ChrisKong

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  • als Antwort auf: Gebt euren aktuellen Youtube Videos ein Publikum #1745116
    ChrisKongChrisKong
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    Komische Logik, Butter und Marmelade vor dem Toasten draufschmieren? Und wie die Köstlichkeit gesteigert werden soll, wenn man den Toast über den dreckigen Fussboden schleift, scheint mir auch nicht ganz aufzugehen. Aber vielleicht war der Boden frisch gereinigt und der Toast schmeckt nach Meister Proper oder General Bergfrühling.

    als Antwort auf: Vor kurzem angespielt / Welche Spiele spielt Ihr zur Zeit? #1744951
    ChrisKongChrisKong
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    @Maverick

    Erzähl mir von Deaths Door. Bin noch am entscheiden, welches der günstigen PS5 Spiele ich mir diesen Monat leisten kann oder will. Und Deaths Door gibts grade relativ günstig. Vielleicht ein paar Worte zum Gameplay oder womit dus vergleichen würdest.

    als Antwort auf: R.I.P. #1744946
    ChrisKongChrisKong
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    https://m.bild.de/sport/mehr-sport/basketball/nba-basketball-legende-bill-russell-ist-tot-80869170.bildMobile.html###wt_ref=https:/www.google.com/

    Mit Bill Russell verlässt eine weitere Ikone der schwarzen Bürgerrechtsbewegung und einer der erfolgreichsten Teamsportler aller Zeiten die Weltbühne.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1744944
    ChrisKongChrisKong
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    Dr. Strange in the Multiverse of Madness

    Leider bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich sagen muss, dass Shang-Chi bislang der beste Film von Phase 4 des MCU ist. Der zweite Film mit Dr. Strange in der Hauptrolle überzeugt mich so wenig wie der erste, aber aus komplett anderen Gründen. Der Film hat so einige Baustellen und Elemente, die einfach nicht zünden wollen. Nehmen wir mal die Horror-Film-Elemente. Wann und wo die genau stattfinden sollen, konnte ich nicht entdecken. Sam Raimi mag mit Evil Dead eine ikonische Horror-Reihe erschaffen haben, aber Horror inszenieren, da seh ich ihn nicht wirklich in einer Linie mit den Grossen der Zunft. Das liegt mMn auch daran, dass da auch sehr viele komödiantische Elemente drin sind. Also eher auch die Horrorkomödie von ihm bedient wird und nicht unbedingt den spannungsgetriebenen Terror-Film wie etwa Hooper oder Carpenter. Das hier ist mir dafür einfach zu seicht, kann aber verstehen, dass man sicher keinen MCU Film angestrebt hat, der allzu creepy rüberkommt. Trotzdem ginge das wesentlich spannender.

    Die Prämisse wird leider auch so lieblos hingeklatscht, wie der vermeintliche Twist. Gut, war wohl eh kein Geheimnis, dass Wanda Maximoff hier den Antagonist geben würde. Trotzdem wird das in einer Nonchalance serviert als würde man ein Testresultat bekannt geben. Von dramatischer Zuspitzung keine Spur. Und dann soll man einfach mal glauben, dass die Zerstörung div. Universen von einer liebenden Mutter in Kauf genommen wird, damit sie ihre Fantasien, warum auch immer ausleben kann? Tja, warum kreiert sie sich dann nicht sonstwo ihre Illusion? Also so recht hab ich das nicht gepeilt und die Motivation wird eben fragwürdig präsentiert. Damit wirkt die ganze Geschichte leider so gar nicht bedeutsam sondern wie ein schlechtes Familiendrama mit Superhelden, die sich auf die Mütze geben.

    Und diese Faulheit, was Sinniges zu schreiben, wird natürlich noch mit Göttern aus Maschinen garniert. Am Ende ist das Multiversum das perfekte Alibi, um Rumzuexperimentieren, Helden sterben zu lassen usw., denn es hat ja anderswo stattgefunden und man kann bei Bedarf auch alles wieder auf Null setzen. Gewissermassen macht man das auch in dem Film. Am Ende wird denn auch die Gefahr gleich mal aus allen Universen getilgt, wie auch immer, interessiert gar nicht.

    Die Liebesgeschichte will auch nicht so wirklich eine sein. An der Chemie liegts mMn nicht, aber das ist wie der gesamte Film irgendwie so hüsch und hott inszeniert. Generell hat man kaum das Gefühl, als liesse sich mit Dr. Strange eine Paarung vernünftig aufziehen. Auch zur gejagten America Chavez stellt sich nicht wirklich ein Gefühl es mit einer echten Bindung zu tun zu haben ein. Man hat hier die richtigen Darsteller, aber was in anderen MCU Filmen und Serien gelingt, scheint hier nicht zu passieren. Beispw. funktionieren die Zweiergespanne in Hawkeye und Falcon & Wintersoldier klar besser. Mal nachgeschaut, Autor Michael Waldron war auch ausgerechnet für die MCU Serie verantwortlich, die mich am wenigsten abgeholt hat aus ähnlichen Gründen, Loki. Auch dort muss man Hiddleston keinen Strick drehen, aber die ganzen Loki-Inkarnationen waren einfach uninteressant aufgezogen, was insbesondere an den Interaktionen mit Loki selbst festzumachen war. Ähnlich erging es mir hier. Dabei würde Cumberbatchs eitler Dr. sich ja geradezu anbieten für zwischenmenschliche Eskapaden. Sogar im letzten Spider-Man Film hat man davon irgendwie mehr gespürt als hier.

    Am Ende bleibt viel Budenzauber und die Frage, ist was wirklich Relevantes passiert? Die Gast-Charaktere waren immerhin eine nette Idee und haben denn auch am meisten Spass gemacht. Aber Multiverse sei Dank, braucht man über das Schicksal von diesen auch nicht weiter nachdenken. Unterm Strich also ein What if auf Spielfilmlänge, dem entweder mehr Horror oder mehr Charakterinteraktion gut getan hätte. Aber man kriegt die Laufzeit auch gut mit CGI gefüllt, wie man sieht. Leider ist er wirklich in vielerlei Hinsicht Marvel-Mittelmass, weil man praktisch alles so in anderen Marvel-Filmen schon besser gesehen hat. Wie man guten Thrill zwischen den Charakteren entstehen lässt, hat man sehr schön im ersten Spidey-Film mit Tom Holland gesehen. Genau das hätte man hier auch haben können. Warum nicht etwas aufgeladene Erotik zwischen Strange und Wanda? Warum nicht mehr kalte Methodik von Strange mit den Emotionen eines Teenagers kollidieren lassen? Der Film lässt mir persönlich zu viel von diesen Möglichkeiten liegen und betreibt eine Multiverse-Parade, die irgendwo pointless ist. Damit bestätigt sich bislang, dass man dieses Multiverse-Dingens vielleicht besser hätte sein lassen sollen, weil es nur als Entwicklungspuffer missbraucht wird anstatt konsequent auf etwas hinzuarbeiten.

    Einen Grund zum Heulen haben Marvel Fans vermutlich nicht, die kommen ja dank der ganzen Bonnemonts auf ihre Kosten. Aber das Madness kann man getrost aus dem Titel streichen, so arg konventionell der Film streckenweise ist.

    Nach Eternals sicher ein Thema, die Bildqualität der Disc fand ich sehr gut, kann da wirklich nicht meckern. Generell merkt man auch gut, wie die Effekte einen sehr hohen Standard haben, ja haben müssen. Technisch einwandfrei.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1744943
    ChrisKongChrisKong
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    Elvis

    Ich muss sagen, ich wusste nur sehr wenig über Elvis. Das ist in dem Fall absolut kein Nachteil gewesen. Gefühlt nimmt man am Leben von Elvis Aaron Presley teil. Die Schwierigkeit bei Künstler-Biopics ist, dass ein Film, egal wie lange er dauert, nie allen Facetten gerecht werden kann. Das ist aber einfach systemisch bedingt und darum für mich auch kein Gradmesser. Die einen Filmemacher konzentrieren sich dann auf bestimmte Ereignisse, manchmal nur ein einziges, oder aber laufen die Lebensstationen im Schnelldurchlauf ab.
    Hier hat man einen klassischen Vertreter, der den Künstler Elvis an mehreren entscheidenden Stationen seines Lebens zeigt und sich für diese Zeit nimmt. Dazwischen gibts viel Zeitkolorit und man kriegt ein Gefühl für die Ära und Elvis Wirken darin.

    Baz Luhrmann wählte einen ähnlichen Weg wie Milos Forman in Amadeus und lässt die Geschehnisse aus der Sicht einer Person erzählen, die einen schädlichen Einfluss auf den Protagonisten hatte und mutmasslich mitverantwortlich für dessen Tod war. Diese Figur ist Col. Tom Parker, gespielt von Tom Hanks. Er bildet als geschäftliches Mastermind mit Elvis Kunst eine Art gewinnbringende Einheit. Allerdings ist diese Arbeit mit fortschreitender Dauer eine äusserst toxische, wie sich zeigen wird. Natürlich gibt es einen gravierenden Unterschied, denn während Salieri in Mozart einen Emporkömmling und Konkurrenten sah, war Col. Parker die Musik absolut egal. Das wird im Film immer wieder verdeutlicht. Allein seine Reaktion, als er mitkriegt, wie die jungen Damen auf Elvis reagieren, Jackpot.

    Der Regisseur baut auch immer wieder Metaphern ein, die treffend Elvis Situation beschreiben, etwa wenn er ziellos durch ein Spiegelkabinett irrt und ihm von Parker der Ausgang gezeigt wird. Der Film hat einiges an inszenatorischem Verve im ersten Drittel des Films. Das Niveau kann oder will er nicht bis zum Ende durchhalten. Gegen Ende wird das Biopic eher in konventionellere Strukturen gepresst. Trotzdem hats auch dann immer wieder Kabinettstückchen drin. Als Elvis im International Hotel Suspicious Minds performt, wird hinter den Kulissen der verhängnisvolle Vertrag unterzeichnet, der ihn lange an das Hotel binden wird. Immer schön wird dabei zwischen dem Refrain Caught in a trap und der Verhandlung hin und her geswitcht. Es finden sich auch Parallelen zu Nolans Prestige. Ähnlich wie ein Zauberkünstler gehts Parker darum, das Publikum für sich einzunehmen, hier wird von Einseifen gesprochen. Das begleitet den ganzen Film immer wieder und wird als kleine Analogie ähnlich wie in Prestige zitiert. Der Film lässt das ein wenig offen, aber Parkers plötzlicher Krankenhausaufenthalt, als Elvis sich von ihm abzunabeln droht, kam gerade richtig. Zufall oder Einseifen?

    Parkers Obsession ging wohl soweit, dass es fast schon gollumsche Züge annahm. So verhinderte er, dass Elvis auf eine Welttournee ging, weil er genau wusste, dass er ihn dann nicht mehr unter Kontrolle hätte. Schliesslich stellte sich heraus, dass Parker nicht reisefähig gewesen wäre, da er über keinen gültigen Reisepass verfügt hatte. Im Zuge dessen werden auch noch einige andere fragwürdige Sachen aus der Vergangenheit Parkers enthüllt, die ihn in einem verdächtigen Licht erscheinen lassen. Zumindest gibt seine Spielsucht, mit der er ein einen Grossteil seiner Einkünfte verprasst hatte, einen Anhaltspunkt, warum er unter anderem Namen in die USA kam/auftrat. Ja, der Film macht aus Parker klar die zweite Hauptrolle.

    Eine andere, sehr wichtige Rolle in Elvis Leben war seine Mutter, die er im Übrigen im selben Alter verlor, wie der Hauptdarsteller Austin Butler. Sie war stets Elvis moralischer Kompass und hatte an ihn geglaubt ohne in ihm eine Kuh zu sehen, die man melken kann. Das ganze restliche Umfeld von Elvis, namentlich die Memphis Gang und Elvis eigener Vater können das nicht von sich behaupten. Ich weiss ja nicht, wie akkurat da der Film ist, aber ich glaube es gibt sowieso kein Biopic einer Berühmtheit, die irgendwann zu früh oder mittellos endete und in dem nicht ein toxisches Umfeld eine gewisse Mitverantwortung dafür hatte. Im Film tritt auch ein ominöser Arzt immer wieder auf den Plan, wenn Elvis die Kräfte die verlassen, um ihm die Cocktails zu verabreichen, die ihn überhaupt noch haben aufrecht gehen lassen. Der Wiki-Eintrag zu Elvis geht von ca. 10000 Dosen an div. Medikamenten aus, die dieser Arzt ihm verabreicht haben soll. Der letzte Hilfe-Versuch kam von seiner grossen Liebe Priscilla, aber auch sie war letztlich machtlos. Sie wird im Film ebenfalls ein wenig porträtiert, ist aber klar eher eine Randfigur. Dies findet auch gänzlich nur auf einer positiven Ebene statt. Da das Mitwirken der echten Priscilla für den Film nicht unerheblich war, weiss ich natürlich nicht, wie unbefangen diese Darstellung nun ist.

    Ob der Film als solches jetzt das bessere Werk von Luhrmann ist oder doch Moulin Rouge, lässt sich schwer beurteilen. Moulin Rouge ist noch schillernder und hat ein anderes Tempo. Dafür verlangte dieser Film von den Darstellern gänzlich andere Fähigkeiten ab. Darsteller Austin Butler verriet jüngst bei einem Auftritt in Jimmy Fallons Show, dass er drei verschiedene Elvisse gespielt hat, da er in unterschiedlichen Zeitstufen seines Lebens auch anders gesprochen habe. Und man muss ihm attestieren, es ist ihm perfekt gelungen, einen Mann über diese verschiedenen Zeitebenen hinweg zu porträtieren. Ohne gross in übertriebene Emotionen abzudriften, ist dies einfach eine superbe, nuancierte Darstellerleistung, die einen Preis verdient hätte. In Interviews und ohne Elvis Tolle könnte man ihn glatt für einen jungen Val Kilmer halten. Er macht einen sehr bodenständigen Eindruck und wenn er diesen Lauf beibehält, wird das mal ein richtig grosser Star.

    Zusammenfassend kann man sagen, der Film fokussiert sich auf die Beziehung zwischen Parker und Elvis, zeigt die vielen unterschiedlichen Einflüsse, die für Elvis Musik eine Rolle gespielt haben und liefert ein würdiges Porträt für einen Ausnahme-Künstler. Der Schlusspunkt, bei dem wie in Tina – Whats Love got to do with it auf den echten Elvis übergeblendet wird, zeigt nochmals mit wie viel Leidenschaft er auch am Ende seiner Kräfte, der Musik nachgegangen ist. Baz Luhrmann ist ein grossartiger Film gelungen, der das Interesse an Elvis sicher noch steigern wird, immerhin hat ein grosser Teil der Weltbevölkerung noch nicht mal gelebt – so meine Wenigkeit – als Elvis verstorben ist. Aber gut, auch dieser Teil darf im übertragenen Sinn davon ausgehen, dass Elvis noch lebt. Denn Elvis war der King, the King is dead, long lives the King.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1744891
    ChrisKongChrisKong
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    Promising Young Woman

    Ein sehr spezieller Film, den man doch eher selten antrifft. Der Film gibt sich jede erdenkliche Mühe, nicht in Gefälligkeiten zu verfallen und den Zuschauer von Anfang bis Ende mit unangenehmen Situationen zu konfrontieren. Dabei sollen wiederkehrende Mechanismen, Absichten und dgl. entlarvt werden. Man kann ihn als eine Art Generalabrechnung mit der Männerwelt verstehen, denn keines der männlichen Exemplare kommt hier sonderlich gut weg, ganz im Gegenteil. Notgeil, dominant, verletzend, abwertend, gleichgültig, wir sehen hier ein Kaleidoskop voller testosterogener Ignoranz. Hier werden primär nicht Figuren, sondern Eigenschaften gezeigt. Es ist natürlich sehr leicht, dem Film Misandrie vorzuwerfen. Aber damit würde man eigentlich nur versuchen, sich der Debatte zu entziehen.

    Die Protagonistin, Cassie, toll dargestellt von Carey Mulligan, ist schwer traumatisiert. Zu Beginn ist nicht so recht klar, in welcher Weise. Erst nach und nach entspinnt sich, was in einer verhängnisvollen Nacht geschah. Dass es nicht um eine direkte Beteiligung mit ihr als Opfer zu tun hat, erfährt man schon sehr früh. Zeigt aber auch, dass es falsch ist, sich ausschliesslich auf das Opfer selbst zu fokussieren. Ein Umfeld kann weit darüber hinaus gestört werden und der Film widmet sich in nicht unwesentlichen Teilen auch diesen Kollateralschäden. Cassie hat ihre Lebensfreude deutlich verloren. Sobald klar wird, was aus ihr geworden ist, wünscht man dieser Figur nur noch ihren Frieden. Bis es aber dazu kommt, ist eine weite, schmerzhafte Reise ihr Weg.

    Cassie hat eine Mission und widmet dieser ihr ganzes Leben, wohlwissend, welche selbstzerstörerischen Züge sie dabei entwickelt. Sie nimmt diese Bürde bewusst auf und macht sich so zu einer stillen Heldin, die keine Form der Anerkennung sucht, sondern Gerechtigkeit. Dabei gibt sie sich als die personifizierte Versuchung aus, provoziert mit lasziven Gesten und lädt Männer dazu ein, sie als Freiwild zu betrachten. Eine Art Lackmus-Test für die Selbstbeherrschung von Männern. Es ist aber nicht so, dass Cassie hier blinden Männerhass in sich selbst entstehen lassen will. Nein, sie differenziert auch durchaus. Hier überlässt man es freilich der Fantasie des Zuschauers und seiner Interpretation, was mit den Männern passiert, die kein Mass mehr kennen. Sie führt eine Art Notizbuch. In einer Situation kommt ein jungenhafter Mann mit einer Verwarnung davon, respektive lässt sie diesen auf kongeniale Art und Weise auflaufen. Eine rein verbale Auseinandersetzung, aber so elektrisierend umgesetzt, als würde man in einem Tarantino-Film sitzen. Als sie die Szenerie verlässt, wird ein blauer Strich markiert. Der Mann hat die Gelegenheit sein Verhalten zu reflektieren. Was mit all den vielen roten Strichen im Büchlein ist? Der Film verzichtet auf diese plakativen Mittel des Revenge-Films.

    Was er ebenfalls nicht tut, er bedient keinen Vergewaltigungsvoyeurismus. Das eine entscheidende Ereignis, von dem die Rede ist, wird nie im Film gezeigt. Wir erleben es nur anhand der Reaktionen in der Rückschau. Wenn Cassie die Beteiligten damit konfrontiert, werden auch gleich noch die Verdrängungsmechanismen und falschen Entschuldigungen durchdekliniert. Auch dieser Kniff ist absolut gekonnt. So bleibt der Fokus auf der beschämenden Tatsache, dass Mittäterschaft kein geschlechterspezifisches Problem ist. Denn der Film erzählt auch von der Verlogenheit zweier Frauen und welche Wut oder Heuchelei dabei entstehen kann. Beispielhaft sind da Begegnungen mit einer anderen Frau in einer Machtposition und einer, die lang geschwiegen hat. Das ist genau die Stärke des Drehbuchs, wie diese Verhaltensweisen genüsslich von Cassie seziert werden. Beispw. in den Momenten, wenn sie in die Offenbarungsphase übergeht und die Täter in Spe ihre wahren Absichten kundtun. Diesen ist es egal wie Cassie heisst, was sie macht usw. Hauptsache sie kann schnell für Befriedigung sorgen und ist willig.

    Und die Guten? Die gibt es so nicht. Eher die Einsichtigen, wie etwa den Anwalt, der mit unlauteren Methoden Opfer sexueller Gewalt einschüchtert und sein eigenes Fehlverhalten später bereut. Sogar Cassies Vater, ein Art sympathischer Kumpeltyp, interessiert sich mehr für die Vorstellung, wo Cassie sein könnte (beruflich, verlobt, etc.) als für ihr Seelenheil. Es scheint zwar so, als würde niemand zu Cassie durchdringen können, aber so ganz stimmt das nicht, was auch gezeigt wird. Sie sehnt sich auch nach ihrem kleinen privaten Glück. Aber es ist eben keine Romanze.

    Zuweilen hat der Film schon einen recht bösartigen Drall. Dann kommt ein doch recht selbstreflexiver Mittelteil, der schon fast wie eine RomCom anmutet in der Stilistik. Damit hab ich dann sogar meine grösste Mühe bekundet. Es bricht die nihilistischen Züge der Figur. Vielleicht fand die Regisseurin, dass die Figur hier etwas mehr Legitimität für ihr Handeln hinzugewinnen könnte. Dabei wird sie aber nicht als eine kaltherzige Person gezeigt. So wirkt es auf mich eher wie ein etwas zu grosses Understatement, dass Cassie nicht bloss von Rache getrieben ist. Natürlich spürt man aber recht schnell, dass der Film dem Zuschauer kein Waynes World Super-Happy-End bieten wird. Das Ende setzt einen guten Schlusspunkt, mir gefiel die Umsetzung da aber etwas weniger, weil es eher an billige Auflösung von Hollywoodfilmen erinnert hat. Da hats mir noch ein wenig an Raffinesse in der Bildsprache gefehlt. Aber das schmälert den Filmgenuss nur wenig.

    Man muss dem Film aber auch einfach Kredit geben, er fühlt sich sehr krass und deutlich an, ohne auch nur einmal wirklich explizit zu werden. Und das ist für mich, was Filmkunst im weitesten Sinn ausmacht. Die Magie entsteht durch das Schauspiel, den Schnitt, die Musik, die Kombination von alldem. Es ist der erste Langspielfilm von Emerald Fennell, die hier geschrieben und Regie geführt hat. Sie darf sich damit getrost unter die besten Debütantinnen einsortieren. Man darf gespannt sein, wie ihre nächsten angekündigten Filme werden und ob sie die Qualität halten kann. Vielleicht das feministische Pendant zu Jordan Peele? Das Kino kann auf jeden Fall mehr davon vertragen. Der Film bietet mMn auch viel mehr Diskussionsstoff als beispw. Bombshell, den ich auch sehr gut fand. Einfach weil er hier keine Dämonisierung an einen unliebsamen Berufstyp auslagert. Es sind hier keine potenten Manager, die ihre Machtstellung ausnutzen. Hier ist die Gesellschaft als Ganzes auf der Anklagebank. Was hier halt bemerkenswert ist, ist die Tatsache, dass das nicht mit Mitteln gemacht wird, die man vornehmlich im Drama findet. Der Film vermeidet es bewusst, sich zu stark in eine Ecke einsortieren zu wollen. Wer ein reines Drama mit ähnlicher eindringlicher Message sucht, sollte sich North Country mit Charlize Theron und einer grossartigen Frances McDormand ansehen. Lange vor der Metoo-Debatte realisiert, zeichnet er ein ähnliches Bild der Gesellschaft wie Promising Young Woman. Da zeigte Hollywood ebenfalls, was es für Beiträge leisten kann.
    Fazit: Promising Good Movie

    als Antwort auf: PlayStation 5 Talk #1744860
    ChrisKongChrisKong
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    Wundert das wen? Eben haben die USA zum weiten Quartal in Folge einen Wirtschaftsrückgang zu vermelden, was defacto eine Rezession ist. Und weltweit wird mit gestiegenen Preisen überall weniger Geld für Hobbies übrigbleiben. Kommt noch hinzu, dass Sony jetzt auch Frühling bis Sommer nicht mit Highlights brillieren konnte. Glaube nicht, dass die Software-Sales bei den anderen besser waren. Im Zuge dieser Umstände dürften auch Sachen wie der Gamepass zusehends auf Interesse stossen.

    als Antwort auf: Verschwörungstheorien #1744808
    ChrisKongChrisKong
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    Max ist, soweit ich weiss, als freier Autor überall ein wenig unterwegs. Mittlerweile der Modus Operandi bei vielen Printmagazinen. Viele Ex-Redakteure haben immer wieder Artikel für die MGames beigesteuert. Herde, Wildgruber, Forster etc. Solange deren Knowhow verfügbar ist, eine gute Sache.

    als Antwort auf: Xenoblade 3: Rebuild of Xenosaga | You Can (Not) Redo #1744712
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    @SFN

    Lustigerweise glaube ich, dass solche Test gerade von denen gelesen werden, die sie noch nicht mal wirklich nötig hätten, besonders im Bereich Print. Der grössere Teil wird heute über Reviewer auf Yt und Co. abgedeckt. Und ob das allein dann ausschlaggebend ist, glaub ich nicht mal. Wichtiger ist, was trendet, wo man dabei sein möchte, um mitzureden. Diese ganzen Online-MP Spiele treiben doch diesen Gruppenzwang Modus auf die Spitze. Aber gut, war ja jetzt nicht das Thema.

    Deine Idee mit dem Nachreichen scheitert halt an der Realität, dass halt nach dem Test ein Tester nicht plötzlich mehr Zeit zur Verfügung hat, um einfach intensiver zu testen. Und bei der heutigen Art der Konsumation ist es auch fraglich, ob das überhaupt noch zur Kaufentscheidung beiträgt. Eben, wird ja eh schon auf Verdacht vorbestellt. Vielleicht eher so für die Rückschau, was man verpasst hat. Aber dann blättert man wohl auch weniger in Nachtests von Heften, schätze ich mal. Ich hab die Möglichkeiten, frag aber einfach Leute, von denen ich weiss, dass sie es gespielt haben. Da kann ich auch nachfragen, bei einem Test geht das ja nicht.
    Tests haben eine andere gute Funktion, die ich doch auch ansprechen möchte, sie funktionieren gut dafür, dass auch Sachen aufs Radar wandern oder ein Reminder sind, wenn man sonst dranvorbeilaufen würde. Ist für mich bei Filmen auch so. Ich werde dann wieder neugierig gemacht.

    als Antwort auf: Xenoblade 3: Rebuild of Xenosaga | You Can (Not) Redo #1744708
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    @Fuffel Mein Reden, der Inhalt der Tests ist wichtiger als der Schluss, zu dem der Tester bezüglich Wertung kommt.
    Gibt ja durchaus Spiele, die gewinnen in der Spätphase nochmals an Qualität hinzu. Fallout 4 ist so ein Beispiel, der Schlussgang rettet da recht viel. In weiten Teilen war Fallout 3 nämlich das spannendere Spiel im Vergleich. Bei Breath of the Wild hats bei mir auch zwei Anläufe gebraucht. Das wirkliche Suchtgefühl stellte sich da auch erst ein wenig später ein beim zweiten Mal spielen. Danach wollte ich aber alles entdecken. Bis auf 3 Schreine ging das auch sehr gut ohne irgendeinen Guide. Und mMn zeichnet das ein Spiel eben aus.

    als Antwort auf: Xenoblade 3: Rebuild of Xenosaga | You Can (Not) Redo #1744706
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    @Genpei

    Vielleicht liegt das Problem halt einfach auch an dem Wort Test. Wir alle kennen Tests von der Schule, vom TüV usw. Ein Messen in Zahlen und absoluten Werten. Ein Analysieren usw.
    Aber hier gehts zum einen ums Bewerten von Kunst – nicht nur natürlich – und zum anderen um eine Einschätzung, wie das Gesamtpaket beim Spieler ankommt. Darum ist es geradezu absurd mit nicht vergleichbaren Zahlen zu hantieren. Wenn manche User schreiben, sie hätten dem Spiel min. 87% gegeben, kann ich nur schmunzeln. Ich glaube kein Mensch kann Spielspass in eine mathematische Zahl umrechnen, man möge mir sonst die Formel präsentieren. Sie soll einfach etwas ausdrücken oder in einen Code übersetzen, der schnell erfasst werden kann. Nur gewinne ich daraus praktisch keine für mich wichtigen Erkenntnisse.

    Tja und jetzt das mit der Zeit. Wenn ein Redakteur nur ein Spiel testen müsste einen ganzen Monat lang und sonst nichts zu tun hätte, mag sein. Aber schaut mal in die MGames, da gibts mehr Tests als Redakteure, dazu Hintergrundberichte und und und. Die schreibt sich nicht von selbst.

    Darum sollten wir ehrlich sein, die meisten Tests sind einfach eine Einschätzung. Und als solche sind die auch ein guter Gradmesser, wenn man den Geschmack des Redakteurs kennt, er mit Vergleichen arbeitet usw. Ich kaufe ja auch nach Einschätzung, blind einer Zahl vertraue ich sowieso nicht. Man stelle sich mal vor, man würde das auf Restaurants oder dgl. ummünzen. Und viele machen das ja, schauen sich nur noch Bewertungen an, lesen aber nicht, was dazu geschrieben wird. Aber da würde auch keinem in den Sinn kommen zu sagen, hat min. 85% verdient. 🙂 Da nützen mir mehr Infos wie, das Fleisch kam kalt an, die Spaghetti waren verkocht, das Öl an den Fritten war ranzig etc.

    Ich meine es gibt einfach Faktoren in grossen Spielen, die kommen erst zum Tragen, wenn man die Spiele halt komplett durchspielt. Die Aussage, die ich hier auch immer wieder gehört habe, muss man ja nicht machen, finde ich auch eher tralala. Das kann ja nicht Sinn der Sache sein, dass man Sachen in ein Spiel integriert und sie dann ignorieren muss, weil man sie langweilig oder redundant findet. Spiele sollten ja möglichst so gestaltet sein, dass man eben alles machen will. Also ich kenne kein Spiel, bei dem ich nur Lust auf die Hauptmission hatte. Dass ich einzelne Nebenaufgaben wegglasse, ja, das mach ich auch. Aber halt insbesondere dort, wo es auch keinerlei Belang für die Geschichte und dgl. hat, z.B. div. Sachen in Far Cry Games. Besonders wenn die keinen Spass machen. Damit hab ich kein Problem. Aber in einem RPG erwarte ich eben, durch Nebenstories Vertiefung in der Geschichte und der Welt. Einfach stupide von A nach B rennen muss einfach nicht sein. Und kommt das zwei Mal vor, interessierts nicht, wenn der Entwickler meint, die Spielzeit aufzublasen, indem er das oft und häufig wiederholt, gehört das in einem Test berücksichtigt. Zu sagen, man muss ja nicht machen, dann bleibt es ja abwechslungsreich, finde ich da eher so faul wie die Ausrede des Entwicklers es nicht abwechslungsreicher gestalten zu können.

    als Antwort auf: Xenoblade 3: Rebuild of Xenosaga | You Can (Not) Redo #1744687
    ChrisKongChrisKong
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    Die Frage ist, ob man bei 100h in einem RPG schon generell von Ermüdungserscheinungen ausgehen kann, wenn das Game 300h feilbietet, thats the Point. Spielspass lässt sich halt nicht einfach so skalieren.
    Aber wie gesagt, ich lese sowieso lieber Texte, der Zahl messe ich in dem Sinn keinerlei Bedeutung zu. Bei Spielen, die ich nicht kenne, finde ich aber über den Metascore respk. Metacritics auch zu interessanten Reviews, die Anhaltspunkte liefern.
    Und ein Spiel muss auch alles andere als perfekt sein, damit ich es gut finde. Mich stört daran oft mehr, dass man Ressourcen irgendwo reinbuttert, die woanders fehlen. Oder wenn objektive Kriterien, wie die Technik, den Spielspass mindern, so geschehen bei Vampyr. Ein feines kleines Spiel, dass mit seinen Ladezeiten und Rucklern aus der Hölle diesen ganz klar gehemmt hat. Der Gameplay-Anteil war da zu hoch, ums wie bei TWD zu ignorieren. Aber auch dort, miese Technik ohne Ende und nicht auf invertiert stellen zu können, für mich praktisch ein NoGo in einem neuen Spiel. Das kostet nix an Aufwand, bietet aber gleich mehr Komfort. Ein aufgeblähtes Crafting-System hingegen kostet viel Aufwand, bringt oftmals aber nicht annähernd das Mehr an Spass, was man meinen könnte.

    @Tabby gibt echt keinen Grund so pissig zu reagieren, auch wenn du meinen Argumenten nicht folgen willst. Genpei saugt sich das ja auch nicht aus den Fingern. Aber nu, wer nichts zu entgegnen hat, schweigt halt.

    als Antwort auf: Xenoblade 3: Rebuild of Xenosaga | You Can (Not) Redo #1744681
    ChrisKongChrisKong
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    Das ist aber nur eine Vermutung von deiner Seite, die du nicht belegen kannst.

    Falsch, das mit den Easy-Schwierigkeitsgraden wurde ja auch schon von Seiten der Maniac eingeräumt meine das auch schon anderswo gelesen zu haben, respk. Gibts da auch Leute mit tieferem Einblick in die Branche, die aus dem Nähkästchen erzählen. Wäre auch einfach naiv anzunehmen, dass man genug Zeit hat, sich in div. Spiele richtig reinzuarbeiten. Dabei gehen dann halt auch Feinheiten durchaus verloren, die ein anderer Schwierigkeitsgrad bedingen würde. Ich spiel praktisch nie auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad, folgedessen sind oft auch gewisse Spielerleichterungen recht irrelevant. Ich masse mir dann auch nicht an, zu sagen, ich hätte das unter allen Bedingungen getestet, obs notwendig ist oder nicht. Beispiel The Outer Worlds. Diese ganzen Boosts für Statuswerte braucht man eigentlich nur auf den beiden höchsten Schwierigkeitsgraden. Das heisst, je nach Spielweise ist ein Element halt überflüssig oder nicht, anders zu werten. Tests sind und bleiben eine subjektive Angelegenheit.

    Aber der ganzen Presse, die jetzt ein Review von Xenoblade 3 veröffentlicht haben, schlechte oder unzureichende Arbeit vorzuwerfen, halte ich für sehr gewagt.

    Das tu ich auch per se nicht, sondern, dass unter diesen Umständen konzeptionell einfach kein wirklich ausgiebiger Test entstehen kann und das ergibt sich schlicht aus der Logik. Ein 200 oder 300h Spiel kannst du einfach nicht in der kurzen Zeit durchhaben. Einige sind ohne Guides auch schwer zu komplettieren und man würde noch viel mehr Zeit brauchen. Die hat ein Redakteur in der Phase aber nicht zur Verfügung.

    Wie gesagt, ich spreche von RPGs und Spielen mit einer gewissen Spieldauer, wo die Spieldauer eben auch eine Relevanz hat. Das hat nichts mit Dauerbrennern zu tun wie Mariokart, die andere oft länger suchten als ein RPG.

    Am meisten lerne ich über Spiele, indem ich hier mitlese. Weil hier begleitet man die Spieler dann auf unterschiedlichen Levels durch ein Spiel. Hier kenne ich die Leute und weiss, wie ich die Meinungen für mich einzusortieren habe. Spacemoonkeys Aussagen zu Kampfsystemen schenke ich mehr Beachtung als von irgendwelchen Redakteuren, bei denen ich nicht viel über deren Skills weiss. Maverick hat eine Affinität zu Zombie- und Apokalypse-Spielen. Ich grundsätzlich auch, aber bezüglich Meinungen zu Spielen gehen unsere auch oft auseinander. Darum würde ich da grundsätzlich eher noch eine Zweitmeinung einholen usw.

    Am besten ist sowieso selber spielen, aber Geld und Zeit sind endlich. Auf jeden Fall hab ich die meisten Tipps zu Spielen eigentlich hier erhalten und auch brauchbarere Meinungen. Liegt auch nicht zuletzt daran, dass hier viele User dabei sind, die in punkto Spielerfahrung vielen Redakteuren sogar einiges voraus sind. Und wenn du meinst, jemand mache eine Arbeit professioneller, weil er dafür Geld kriegt, dann lebst du in einer falschen Realität.

    als Antwort auf: Xenoblade 3: Rebuild of Xenosaga | You Can (Not) Redo #1744680
    ChrisKongChrisKong
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    @Genpei

    Da sind wir definitiv einer Meinung. RPGs sind einfach eine andere Hausnr. Zumal sich über den gesamten Spielverlauf auch Balancing Fragen stellen. Und da Tests eh schon schwierig sind, was Kriterien in ihrer Gewichtung betrifft, wird das mit der gesteigerten Anzahl an Optionen noch komplexer. Persönlich ist mir in der letzten Zeit kein Spiel untergekommen, dass man mMn nicht hätte entschlacken können an den richtigen Stellen. Aber wenn jemand genau da Tiefe wünscht, gewichtet er den Overflow halt als etwas Positives, was ich eher negativ werte.
    Aktuell bin ich ja in God of War dran. Und wenn ich mir so meinen Spielfortschritt ansehe, scheint das Spiel eine ideale Länge zu haben. Schwächen sehe ich da auch eher in diesem ganzen Crafting-Wirrwarr, den man definitiv besser hätte gestalten können oder dieses zähe, umständliche Reise-System zwischen den Welten, einer Schnellreise, die immer noch nicht verfügbar ist, warum auch immer.
    Aber wie du sagst, am Ende gehts mehr darum Emotionen zu bespielen, Euphorie oder Ablehnung zu entfachen, als sachlich und nüchtern einen Blick auf das Spiel zu werfen. Denn schliesslich gehts bei Tests mittlerweile wirklich nur um den Unterhaltungswert und eine Art Rückschau, wenn mans selber durchhat.

    als Antwort auf: Xenoblade 3: Rebuild of Xenosaga | You Can (Not) Redo #1744670
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Sry, nein, finde ich nicht. In ein paar Tagen hast du kein Rollenspiel in der Grösse auf Herz und Nieren getestet. Das ist schlicht Bullshit. Und wenn du dann eine Redaktion hast, die noch zig andere Tests fertigstellen muss, erwartest du echt, dass das etwas mehr als ein Anspielen ist? Oft werden ja sogar die ganz leichten Schwierigkeitsgrade verwendet, was ein Spielerlebnis auch massgeblich beeinflussen kann. Und beim Stichwort Redundanz einfach zu sagen, ja, muss man ja nicht machen, finde ich auch etwas plump. Ein Spiel kann auch so gut austariert sein, dass man trotz Zeitaufwand alles machen möchte, sofern das unterhaltsam gestaltet ist. Wenn man zehnmal quasi die identische Quest runterspult, kann man sich berechtigterweise fragen, warum man das Spielerlebnis nicht strafft, dafür mehr Abwechslung bietet. Aber wenn ich als Redakteur nur in jede optionale Questart in ein Beispiel reinspiele, würdigt das eben nicht die Umstände.
    Beim direkten Vorgänger wurde das ja öfter auch mal kritisiert von Spielern hier. Ob man das allerdings in irgendwelchen frühen Tests so liest, ich bezweifle es und kenne es von anderen grossen Spielen, die im Endeffekt eher ernüchternd waren.
    Ich merke es auch bei einem Spiel wie Elden Ring. Je länger man es spielt, desto mehr fallen einem auch valide Kritikpunkte ein. Viele hier haben ja zwischendrin wieder ein wenig pausiert gehabt. Ideal ist es mMn, wenn man von Anfang bis Ende gefesselt bleibt. Die meisten Spiele sind genau da meist einen Ticken zu lang.
    Diese Tests, Metascores sind doch vor allem für Fans, damit diese sich beömmeln können oder für Hater, die damit ihre vorgefasste Meinung bestätigen können. Es gibt im Netz auch durchaus gute Tests zu grossen Spielen, erfordert aber wie das Spiel selbst halt etwas Zeit.
    Oder frag dich mal selber, wann ist ein Test für dich in welcher Weise relevant? Wenn du schon vorbestellt hast, wars ja kaum für eine Kaufentscheidung.

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