ChrisKong
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ChrisKongTeilnehmerDerek Jacobi kenne ich aus Gladiator, John Hurt ist schon eine Weile von uns gegangen. Ist die Serie demnach aus den 70ern oder vergleichst du sie nur mit Produktionen aus der Zeit? Kann ich mir nicht vorstellen, wegen des Alters der Darsteller.
Dann natürlich die Frage, wo du die Serie konsumiert hast, bei älteren Serien hat man da manchmal ein Problem mit der Verfügbarkeit. Schaue grade selber so einiges weg und bin für gute Darstellerleistungen empfänglich, zumal ich britische Schauspieler eh oft besser finde als ihre Ami-Konkurrenz.
ChrisKongTeilnehmerCarot weiss einfach, wie man mich triggert, mit einer Meinung. Das funktioniert bei Filmen durchaus, auch weil ich im Gegensatz zu Spielen da eher mal ein Zeitfenster erübrigen kann. Dazu muss ich sagen, dass ich das Original in zig Fassungen zuhause habe, aber wirklich schon ewig lange nicht mehr gesehen habe. Im Original noch nie. Ist also die erste Sichtung im O-Ton, aber die Synchro steht dem in nichts nach und ist mMn gelungen.
Star Wars Episode 1 the Phantom Menace L8wrtr Cut
Fan Cuts polarisieren, weniger im Resultat, denn ob ihrer Legitimität. Schliesslich ist ein Film immer noch die Vision eines Künstlers – naja, bitte nicht Künstler mit Könner gleichsetzen, danke! – und es kämme ja auch niemand auf die Idee Michel Angelos David einen Riesen-Lümmel zwischen die Beine zu pflanzen oder Ähnliches zu tun. Es beginnt also mit der eigenen Akzeptanz, den Purismus beiseite zu legen und Varianten, Covers, Cuts, Neuinterpretationen und dgl. zuzulassen. Ich hab damit kein Problem und zwar aus folgenden Gründen. Es gibt wohl kaum eine intensivere Auseinandersetzung mit einem Werk, als wenn man dieses in seine Bestandteile zerlegt, seine DNA entschlüsselt und daraus Neues entstehen lässt. Das ist nicht weniger ein künstlerischer Prozess als die Schaffung des eigentlichen Werkes. Da werden Stunden um Stunden in ein solches Projekt investiert und unabhängig vom Resultat, nötigt mir das den vollsten Respekt ab. Ich hätte gerne selber diesen absoluten Willen sowas durchzuziehen. Am Ende muss mich das Produkt aber auch überzeugen wie das Original es muss. Ich gehe mal davon aus, dass der Ersteller eine gewisse Unzufriedenheit bezüglich der PT verspürte und das zum Anlass nahm. Das kann ich gut nachvollziehen.
Zum Cut insgesamt. Meiner Meinung nach ändert dieser die Tonalität durchaus. Ich finde die Leistung im Tonsektor sehr beeindruckend, denn gerade Umschneiden ist eine Herausforderung beim Soundtrack, da dieser immer punktgenau das Geschehen untermalt. Da wäre mir jetzt nicht aufgefallen, das etwas unrund ist. Kann aber sein, dass man den Soundtrack an der einen oder anderen Stelle sogar eingespart hat. Aber das Original habe ich halt schon länger nicht mehr gesehen. An min. zwei Stellen fand ich den Schnitt allerdings unverhältnismässig ruppig. Zum einen als Qui Gon ankündigt noch was mit dem Rat zu klären und kurz auf Anakin geblendet wird und zum anderen bei der Ankunft Amidalas auf Coruscant. Ansonsten fühlte es sich so professionell wie bei einem normalen US-Kinofilm an in dieser Klasse.
Weggefallen sind sehr viele der lustig angelegten Szenen. Dadurch wirkt der Film schon eine Ecke erwachsener. Upps kommt doch noch zweimal vor, aber bei Jar Jar hat man radikal die Schere angesetzt. Etwas schade, bei der Preisverhandlung von Qui Gon mit dem Schrotthändler hat man den Joke mit dem Jedi-Geistestrick, den dieser vermutet, entfernt. Das ist jetzt nicht zwingend etwas, das rausgemusst hätte imo.
Beim Worldbuilding spart man auch ein. So fehlt in der Unterwassersequenz die Begegnung mit den Monstern. Da die Szene nix zur Handlung beiträgt, hat man so den Film gestrafft, ohne dass man wirklich was vermisst. Aber ich finde gerade beim Worldbuilding hat die PT doch auch Qualitäten, die der eine oder andere schätzt und sicher gerne solche Sachen weiterhin gerne drin hätte.
Bedrohungslage? Ja, die ist nun wesentlich überzeugender. Die Neimoidianer werden nicht mehr komplett lächerlich gemacht und die Droiden scheitern nicht mehr an ihrem Geplapper, sondern “nur” noch an ihrem Design. Für die beiden Jedi wirken die zu keinem Zeitpunkt bedrohlich oder wie ernsthafte Gegner.
Den Prophezeiungskram hat man dringelassen, die Midichlorianer nicht. Ersteres ist in Verbindung mit der Sequel Trilogie zumindest fragwürdig, zweiteres ist mehrheitlich eins der Dinge, die ein Grossteil der Fans nicht gebraucht hätte.
Mein Fazit zum Cut? Das Original wird um div. peinliche Momente entschärft, hin und wieder wird mir die Schere aber zu oft angesetzt. Dadurch wirkt der Film ein wenig seiner Identität beraubt. Man darf natürlich nicht vergessen, dass die Intention von George auch war, eine neue Generation an Star Wars ranzuführen. Das ist ihm im Original zweifelsohne gelungen. Im Prinzip war Episode One schon immer mehr Disneylike als viele Disneyproduktionen, was die Zugänglichkeit angeht. Da konnte ich die Fremdschämmomente auch gut verkraften. Inhaltlich fährt man ein schnelleres Tempo als bei George, dadurch wirkt der Film moderner und könnte auch als MCU Streifen durchgehen. Für einige wird dieser Cut sicher besser sein, als Georges Vision. Ich kann das nicht so leicht beantworten, da für mich die Probleme des Originals eher marginal waren, bezogen auf den Vergleich mit dem Cut. Inhaltlich sieht es dagegen anders aus. Also kann man sagen, für die einen optimiert er etwas, für andere könnte er zu glattgebügelt sein. Inhaltlich ändert sich in der Summe nicht viel.
Zum Film. Die Geschichte ist mir einen Ticken zu politisch angelegt mit Handelsembargo (wurde wohl aus Monkey Island 2 kopiert Largo Embargo), Handelsföderation, Republik, Senat und dgl. Vielleicht war George auch ein wenig von Dune inspiriert worden. Man erkennt dafür sehr gut sein Faible für ausladende Szenarien, das sogenannte Worldbuilding war ihm schon immer wichtig und steht auf der Habenseite. Die Jedi sind klar wie ein Mönchsorden konzipiert, dessen Leitmotive durch die Askese gelebt werden. Bei genauerer Betrachtung kann man das durchaus hinterfragen, denn wenn Jedi keine emotionale Bindung eingehen sollen, ist ein Meister Schüler Verhältnis wie das von Obi Wan und Qui Gon wohl auch nicht zulässig. Immerhin weint Obi Wan bei Qui Gons Tod und seine Aggressivität im Kampf gegen Maul steigert sich zusehends. Da muss man schon ein paar Augen zudrücken mMn.
Als Start in die Saga ist der Film nicht verkehrt, aber im Hinblick auf die folgenden Teile fehlt es mir zu stark an einer Verbindung zu ihnen. Etwa wurde ja zu dem Zeitpunkt die Klonarmee in Auftrag gegeben, das Verschwinden Dookus und Sifo Dyas hätte man thematisieren können, mehr Palpatine usw. Dafür hätte man sich einiges andere sparen können. Aber im Hinblick auf was alles hätte sein können, muss man wohl auch gnädig sein, schliesslich hätte man sich mit zu vielen offenen Enden auch wieder verrennen können. Und die kleinen Zuschauer wären aussen vor geblieben.
Kein Highlight der Saga, aber auch nie so mies und schwach, wie das Geheul bei einigen Fans glauben machen will. Da finde ich div. Originsgeschichten im MCU keinen Deut besser und dort kann man noch weniger von Pionierleistung sprechen als hier.
Was grossartig ist, aber da ist George selbstreferenziell, ist bei der Aufteilung des Finalakts. Da wird zwar Episode 6 wiederholt, mit Duell, Bodenkampf und Dogfights, aber wie hier wieder Musik, Szenenübergänge ineinandergreifen, ist wirklich eine Klasse für sich. Und das hat auch dieser Film jedem der Sequel Trilogie meilenweit voraus. Die Kampfchoreografie im Lichtschwertduell macht immer noch soviel Spass wie damals. Mit Maul und seinem Doppellichtklingenschwert hat George einmal mehr einen ikonischen Bösewicht geschaffen und bei den restlichen Darstellern ebenfalls aus dem vollen geschöpft. Ewan ist ein regelrechter Coup. Das merkt man hier noch nicht so stark, aber in den Folgeteilen umso mehr. Ich persönlich hätte noch gerne mehr Szenen zwischen ihm und Neeson gehabt. Ein wenig Entschleunigung in diese Richtung hätte dem Film sicher gut zu Gesicht gestanden.
So oder so holen die Darsteller raus, was halt möglich ist, um glaubhaft zu wirken, Charakterdrama ist aber nicht zu erwarten.
Unterm Strich ein guter Genrefilm, kein überragender. Star Wars Fans addieren natürlich noch Extrapunkte je nach Geschmack. Der Score hebt die Qualität nochmals deutlich an, Duel of the Fates ist eins der besten Stücke der ganzen Saga und auch perfekt im Film integriert. Da hebt man sich auch von anderen Fantasy-Produktionen deutlich ab, ist in einer eigenen Liga. Make Up sieht auch hochauflösend gut aus. Wo der Film aber verlieren wird, ist eindeutig. Die Effekte sind nicht für 4K oder höher gemacht. Da wirkt schon einiges nicht mehr so gut in Bluray Auflösung. Hier wäre eine Überarbeitung wirklich nötig, aber wer wird da schon Geld in die Finger nehmen? Hier dürfte der digital gedrehte zweite Teil noch schlechter abschneiden, da auch das Material ohne Effektshots darunter leiden wird. Von den Filmen ab der PT ist es der einzige, den ich nicht im Kino gesehen habe. Aber auch als ich ihn das erste Mal zuhause sah, hat sich immerhin wieder sowas wie Kinomagie eingeschlichen und ich fühlte mich ein paar Jahre wieder in die Kindheit zurückversetzt, aller Mängel zum Trotz.
ChrisKongTeilnehmerMasterminds
Based on a true Story. Ok, da ich mittlerweile weiss, dass man da praktisch nix drauf geben braucht, konnte ich das auch schnell wieder ausblenden. Galifianakis blödelt sich durch diesen Film, dass jeder, der das nicht mag, nach den ersten paar Minuten auch abschalten kann. Der Stil wird konsequent durchgezogen. Ich hab damit keine Probleme und war die Laufzeit über gut unterhalten. Wer hier ein Pain & Gain erwartet, das sich wirklich aus den Tatsachen des realen Falls speist und deren Absurditäten abfeiert, könnte enttäuscht werden. Der Humor geht hier auch eher so in die Richtung Verrückt nach Mary mit einem trotteligen Protagonisten, dem man sich irgendwie doch den Erfolg wünscht. In anderen Rollen findet man auch allerlei Comedy-Darsteller. Niemand liefert über Gebühr, mit Ausnahme von Sudeikis. Ich muss ehrlich sagen, würde er die Ernsthaftigkeit bis zum Ende durchziehen, könnte man ihn glatt in einer solchen Rolle mit ernsthaftem Background einsetzen.
Am Ende bleibt eine gewisse Leichtigkeit, die diese Komödie verströmt, haften. Und damit erfüllt der Film seinen Zweck ohne Anspruch auf anderes zu erheben.
ChrisKongTeilnehmerSnowpiercer Staffel 1 Netflix
Die Serie orientiert sich lose am Film, geht aber eigene Wege. Das finde ich prinzipiell gut, denn einfach den Film auf Serienlänge strecken hätte mMn eher wenig funktioniert. So erfährt man ein wenig mehr über die einzelnen Sektoren/Fraktionen. Dadurch kommen diese aber auch nicht mehr so schrill rüber. Die Serie kann man irgendwo zwischen den ganzen anderen die Menschen überleben eine Katastrophe, rotten sich zusammen und bekämpfen sich dann doch wieder Serien einsortieren.
Mit Grausamkeiten sparen einzelne Charaktere nicht, was zuweilen auch übertrieben wirkt, gerade bei Connellys Charakter. Irgendwie scheint dann später wieder alles ein wenig vergeben und vergessen. Da fehlt es mir ein wenig an Konsequenz.
Die Settings sind gut gemacht, jedoch wirken einige Szenerien so deutlich statisch (Fenster in der genau gleichen Helligkeit, bei einer Zugfahrt unwahrscheinlich) und man kauft da halt nicht ab, dass es ein Zug ist, im Gegensatz zu anderen Szenen. Generell sollte man nicht zu viel hinterfragen, der Zug hat ca. 1000 Waggons, davon merkt man allerdings auch nur, dass das Budget für max. 4 oder so gereicht hat.
Spannung ist da, ob die in die zweite Staffel rübergerettet werden kann, wird sich zeigen. Das Ende hält einen Cliffhanger bereit und bietet noch ein paar Enthüllungen an, die auf mich aber leider auch wieder so aufgesetzt wirken. Mal sehen, wie sich das noch entwickelt. Das Setting ist unique und Genrefans dürften sicher dranbleiben.
ChrisKongTeilnehmerDer Spitzenkandidat
Irgendwie werde ich aus dem Film nicht so recht schlau. Prangert er das Verhalten der Medien an? Oder das von Gary Hart, dem Spitzenkandidaten? Soll aufgezeigt werden, wie jemand fortschrittliche Ideen hat, aber daran scheitert, sie zu verwirklichen, weil er sich selbst nicht im Griff hat?
Das ist für ein Drama zu wenig ernst, für eine Satire zu wenig lustig. Die kritische Hinterfragung des Journalismus wird mMn besser thematisiert in the Insider oder wenn es um mediale Hetzjagd geht in der Doku Dont fuck with Cats.
Einen richtigen Spannungsbogen hab ich hier schmerzlich vermisst, es wirkt so wie eine Episode aus dem Leben eines Menschen, die am Ende für diesen erfolglos ausging. Aber wirklich Mitleid hab ich mit dem Kandidaten nicht und die Aasgeier des Boulevard sind was sie sind. Vor dem realen Hintergrund mit 4 Jahren Trump, wirkt das irgendwie wie die Schlammschlacht ab FSK0, viel zu brav.
Die Darsteller sind allesamt sehr gut und retten den Film ein wenig. Aber ein zweites Mal muss ich ihn mir nicht geben.
ChrisKongTeilnehmerEvil Genius
Eine Doku über einen bizarren Fall aus den USA, genauer in Erie Pennsylvania. Am Anfang steht ein Pizzalieferer, der mit einer Bombe um den Hals in die Bank spaziert und eine Liste mit Anweisungen den Bankangestellten abgibt. Danach spaziert er seelenruhig mit der Beute raus, wird gestellt und die Dinge nehmen ihren Lauf. Es entspinnt sich ein Netz aus Lügen, viel Manipulation, White Trash, man könnte meinen in der RL Version von True Detective gelandet zu sein. Während die Manipulationen tatsächlich ein Genie dahinter vermuten lassen, ist das Verbrechen selbst angesichts des Resultats wohl eher nicht das Werk eines Genies. Magere 8000 USD waren in der Kasse. In Folge der Ermittlungen gelangen aber noch ganz andere Sachen ans Licht. Das ist gerade zu Beginn sehr spannend und steigert sich noch etwas. Allerdings finde ich 4 Episoden letztlich zu viel, hätte man auch auf 3 straffen können. Am Ende bleibt vieles Vermutung und man kann sich aber anhand der gemachten Aussagen auch selber einen Reim drauf machen.
ChrisKongTeilnehmerOnly Lovers Left Alive
Ich nähere mich weiter Jarmuschs Werk an, auch wenn immer noch einige Filme offen bleiben. Jarmusch bleibt sich treu und lässt sich nur vordergründig in ein Genre drängen. Und das ist eine Qualität, die ich bei ihm sehr schätze. So sind seine Filme für mich jedes Mal eine Wundertüte, die ich gerne erkunde.
Hier präsentiert er nun eine Art Liebesmelodram, das gleichzeitig eine Ode an die Faszination der Musik ist. Der Vampir Adam hat sich an der Menschheit satt gelebt und ist sozialen Kontakten mit den sogenannten “Zombies” eher überdrüssig. Er agiert wie ein Künstler, der gerne seine Person im Hintergrund hält und sein Werk für sich sprechen lassen möchte. Dabei mäandert er mit anderen Vampiren zwischen den Jahrhunderten und inspiriert andere Kunstschaffende oder veröffentlicht eigene Sachen unter deren Person. Die fehlende Anerkennung potenziert sich im Wechsel der Historie. Auf der Gegenseite ist Eve, die Partnerin von Adam. Ihre Entdeckungsfreude scheint ungebrochen.
Der Film porträtiert sehr schön, wie sich diese beiden Gegensätze anziehen und ergänzen. Dank des feinen Spiels beider Darsteller, kommt das auch sehr glaubhaft rüber und man fühlt die Anstrengung, die eine jahrhunderte alte Beziehung wohl bedingen würde.
Dazwischen gibts natürlich Störmanöver, hier in der Form von Eves Schwester Ava, die eine Spur der Verwüstung nach sich zieht. Nichtsdestotrotz schweisst das die Liebenden weiter zusammen. Mit John Hurt als väterlicher Freund von Eve, bietet der Film weitere Facetten des Künstlerdaseins. Er verkörpert den quasi den ewigen Mentor, Adam den Schöpfer und Eve die Rezipientin. Der Film thematisiert anhand dieser Figuren auch gut die fiktive Last eines scheinbar ewigen Lebens. Adam wirkt dabei zweierlei wie ein Junkie, immer auf der Suche nach der nächsten Inspiration und dem nächsten Glas reinem unverdorbenen Blut. Ironisch dabei, dass er selbst quasi das Äquivalent eines Rockstars-Leben führt und in diesem Milieu sich wohl nur schwer “reines” Blut würde finden lassen.
Der Film endet mit der Erkenntnis, dass die unerklärbare aber vorhandene Bindung zwischen zwei Seelen ihren Kurs und seien sie auch getrennt, stets beeinflusst.
Die Darsteller bleiben blass – sind ja Vampire – bringen ihre Rollen perfekt auf den Punkt. Für Hiddleston dürfte es die bislang beste Rolle sein. Ich hoffe, dass er in Zukunft entsprechende Rollenangebote kriegt. Swinton ist und bleibt ein androgynes Chamäleon. Irgendwie kann sie jeder Rolle eine spezielle Aura hinzufügen, so auch hier. Attraktiv finde ich sie nicht, aber fesselnd. In früheren Jahren wäre der Part von Hiddleston für Depp prädestiniert gewesen, aber heuer bin ich froh, ist er nicht dabei.
Ich weiss nicht, wie viel Jarmusch improvisieren lässt, aber der Film und die Figuren agieren so organisch als nur irgendmöglich und die Inszenierung wirkt eher wie die voyeuristische Beobachtung eines Dokumentarfilmers.
Der Score bietet viele interessante Stücke, für Musikliebhaber ist der Film sowieso interessant. Die werden auch mit den ganzen gezeigten Instrumenten und ihren Modellen ihre Freude haben. Ja, Jarmusch weiss, wie man eine Liebeerklärung inszeniert. An ein Mainstream-Publikum richtet sich der Film nicht, da er diesem im eigentlichen Sinne kein Thema näherbringt, nicht etwa wie andere Filme, die ihr Milieu gezielt dem Mainstream öffnen möchten.
Lange Rede kurzer Sinn, wer Jarmuschs Stil, sich den Charakteren zu nähern mag, ist auch hier bestens bedient. Vampir-Fans winken ab, Musik-Fans applaudieren.
ChrisKongTeilnehmer@Carot Vielleicht bin ich von den Filmen mittlerweile stark entwöhnt. Ich wollte auch immer mal die ST zu Hause ein zweites Mal sichten. Bin aber auch dazu nie gekommen. Gespannt bin ich auf die Schnittfassungen auch, weil es in Teil 3 und 2 Parts gibt, die mir einfach auch unnötig zu lang erscheinen.
Destroyer
Make Up. Nicole Kidman scheut sich nicht, es zu gebrauchen, um sich zu verunstalten. Als Virginia Wolf hats sogar für einen Oscar gereicht. Nicht, dass man ihr Schauspiel jetzt daran festmachen müsste. Sie kann schon schauspielern. Im Vorfeld war halt Destroyer wieder wegen dem “Mut zur Hässlichkeit” im Gespräch. Ich finde es zwar widersinnig bei einem Schauspieler von Mut zu sprechen, weil es deren Job ist, ist ja kein Modelfotoshooting, aber Make Up kann auch zum Bumerang werden, wenn es nicht überzeugt. Und da gabs schon einiges in der Filmgeschichte, was peinlich wirkt. In der Serie Entourage ist das sogar ein kleiner Running Gag, Schauspieler mit peinlichem Make Up zu einer Figur gestalten zu wollen, Stichwort Escobar. Die Gefahr jetzt ist, dass dem Film ein Label anhaftet, das bemüht und gewollt an jeder Ecke schreit. Das ist aber reichlich unfair. Beim Griff zum Regal war der Film jetzt zugegebenermassen auch nicht meine erste Wahl, weil ich die letzten gesichteten Sachen von Kidman eher mässig fand. Aber Kidman Fans und alle anderen können aufatmen, Destroyer ist für mich ein rundum gelungener Film.
Genremässig kann man ihn irgendwo zwischen Carnahans Narc und Dark Blue mit Kurt Russel einsortieren. Da mir beide Filme zwar sehr gefallen haben, es aber mehr als genug halbgare Vertreter im Cop/Crime Genre gibt, waren meine Erwartungen nicht sehr hoch. Wie zuvor erwähnt, wurde ich sehr positiv überrascht. Der Film startet mit einer Leiche und einem Cop (Kidman) im desolaten Zustand. Nach und nach werden die Hintergründe aufgedeckt, wobei zwischen den Zeitebenen gewechselt wird. Das wirkt zu Beginn noch recht beliebig, gewinnt gegen Ende jedoch eine spezielle Raffinesse. Kidman überzeugt sowohl in ihrer runtergewirtschafteten Version als auch als junger Cop, der sich auf eine verdeckte Ermittlung einlässt. Diese Erfahrung wird ihr Leben für immer verändern. Auf der Gegenseite agiert Toby Kebbell als Anführer einer Gang. Gerne würde ich in ihm den charismatischen Gegenpart zu Kidmans Figur sehen, aber in mir keimt einmal zu oft der Gedanke auf, was wäre, wenn Canavale, Bernthal u.a. die Rolle interpretiert hätten. Denn eine latent gefährliche Ausstrahlung besitzt Kebbell nicht. Da die Handlung aber sowieso auf Enn Bell fokussiert, ist das zu verkraften. Der Score verstärkt die Stimmung gekonnt und Noir-Feeling stellt sich ein.
Das Ende zieht der Film konsequent durch und fühlt sich dadurch auch rund an. Helden sucht man hier sowieso vergebens, die Devise lautet fressen oder gefressen werden. Wenn sich auf der Zielgeraden die Tragik der Ereignisse offenbart, spürt man schon innerlich, wie dieser Pfad ins Verderben führen wird und ohne grosse Opfer es kein Entkommen mehr gibt. Trotz des ganzen Zynismus hat der Film auch seine tröstlichen und versöhnlichen Momente.
Wie bei den eingangs erwähnten Filmen ist das nicht nur gut gespielt, sondern auch fesselnd inszeniert.Ein Wort noch zur Bluray des Anbieters Ascot Elite. Also der erste Namensteil Aas und Kot, der trifft auf das Label zu, Elite eher nicht. Einmal mehr darf man sich gegängelt fühlen. Beim Einlegen der Disc startet ein Kino-Trailer (Das Biopic zu Bruno Manser, dem Schweizer, der in den Regenwald ging) und dieser lässt sich weder skippen noch umgehen mittels Menü-Taste. Erst danach starten Bluray Trailer, die man zwar skippen kann aber auch da nicht direkt ins Menü kommt. Das ist einfach nur dreist. So kann man es sich mit der Kundschaft mMn ganz schnell verscherzen. Andere Anbieter kriegen das auch hin und lassen den zahlenden Kunden nicht sich erst durch die Trailer quälen, ehe man den Film starten kann. Wenn ich Interesse daran habe, kann ich das im Menü unter Extras ja immer noch machen. Leider stösst man öfter als einem lieb ist, auf dieses No Go. Leider sind Filme ja alternativlos, kann ja nicht den gleichen Film bei einem anderen Anbieter kaufen. Werde die Tage sicher mal ein Feedback an betreffende Firma schreiben, auch wenns naturgemäss nichts bringen wird.
ChrisKongTeilnehmerHarpoon
Tatsächlich bin ich wegen der Verpackung (Mediabook) auf den Film aufmerksam geworden. Normalerweise überflieg ich die Horrorregale eher in Kaufhäusern, was mich interessiert, bestell ich in aller Regel. Dann prangen natürlich noch die Festivalversprechen auf dem Umschlag mit FSK Logo. Die versuch ich mittlerweile zu ignorieren, manchmal scheint es, gibt es Festivals nur, um jeder Gurke irgendeinen Preis verleihen zu können. Die Ausgangslage ist jetzt auch nicht neu oder originell, das Setting mit dem Boot auf offener See kennt man schon aus Todesstille mit Nicole Kidman oder Donkey Punch. Ich wollte aber herausfinden, was man aus dem Setting noch rausholen kann und muss sagen, ich bin sehr positiv überrascht worden. Zu Beginn wirkt es als würden die Darsteller noch ihre Rolle zu finden versuchen. Ich würde jetzt nicht sagen Knallchargen, aber so richtig professionell wirkt das auch nicht wirklich. Aber dann spürt man eine deutliche Steigerung mit zunehmender Filmdauer und der Film kann die Spannung bis zum Ende aufrecht erhalten. Man kann ihm freilich vorwerfen, dass er ein wenig zu viel Übertreibung reinmixt. Irgendwie ist auch nicht ganz schlüssig, warum diese Zweckgemeinschaft zusammengehalten wird. Sieht man über die Mängel der Rahmensituation hinweg, entspinnt sich aber schon bald eine Handlung mit einigen Wendungen, die wirklich viel aus dem Setting herausholen. Dass nicht jedes Experiment erfolgreich aufgeht, kann man dem Film leicht verzeihen. Die hin und wieder eingestreuten Kommentare aus dem Off, die deutlich von Amelie inspiriert scheinen, könnten den ein oder anderen stören. Ich fands interessant und eine nette Abwechslung. Auch wie man die thematisierten Analogien einbaut.
Die namensgebende Harpune spielt übrigens kaum eine Rolle, hat für mich nicht mal grossen Symbolcharakter.
In der Summe ein kleiner und feiner Thriller mit ein paar deftigen Szenen, die aber keinen Gorehound-Streifen implizieren. Vielleicht braucht man nicht grad das Mediabook, das in zwei Covervarianten erhältlich war, aber Genrefans können dem Streifen eine Chance geben und die Festival-Warnhinweise ignorieren.
ChrisKongTeilnehmerWenn Stadia flächendeckend erfolgreich sein will, sollte man eine Preispolitik fahren, die für die Kundschaft nachvollziehbar ist. Das war ja gemeinhin der grösste Kritikpunkt, weil im direkten Vergleich andere Angebote besser sind. Wird sicher genug potenzielle Kunden geben, die nur sporadisch spielen und sich nicht ihr Wohnzimmer mit einer oder mehrerer Konsolen zumüllen wollen. Nur hat man da dann halt keine Exclusives. Vielleicht fallen jetzt auch alle Titel unter Zenimax weg.
ChrisKongTeilnehmer@Carot Mein Star Wars Bedarf wird aktuell durch The Mandalorian gedeckt. ^^ Davon ab muss ich bei the Outer Worlds weiter spielen, immerhin stammt der Tipp ja von Dir.
Codename AVA
Ein Actionfilm mit Jessica Chastain in der Hauptrolle. In weiteren Rollen sind Colin Farell und John Malkovich dabei. Die Geschichte bewegt sich innerhalb der Genregrenzen, ist spannend umgesetzt, erfindet das Rad naturgemäss nicht neu. Chastain kauft man die gefühlskalte Killerin ab. Allerdings wirkt sie in einigen Szenen mit der Waffe in der Hand ein wenig unbeholfen. Die physische Action hingegen meistert sie glaubhaft. Was dafür wieder komisch anmutet, ist wieder einmal eine ominöse Organisation, die Leute rekrutiert, die bei den Anonymen Alkoholikern sind oder sonstwie Probleme haben. Das wirkt auf mich wieder so herbeigeschrieben, als würde der Charakter Probleme derlei Art benötigen, um Tiefe zu besitzen. Dabei hätte der Zielkonflikt, das Verschwinden aus dem öffentlichen Leben, eigentlich genug Stoff geboten. Aber auch da gibt es keinerlei Rückschlüsse, warum die Killerin die Entscheidungen getroffen hat, wie sie es tat. Dadurch ergibt sich ein Plausibilitätsproblem. Ohne die guten Darsteller und die Spannung, könnte man den Film getrost in die Tonne kloppen. Mittlerweile haben wir auch sehr viele Vertreter mit Einzelkämpferinnen – Salt, Peppermint, Colombiana, Lucy, Close, Atomic Blonde, Wer ist Hannah etc. – was fehlt sind hier aber eindeutig bessere Drehbücher. Von den genannten Beispielen fand ich klar Atomic Blonde am besten, weil dieser in praktisch allen Kriterien eine Punktlandung hinlegt. Es reicht halt einfach nicht, eine profilierte Schauspielerin zu nehmen und um sie herum die gleiche altbekannte Geschichte runterzuleiern. Klingt jetzt alles vielleicht ein wenig negativ. Ich fühlte mich trotzdem gut unterhalten, weil an der Spannung hat es ja nicht gemangelt. Trotzdem geht da mehr. Dann darf man sich vielleicht auch mal auf ein Franchise mit einer Hauptdarstellerin in dem Bereich freuen. Das gibt es meines Wissens nach nämlich noch nicht. Ich denke da jetzt weniger an die reinen Rachethriller, aber Agentinnen in Serie, warum nicht?
The Darkest Minds
Von den Machern von Stranger Things. Das wäre nach Staffel Eins der erwähnten Serie sicher ein Prädikat gewesen. Nach nunmehr 3 Staffeln eher ein Warnhinweis. Und so ist auch der Film ein eher wechselhaftes Vergnügen. Die Grundidee gefällt mir, die düstere Ausrichtung auch. Ebenso der unmittelbare Start, der gleich zur Sache kommt. Da wird keine Zeit verschwendet. Wie ich das mitgekriegt habe, steht da auch eine Buchreihe Pate. Das Ende wirkt denn auch eher wie der Start eines Franchise. Diese Filme kranken nur leider an den üblichen Problemen und mir scheint, da sollte man wirklich mal ein konzeptionelles Brainstorming machen, um Schwächen im Skript zu vermeiden. Wenn man Personen mit besonderen Fähigkeiten hat und hier die nötige Konsequenz vermissen lässt, ist man schneller in der Logiklochfalle, als einem Lieb ist. Der Film will verklickern, dass alle Kinder entweder tot oder interniert sind, frei rumlaufen tun sie nicht. Natürlich regt sich Widerstand und dieser ist auch organisiert. Aber mal ehrlich, wie kommt man wieder auf die unglaublich dumme Idee, diesen Widerstand, der sich verstecken soll, in einer Art Sommerlager zu platzieren??? Zumal die Behörden mit Helikoptern unterwegs sind. Mir fallen da sofort Wärmebildkameras ein, die bei Grenzpatrouillen zum Einsatz kommen, also keine Sci-Fi. Aber hauptsache die Lagerfeuer brennen schön hell und die Ansammlungen im Finale gleich mit. Die Kinder werden nach Fähigkeiten in Farben eingeteilt, wobei grün und blau die harmloseren sind, orange und rot eliminiert werden soll. Sind aber selten, extrem selten. Nur warum tauchen dann plötzlich so viele rote – die gefährlichsten – auf, wenn die alle ausgeschaltet werden, was ja auch gezeigt wird. Also irgendwie hat das weder Hand noch Fuss. Vielleicht würden die Bücher da Abhilfe schaffen, im Film selbst ist diese Willkür nicht nachvollziehbar. Auch aus den Gegenspielern wird man nicht so recht schlau.
Fazit: Interessante Ansätze, nicht konsequent zu Ende gedacht in Bezug auf die Handlung. Spannend ja, aber Charaktere schwimmen zum Teil in den Klischees, ohne dass eine grosse emotionale Bindung zu den Zuschauern entstehen würde. Die Hauptfigur ist da ein bisschen eine Ausnahme, aber die Entscheidungen wirken manchmal so stakkatoartig, dass man mMn nicht wirklich mitgenommen wird als Zuschauer. Die Kurzfassung: X-Men meets the Misfits while Brightburn Sons crashes the party.
ChrisKongTeilnehmerMaster Z the Ip Man Legacy
Die Szenen zwischen den Fights werden durch die üblichen Versatzstücke des Asia-Kinos gefüllt. Eigentlich gehts oft nur drum, die nächste Auseinandersetzung zu initiieren. In aller Regel glänzen die Kämpfe dann mit ihrem Einfallsreichtum. Hier kriegt man etwas zu oft more of the same. Das sieht immer sehr gut aus und ist auch produktionstechnisch auf sehr gutem Niveau. Aber warum muss der ganze Rest immer so unterirdisches Soap-Niveau sein?
Leider liefert der Film jetzt auch nicht das Mass an ausgefallener Action, die ich mir gewünscht hätte. Eins der Highlights ist das Auftauchen von Tony Jaa. Aber da hätte ich mir auch ein wenig mehr noch gewünscht.
Einen Twist versuchte man auch noch so halbherzig ins Ziel zu bringen, aber das scheitert schlicht an der Personalie. Bautista sieht halt nicht wien Sesselpuper aus, den er zu Beginn gibt. Folgedessen ist ja klar, dass es wuchtig auf die Fresse gibt. Das ist auch sehr gut umgesetzt worden. Die Liebe zur Kampfchoreografie spürt man deutlich. Wundert auch nicht, weil Yuen Woo Ping hier Regie führte.
Fazit: Akrobatik satt mit guten Gaststars aber wenig eigenen Ideen. In der Hochzeit der HK-Streifen hab ich da mehr Kreativität gespürt. Vielleicht ist diese Anbiederung an den Westen eher kontraproduktiv. Zuweilen wähnt man sich eher in einer Hollywood-Version von Asien. Das Writing bleibt eine Schwachstelle dieser Filme, hier sollte die Förderung mal ansetzen, das Entwicklungspotenzial ist dort mMn am grössten. Beim ganzen Rest kann man mittlerweile sehr gut international mithalten.
ChrisKongTeilnehmerHands of Stone
Edgar Ramirez verkörpert den Boxer Roberto Duran, dessen Aufstieg in den Strassen von Panama begann. Ein kurzer Teil des Film beschäftigt sich mit der Kindheit, respektive wie Duran zum Boxen kam. Dann springt der Film wieder zurück zum erwachsenen Alter Ego. Die Stationen seiner Boxerkarriere werden ein wenig mit seinem Privatleben unterlegt. Die Inszenierung ist okay, aber nicht nennenswert. Gerade die Spannungen im Privatleben wären durchaus eine Vertiefung wert gewesen, ebenso wie das politische Umfeld von Panama. Weiter wird Ray Arcel, der Meister-Trainer portraitiert. Auch da wäre der ganze Hintergrund mit der Mafiageschichte vermutlich ein eigener Film wert gewesen. De Niro spielt die Rolle perfekt auf den Punkt und darf definitiv zu seinen besseren Parts in letzter Zeit gezählt werden, auch wenn diese Rolle auch schon wieder fünf Jahre her ist.
Die Boxszenen sind gut umgesetzt, erreichen durchaus das Niveau vergleichbarer Filme. Wer sich von der Wandlungsfähigkeit von Edgar Ramirez überzeugen will, dem sei auch die zweite Staffel von American Crime Story nahegelegt, wo er Gianni Versace verkörpert. Hoffentlich wird seine Rollenauswahl weiterhin interessant bleiben, dann dürfte der Weg zum veritablen Filmstar eigentlich nur eine Frage der Zeit sein.
Mit einer interessanteren Struktur oder mehr Fokus hätte der Film deutlich besser sein können. Vielleicht wäre dafür auch mehr Laufzeit nötig gewesen. Die Schauspieler reissen aber das meiste raus.
ChrisKongTeilnehmerZwischen zwei Leben
Charakterdrama im Gewand eines Survival-Films. Der Film ist sicher vergleichbar mit Auf Messers Schneide mit Anthony Hopkins und Alec Baldwin. Nur dass sich dort keine ähnlich geartete Beziehung entwickelt wie zwischen Idris Elba und Kate Winslet. Die beiden sind alsbald im Niemandsland unterwegs und brauchen sich gegenseitig um zu überleben. Dabei werden die Gegensätze der Charaktere angedeutet, aber wirklich stark in die Tiefe geht der Film da nicht. Beim Spannungsaufbau wirkt er oft auch etwas flach. Eine Tour de Force wird hier von keinem der beiden Darsteller verkörpert. Das nimmt der Geschichte ein wenig die Intensität. Die Annäherung der beiden erfolgt auch ein wenig gekünstelt und fühlt sich weniger organisch an, als das vermutlich gewollt ist. Obwohl ich beide Darsteller sehr schätze, fehlt es mir streckenweise an der Chemie zwischen den beiden.
Die Panorama-Ansichten sind sehr stimmig umgesetzt, erreichen aber nicht ganz das Feeling vergleichbarer Filme. Hier hätte ein entsprechender Sound sicher das verstärken können. Die Immersion z.B. in Everest war klar stärker.
Der Film kann sich in kaum einem Punkt hervortun und sich so ein wenig absetzen. Zuviel hat man schon besser gesehen. Aber unterhaltsam fand ich ihn allemal, die Alternativen sind aber halt interessanter mMn. Im Grunde hätte man den Fokus vielleicht noch stärker auf das Charakterdrama legen sollen. Dann wäre der Epilog des Settings sicher etwas prickelnder gewesen.
ChrisKongTeilnehmerDer moderne Baterang der Konsolenwelt.
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