Beziehung mit Tess.
Das Alles macht die Episode gut und grundsolide, aber die grosse Euphorie stellt sich bei mir noch nicht ein. Da erwarte ich unter dem Label HBO doch noch etwas mehr Finesse und weniger Vorlagentreue. Mit dem Intro hoffte ich, dass man diesem Umstand Rechnung trägt und das Spiel sinnvoll erweitert. Aber da wir dieses Zubrot abseits der Haupthandlung geniessen dürfen und es in der ersten Episode in einer anderen Zeit und in der zweiten an einem gänzlich anderen Ort spielt, hege ich Zweifel, ob dabei mehr rumkommt als der bisherige Beitrag, Umstände in der Welt zu erklären. Witzigerweise hat man das im zweiten Teil des Spiels mit den zwei Perspektiven auch geschickt vom Erzählschema her gebrochen. Gut, der zweite Teil hat das als essenziellen Bestandteil auch zwingend vorausgesetzt. Nur warum lernen wir hier noch nichts über andere Fraktionen und dgl.? An Möglichkeiten sollte es ja nicht mangeln.
Der DLC des ersten Teils wird hier schon angedeutet. Da sich Ellie da aber recht kleinlaut gibt, hoffe ich, dass wir das in irgendeiner Form als Flashback zu sehen kriegen. Für den Charakter ist dieses Erlebnis ja sehr wichtig. Und da wir im ersten Spiel so ziemlich durch alle Jahreszeiten reisen, dehnt sich die erste Staffel wohl sowieso über einen grösseren Zeitraum. Das sollte denn auch genügend Platz bieten, um die Charaktere zu vertiefen. Da Druckmann beteiligt ist, erhoffe ich mir auch eine deutlichere Verzahnung zum zweiten Teil. Das kann auch recht subtil sein. Eine zweite Staffel wurde auch schon bestätigt. Angesichts der Zuschauerzahlen dürfte das kaum wen verwundern. Ich hoffen nur, man schränkt sich deswegen nicht ein, den erzählerischen Bogen ein wenig mehr zu öffnen.
ChrisKongTeilnehmerDie erste Folge von Swagger auf Apple TV gesehen. Geht um einen B-Baller der Talent hat aber auch ein grosses Ego. Leider ist das Thema Basketball hier wieder auf eine Highlight-Ego-Show reduziert und die Dramaturgie des Spiels scheint man auch nicht recht zu verstehen. Hustle von und mit Adam Sandler ist da klar besser in diesem Aspekt. Da merkt man auch, dass Sandler von dem Sport Ahnung hat. Die Macher hier haben die scheinbar nicht. Mal schauen. Bleibt es in der zweiten Folge auf diesem NIveau, werde ich nicht weiterschauen, immerhin zehn Episoden.
ChrisKongTeilnehmerSlow Horses Staffel 2 (Apple TV)
Ich hätte nicht gedacht, dass die zweite Staffel sich gross steigern würde. Tatsächlich hat mir die sogar noch besser gefallen. Man spielt auch immer wieder mit der Erwartungshaltung hinsichtlich des Schicksals der Figuren. Wir haben einen designierten Actionhelden, der partout fernab der Action agiert, während seine Kollegen immer wieder unfreiwillig in brenzlige Situationen reinstolpern. Übermenschen gibt es hier schlicht nicht. Man muss sich das ein wenig wie Tinker, Taylor, Soldier, Spy vorstellen mit mehr menschlichen Schwächen. Die Dialoge sind nach wie vor ein Genuss. Hochgeschraubt hat man die Dramatik. Besonders das Finale, das sich auf mehreren Ebenen abspielt, ist absolut gelungen. Spannender hätte man das nicht umsetzen können. Jackson Lamb darf sich einmal mehr mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen und was da alles hochkommt sind nicht nur seine Verdauungsgase. Der Kalte Krieg ist auf einmal nicht mehr so kalt, wie die britische Regierung das vermutet. Es wird mit einem potenziellen russischen Regierungschef angebandelt, dabei spielt die Aktualität der Serie sogar in die Hände.
Freuen darf man sich auch auf neue Gastdarsteller, die souverän ins Ensemble integriert werden. Das ist denn auch eine der grossen Stärken dieser britischen Serien. Wenn Darsteller aussteigen, ist guter Ersatz sofort zur Stelle. Denn eins ist auch hier gewiss, dass man nicht darauf vertrauen sollte, dass es alle Figuren bis zum Ende schaffen.
Sogar ein Taxifahrer darf hier mehr Persönlichkeit haben, als so mancher Hauptdarsteller einer anderen Show.
Nach der letzten Folge läuft eine Vorschau zur dritten Season. Das fand ich ehrlich gesagt etwas nervig, da man schon recht viel wieder sieht. Wenn mein Gratis-Abo ausgelaufen ist und ich warte, bis es ein paar neuere Staffeln div. Serien gibt, dann ist Slow Horses mit Sicherheit eine der ersten, die ich schauen werde. Würde sie zu meinen drei Lieblingsshows auf Apple TV zählen. Darum hoffe ich auch, dass nach der dritten Staffel noch nicht Schluss ist. Mir gefällt sie auch besser als die Konkurrenz in Form von Sherlock und Luther.
ChrisKongTeilnehmerBlack Bird (Apple TV)
Ich ging da von einem fiktionalen Ding aus, aber tatsächlich basiert die Geschichte auf wahren Begebenheiten. Rückwirkend auch logisch, Amerika ist ja nun nicht grad arm an Serienkillern. Hier wird ähnlich wie in True Crime Shows ein Fall von verschiedenen Seiten aufgerollt. Auf der einen Seiten haben wir einen Ermittler, gespielt von Greg Kinnear, der sich mit Zuständigkeiten und dgl. rumschlagen darf und ein wenig darunter leidet, dass das Umfeld der davor mit dem Fall betrauten Behörden fahrlässig mit Aussagen, Beweisen usw. umgegangen ist. Eine Ermittlerin von einer anderen Behörde und ein Staatsanwalt haben einen Verdächtigen, der Gefahr läuft, wegen Beweismangels wieder freizukommen. Ein Teil der Geschichte spielt dabei auf einer anderen Zeitebene. Dazu kommen auch noch Rückblenden dazu, was die Geschichte sehr abwechslungsreich erzählt macht.
Um den mutmasslichen Täter zu überführen, braucht es dringend die Standorte der Opfer. Diese wurden irgendwo vergraben und ohne die Kenntnisse des Täters sind diese nicht zu finden. Gleichzeitig würden die Kenntnisse dessen Schuld beweisen. Die Idee der Ermittlerin und des Staatsanwalts, ein anderer Straftäter wird in die psychiatrische Haftanstalt eingeschleust und soll sich mit dem Täter anfreunden. Dumm nur, dass die entsprechende Anstalt die Hölle auf Erden ist und ein Überleben dort wenig wahrscheinlich ist auf lange Sicht. Sprich, wer nicht wirklich verzweifelt ist, meldet sich nicht für das Himmelfahrtskommando.
Da tritt Jimmy (Taron Egerton) auf den Plan, der seinerseits wegen Waffenbesitzes und Drogenhandel eine mehrjährige Haftstrafe trotz Geständnis und Kooperation aufgebrummt bekommt. Weil sein Vater (letzter Auftritt von Ray Liotta, der gewissermassen auch verabschiedet wird) nach einem Schlaganfall gesundheitlich regelrecht eingeht und mit der Inhaftierung seines Sohnes nicht klarkommt, lässt er sich zu dieser Aktion überreden, die ihm bei Erfolg sofortige Entlassung garantiert. Dadurch wird zusammen mit dem Umstand, dass der mutmassliche Täter, Larry Hall (Paul Walter Hauser), sein Berufungsverfahren kommen sieht, eine dramaturgische Dringlichkeit geschaffen. Zudem darf sich Jimmy alsbald mit Mitgefangenen und korrupten Wärtern rumschlagen, die drohen ihn zu enttarnen. Und wie beliebt Singvögel im Knast sind, braucht man niemandem erzählen.
Die Mini-Serie schwankt nahe am Nailbitting-Niveau ähnlicher Knast-Geschichten, wobei hier das Schauspiel die Dramaturgie klar überstrahlt. Taron Egerton kommt richtig lässig rüber, auch wenn seine Fassade langsam zu bröckeln beginnt. Heutzutage ist man bei talentierten Briten immer schnell mit dem B-Wort zur Hand, aber ich könnte ihn mir tatsächlich gut als neuen Bond vorstellen. Die nötigen Ecken und Kanten hat er schon in seiner DNA. Völlig unbekannt war mir Sepideh Moafi, die die Ermittlerin spielt. Das macht sie so souverän und abgeklärt, hoffentlich hat sie bald eine grosse Karriere. Ihre Geschichte ist dabei nicht minder interessant. Ihre Eltern flohen aus dem Iran, sie selbst wurde in einem Flüchtlingslager in Regensburg Deutschland geboren. Später siedelte die Familie in die USA über. Dort wurde Sepideh als Opernsängerin entdeckt. Klingt schon ziemlich abgefahren. Schauspielern kann sie auf alle Fälle. Greg Kinnear ist einmal mehr in einer zu Beginn eher unscheinbaren Rolle, aber er entlockt seinem stoischen Charakter eben genau diese Nuancen menschlicher Regungen, die ihn schlicht zu diesem brillanten Darsteller machen, der er ist. Am meisten gab aber wohl Paul Walter Hauser zu reden. Die Serie lebt zu einem grossen Teil von seinem Spiel. Man ist sich nie so sicher, spielt er nur mit allen, ist er einfach nur strunzdumm, kriegt er überhaupt mit, was er da tut usw. Und das zieht Hauser bis zum Schluss durch. Dabei schafft er es sogar, dass man an bestimmten Stellen Mitleid mit ihm hat, nur um ihm an der nächsten die Pest an den Hals zu wünschen. Er verkörpert dabei schon den prototypischen White-Trash des mittleren Westens, der mit eher schrägen Hobbies auf sich aufmerksam macht. Für diese Glanzleistung wurde er jüngst ausgezeichnet. Da er nun schon öfter ähnliche Typen gespielt hat, sollte er aufpassen, nicht Opfer von Typecasting zu werden.
Serienschöpfer Dennis Lehane ist in dem Crime-Genre recht beschlagen. Mystic River, Shutter Island und Gone Baby Gone zeugen von seinem Talent als Autor in diesem Genre.
Ja, hier passen fast alle Teile zusammen und machen diese Mini-Serie wirklich sehenswert. Die Darsteller sind motiviert bei der Sache. Die Regisseure sind Routiniers mit Leistungsausweis und die Geschichte trägt genug, um bei der Stange zu halten. Klare Empfehlung für Apple TV Abonnenten. -
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