ChrisKong
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ChrisKongTeilnehmerThe King’s Man – The Beginning
Matthew Vaughns dritter Streich im King’s Man Franchise erntete eher verhaltene Kritiken. Die Origin-Story der Organisation könnte ein direkter Verwandter von Guy Ritchies Sherlock Holmes sein. Und Vaughn und Ritchie sind sich nicht unähnlich. Die Geschichten sind meist flott und mit einigem Verve inszeniert und können allesamt als unterhaltsam taxiert werden. Das trifft hier auch oft zu, gerade die Actionszenen kann man für sich genommen durchaus geniessen. Leider muss man diesem Film auch attestieren, dass die Action hier auch ein bisschen das einzig nennenswerte Charakteristikum ist, welches vorgewiesen werden kann. Der Twist und Plot erinnert an die Holmes Reihe, an Bond und sogar die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen standen hier Pate. Der Mangel an Originalität ist allerdings nicht das wirkliche Problem des Films.
Der Film liefert ein paar fragwürdige Aussagen und lässt jegliche Reflexion zum Thema selbst vermissen. Die Rolle der Weltpolizei wird hier von einer privaten Gruppe verkörpert. Dabei scheint es opportun, Nationen in den Krieg hineinzuziehen, wenn es den eigenen Zielen dient. Erst dachte ich, dass da noch eine Form von kritischem Kommentar folgen muss, ein Anzeichen von Zynismus, das zeigt, wes Geistes Kind das ist. Aber davon ist nichts auszumachen. Es wird ein Gutmenschen-Verein etabliert, der sich das Recht herausnimmt ein wenig Geheimdienst zu spielen. Das wäre nicht weiter tragisch, aber der ganze implementierte und auch reichlich pathetische Idealismus wird so vorgetragen, dass kein Zweifel an der Rechtmässigkeit des Handelns laut wird. Passend dazu auch die Figuren-Konstellation, die laut nach den positiven Effekten des Kolonialismus schreit. Es wirkt einfach wenig glaubwürdig, wenn sich der Duke von Oxford als engagierter Samariter gibt, im einen Satz den Krieg kritisiert und sich dann mit dem Habitus eines Kolonialherren präsentiert. Sein schwarzer “Freund” darf ihm als Diener zuarbeiten, die Haushälterin ist auch in einem nicht weniger problematischen Konstrukt eingebunden. Nach dem Tod seiner Frau, wird das Arbeitsverhältnis noch ein wenig ausgedehnt. Man wähnt sich im feuchten Traum einer männlichen, weissen Elite. Wäre das eine parodistische Überzeichnung oder man hätte wie in Bond eine Hinterfragung dieser Rollenmodelle, dann liesse sich eine gewisse sinnige Ambivalenz festmachen. Diese fehlt in Vaughns Vision aber vollends.
Im Grunde löst dieses Zweck heiligt die Mittel eine Kaskade an fatalen Ereignissen aus, die wieder zu den nächsten fragwürdigen Entscheidungen führen. Hier ergibt sich auch eine entscheidende Divergenz zwischen den Figuren und dem Zuschauer. Der Zuschauer kennt die Geschichte und die Konsequenzen, die Figuren spekulieren einfach ins Blaue und nehmen dabei Eskalationen in Kauf ohne dabei auch nur ein schlechtes Gewissen zu haben. Von einem Freibrief für Manipulation und Demagogie kann man durchaus sprechen. Der Konterpart ist ein erst gesichtsloser Feind, der aber eine klare Motivation verfolgt. Die Bösartigkeit und der Sadismus der Figur wird zur Schau gestellt, damit auch der hinterste begriffen hat, wer hier der Schurke ist. Allerdings ist das Anliegen oder der Grund warum die Figur so handelt, eine durchaus nachvollziehbare. Hier wird der Widerstand einer Minderheit zum Terroristen erklärt und die Machtelite zum Befreier stilisiert. Würde man den Schurken nicht mit allerlei niederen Absichten ergänzen, er könnte der tragische Held dieser Geschichte sein.
Wo Vaughn in Kick-Ass das Vigilantentum hinterfragte, die Rechtsstaatlichkeit zur Disposition stellte, dann aber doch eher tendenziös abschloss, so macht er sich hier gar nicht erst die Mühe, Positionen zu verhandeln. Er legitimiert das Handeln und die Entstehung der Kings Man Institution, thats it. Vielleicht fehlts ihm da einfach an Fingerspitzengefühl und sein nach Aussen hin vermeintlicher moderner Anstrich ist nur eine Fassade, um den Status Quo als einen positiven zu verkaufen. Man könnte nun mit historischem Kontext argumentieren und dass es innerhalb von diesem nicht anders hätte sein können. Das ist schon richtig. Aber man weicht diese filmgewordene Geschichts-Klitterung sowieso dermassen auf, dass es darauf auch nicht angekommen wäre. Aber nehmen wir mal an, man hätte das für voll genommen, das erklärt nicht, warum hier alles so kritiklos serviert wird. Nein, dieser Film ist durch und durch konservativ und reaktionär. Hier kommt der Wolf halt nur im feinen Zwirn daher.
ChrisKongTeilnehmerHalt die Schattenseiten dieser Vorfinanzier-Kultur. Woanders wird auch erst das Produkt produziert, bevor es verkauft wird. Gibt immer mehr solche Anbieter, die das unternehmerische Risiko auf den Kunden abwälzen wollen und diesen als Investor zweckentfremden.
ChrisKongTeilnehmerMomentan bin ich bei ca. 14-15h auf der Spieluhr. Entsprechend sind meine Eindrücke nun ein wenig besser. Ich war für einen kleinen Ausflug in Schloss Sturm-was-weiss-ich. Hab da schon eine Vermutung, weil ich mich natürlich für die Schleichpassage entschieden habe. Naja, schleichen geht anders. Grosse Teile nach dem ersten grösseren Ritter bin ich dann aber durchgerannt. Einige der Gegner sind dort zu anstrengend im Moment. Bin dann vermutlich in den Bereich hinter dem grossen Tor gelangt. Dort wimmelt es von Ballisten. Und leider verursachte die Kollisionsabfrage für einen kleinen Wutanfall. Weiss nicht, wie viele Bolzen der Armbrust da auf dem Sims hängengeblieben sind. Das ist aber einfach nicht möglich, wenn man am Rand steht und in diesem Winkel schiesst mit Zielfunktion. So hatte ich leider keine Bolzen mehr, um das ganze Gesindel zu erledigen. Ich hatte nur eigentlich null LP und wäre bei einmal anhusten vermutlich umgefallen. Musste dann notgedrungen wegteleportieren. Ein Bonfire konnte ich nicht ausmachen und netterweise verliert man im Schloss mit jedem Tod Runen.
Das Schöne ist, steckt man irgendwo fest, probiert mans woanders. Im Startgebiet der Höhle gabs ja noch eine Nebelwand. Bislang führte jede versperrte Nebelwand zu Ruhm und Reichtum. Hier lauerte unten aber Tod und Verderbnis. Erst diese Giftkloake, dann die Todesapparatur. Da war strategisches Vorgehen das A und O. Mein Tipp, für den letzten Teil der Strecke, wenn der Karren hochfährt, seitlich runterspringen, dann hat man genug Zeit, um über den schmalen Teil in die Nische zu gelangen. Lässt man den Karren jeweils mitkommen, reicht die Zeit wohl nicht. Unten hats noch einige Gegner, die ich stehen lassen hab. Zu meiner Verwunderung wartete unten tatsächlich noch ein Boss. Und was für einer. Erst wähnte ich mich im falschen Film. Der bewegt sich zu schnell, ich mache keinen nennenswerten Schaden und Geister casten kostet wertvolle Zeit. Kein Plan. Meine Vermutung, da gibts sicher einen Weg, vielleicht mit irgendwelchen Spezialobjekten oder dgl. Trotzdem immer weiter rumprobiert und mal einen Schild benutzt. Der hat dann zwar nicht viel gebracht, aber im Kampf immerhin die Erkenntnis, wenn man dicht an dem Wichser dranbleibt, ist die Gefahr geschnappt zu werden gleich null. Weil das bedeutet dort immer Instant-Death. Dann wieder die Waffe in beide Hände und gib ihm. In Kombination mit der Qualle. Hat tatsächlich funktioniert. Als ich noch ein paar Schläge vom Sieg entfernt war, hatte ich eigentlich jederzeit mit einem tödlichen Schlag gerechnet. Der kam aber nicht. Als Belohnung gabs dann die Asche eines Ritters. Und was seh ich, ich kann die gar nicht nutzen weil zu wenige FPs. Mit den im Sieg erhaltenen Runen gleich mal diese Attribute gelevelt.
Der Sieg war absolut unerwartet. Aber zeigt auch wieder gut, was mich an diesen stressigen Bosskämpfen reizt. Es geht da mehr drum, den perfekten Kampfplan zu entwickeln und zu verbessern. Selbiges tat ich bei diesem Erdenbaum-Avatar, war da jedoch enttäuscht, dass weiter nichts passierte in dem Gebiet. Der war zuerst auch eine Knacknuss. Aber da half wirklich die Bewegungsmuster studieren und die Folgeschläge kennen. Dann kann man bequem hinreiten und draufhauen.
Dann war da noch so ein komischer Fährmann, bei dem ich null geblickt habe, worin genau da die Gefahr bestand. Der hat sich zwar immer wieder weggebeamt, aber war so langsam in seinen Attacken, sollte eigentlich für niemanden ein Problem sein.
Bester Teil war bislang das Schloss, was noch weiter erkundet werden muss. Da kommen Demons Souls Vibes auf. Einzig dieser Bonfire-Geiz ist nicht ganz nachvollziehbar. Vor Margit gibts eins, bei Margit gibts eins und gleich nach Margit nochmal eins??? Dann aber dauert es ein wenig bis zum nächsten. Aber von diesem aus konnte ich noch kein weiteres ausmachen. Dafür unten irgendwo den Zauberer getroffen, der mir bei Margit geholfen hat.
Auf jeden Fall bietet das Schloss genau den Nervenkitzel aus den Schlössern aus den Vorgängerspielen.
Weiter könnte ich jetzt zwei Kerker oder so teleportieren, versuchen Schloss Morne zu erreichen oder im Schloss weitermachen. Oder den Drachen ärgern oder vielleicht doch lieber den berittenen Spast fertigmachen. Wobei der mit dem Pferd einen Vorteil gegenüber anderen Bossen hat, da kann ich mit meinem bislang nicht wirklich dagegenhalten.
Die Reiterei ist denn auch das Element, das dieses Spiel bislang einfacher ins Spiel finden lässt, was Standardgegner angeht. Die sind vom Pferd aus selten eine tödliche Bedrohung.
Aufgrund bisheriger Soulserfahrungen spiele ich es natürlich ein wenig anders, das würde ich nicht leugnen. Einerseits geh ich progressiver voran, spare selten was auf, z.B. setze ich laufend Steinschwertschlüssel ein, wo ich früher die gespart hätte, um erst in Erfahrung zu bringen, wo sich diese lohnen. Das mach ich nicht. Nutzen und sehen was passiert. Weiter verbrauche ich die Runen, um alles, was irgendwie selten ist, bei Händlern und Co. gleich wegzukaufen, vermutlich aus Angst, dass die irgendwann verschwinden. Hab da auch schon das Gefühl, dass ich da vielleicht eine schon vergrault habe. Und das mit den Schriftrollen abgeben war in DS 3 schon so ein Clusterfuck. Weiss also nicht, ob ich die nicht besser jemand anderem gegeben hätte. Gewisse Charaktere reagierten in DS 3 ja nur bei einem gewissen Level oder Zeitpunkt im Spiel und hat man das verpasst, verlor man auch die Möglichkeit auf die Zauber. Gibt da so ne festgepfählte Hexe, bei der ich genau diese Vermutung habe. Weil sie keine Dialogoptionen offenbart. Aber gut, vielleicht später mal. Die Zauber sind eh nur Prophylaxe, sollte ich später doch anders skillen wollen. Wer weiss, was da noch wartet?
Mausoleum war ich auch schon, dankenswerterweise kann man sich Notizen vom einen Händler kaufen, dann ist eigentlich klar, was zu tun ist. Wobei ich das sogar instinktiv schon gemacht habe, mir aber nicht bewusst war, dass es einen Effekt hatte. Aktuell nützt mir das Mausoleum aber nichts. Da braucht man wiederum was anderes.
Auf jeden Fall geht die Zeit sehr schnell rum. Da finde ich 300h gar nicht mal so speziell und erwarte ähnlich hohe Zahlen, da ich gerne mal länger rumprobiere bei Bossen.
Das mit den Spezialattacken muss ich auch noch richtig ausprobieren. Das mit dem Schwert gestern erstmal gerafft. Mit Pfeil und Bogen, muss man den mächtigen Schuss wohl mit der Autoaim-Funktion kombinieren und den Linken Trigger gedrückt halten. Im Zielmodus wird das wohl nicht gehen?
ChrisKongTeilnehmerKilling Gunther
Photoshop sei Dank hat es Schwarzenegger aufs Cover geschafft. Dass Schwarzenegger hier den McGuffin spielt, wusste ich im Vorfeld schon. Wers nicht weiss, könnte enttäuscht werden. Das ist kein Arni-Äktschn-Fuim. Seine Screentime ist eher bescheiden, dafür effektvoll. Da der Film gar nicht so übel sein sollte, habe ich am Wühltisch zugeschlagen. Und alle Achtung, der Film kann durchaus was. Klar, vieles mutet nach Lowbudget an, in Szenen, die Arni in Äktschn zeigen, wird er von einem Double gespielt, das sich einfach null so bewegt, wie Schwarzenegger das tun würde. Die Statur passt auch schon überhaupt nicht. Aber die grosse Stärke des Films ist, dass er sich null ernst nimmt und mit den Figuren ein regelrechtes Kasperletheater veranstaltet. Dass es so humorvoll geraten ist, hat mich positiv überrascht. Und auch wenn man Arni erst im letzten Teil des Films sieht, so ist sein Auftritt ein regelrechter Genuss. Den Spass merkt man ihm deutlich an, was man von den ganzen C-Movie-Mitstreitern (die 80er Recken brauchen vielleicht ne Selbsthilfegruppe?), die jeden Monat min. einmal vom Cover grimmig runterblicken, nicht sagen kann. Der Film legt auch ein gutes Tempo vor, was ihm definitiv zugutekommt. Alles in allem reicht das für eineinhalb Stunden leichtverdauliche Unterhaltung. Wer mit dem billigen Touch keine Probleme hat, sollte mal einen Blick riskieren. Hochglanzproduktionen wie Smokin Aces mögen inszenatorisch mehr auf dem Kasten haben, aber sind aber nicht per se besser. Humor ist und bleibt der Risikofaktor des Ganzen. Wenn man nichts damit anfangen kann, wird einem der Film nichts taugen. Dafür sticht er in keiner seiner Genrekategorien nennenswert raus.
Hauptdarsteller und Regisseur in Personalunion, Taran Killam, wird den meisten schon in der einen oder anderen Form über den Weg gelaufen sein. Er lieh seine Stimme in Animationsserien wie Simpsons, The Bad Batch, trat als Nebendarsteller in div. Produktionen auf. Viel mit Star Wars Bezug. Also im besten Sinn vermutlich ein Star Wars Nerd. https://en.wikipedia.org/wiki/Taran_Killam#Filmography
Gelungenes Debüt als Regisseur würde ich sagen.
ChrisKongTeilnehmerGut, das ist auch die Branche, die einem das oktroyiert. Das Problem ist, dass Kabel eben nicht mehr klar angeschrieben werden. 2.2 wird nirgendwo definiert. Scheinbar hat man sich aufgrund der grösseren Flexibilität davon verabschiedet. Jetzt steht da einfach Highspeed Kabel und der Kunde weiss gar nicht was er kauft und der Verkäufer noch viel weniger. Selber im Laden erlebt. Ist einfach max. intransparent und bei Scart konnte man zumindest Pins zählen. 🙂 Weiter machen die neuen Konsolen ja mit dem Durchschleifen Probleme, was überhaupt erst auch ein Grund war, das Signal vom TV wieder zum Verstärker zurückzuleiten. Ich weiss nicht, ob Denon und Co. da schon Updates haben, die das Problem umgehen.
ChrisKongTeilnehmerGestern auch wieder so einen Fall von Liebe verspürt, als der Reciever einfach nicht auf die andere Eingangsquelle wechseln wollte. Der geht automatisch auf TV Audio dank ARC. Muss dann immer manuell auf den anderen Eingang wechseln. Ich muss sagen, nach Jahren mit HDMI Erfahrung, bin ich immer noch kein begeisterter Fan von der Verkabelung damit. Ein wenig Zug auf dem Kabel, schon hast du Störungen etc. Manche Eingänge sind beschissen platziert vom Winkel und begünstigen das noch. Manche Kabel sind zu starr, etc. Dann dieser ganze Abfrage-Kack, der auch mal nicht immer sauber läuft, Versionswirrwarr, den kein Ottonormalbürger versteht.
ChrisKongTeilnehmerIch hasse es auch, wenn die Technik nicht das macht, was sie eigentlich soll. Das Problem ist, dass gerade das System mit HDMI ARC oft einfach willkürlich macht, was es will, warum auch immer. Die Idee dahinter ist schon toll, mit einer Taste quasi Makros auszulösen. Aber warum schaltet beim einen Mal sich der UHD Player von alleine ein, wenn ich den Fernseher aktiviere und beim anderen Mal nicht? Manchmal stellt der TV sich aus, wenn ich den Player abschalte, manchmal nicht, obwohl sonst nichts läuft.
Ich kann mir vorstellen, dass wie gesagt die Spiele in irgendwelchen Zyklen online etwas abfragen oder dgl. Hast du mal versucht, die Konsole offline zu stellen?
ChrisKongTeilnehmerWenn das Problem seit dem Update auftritt, würde ich auch darauf tippen. Da es auch immer getimed auftritt, vermute ich auch, dass es vielleicht an einem Routine-Prozess der Konsole liegen könnte und/oder einem Gerät, das sowas macht. Ich weiss, damit hats nichts zu tun, aber ich weiss, wie früher z.B. Bildstörungen beim Fernsehen beispw. durch zeitgeschaltete Heizungen ausgelöst wurden. Es kann ja nur die Geräte betreffen, die dann laufen. Und ehrlich, wenn irgendwo im Hintergrund dauernd Prozesse ablaufen, dann wohl am ehesten bei der Konsole.
ChrisKongTeilnehmerTime Bandits
Vor kurzem erschien der Film in einer Neuauflage im schönen Mediabook. Dieser Film war in der Jugend eine VHS-Entdeckung bei einer befreundeten Familie. Was mich damals schon fasziniert hatte, war die Fantasie mit der hier gearbeitet wurde. Vieles an dem Film ist nicht gerade gut gealtert. Der wird schon damals eher Lowbudget gewesen sein und eins ist absolut klar, dieses Drehbuch würde heute kein Studio mehr freigeben, respektive einen Film daraus produzieren. Und genau das macht diesen Film umso wertvoller. Er gehört einer aussterbenden Spezies an. Die Fülle an absurden Szenen, die Terry Gilliam uns bietet, weckt angehme Erinnerungen an sein Wirken bei den Monty Phytons. Und so verwundert es nicht, dass auch Mitstreiter von damals dabei sind, namentlich John Cleese und Michael Palin. Palin schrieb auch am Drehbuch mit. Seine Rollen sind bestes Phyton-Material und John Cleese als Gutmensch Robin Hood ist einfach nur köstlich. Aber auch ansonsten ist es erstaunlich, dass Namen wie Jim Broadbent, David Warner und last but not least Sean Connery himself für den Film gewonnen werden konnten. Sie alle bereichern diese Posse ungemein. Nach meinem Dafürhalten hat aber Ian Holm die beste Nebenrolle als Napoleon Bonaparte, der seinen Minderwertigkeitskomplex dringender beackern muss, als seinen Eroberungsfeldzug in Italien.
Was mir damals in der Jugend nicht bewusst war, wie sehr der Film das Spiessbürgertum und den Kapitalismus durch den Kakao zieht. Die Protagonisten, bis auf das Kind Kevin, das die Ereignisse begleitet, sind alles kleinwüchsige Darsteller, die wie eine Steilvorlage für die Ferengi (Star Trek) wirken. Die Gier nach Reichtum treibt diese Gruppe an. Dass die Truppe bei ihrem Raubzug ein ums andere mal scheitert, darf als klare Botschaft verstanden werden. Es wird auch immer wieder betont, dass deren eigentliche Aufgabe die Erschaffung der Pflanzenwelt war. Hier wird der Reichtum des einen gegenüber dem vermeintlichen Reichtum des anderen gegenüberstellt. Zugegeben, Subtilität ist nicht die Stärke des Films. Kevins Geschichte ist für sich genommen ein Hohelied auf den Eskapismus. Seine Eltern sind Sklaven des spiessbürgerlichen Duktus und deklinieren die ganze Ödnis dieses Lebens durch. Die grössten Konflikte ergeben sich aus Fragen des Konsums, etwa um Diskussionen zur Kücheneinrichtung. Liebe kriegt Kevin nicht vermittelt. Und so ist es denn auch bezeichnend, dass er in seiner Flucht aus diesem Umfeld seine Erfüllung findet, als sich sowas wie ein Ersatzvater in König Agamemnon abzeichnet. Seine richtigen Eltern scheinen nur noch funktionale Aufgaben zu übernehmen, um aus Kevin einen gutbürgerlichen Konsumenten heranzuerziehen. Dazu passt auch die im Hintergrund laufende Fernsehsendung mit Jim Broadbent als Moderator, in der ein grosser Gewinn versprochen wird. Diese Episode spielt im Laufe des Films noch eine Rolle, um Kevin vor vermeintlichen Versprechungen zu warnen.
Natürlich beeinflusst Kevins kindlicher Blick auch die Räuberbande und aus der anfänglichen Zweckgemeinschaft erwächst eine Beziehung. Der Finalkampf gegen das Böse ist denn auch sehr disneyesk in seiner Emotionalität. Er glänzt aber auch mit einem Einfallsreichtum, der surrealistische Bilder kreiert, die man leider zu selten sieht. Einiges davon rettet der Film auch über die Zeit, was von anderen Effekten definitiv nicht gesagt werden kann.
Das Böse, gespielt von David Warner, ist auch ein interessanter Faktor in der Geschichte. Verkörpert werden zutiefst menschliche Eigenschaften, Eitelkeit, Hybris, Machtstreben, Verführung. Und auch hier macht der Film die klare Aussage, dass es eine Notwendigkeit für diese Eigenschaften gibt. Denn Wahlfreiheit kann es nur geben, wenn auch eine schlechte Wahl möglich ist. Anders ausgedrückt, eine Moral kann sich nur mithilfe der Amoral abgrenzen.
Das Ende des Films erlaubt auch mehrere Lesarten. Für mich ist es so, dass die Fantasie ihre Wurzeln im Alltäglichen haben kann und Wunsch und Sehnsucht die Richtung vorgeben. So ist es denn auch ein altbekannter, der sich von Kevin verabschiedet. Hier spürt man auch wieder deutlich raus, was Kevin sich wünscht, ihm aber von Haus aus verwehrt bleibt.
Die Motive des Films wiederholen sich immer wieder, aber er (Gilliam) tut dies in fantasievollen Varianten, was einen grossen Teil des Spass ausmacht. Ich glaube auch die Bilder sind eine grosse Stärke des Regisseurs und lösen bei mir, auch damals schon, diese freudige Erwartung aus, wohin es als nächstes geht. Es ist einfach so, dass der Reiz einer Fantasie grösser wird, wenn sie nicht schon komplett ausformuliert in der eigenen Erwartung schlummert. Eine Kritik in Richtung Franchise-Filme ist durchaus gewollt. Die schaffen nämlich genau das nicht.
Und auch wenn der Film mit ein paar Mängeln behaftet ist, etwa der wenig prickelnde Humor im Umfeld des Bösen, so bewundere ich doch den Mut von Gilliam auch, auf ein aus heutiger Sicht wenig attraktives Ensemble als Protagonisten zu setzen. Tatsächlich gewinnt der Film dadurch enorm und Gilliam versteht es gut, die Kleinwüchsigkeit zwar thematisch zu implementieren, aber sie nicht als limitierenden Faktor in der Geschichte zu platzieren. Dazu tragen auch die tollen Darsteller bei. Leider verhinderte der Tod von den zwei am stärksten aufspielenden Darstellern, David Rappaport – beging Selbstmord – und Jack Purvis – hatte einen ähnlichen Unfall wie Anton Yelchin – eine angedachte Fortsetzung. Mittlerweile sind auch viele der anderen Darsteller verstorben. Shelley Duvall (Shining) darf im Zusammenspiel mit Michael Palin glänzen. Nebst Kevins Mutter und Mrs. Ogre die einzig nennenswerte Frauenrolle in dem Film. People of Color kommen gar keine vor. Es sind also Bilder, die sich auf rein westliche Referenzen berufen. Das kann man durchaus kritisieren, aber bei entsprechender Lesart lassen sich diese ganz plausibel erklären. Der Film wird uns ja aus Sicht von Kevin erzählt. Und seine Realität ist auch in ihrer Surrealität eine andere. Dass diese westliche Sichtweise auch mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist, merkt man spätestens in der Darstellung des obersten Wesens, der wie ein Chefbeamter auftritt und Brazil ein wenig vorwegnimmt. Generell ist die Systemkritik ein roter Faden, der sich durch das Werk Gilliams zieht. Und sein Kampf, seine Visionen auf den Weg zu bringen, lassen seine Filme erst recht wie eine erfolgreiche Therapie wirken. Ich meine kaum ein Film von ihm schaffte es einfach so auf die Leinwand. Und für uns Kinogänger bleibt zu wünschen, dass er diesen Kampf nie aufgibt und weiter macht solange er kann.
Fazit: Kein Meisterwerk, aber ein Unikum, das mehr unter seiner vordergründigen Oberfläche verbirgt als es zunächst den Anschein hat. Die Inszenierung ist nicht mehr zeitgemäss, thematisch ist er das dafür umso mehr. Auch ein schönes Zeitzeugnis, was in den 80ern als Vorboten der Technologisierung der Menschheit gedeutet wurde, Stichwort Autotelefone. Seine Kritik ist zutreffend, manchmal aber etwas plump formuliert. Dabei liefert er aus heutiger Sicht selber Angriffspunkte, gerade für eine Gesellschaft, die woke mit envogue verwechselt.
ChrisKongTeilnehmerLake Placid vs Anaconda (Netflix)
Die Reste-Rampe der Darsteller winkt heftig und irgendwo findet sich immer ein Franchise, das als Auffangbecken für die nicht mehr ganz so taufrischen Akteure dient. In dem Fall wurden sogar zwei Franchises miteinander gekreuzt, Anaconda, das meines Wissens nach min. zwei Teile hat und Lake Placid, meine dass es dort vier oder fünf sein müssen. Wirklich guter Tierhorror gabs bei keiner der beiden Reihen. Anaconda war schon im ersten Teil totaler Trash. Kann als solcher aber absolut empfohlen werden. Immerhin bietet er renommierte Darsteller, die sich aus unerfindlichen Gründen – okay, Geld ist ja jetzt nicht unerfindlich – in diesem Machwerk tummeln. Bei Lake Placid findet man davon weniger, dafür ist der Film etwas seriöser aufgezogen. Kommt aber nicht über den SyFy Standard hinaus.
Ein Team von Personen mit zweifelhafter Motivation experimentiert nun mit dem Kroko aus Lake Placid und zwei Anacondas rum. Das geht natürlich ordentlich schief. Und so dauert es nicht lange, bis das grosse Fressen beginnt. Zum Teil sieht man explizite Szenen, dann wieder wirkt das Geschehen geschnitten. Ich konnte nicht genau ausmachen, ob der Film einfach von Hause aus so mies geschnitten ist, man kein Geld für Effekte hatte oder Netflix die Schere angesetzt hat. Netflix macht das nämlich, sogar bei Klassikern wie Scarface. Absolut sinnfrei, dann Horrorfilme anzubieten. Das Ganze ist auch abseits fehlender Splatter-Effekte nicht grad ein Ausbund an Spannung. Die Dialoge sind doof, aber zu wenig, als dass man daraus irgendeinen Spass ableiten kann. Corin Nemec, Parker Lewis, der Coole von der Schule, ist gut in Form und hebt sich auch darstellerisch vom Rest ab. Yancy Butler, die nach ihrer Serie Witchblade vor Jahren in die Alkoholsucht abstürzte, sieht auch sehr gut aus, sprich gesünder. Ihr Mienenspiel scheint sie nicht verlernt zu haben, als wären zwischen Hard Target und diesem Film kein Tag vergangen. Daneben ist auch noch Horror-Ikone Robert Englund mit von der Partie. Die Rolle ist leider peinlich und armselig. Solchen Schrott sollte er sich nicht antun.
Dieses Crossover kann man sich sparen, es ist weder im einen noch im anderen Franchise ein Highlight. Bestenfalls kann man es als leidlich unterhaltsam betrachten. Für einen gelungenen Trash-Film Abend fehlt es an mehr Absurdität.
ChrisKongTeilnehmer28 Years later, die inoffizielle Fortsetzung der Reihe. 🙂
ChrisKongTeilnehmerDann warst du ja überrascht. Überraschung gelungen, Patient gestorben.
ChrisKongTeilnehmerMetroid ist so das Dark Souls für Nintendo. Premium-Reihe, die ihre Fans hat.
ChrisKongTeilnehmerThe Amazing Spider-Man 2 Rise of the Electro
Zugegeben, ich habe mittlerweile eine Kurtzman-Allergie. Wo der Mann mitschreibt und mitwirkt finden sich streitbare Resultate zuhauf. So wundert es mich persönlich nicht, dass der zweite Teil mit Garfield (ohne Odi) gegenüber dem ersten klar abfällt. Und nein, ich wusste erst im Abspann, dass Kurtzman seine Finger im Spiel hatte. Ist das eine gute Erklärung? Nein, vielleicht nicht. Aber ich schieb ihm gern den Sündenbock zu, dafür hat er bei mir mittlerweile genug Pfuschmeilen gesammelt.
Spider-Man heult sich durch den halben Film. Das wirkt zuweilen recht pathetisch und hilft der Geschichte ebenso wenig, wie das grosszügige Reinpacken diverser Plotelemente, die dann jedes für sich zu kurz kommt. Nehmen wir mal den Titelgeber, Electro. Also von einer Schurkengenese kann da nicht die Rede sein. Sein Wandel vom Spider-Man-Fan zum Widersacher einer ganzen Stadt wird so schnell und uninspiriert abgehandelt, dass man den Eindruck nicht ablegen kann, seine ganze Story hätte auf einem Notizzettel platzgehabt. Jamie Foxx liefert da auch eher eine Parodie ab. Dabei wäre der Charakter des stets übersehenen Max durchaus interessant gewesen. Im MCU findet man aber mittlerweile ähnlich konzipierte Charaktere. Electro wirkt auch irgendwie zu überlegen, nur um dann doch zu leicht von Spider-Man abgefrühstückt zu werden. Leider beschränkt man sich nicht darauf, sondern würgt auch noch den Green Goblin mit rein. Auch hier hätte die Geschichte zwischen Peter und seinem Schulfreund mehr Platz verdient, damit die Entzweiung stärker nachhallt. So sieht man von Harry Osborn von Beginn weg das Bild eines arroganten Schnösels ohne den Anflug von Sympathie, die man ihm entgegenbringen möchte. Da war Francos Osborn definitiv der bessere von beiden. Dann ist da noch Tante May, das Schicksal von Peters Eltern, sein Loveinterest Gwen Stacy und sogar Rhino kriegt einen Auftritt. Ob Paul Giamatti in die Rolle passt, sei mal dahingestellt. Es ist einfach des Guten zuviel und das Spider-Man all-you-can-eat-Buffet führt zur dramaturgischen Übersättigung.
Das Ende ist eindeutig zu melancholisch geraten und schreit ein wenig nach Fortsetzung, die kam aber bekanntlich nicht. Eigentlich schade, denn ein weiterer Teil hätte durchaus noch einiges ausbügeln können, was zu kurz gekommen ist.
Der Film ist nicht so schlimm, wie befürchtet. Im Vorfeld wurde an der Fortsetzung kaum ein gutes Haar gelassen. Einen gewissen Unterhaltungswert besitzt er durchaus. Kurzweil wird geboten und an Action mangelt es auch nicht. Die Charakterisierungen sind grösstenteils zu flach und Figuren wie Onkel Ben werden schmerzlich vermisst. Die Nebenrollen sind sehr gut besetzt, z.B. mit Colm Feore als Leiter der Oscorp Industry oder Marton Csokas in einer eher untypischen Rolle als Wissenschaftler mir sadistischen Neigungen. Einige der Schwächen werden so zumindest überspielt.
Raimi-Trilogie, Webb-Zweiteiler oder der Reboot mit Tom Holland als Spider-Man? Da muss ich ganz klar der neuesten Interpretation den Vorzug geben. Raimis Trilogie ist klar besser als die beiden Teile von Webb, haben aber auch nicht wegdiskutierbare Schwächen. C.K. Simmons ist eine Bank, dafür kann ich mit Kirsten Dunst als M.J. nichts anfangen. Mir gefiel Teil 3 tatsächlich sogar besser als 2, obwohl ich da eher alleine bin. Die Schurkenriege ist in Raimis Trilogie exzellent besetzt und deren stärkstes Plus. Die Geschichte ist aber so konventionell und die Effekte furchtbar gealtert, dass es bei mir doch nur für Platz 2 reicht. Die Tonalität von den letzten beiden Spider-Man-Filmen fand ich erfrischend mit seinen Coming of Age und RomCom Elementen. Die Geschichten sind auch besser inszeniert und erzählt. Michael Keaton zeigt einmal mehr, was in ihm steckt, ohne dass er Gefahr läuft in Overacting aufzugehen. Gyllenhaal fand ich leider enttäuschend und den Part des zweiten Films eher solala. Auch die Action war deutlich zu viel und spannend fand ichs nicht. Trotzdem ist das eher Meckern auf hohem Niveau und wenn der neueste Teil kann Hollands Interpretation als Platzhirsch zementieren. Wird natürlich alsbald geschaut.
Fragt man mich allerdings nach dem besten Spider-Man Film, so muss ich Spider-Man into the Spiderverse nennen. Obwohl ich RL-Versionen präferiere, ist dieser Trickfilm in Tempo und Witz so gelungen, da kommen die anderen Filme nicht mit. Mal schauen, ob das Multiverse das Spiderverse doch noch vom Thron stösst.
ChrisKongTeilnehmerEternals
Marvel makes Bad DC könnte man sagen. Der Film wirkt durch und durch wie eine missglückte Produktion aus dem Hause Warner. Sogar die Optik erinnert eher an DC genauso wie die Geschichte. Passend, dass in einer Szene Ikarus mit Superman verglichen wird. Und diese Assoziationen ziehen sich wie ein roter Faden durch den Film. Der Streifen verlangt auch ordentlich was vom Zuschauer ab, insofern man wirklich Mühe hat, da wach zu bleiben. Also die Ansammlung an Szenen, die in die Länge gezogen ist, ist schon beachtlich. Vermutlich soll der Rezipient so schläfrig gemacht werden, dass er nicht weiter über dieses komische Story-Konstrukt nachdenkt. Denn das ist bei genauerer Betrachtung einfach nur so überbordend doof, ich kann es nicht anders formulieren. Also, da haben wir wieder einmal gottgleiche Geschöpfe, die Celestials, die unter der Schirmherrschaft eines Übervaters quasi als Samen in andere Planeten gepflanzt werden, damit diese bei ihrer Geburt wie aus einem Überraschungsei ausbrechen. Damit diese Celestials ihre Cerealials kriegen, muss der Planet möglichst besiedelt sein. Aus diesem Grund muss das Leben, sprich Futter beschützt werden. Und diese Funktion übernehmen die Eternals. Die bösen Deviants ernähren sich ebenfalls von Menschen und das mag der Obermotz Arishem gar nicht. Ein Celestial kann selbst wieder Leben stiften. Wie sich das Ganze genau im MCU eingliedern soll, weiss ich beim besten Willen nicht und diese Fragen werden sogar im Film gestellt. Etwa warum die Eternals einfach zuschauen, wenn die Erde angegriffen wird. Sie sollen sich nicht einmischen, ausser bei den Deviants. Ja warum eigentlich? Diese Kreaturen wirken kaum bedrohlicher als die übliche Marvel-Surprise. Im Gegenteil, Thanos, der die Hälfte ausgelöscht hat und ebenfalls erwähnt wird, da wird nichts gemacht. Also noch unglaubwürdiger hätte man den ganzen Plot um die Eternals nicht ins MCU integrieren können. Vielleicht wirkt es auch genau darum, man würde einen DC Film schauen?
Die Konflikte innerhalb der Gruppe werden über die Jahrhunderte thematisiert, aber in einer Checklisten-Art, die jegliche Plausibilität zunichte macht. Neben Superman, ist auch noch das Sams vertreten, Angelina Jolies Figur könnte Nicole Kidman aus Aquaman sein und Dr. Stranges Asian Buddy, gespielt von Benedict Wong hat hier sein Standin zum Dreh geschickt. Selma Hayek, die Anführerin der Eternals auf der Erde wird auch gerade so stark und schwach dargestellt wie nötig. Auch das eher schwer nachvollziehbar.
Aber zurück zum eigentlichen Plot, der dann auch enthüllt, woher die Deviants stammen. Ab diesem Zeitpunkt war ich dann komplett raus, das noch ernstzunehmen. Arishem hätte ja gleich nur die Hüter, die Eternals schaffen können. Scheint also ein galaktischer Schwachmat zu sein. Was sich auch im Ende zeigt. Warum sollte er auf einmal die Erde verschonen? Damit die Menschheit ihm beweist, dass sie es wert ist? Echt? Welche Beweise braucht Ari-Shame denn noch?
Humor gibts nur auf der Meta-Ebene, etwa die Superman-Vergleiche oder wenn Richard Madden Sersi vorgestellt wird. Da denken wohl die meisten, dass das Schmunzeln einen anderen Hintergrund hat – irgendwo kichert George Martin.
Auf jeden Fall gibts im Mittelteil ein bisserl Verrat und am Ende einen Plan, um das Unabwendbare abzuwenden. Was dann mit der typischen Held muss ungeahnte Kräfte mobilisieren Plot-Device gelöst wird. Das Finale ist aber auch son Hackstück, bei dem man sich nicht so recht entscheiden kann, in welche Richtung die Dramaturgie gelenkt werden soll. Wie übrigens im ganzen Rest des Films auch. Ziellos werden Themen vermengt, die für sich betrachtet interessante Fragestellungen darstellen. Aber es endet in irgendwelchen zwischenmenschlichen Konflikten, die von geringer Tragweite sind. Dass nach tausenden von Jahren mal hinterfragt wird, was genau die Funktion der Eternals ist, macht es nur noch schlimmer. Zumindest in der Vergangenheit hätte dieser Konflikt schon aufflammen müssen. Aber das verläuft erzählerisch im Sande. Generell scheint Druig der einzige zu sein, der sowas wie eine andere Haltung explizit vertritt, während die anderen da sehr viel opportunistischer zu sein scheinen.
Ehrlich, diesem Film fehlts an fast allem. Da muss man schon hartgesottner Marvel-Fan sein, um diesem Auftritt was abzugewinnen. Ist es der schwächste Marvel-Film? Würde er sich wie ein Marvelfilm anfühlen, könnte ich das klarer bejahen. Dass man das fortsetzt wirkt auf mich schon wie eine Drohung. Das Fass hätte man mMn besser nicht aufgemacht. Und ich verstehe auch nicht, warum man das gemacht hat, wenn es doch div. Ansätze in den anderen Filmen gibt, die diesen Hokuspokus hier gar nicht nötig haben. Naja, seis drum. Hier kann ich auch nicht von verschenktem Potenzial sprechen, weil ich das Storykonstrukt an sich schon dumm fand.
Noch ein Wort zur UHD Scheibe, die qualitativ nachweislich schwächer ist als der Stream auf D+. Gerade in dunklen Szenen kann das Bild so gar nicht glänzen. Zumindest auf dieser Ebene hätte der Film noch ein wenig punkten können. Aber auch das hat man nicht hingekriegt. -
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