ChrisKong
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ChrisKongTeilnehmerJa, mein Konsum wird wohl aktuell deutlich höher sein. Bei Andor beispw. hat man ja auch beim Start nicht mal Titel gehabt zu den Episoden. Ich finde, das ist schon recht amateurhaft eingepflegt zum Teil. Wir reden hier ja nicht von Schulaufführungen in Wiesbaden. Das mit den unsynchronisierten Episoden war mir schleierhaft, fehlende Dubs ebenso, besonders weil später wieder drin. In der Filmauswahl werden manchmal auch Filme an komischen Orten angezeigt usw. Wie gesagt, in einigen Fällen wird vermutlich auch einfach nichts kontrolliert, oder es ist ihnen einfach egal. Über den Browser zicken die Sachen manchmal auch komisch rum.
Als ich gestern aber z.B. die PS5 gestartet hab und die App anklickte, ist nicht verfügbar da PS4 version… Erst dachte ich noch, ich hätte die falsche Konsole angelassen. Da wurde die App tatsächlich runtergeladen und ich kriegte eine Mail, wo mir für den Appkauf gedankt wird. Also mir wäre neu, dass Updates zu Apps als Kauf im Store angezeigt werden. Total schräg. Läuft seither aber auch nicht anders oder besser deswegen.
ChrisKongTeilnehmerAndor Episode 5 (Disney+)
Die Ruhe vor dem Sturm, Teil 2 könnte man sagen. Die kritischen Stimmen, die die Serie mit zu wenig Action gesegnet sehen, werden hier mit erstklassigem Futter für ihre Kritik versorgt. Denn auf diese stellt auch diese Episode nicht ab. Ich seh das für mich persönlich auch keineswegs als problematisch an. In der ganzen Wechselwirkung mit dem Star Wars Fandom könnte das trotzdem heikel werden. Das liegt wohl einfach auch daran, dass man als SW-Fan mit der Menge an neuem Content ja geradezu verwöhnt wird, da ist für jeden was dabei. Aber, und das ist das grosse Aber, immer nur hintereinander und nicht gleichzeitig. Wir haben nicht ein All you can watch Buffet, sofern man immer aktuell dabei war, bei dem sich jeder sein Menü zusammensucht. Infolgedessen gerät jedes Fitzelchen Star Wars unter den Generalverdacht, sämtliches Star Wars zu repräsentieren. Und genau das tut Andor eben nicht. Es ist in erster Linie Gilroys Vision von Star Wars, die wir hier sehen. Das ist kein Angriff auf GL Star Wars noch ein Kurswechsel in einer Lucasfilm Gesamtstrategie. Und das muss einfach Platz haben dürfen.
Mir hat die Episode gesamthaft sogar etwas besser gefallen als die davor. Zwar erreicht man nicht mehr ganz die absoluten Highlights auf Coruscant, dafür fand ich die Dialoge unter den Rebellen dieses mal deutlich besser. Andor darf endlich auch mal ein bisschen aus sich herausgehen. Abermals sehen wir wieder in vielen Szenen Dinge, die man ansonsten in den anderen Shows weggelassen hat. Hier hat die Serie aber auch klar mit einem Problem zu kämpfen. Die Episode ist für die Fülle an Szenarien schlicht zu kurz. Luthen, Dedra, Syril, sie alle sind da, aber wenn man zwinkert läuft man fast Gefahr, sie zu verpassen. Das ist schade, denn gerade dort macht man wieder viel richtig. Vielleicht liegt das hier auch wieder daran, dass in gefühlt jeder SW-Serie ein Showrunner die ganze Schreibarbeit alleine leisten muss. Das ist natürlich etwas überspitzt. Aber hier hätte man mit zusätzlichem Aufwand eben deutlich mehr Material haben können. Ich spreche hier ja nicht von teuren Actionszenen.
Punkto Seriendramaturgie spürt man auch ein wenig, dass das für Gilroy Neuland ist. Fühlten sich schon die ersten 3 Episoden wie ein Film an, der zerteilt wurde, ist das bei den zwei Episoden des zweiten Story-Arcs irgendwie auch schon der Fall. Es gibt in keinem der Handlungsstränge wirklich eine dramaturgische Zuspitzung. So gesehen ist das die bislang unspannendste Episode von Andor, aber nicht die uninteressanteste.
Auf inszenatorischer Ebene fühlen sich einzelne Szenen wie aus einem grossen Film ausgeschnitten an. Besonders der Einstatz der Tie-Fighter ist effektvoll und wuchtig. Ich glaube viel besser hätte man das nicht machen können. Das macht richtig Spass und bringt uns wieder zurück zum allgemeinen Empfinden, es gäbe zu wenig Action. Da sie eben nicht so inflationär eingesetzt wird, speist sich daraus auch deutlich mehr Spannung, wenn sie sich anbahnt. Zumindest wäre mir keine andere Szene in einer SW-Serie oder -Film bekannt, bei der ein Tie dieses Kribbeln so auslöst. Die Musik fühlt sich auch mehr nach Film an als nach wöchentlicher Show.
Ob sich die Konflikte innerhalb der Gruppe noch auswachsen werden, wird man abwarten müssen. Meine Vermutungen gehen da in zwei Richtungen. Zum einen könnte man einen Verräter ins Spiel bringen. Zum anderen wird das geplante Vorhaben scheitern, ähnlich wie in Reservoir Dogs könnte in der nächsten Folge oder einem späteren Storyarc aufgelöst werden, was schief ging, respektive ein Rückblick auf die Ereignisse stattfinden. Falls es keins von beiden wird und man einfach straight forward geht, den Heist durchzieht, rechne ich zumindest mit Verlusten. Passiert das alles nicht, dann wäre ich durchaus überrascht.
Wieder ne Woche warten, das fiel mir bei keiner der SW-Serien so schwer. ?
ChrisKongTeilnehmerCruella (Disney+)
Emma Stone und Tony McNamara, beide haben ihren Beitrag zum grandiosen the Favourite geleistet. Graig Gillespie, der Regisseur des Films verantwortete eins meiner Highlights der 2010er Jahre, I Tonya und Nicholas Britell zeichnet aktuell für den Score von Andor verantwortlich. Kann also nix mehr schiefgehen? Nicht ganz. Gefühlt sah ich einen Mix aus Birds of Prey, Sweeney Todd, Oliver Twist und the Devil wears Prada. Margot Robbies Performance als Harley Quinn und ein wenig von Tonya Harding scheinen in Stones Cruella zu stecken. Die beiden Aktricen trennen nur ein Lebensjahr, Robbie ist die jüngere von beiden. Die Rolle von Meryl Streep in the Devil wears Prada übernimmt hier Emma Thompson. Ihr Handlanger wird von Mark Strong gespielt. Unterstützung erhält Cruella von je zwei Mitstreitern, die sie aus der Kindheit kennt. Zum einen Jasper (Joel Fry) und Horace (Paul Walter Hauser) und den beiden Hunden Wink und Buddy.
Man spürt schon gewisse Qualitäten in der Inszenierung, das würde ich nicht bestreiten. Aber Gillespie kann irgendwie die einzelnen Zutaten nicht zu einem harmonischen Ganzen vermengen. Zum einen schafft es der Film nicht, mir seine Notwendigkeit wirklich plausibel zu erklären. Soll ich am Ende jetzt Mitleid mit der Figur Cruella haben? Wird hier ein Gesellschaftsbild charakterisiert oder kritisiert? Ist Cruella einfach ein Opfer ihrer Umstände? Ist das eine Emanzipations-Fantasie? In Joker sehe ich Gesellschaftskritik, das Psychogramm eines kranken Menschen. Cruella ist beides nicht. Im Grunde macht man hier wirklich das Gleiche wie mit Harley Quinn in Birds of Prey und funktioniert eine Figur um. Vom Schurken zum Helden mit Badass-Attitüde. Man versucht ferner ihren Hass oder ihre Besessenheit auf Dalmatiner zu erklären, rudert dann auf halber Strecke aber zurück, um ja nicht eine Angriffsfläche für Zuschauer zu bieten, die hier die Glorifizierung einer Hundehasserin zu sehen glauben. Im Grunde ist es aber dann genau das. Und das funktioniert mMn einfach nicht.
Das andere Problem ist seine fast schon beliebige Eingliederung in ein historisches Setting. Wir starten im Film, als Cruella, damals noch Estella, als sie etwa zehn ist. Fahrzeuge und Setting sehen eher so nach 40er aus. Als Kinder verschanzen sich Cruella und Bande dann in einem baufälligen Haus mitten in London. Zeitsprung. Plötzlich scheinen wir in den 60er/70ern zu sein, in denen es aber Laserfallen und Überwachungskameras mit hoher Auflösung gibt. Natürlich wohnen sie immer noch in dem Gebäude, weil London natürlich so günstig ist. Ha, nein, also ich versteh nicht, warum man das nicht so, wie in Tim Burtons Batmans Rückkehr gelöst hat, den zeitlichen Kontext nie wirklich greifbar zu machen. Dann würde man sich an gewissen Details auch nicht so als Fremdkörper stören. Es werden sogar Jahreszahlen von Modeschauen genannt, wenn ichs recht im Kopf habe.
Leider hat der Film auch ein Laufzeit-Problem. Er ist einfach zu lang. Den ganzen Part mit Stone, die sich in einem toxischen Umfeld hochdient, hab ich schon in the Favourite in gut gesehen, die Cola Light Variante, die pointless ist, brauch ich davon nicht. Alle involvierten Figuren in dem Part sind schlicht nervig oder belanglos. Die Länge wiegt auch deshalb schwerer, weil es praktisch keine Überraschungen gibt, nur mehr ein paar nette Ideen. Der Mode-Battle funktioniert hier am besten und ist toll inszeniert. Aber 134 Minuten gibt der Film einfach nicht her.
Ich fürchte auch, dass der Film sich generell eher ein komisches Publikum ranzüchtet. 101 Dalmatiner, der Original Disney Zeichentrickfilm ist für die meisten vermutlich schon zu lange her, ein Kinderfilm ist Cruella auch nicht geworden, zumal die Moral da auch fragwürdig ist. Er mutet so an, als würde er direkt auf Menschen abzielen, deren Lifestyle hauptsächlich von Influencern bestimmt wird. Genau als solche inszeniert sich Cruella ja letztlich. Das passiert aber in so unkritischer Manier, dass mir Zweifel kommen, ob der Film überhaupt eine Empfehlung darstellt.
Hier bin ich zumindest raus und hake es als einen Unterhaltungsfilm ab, der zu keinem Zeitpunkt etwas Substanzielles zu einer Debatte beitragen kann. Cruella lebt ihre Kreativität um jeden Preis aus, Selbstverwirklichung ist wichtiger als alles andere. Am Ende wird der Triumph mit dem Besitzen des Anwesens unterstrichen und Cruella als eine Ikone der Befreiung gefeiert. Wirkt vereinzelt wie ein neoliberaler Porno. Vielleicht wusste der Regisseur letzten Endes selber nicht, was er da genau inszeniert. Immerhin listet Wikipedia sechs Drehbuchautoren für den Film. Für eine im Grunde simple Origins-Geschichte, das ist definitiv kein gutes Zeichen. Den Darstellern merkt man das zum Glück nicht an. Stone und Thompson liefern eine lustvolle Darstellung ab, was den Film dann doch etwas rettet.
ChrisKongTeilnehmerDer Schritt war ja überfällig. Mit den Spielen wird das Geld gemacht, oder besser gesagt mit den Nebengeschäften in den Spielen. Hardware-Verkäufe sind halt stark von der Verfügbarkeit abhängig und genau da wirds noch länger hapern. Also braucht man, will man schnell seine Basis vergrössern, eben Ausweichplattformen. Zumal Umsetzungen für den PC unkompliziert sein sollten.
ChrisKongTeilnehmerAuf D+ bringt man grad the Old Man mit Jeff Bridges. Das Tempo ist da so gemächlich, wie die Hauptfigur das erahnen lässt. Aber toll gespielt. Der Plot scheint hingegen nur in üblichen Fahrwassern zu schwimmen. Das ist der Spannung zum Teil etwas abträglich. In Filmform hat man das halt schon zu oft gesehen. Aber kann sich ja noch entwickeln.
Dafür wird gerade Snowfall gesuchtet, eine weitere FX-Crime-Show. Ideales Futter für Fans von Narcos, Sons of Anarchy, Godfather of Harlem, Mayans M.C. und anderen. Macht jetzt auch nichts wirklich neu, aber auch da sind die Darstellerleistungen überzeugend und die Umsetzung ist spannend gemacht.Was aber bei Disney Plus zusehends auffällt, dass die Sachen von einem Volontär eingepflegt und kuratiert werden. Manchmal startet die nächste Episode, bevor die alte im Abspann gelandet ist, Intros überspringen, wenn nur 2 Sekunden lang ein Logo eingeblendet werden? Ist einfach standardmässig drin. Manchmal sind Folgen nicht lippensynchron mittendrin, zum Teil ganze Folgen nicht synchronisiert oder Fremdsprachen dann mal zwischendrin nicht untertitelt, später dann wieder schon. Die Folgen starten auch immer min. 3-4 Sek. in mieser Auflösung, bis wieder genug Daten fliessen. Netflix hat das Problem nicht. Ist mir schon damals auf der PS4 aufgefallen und jetzt auf der PS5 ist das auch so. Dass man sich mit Auto-Vorschauen, Episodenstartern wie bei Netflix rumärgern darf, bin ich mir leider schon gewohnt. Finde solche Sachen sollte man nur auf eigenen Wunsch einschalten können.
ChrisKongTeilnehmerThe Favourite (Disney+)
Der stand schon lange auf meiner Watchlist. Zusammen mit anderen Filmen von Giorgos Lanthimos, ein paar davon warten schon länger in der Sammlung auf eine Sichtung.
Vielleicht ist das Thema für ein breiteres Publikum äusserlich nicht attraktiv genug? Historiendramen und Kostümschinken gibt es mehr als genug. Sicher ist nur, dass der Film in Grossbritannien und Europa Preise abgeräumt hat, in den USA aber vergleichsweise leer ausging. Ich hab den Oscar-Gewinner des Original Drehbuchs, the Green Book, gesehen und mit Verlaub, der hat nicht mal ansatzweise diese Qualitäten, die the Favourite offenbart. Wenn man ein Faible für das Filmhandwerk hat oder geschliffene Dialoge geniessen will, ist dieser Film fast schon ein Muss. Lanthimos arbeitet die Nuancen in bester Art und Weise aus. Kaum eine Szene kommt ohne eine unterschwellige Botschaft aus. Gesten, Blicke, Kleidung, Musik, hier wird so viel kommuniziert, dass man wirklich konzentriert dabeibleiben muss, um Wesentliches nicht zu verpassen. Und trotzdem bleibt der Film stets leichtfüssig und nicht anstrengend.
Die Handlung konzentriert sich auf drei Frauen, die alle in einer speziellen Beziehung und Abhängigkeit zueinanderstehen. Der Film bevorzugt keine der Damen, zeigt wohl ihre Stärken als auch ihre Schwächen. Manchmal sind es nur kleine Schritte, die eine Situation kurz vor der Eskalation stehen lassen. Wenn es den Begriff toxische Weiblichkeit nicht gibt, dann muss er für diesen Film erfunden werden. Es kommt immer wieder zu Konflikten, bei denen mit dem nötigen Konsenswillen, die Frauen deutlich Oberwasser hätten. Im Grunde zeigt der Film sehr schön, dass wir es hier nicht mit Opfern der Männerwelt zu tun haben, sondern sich die Frauen selber Knüppel zwischen die Beine werfen. Sie stürzen sich gegenseitig ins Unglück und missgönnen einander ihre Positionen.
Vielleicht mag man einwerfen, dass die Emanzipation der Frauen hier im historischen Kontext etwas unglaubwürdig erscheinen mag, aber der Film zielt keineswegs darauf ab, historische Akkuratesse im eigentlichen Sinn zu schaffen. Er streut sogar bewusst moderne Elemente ein, z.B. den Tanz bei Hofe. Die gezeigte Dekadenz ist sowieso nicht zeitlich historisch begrenzt. Insofern kann durchaus ein modernes wie auch ein vergangenes Sittenbild daraus abgeleitet werden.
Zu den drei Frauen, die alle grossartig dargestellt sind. Hier ist es eigentlich schon eine Beleidigung von Supporting Actress zu sprechen. Ich finde auch nicht, dass Olivia Colman speziell heraussticht gegenüber Stone und Weisz. Sie agieren allesamt brillant. Hier sind eindeutig die Männer die Nebenfiguren. Eine spezielle Funktion kommt dabei Nicholas Hoults Figur Robert Harley zu. Dessen Intrigen das politische Wirken der Queen in die gewünschte Richtung lenken sollen. Er nutzt den Ehrgeiz der gefallenen Abigail Masham (Emma Stone), die sich langsam hochdient. Sie ist die Cousine von Sarah Churchill (Weisz), der Countess von Marlborough, die den Hofstaat faktisch leitet. Sie übt enormen Einfluss auf Queen Anne (Colman) aus und setzt ihre Kriegsstrategien durch. Die Queen wiederum gibt sich oft sehr unbedarft, aber wie sie die beiden Rivalinnen ausspielen muss, weiss sie genau. Das führt zu Beginn zu reichlich Wortgefechten und Machtspielchen, um die Gunst der Königin zu erlangen, eskaliert dann zusehends in physische Gewalt.
Am Ende hat jede der drei Figuren verloren. Liebe, Status, Einfluss, was sich jede der drei Frauen gewünscht hat, wird hinfällig. Wir erleben quasi die Emanzipation in Agonie.
Lanthimos entlässt uns mit einem starken Schlussbild und mit dem Gefühl einem aussergewöhnlichen Filmerlebnis beigewohnt zu haben.
Dem Film ging eine recht lange Entwicklungszeit voraus, die Hauptautorin Deborah Davis hat sich viel Zeit gelassen mit dem Schreiben des Drehbuchs, das dann von McNamara noch weiter verfeinert wurde. Hier wurde wirklich auf jeder Ebene ganze Arbeit geleistet. Grosses Kino.
ChrisKongTeilnehmerFrontiers Staffel 4 wirds wohl nicht geben.
Eine weitere Fehlleistung von Netflix. Der Streamingdienst entwickelt sich für mich immer mehr zu einer grossen Enttäuschung. Ohne ein Account-Sharing würde ich da mittlerweile auf ein Jahresabo verzichten.
ChrisKongTeilnehmerHoffen wirs mal. Ich bin da etwas skeptisch. Ursprünglich sollte ja mal ein X-Force Film kommen, der gecancelt wurde. Vermutlich war man bei Disney der Ansicht, dass man mit Deadpool mehr Geld macht. Wenns ein Buddy Movie werden soll, danach siehts irgendwie aus, wäre Shane Black der perfekte Autor gewesen. Ryan Reynolds hat immer wieder gute Ideen, aber durchgehend liefert weder Deadpool 1 noch 2 ab. Fand die zum Teil massiv überbewertet. Vieles, was die Filme parodieren, sind sie dann letztlich selbst.
ChrisKongTeilnehmerOh, gar nicht mitgekriegt. Ihre Darstellung von Kai Winn war ein absolutes Highlight in DS9. Sie spielte auch in einem meiner Favoriten mit, Einer flog übers Kuckucks Nest, was ihr einen Hauptrollen-Oscar einbrachte. Sie hatte in der Hauptsache aber im TV gearbeitet. Darum ist sie mir vermutlich nur durch die genannten Rollen bekannt.
ChrisKongTeilnehmerMemory – Sein letzter Auftrag
Was wie ein üblicher Liam Neeson Ein-Mann-Armee-Actionfilm anmutet, ist das Remake eines belgischen Films, welcher auf einem Roman basiert. De Zaak Alzheimer, was übersetzt der Alzheimer-Fall heisst. So wirklich passend für den Film finde ich den Titel weder im Original noch in der deutschen Variante. Martin Campbell, der schon zwei Bond-Reihen erfolgreich gestartet hat mit Golden Eye (Brosnan-Ära) und Casino Royale (Craig-Ära), ist Regisseur im vorliegenden “Alzheimer-Fall”. Nach Casino Royale gabs eine Durststrecke, später nochmals nach dem missglückten Green Lantern. Danach kamen eher kleine Actioner, die mit etwas politischem Background versehen wurden.
Hier bildet der Menschenhandel an der mexikanisch-amerikanischen Grenze das Korsett des Streifens. Ein alternder Killer (Neeson), der zusehends an Blackouts leidet, soll einen letzten Auftrag erledigen. Dabei hat er einen gewissen Kodex, an den er sich hält. Natürlich ist dieser letzte Auftrag einer, der ihn in eine Zwickmühle bringt.
Auf der anderen Seite haben wir einen Cop, gespielt von Guy Pearce, der in Kooperation mit der mexikanischen Polizei grenzübergreifenden Fällen von Menschenhandel nachgeht.
Dabei gerät der Killer Lewis ins Fadenkreuz, obwohl er nicht für alle Morde, die zueinander in Verbindung gebracht werden, verantwortlich ist.
Das ist alles recht spannend umgesetzt und erhält durch das Thema noch einen etwas ernsteren Background, auf den man nicht genug aufmerksam machen kann. The Counselour von Ridley Scott streifte das Thema auch ein wenig. Eindringlichere Filme zu dem Thema sind aber Human Trafficking mit Kevin Kline und Paradies der Mörder von Carlos Carrera, der das Thema schonungslos aufbereitet und einen eher verstört zurücklässt.
Memory ist da schon mehr dem klassischen Hollywood-Actionthriller entsprechend. Dass man abwechselnd beide Seiten sieht, lockert die Handlung auf. Am Ende erfährt der Zuschauer etwas Genugtuung, wie wir das schon in Departed gesehen haben. Man wollte den Zuschauer wohl nicht mit einem allzu bitteren Ende frustrieren.
Campbell zieht im Rahmen des Möglichen seine Register, bleibt dabei eher geerdet in der Action. Anschlussfehler in der Handlung konnte ich in dem Sinn nicht ausmachen, aber oft ist diese auch zu gefällig und etwas konstruiert. Die Darsteller sind ein grosses Plus und überzeugen in ihren Rollen. Wie sinnig es ist, brisantes Material nur auf einem USB-Stick zu speichern und dann irgendwo zu verstecken, damit man die Erinnerungslücken mal ausspielen kann, muss jeder für sich entscheiden. Spannend wars trotzdem, Campbells Retour-Ticket zu grösseren Produktionen scheint das aber wohl nicht zu sein. Vielleicht darf er ja den nächsten Bond drehen? Man kann ihm nicht vorwerfen, dass er sich nicht entwickelt hätte von Golden Eye zu Casino Royale hinsichtlich Inszenierung.
ChrisKongTeilnehmerThe Servant hatte ich nicht genannt. Dachte das hätte SFN damals mitgekriegt, wie du positiv immer wieder über diese Serie gesprochen hast. Ich werde im Oktober noch mein Gratis-Halbjahr bei Apple TV einlösen. Das Angebot endet wenn mein Aktionsmonat bei D+ vorbei ist. Insofern kann ich solche Tipps auch gebrauchen. Bei Ted Lasso schau ich mal rein, aber Sudeikis ist jetzt nicht mein Fall.
Pam & Tommy (Disney+)
Beklagte ich noch die zunehmende Prüderie in Serien, so ist das der direkte Gegenentwurf dazu. Hier wird nicht gespart mit der Inszenierung von Sexualität. Erzählt werden die Ereignisse rund um das Kennenlernen der Beiden, dem gemeinsamen Leben und dem Diebstahl jenes ominösen Sextapes das Weltberühmtheit erlangen sollte. Dabei startet die Serie nicht chronologisch. In der ersten Episode wird praktisch alles aus dem Blickwinkel eines geprellten Schreiners erzählt. Dieser wird von einem Seth Rogen in Bestform gespielt. Diese Mischung aus Naivität und Intelligenz ist perfekt auf den Punkt gebracht. Nach seiner Abmagerungskur hätte ich ihn erst gar nicht erkannt, er gleicht so ein Stück weit Thomas Jane, besonders im Profil.
Tommy Lee (eine aussergewöhnliche Performance von Sebastian “Wintersoldier” Stan) will ein Schlafzimmer nach seiner Vision bauen lassen. Nur ändert er dauernd die Pläne und benimmt sich auch ansonsten wie der letzte Arsch. Die Handwerker bleiben auf den Kosten hängen und als sie ohne Vorschuss nicht weiterarbeiten wollen oder eher können, wirft Tommy sie kurzerhand raus. Allerdings hat er die Rechnung ohne Rand Gauthier gemacht, der einen Coup plant.
Das Sextape? Aus dieser zufälligen Beute wird die Gelegenheit. Aber so einfach ist es dann doch nicht.
Die Serie beleuchtet div. Facetten und funktioniert wie ein Biopic mit Erweiterungen. Thematisiert wird z.B. auch der Wunsch Pamela Andersons als Schauspielerin ernst genommen zu werden. Lily James ergänzt die beiden Top-Darstellerleistungen von Stan und Rogen und liefert ebenfalls auf extrem hohen Niveau ab. Wenn mans nicht besser wüsste, würde man meinen das wäre die echte Pamela. Sie mag oft oberflächlich daherkommen und nach aussen hin sehr viel Maskerade aufzusetzen. Aber das nuancierte Spiel von James lässt den Zuschauer immer wieder an Pamelas Befindlichkeiten teilhaben. Sie ist in dieser Geschichte auch die einzig Unschuldige, zumindest wird es so dargestellt.
Die stilsichere Inszenierung rundet die Episoden zusammen mit der passenden Musik ab.
Bierernst ist es nicht geraten. Wenn etwa Tommy Lee mit seinem erigierten Penis spricht oder der toffelige Rand seine Unsicherheiten preisgibt, passiert das in einer überdrehten Manier. Man fühlt sich an Larry Flint vom leider verstorbenen Milos Forman erinnert. Und teilweise hat es die gleiche Tonalität wie I Tonya, in dem Sebastian Stan ebenfalls mitspielt und eins der besten Biopics der letzten Jahre war.
Die Macher verstehen einfach ihr Handwerk, was sich in div. Details bemerkbar macht. Z.B. wird in der letzten Episode, die die letzte Eskalationsstufe in der Verbreitung des Videos einleitet, ein Teil des Soundtracks mit dem Einwählgeräusch aus Analogzeiten des Internets eingeleitet.
Nach den 8 Episoden stellt man bei jedem wichtigen Charakter eine Entwicklung fest und auch, dass man es sich selbst zu leicht machen kann, indem man diese schnell verurteilt. Die Reihe zeichnet ein ambivalentes Bild, wo sogar ein “Arschloch” wie Tommy Lee ein menschliches Gesicht erhält.
Fazit: Eine überaus positive Überraschung, mit der ich so nicht gerechnet hätte. Wenn Stan weiter auf dem Level performt, ist er von den ganz grossen Rollen im Kino nicht mehr weit weg.
ChrisKongTeilnehmerDazu fällt mir ein:
Kann mir jemand hier Serien auf Apple + empfehlen, die man sich dann mal anschauen sollte, die es auch nur da gibt?Die eine Serie mit Sam Jackson soll sehr gut sein. Von See haben auch schon einige geschwärmt. Foundation schon gesehen?
Hier ein Trailer zum Sam Jackson Dingens.
ChrisKongTeilnehmerCoolio ist verstorben.
https://www.tmz.com/2022/09/28/coolio-dead-dies-los-angeles/
ChrisKongTeilnehmerLego Star Wars Holyday Special (Disney+)
Der Zusatz Lego dürfte nicht unerheblich sein. Das originale Holyday Special war für viele damals ein Dorn im Auge. Ich kenne nur Auszüge davon. Hier stehen die Lego-Inkarnationen von Rey, Finn, Vader, Kylo, Luke und Palpatine im Fokus. Rey findet einen mysteriösen Kristall mit dem sie durch die Zeit reisen kann. So nimmt sie an verschiedenen Szenarien teil aus der ganzen SW-Welt. Natürlich richtet sie dabei ein Chaos an, dass sie wieder aufräumen muss. Palpatine ist auch bald hinter dem Kristall her und die Beziehung von ihm zu Vader wird auf eine harte Probe gestellt.
Das ist meist sehr funny umgesetzt ohne es zu übertreiben. Richtig bösen Humor gibt es nicht. So für zwischendurch aber genau richtig. Von Lego Star Wars gibt es noch div. andere Episoden, die sicher auch eine Sichtung wert sind. Im direkten Vergleich fand ich die Robot Chicken Parodien etwas lustiger.
ChrisKongTeilnehmerChip und Chap Ritter des Rechts (Disney+)
Ich kannte die beiden noch als A-Hörnchen und B-Hörnchen. Irgendwann transformierte Disney die dann zu Chip n Chap oder im Original, Chip n Dale, was eine mehrdeutige Anspielung ist, welche auch im Film gleich zu Beginn erwähnt wird. Der Start ist sowieso ein wenig verwirrend, weil Chap im Original eben Dale heisst und bei der Erklärung hat man vermutlich nicht alles gerafft in der Synchro. Später gibts dann Anspielungen wie das unbekannte Tal (Uncanny-Valley – gemeint ist der Effekt der toten Augen bei CGI Figuren, die Menschen simulieren sollen) oder Hündin (Bitch, die englische Bezeichnung dafür). Aber der Film ist nicht nur vollgepackt mit Wortspielen, sondern jedes Bild strotzt nur so vor Referenzen, Parodien und Anspielungen.
Der Film richtet sich an alle, die mit Chip n Chap, einer klassischen Samstag-Vormittags-Serie aufgewachsen und nun im Alter sind, um selber Kinder zu haben. Ich hatte seinerzeit sogar Hörspiele gehabt. Das NES-Spiel war mir natürlich auch bekannt. Aber es war jetzt nie meine Serie, das wäre gelogen. Da war ich eher bei Ducktales zuhause. Hier sind aber auch weniger die Kenntnisse der Serie vonnöten. Das Motto des Films war, ist es gezeichnet oder animiert, dann können wir es durch den Kakao ziehen. Und das macht man in einer so hohen Schlagzahl, dass man den Film wirklich mehrfach sichten muss, um alles mitzukriegen.
Dabei spielt der Film auch durchaus mit den Erwartungen der Zuschauer. Das ist durchs Band humorvoll gestaltet und eine Riesen-Gaudi. Dabei werden unterschiedliche Animationsstile, RL-Szenen und dgl. kombiniert. Der Knet-Kommissar bewegt sich im Stop-Motion-Stil, die gezeichneten Figuren im typischen Disney-Film-Flow.
Allzu viel möchte ich nicht verraten, da das Entdecken der ganzen Sachen ja einen grossen Teil des Spasses ausmacht. Meine Lieblingsstellen waren die mit einem bestimmten ungeliebten Maskottchen. Und der eine Handlanger mit seinem unverkennbaren Blick.
Für mich mit einigem Abstand der beste Animationsfilm aus dem Hause Disney seit einer Weile. -
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