ChrisKong

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  • als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1704461
    ChrisKongChrisKong
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    Flucht aus Pretoria

    Ausbruch-Thriller vor dem Hintergrund der Apartheid. Ich muss sagen, Wow. In letzter Zeit gabs doch wieder einige Thriller, die ich hochspannend fand, Destroyer, Unhinged usw. Hier hab ich das Gefühl wird noch eine Schippe drauf gelegt. Der Film hat natürlich einen entscheidenden Vorteil, dass hier der Ausbruch auch ein idealistischer ist und die Inhaftierten von Beginn weg die Sympathie des Publikums haben.
    Was der Film sehr gut macht, ist die klare Fokussierung auf den Ausbruch. Ein Knastdrama ist der Film nicht. Das heisst, er will nicht zuviel, was er aber macht, macht er so richtig gut. Auf Darstellerseite agieren Radcliff, Daniel Webber (mir bislang unbekannt), Mark Leonard Winter (die jüngere Ausgabe von Daniel Day Lewis) und Ian Hart (Pater Beorca aus The Last Kingdom). Die Intensität und die Spannung wird jederzeit perfekt über deren Darstellung auf den Zuschauer übertragen.
    Das Genre kennt ja viele Klassiker, Flucht aus Alcatraz mit Eastwood, Gesprengte Ketten mit Steve McQueen, Genremixe wie Fortress mit Lambert, Flucht aus Absolom mit Liotta, die Stallone Vehikel Lock Up und Escape Plan und natürlich meinen Favoriten und nach wie vor Platz 1 bei IMDB, die Verurteilten. Daneben sollen auch die sehenswerten Serienbeiträge wie Prison Break und Escape from Dannemora nicht unerwähnt bleiben – Oz lass ich mal aussen vor, weil es da eigentlich nicht um einen Ausbruch geht, sondern mehr eine Überzeichnung des Knastalltags. Die Vielfalt ist also breit und jeder Beitrag hat seine eigenen Stärken und Schwächen.
    Hier ist der politische Kontext natürlich interessant. Dieser wird aber nur am Rande gestreift, beispw. in den Dialogen mit dem Anführer der “weissen” ANC. Man könnte jetzt natürlich schnell wieder denken, aha, Black Lives Matter und die Protagonisten sind wieder Weisse. Der Film scheint auf einem Tatsachenroman zu beruhen. Klar waren die Gefängnisse in der Apartheid auch getrennt. Interessant ist, dass der Regisseur des Films, Francis Annan aber ein Schwarzer ist, aus London. Eigentlich hätte man da durchaus eine verstärkte politische Dimension innerhalb des Films erwarten können. Aber wie gesagt, sie bildet nur den Kontext, die Spannungsschraube wird gedreht wie die Schlüssel in den Gefängnistüren.
    Wer einen Film mit hohem Nail-Bitting-Potenzial sucht, der wird hier fündig. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt einen Film in dem Bereich so spannend gefunden hätte. Es legt ja nicht jeder Streifen gleich viel Wert auf den Suspense-Effekt. Hier wird es halt auf die Spitze getrieben. Klare Empfehlung von mir.

    als Antwort auf: Auf welche Spiele freut ihr euch 2021 am meisten? #1704436
    ChrisKongChrisKong
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    Gab schon interessante Sachen auf den Showoffs, aber da weiss ich den Titel nicht unbedingt und ob der dieses Jahr erscheint.

    Elden Ring wird sicher interessant, weil alles von From Soft interessant ist
    Das neue Resident Evil sicher auch
    Und ein weiterer Far Cry Teil geht auch, weil ein bisserl Sandkasten Ballerei immer geht.
    Breath of the Wild 2, wobei ich den ersten mal spielen müsste.
    Ansonsten Spiele, die eine überschaubare Länge haben. Wenns dir um die Auswertung geht:

    1. Elden Ring
    2. Breath of the Wild 2
    3. Far Cry 6
    4. Resi 8
    5. Sollte es noch kommen, Metroid. Und sollte es angekündigt werden für dieses Jahr, ist es automatisch auf Platz 1.

    als Antwort auf: Oh. Ich wurde in der M!Games verrissen :D #1704422
    ChrisKongChrisKong
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    Hab nur den ersten Teil kurz gelesen. Für mich bleibt die Reihe eine Ansammlung von Motiven aus der westlichen Fantasy-Literatur, bei dem der Spieler sich seine eigenen Links schaffen soll. Knapp über einem Dogma-Film, der keine erklärenden Mechanismen bereithält. Hier hat man zumindest die Beschreibungen der Gegenstände und etwas Background. Wie man die Einzelteile nun verknüpft ist Sache des Spielers. Lächelt Mona Lisa oder grinst sie hämisch? Die Lesart bleibt beim Betrachter.
    Da ich jetzt nicht alles gelesen habe, Zeitmangel und so, würde ich meine Einschätzung nur zum Einstieg abgeben. Ich erkenne da nichts, was man jetzt nicht verstehen sollte, sofern man sich überhaupt dafür interessiert. Dass nicht alle gleichermassen adressiert werden, scheint logisch. Den gewöhnlichen Videospieler interessieren Hintergründe dazu vermutlich wenig bis kaum. Das Beispiel mit Breath of Fire 2 fand ich interessant, weil das Spiel eins der wenigen RPGs ist, die ich auf dem SNES damals gespielt habe und mir mehr gefiel als div. Konkurrenten. Es soll ja auch nur veranschaulicht werden, dass Gegenstände eine narrative Funktion haben können aber nicht haben müssen. Was in Dark Souls und der Reihe natürlich allgemein fehlt ist eine Timeline. Eine Chronologie der Ereignisse gibt es nicht. Aber da die Geschichte, so wie ich sie verstehe, alle Züge eines sich wiederholenden Zyklus hat, spielt das auch nicht wirklich eine Rolle.
    Vermutlich ist die Reihe darum so interessant, weil sie sehr viel dem Spieler überlässt. Dadurch übt sie einen ganz anderen Reiz aus, als andere Spiele, die ihre Geschichte klar vorgeben. Oder um den Unterschied zu verdeutlichen, in Dark Souls lebt man die Geschichte, in anderen Spielen erzählt man sie. God of War, Last of Us, usw. Da soll der Spieler an Punkte geführt werden. Dagegen ist Dark Souls ein Themenpark der Mythen und Legenden, der auf eigene Faust ergründet werden will.

    Ein Kompliment muss ich aber noch loswerden. Du zeigst dich erstaunlich reflektiert und selbstkritisch. Sicher, dass du Wissenschaftler bist? Oft habe ich das Gefühl, dass dort auch Scheuklappendenken herrscht, hat man sich mal auf eine Theorie/Lesart eingeschossen. Das natürlich bei Wissenschaften, die nicht so exakt sind oder sein können.
    Auf jeden Fall wünsche ich dir, dass duz weiterhin einen so entspannten Umgang mit Kritik haben wirst.

    als Antwort auf: Gernseh-Serien #1704091
    ChrisKongChrisKong
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    Ok. Ich muss mal wirklich wieder eine Liste mit Serien erstellen, viele hab ich mal angefangen, mittendrin wieder aufgehört. Manchmal lohnt es sich wirklich zu warten, bis ne Serie vollständig ist. Wobei ich nicht jede Serie durchbingen muss.

    Hab ich aktuell aber gerade dabei gemacht:

    Cobra Kai Staffel 3 Netflix

    Staffel 3 macht nahtlos da weiter, wo die andere Staffel geendet hat. Die Protagonisten müssen mit den Konsequenzen des School-Brawls klarkommen. Dabei bleibt auch der Vibe des Damals/Heute Erzählspektrums weiter ausgeschöpft und sogar Creese erhält mehr Background. Daneben trifft man weitere Charaktere der Reihe wieder und alles wirkt recht organisch integriert. Ja, auch diese Staffel macht mir einfach Spass, nimmt seine Figuren ernst und reichert sie weiter an. Das Ganze kommt auch irgendwie leichtfüssig daher, gerade die Selbstverständlichkeit, mit der alte Charaktere reaktiviert und integriert werden, ist erstaunlich. Zumal ich mir vorstellen kann, dass da nicht jeder als Darsteller seither aktiv geblieben ist. Am Ende der Staffel werden abermals kommende Ereignisse angeteasert. Wenn das in dem Stil weitergeht, kann ich es kaum erwarten.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1704077
    ChrisKongChrisKong
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    Bill & Ted Face the Music

    Die Wohlfühl-Reunion des letzten Jahres. Leider funktioniert der Film für mich auch praktisch nur auf der Ebene. Ihm fehlt einfach die Abgespacetheit des Vorgängers. Zu oft wird eine Pointe überstrapaziert, anstatt man einen Punkt finden würde. Das erinnert entfernt an Austin Powers 3, der in dieser Hinsicht auch eher missglückt ist.
    Dass dem Film mehr Budget zur Verfügung stand, als den anderen beiden Teilen, merkt man sofort. Aber damit übertüncht er eben nicht die Schwächen. George Carlin verstarb leider und sein Rufus wird schmerzlich vermisst. Einen Ersatz gibts nicht. Auch die beiden Wissenschaftler Volle Kanne sucht man vergebens. Der olle Blechkopp wiegt das in keinster Weise auf, fand den Roboter eher nervig.
    Aber reden wir lieber über die gelungenen Aspekte. Alex Winter scheint keinen Tag gealtert zu sein, Keanu hätte besser seinen Bart aus John Wick mitgebracht. Die beiden haben natürlich Kinder, zwei Töchter und diese werden perfekt verkörpert. Perfekt im Sinne von einer jungen Ausgabe von Bill und Ted. Brigette Lundy-Paine, die schon in Bombshell in einer Nebenrolle geglänzt hat, könnte 1:1 die weibliche Ausgabe von Theodor Ted Logan sein, das Minenspiel und die Gestik wurde genau studiert. Aber auch Samara Weaving als Tochter von Bill S. Preston dem Ehrenwerten macht einen guten Job.
    Während der Handlung teilen sich die beiden Gruppen auf, wobei eine das klassische erste Zeitreise-Abenteuer erlebt und die andere in der Zukunft den eigenen Ichs nachjagt, um den Song zu finden, der die Welt retten wird. Dabei sieht man verschiedene Bill und Ted Inkarnationen. Das ist recht lustig gemacht und stellenweise kommt tatsächlich das Gefühl der alten Filme wieder auf. Einen Abstecher in die Hölle gibts auch, aber der Tod war auch schon witziger und bissiger.
    Alles in Allem fühlt es sich halt doch wie ein grosses Wiedersehen an hinter der Kamera, das eben vor der Kamera stattfindet. Da mir die Filme schon immer sympathisch waren, hab ich damit dann auch weniger ein Problem, als bei anderen Reunions wie etwa Bad Boys 3. Hier stimmt die Chemie wesentlich besser. Davon ab hat der Film ein paar lustige Momente, aber an die alten Filme kommt er nicht heran. Vielleicht hätte man nicht krampfhaft versuchen sollen, eine Geschichte zu spinnen, die ein wenig verzweigt wirkt, sondern sich voll auf den abgefahrenen Part konzentrieren sollen und die Figuren, die die Vorgängerfilme eben so sympathisch gemacht haben.
    Reicht immerhin für eine fast Volle Kanne, Hoshi.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1704076
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    Unhinged

    Unhinged, übersetzt bedeutet das etwa aus der Balance. Unleashed, also entfesselt, wäre aber der bessere Titel gewesen. Denn Russel Crowes Figur wird regelrecht von der Leine gelassen. Das Intro nimmt Anleihen bei Falling Down. Was in der Gesellschaft schief läuft, wird in einer Art Collage aus Nachrichteneinspielungen zusammengefasst. Daneben begegnet man während des Films immer wieder Symptomen davon, wie etwa einer Frau, die sich während der Autofahrt schminkt, statt auf den Verkehr zu schauen, usw. Wer nun meint, dass Crowes Figur, die schlicht nur Man im Abspann heisst, eine Art Amoklauf veranstaltet, um der Gesellschaft ihren Spiegel vorzuhalten, der irrt. Was im Leben seines Charakters schief lief, kriegt man so am Rande mit, könnte aber auch austauschbar sein. Auch er scheint ein Symptom einer kranken Gesellschaft zu sein, schüttet sich pausenlos mit Schmerzmitteln zu und gibt jedem und allem die Schuld an seinem Leben, nur nicht sich selbst. Es startet schon mit einer Gewalttat, eskaliert dann bei einer alltäglichen Situation aber vollends. Die Leidtragende ist eine alleinerziehende Mutter, deren Leben gerade aus der Bahn geraten ist. Das erinnert wiederum an einen anderen ähnlichen Film, Spurwechsel mit Sam Jackson und Ben Affleck. Was dieser Film anders als die zuvor genannten macht, ist, dass er sehr schnell Richtung Hitcher driftet und the Man absolut den sadistischen Psycho raushängen lässt. Und was für eine Naturgewalt Crowe hier entfesselt. Die Darstellung ist so beängstigend, dass man sich fragt, wie viel davon steckt in Crowe selbst? Um das Umstandsopfer, das zur wild um sich schlagenden Bestie wird, zu verkörpern, hat er sich ordentlich Gewicht drauf gepackt. Viel mehr Method Acting geht nicht. Dabei schrammt der Film brachial an div. Logikfallen vorbei. Klar, in einigen Momenten fragt man sich, warum die Opfer so handeln, aber trotzdem war das ingesamt doch recht überlegt und mMn gar nicht so unrealistisch, etwa bei der Szene an der Tankstelle. Kurz vor Ende hätte die Mutter sicher andere Optionen gehabt, aber auf der Flucht vor dem grossen bösen Crowe musste das Finale natürlich abermals die Schraube anziehen. Und wenn der Streifen eines kann, dann das. Hier hat man das Maximum aus den 90 Minuten rausgeholt. Von Anfang bis Ende spannend. Fans dichter Thriller kommen auf ihre Kosten, Crowe sollte für einen Darstellerpreis zumindest in Betracht gezogen werden.

    als Antwort auf: Gernseh-Serien #1704071
    ChrisKongChrisKong
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    Hat die BBC keine Mediathek mit den älteren Sachen? Aber gut, haben die nicht auch Dr. Who der Anfangsphase verschlampt?

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1704066
    ChrisKongChrisKong
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    Ja, nur ist dieses beiläufige Abservieren im Fan Cut sogar noch extremer, weil der Hintergrund fehlt, warum das Jetpack seinen Dienst verweigert. Das passiert in der Szene, in der Jango von dem Nashorn gerammt wird.
    Dass viel Cheesy Dialogue weg ist, fällt hier schon recht deutlich auf. Keine Party, keine Killersticks, usw. Da der Film aber eh nicht diese Abenteuer-Note anderer Teile hat sondern eher ernsthaft daherkommt, kann ich das durchaus nachvollziehen. Hier sind mMn die Möglichkeiten ohne neugedrehte Szenen halt sehr begrenzt.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1704048
    ChrisKongChrisKong
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    Star Wars Episode 2 Attack of the Clones L8wrtr Cut

    Weiter gings gleich im Anschluss zu Episode 1 mit dem nächsten Fan Cut. Episode 2 landet regelmässig bei Star Wars Filme Rankings auf dem letzten Platz. Ich vermute mal, dass es viel mit der Teenie-Romanze zu tun hat, die älteren Fans eher die Schamesröte ins Gesicht treibt. Daraus ergibt sich aber ein fast schon unlösbares Dilemma. Spart man die “verbotene” Liebe zwischen Padme und Anakin aus, fehlt die komplette Motivation für Anakin so zu handeln, wie er es letztlich in Episode 3 tut. Nun hat George das halt eben so inszeniert, wie es eben ist. Der Fan Cut lässt davon eigentlich alles drin. Das hat mich sogar recht verwundert. Hier wird die Schere eher bei den ausufernden Action-Szenen angesetzt und einigen Szenen, die für die Handlung nicht wirklich wichtig sind. Dabei wird auch getrickst. So verrät Zam Wesell bei ihrem Tod, wo Obi Wan hin muss. Dabei sagt sie nur Slimo, ein Fluch, den Ani gegenüber Sebulba in Teil 1 ausspricht und soviel wie Schleimball ausdrückt. Das dann in Camino umzudeuten, ist schon fast grenzwertig. So fehlt denn auch die komplette Dexter-Szene im Diner, was aber auch nur eine Schnitzeljagd Station gewesen wäre.
    Anakins Widerspruch gegenüber Obi Wan wird deutlich zurückgefahren, etwa im Gespräch mit Padme und auch bei der Verfolgungsjagd. Von Auflehnung spürt man deutlich weniger. Weiter wurde das Abschlachten der Tusken abgemildert. Zwar spricht Anakin weiter davon alle abgeschlachtet zu haben, aber die Präzisierung, dass er auch Frauen und Kinder getötet hat, weil sie Tiere sind, fehlt.
    Auf Camino ist die Action zwischen Obi und Jango deutlich verkürzt. Das fand ich imo fast am überflüssigsten. Da kann ich die Intention dahinter wenig verstehen. Jango hätte so deutlich bedrohlicher gewirkt.
    Auf Geonosis wurden dann alle CRPO und R2D2 CGI Szenen entfernt, die Action in der Fabrik ist stark verkürzt. Das hat mich jetzt nicht gross gestört, weil ich die damals auch etwas zu lang fand, aber nicht wirklich störend. Das Eingreifen von Windu wird nicht mehr musikalisch initiiert und sein Spruch, this party is over, fehlt auch. Das eine kann ich da eher nachvollziehen als das andere. Yodas Anweisungen wurden auch gestrichen, sein Einsatz im Stadion erfolgt wortlos. Vielleicht wollte man erreichen, dass die Jedi generell wortkarger daherkommen und ein wenig geheimnisvoller wirken. Aufs Pacing haben diese Cuts mMn kaum einen Einfluss, nicht so eben die erwähnte Szene mit Dexter oder das Fehlen der Jedi-Archive und der Austausch mit Yoda über Kamino. Das geht dann auch wieder zu lasten des Worldbuilding. Dass man den Todesstern als Querverweis gestrichen hat, könnte man fast schon als Retcon Versuch auslegen.
    Beim Duell mit Dooku, sind die Flummiballszenen verschwunden. Hier scheiden sich sicher auch die Geister. Mich hat das Duell nie wirklich gestört, kann aber auch verstehen, wenn andere das nicht mochten.
    Mein Fazit zum Cut fällt entsprechend eher ernüchternd aus. Der CGI Overflow, der mir damals schon nicht gefiel, ist raus. Was mich sonst an Episode 2 gestört hat, konnte aber mit einem Umschneiden halt kaum erreicht werden. Insofern kann ich gesamthaft gesehen hier vermutlich mehr Polarisierung bei der Erstellung eines Fan Cuts sehen, weil er mehr auf eine Straffung zielt, als auf was anderes und Anakins Renitenz deutlich zurückfährt. Ob das so hilfreich ist, weiss ich nicht. Am Cut könnten sich die Geister genauso scheiden wie am Originalfilm, aber aus unterschiedlichen Gründen.
    Als ich den Film damals im Kino gesehen habe, war ich begeistert. Mir gefiel er besser als Episode 1, einfach weil er mehr Elemente enthielt, die mir insgesamt an der Saga gefallen, z.B. deutlich mehr Jedi Action. Auf die DVD damals wartete ich denn auch sehnsüchtig und der Film lief einige Male, weil er auch ein gutes Beispiel war, für Feinheiten in der Soundabmischung. Etwa hörte man mit guter Anlage, wie das Jetpack von Jango kaputt ging und er vergeblich den Raketenantrieb zünden will, was ihm gegen Windu zum Verhängnis wurde. Übrigens wurde diese Szene im Kampf gegen das Biest auch entfernt. Hätte aber gut erklärt, warum Jango nicht wegfliegt, als Windu auf ihn zustürmt. Da fehlts mir auch an der Sinnhaftigkeit des Cuts.
    Mit der Zeit hat der Film aber auch bei mir Kredit eingebüsst, weil mir auch wieder einiges gefehlt hat, anderes wiederum eher überflüssig war und wiederum anderes eine bessere Inszenierung vertragen hätte. Als Vorbereitung fürs Finale lässt man halt wieder viele Möglichkeiten am Wegrand liegen. Palpatine ist mir auch hier wieder zu stark im Hintergrund. So gesehen, verliert der Film für mich im Gesamtkontext der Saga am deutlichsten. Aber ich empfinde jetzt nichts darin als veritablen Aufreger, der mir das Filmvergnügen komplett vermiest. Es fühlt sich immer noch nach Star Wars an. Man hätte klar mehr herausholen können, davon bin ich überzeugt.
    Was die Bild- und Effektqualität angeht, so spürt man hier schon, dass die Bluray am Limit ist. Da George damals digital gedreht hat, wird man aus dem Bild auch kaum mehr herauskitzeln können. Die Effekte müsste man überarbeiten. Dadurch wirkt er bildtechnisch qualitativ weniger stimmig. Star Wars Fans werden das verschmerzen können. Wer den Film aus den Gründen nicht mag, die ich oben aufgeführt habe, der wird auch mit diesem Cut nicht glücklicher werden. Wem es vor allem ums Pacing und die Straffung geht und die Charaktere mit weniger Dialog haben möchte, kann ruhig einen Blick riskieren. Im Direktvergleich bleib ich hier lieber beim Original, einfach weil ich einige Szenen doch lieber drin hätte.

    als Antwort auf: Gernseh-Serien #1704043
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    Queens Gambit

    Wer irgendwie hofft, dass die Serie Schach zugänglicher macht, der kann die Hoffnungen schnell begraben. Die Spannung speist sich daraus, das Spiel auf die Protagonisten zu übertragen und zu zeigen, wie Schachspieler ticken. Dabei sind es recht unterschiedliche Persönlichkeiten, die porträtiert werden. Das ist sehr gut gespielt und inszeniert. Man gibt sich da keinerlei Blösse. Aber aufregend frisch empfand ich das nicht. Weiter ist es ein schöner Einblick in eine Zeit, als Frauen weiter als Heimchen am Herd ihr Schicksal wähnten. Die Emanzipation überträgt sich auf das Schachspiel und wird dadurch reicher in der Vielfalt. Dass es so kurzweilig ist, ist nicht zuletzt der Hauptdarstellerin zu verdanken, die zwar immer wieder Gefühlskälte nach aussen signalisiert, aber innerlich für das Schachspiel brennt. Der Mikrokosmos und das Umfeld, welches diese Leidenschaft umgibt, finden ausreichend Platz. Mit den Erwartungshaltungen wird aber selten eine Rochade veranstaltet. Darum vielleicht eher für den Zuschauer interessant, der ein zeitgemässes Porträt jener Ära will, als für jene, die eine Geschichte mit vielen narrativen Schachzügen erwarten.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1704042
    ChrisKongChrisKong
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    Bombshell

    Einer der Filme, die im Zuge der ganzen Meetoo Debatte entstanden sind. Nicht zu verwechseln mit der Miniserie mit dem gleichen Thema und Russel Crowe in der Rolle als Roger Ailes. Hier amtet John Lithgow (bekannt aus Dexter Season 4) als selbiger. Und was für eine Performance. Ich fand die Darstellung preisverdächtig und extrem nuanciert. Man spürt einerseits, wie er mit seiner patronhaften Art die Mitarbeiter für sich gewinnt und auf der anderen Seite seine verachtenswerte Seite auslebt und diese missbraucht für seine Perversionen. Damit ergibt sich leider auch ein kleines Problem, wenn der Quasi-Weinstein zum Showstealer wird. Auf der Gegenseite befinden sich ausschliesslich namhafte Darstellerinnen, die einmal mehr mit ihrer Souveränität glänzen. Kidman und Theron stellen ihre Charaktere sehr differenziert dar und zeigen ihr Dilemma, ihre Karrieren für das grössere Wohl zu beerdigen. Ich denke der Film handelt in erster Linie von Verantwortung. Denn weder Therons noch Kidmans Figur sind wehrlose Opfer. Sie haben einen Status, ihr Wort hat eine Signalwirkung. Hingegen hat Margot Robbies Charakter diesen nicht. Sich zu wehren ist für sie ungleich schwerer. Andererseits zeigt es aber auch sehr schön ihr selbstgemachtes Dilemma auf. Sie will unbedingt für Fox-News arbeiten, einen Sender, der aber genau die Umtriebe, unter denen sie zu leiden hat, verharmlost, unterstützt und sogar Beihilfe bei der Wahl eines Präsidenten leistet, der Frauenrechte nicht mal kennen würde, wenn man sie auf die Innenseite seiner Augenlider tätowieren würde. Aber die Figur macht einen Wandel durch und wird gegen Ende erkennen, dass Integrität einen Preis hat, den nicht jeder zu bezahlen bereit ist. So bildet Kate McKinnons Figur den Gegenpol zur Entscheidung Robbies und will lieber alles unter den Teppich kehren, um ihren Job zu behalten. Positiv werden hier auch nur die Männer der betroffenen Frauen dargestellt, bei Fox-News selbst, scheint sich niemand für die Anliegen der Frauen zu interessieren. Selbst viele Frauen ignorieren oder versuchen die Opfer in Misskredit zu bringen. Am Ende wird auch noch Murdoch, der Besitzer des Senders ins Spiel gebracht. Dabei merkt man, was für ein elender Heuchler dieser ist, als er nach Ailes Absetzung, dem Präsident Elect Donald Trump gratuliert. Als Texteinblendung sieht man dann noch das finanzielle Ausmass der Perversion, Ailes erhält 65Mio USD Abfindung – begründet durch vertragliche Zusicherung – alle Opfer insgesamt 50 Mio USD.
    Es wird zwar nicht wirklich thematisiert, aber einmal mehr merkt man, wie diese Machtkonzentration bei Medien die idealen Infrastrukturen für Machtmissbrauch darstellen. Denn jede der Damen, die gegen ihren Boss vorgeht, hat zu befürchten, keinen adäquaten Arbeitsplatz mehr zu finden. Davon werden Republikaner vermutlich deutlicher betroffen sein, da vermutlich mehr Medien unter demokratischer Gesinnung publizieren, zumindest die relevanten.
    Der Film bietet genug unangenehme Stellen, um das Thema ausreichend zu würdigen, inszenatorisch mischt man immer wieder mit Bildern der echten Opfer. Das erinnert nicht von ungefähr an I, Tonya. Mit Margot Robbie und Allison Janney sind auch zwei Darstellerinnen aus selbigem Film vertreten. Humor bleibt hier natürlich aussen vor, aus Respekt vor den Opfern sicher eine kluge Entscheidung. Allerdings wirken die Opfer selbst oft so resolut, dass für mein Gefühl die Empathie zu kurz kommen könnte. Ich bin nicht der Meinung, dass man jetzt einen Elend-Porno braucht, um das Thema korrekt zu behandeln, aber es könnte durchaus auch bagatellisierend wirken, wie die Vorgänge anhand der Opfer dargestellt werden. Dabei ist es natürlich eine subjektive Angelegenheit, wie viel Leid die Opfer aus der Situation erdulden. Das wird im Film auch veranschaulicht durch Frauen, bei denen das ganz normal scheint, sich nach oben zu schlafen. Kann also gut sein, dass die Seite der Opfer ein paar Facetten mehr vertragen hätte, gerade wenn man die Umstände anhand verschiedener Charaktere schildert. Ich verpreche mir von the Assisstant irgendwie den eindringlicheren Film zu dem Thema, da der Film klar eine Figur ins Zentrum stellt.
    Trotz dieser minimalen Kritik ein sehr sehenswerter Film, der viel Raum für Reflexion und Diskussion bietet. Die Darsteller sind allesamt fabelhaft. Theron erkennt man unter der Maske kaum. Warum auch immer man sich da für Makeup entschieden hatte. Aber auch Lithgow als Ailes wirkt perfekt. Meiner Meinung nach hab ich selten bessere Maskeneffekte in der Hinsicht gesehen, auch sehr preisverdächtig.
    Vor Jahren gabs einen anderen Film mit Theron, den ich gerne immer wieder mal empfehle, weil er Sexismus ebenfalls zum Thema macht, aber auf eine sehr viel eindringlichere Art. Dieser Film ging mir sehr viel mehr unter die Haut, als Bombshell und steht für mich bei vergleichbaren Dramen mit ähnlicher Thematik nach wie vor an der Spitze, Northern Country. Wer ihn nicht kennt, nachholen.

    als Antwort auf: DVD & BluRay Filme fürs Heimkino #1704041
    ChrisKongChrisKong
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    Watchmen war für mich die beste Serie letztes Jahr. Zu Beginn fragt man sich, was das Ganze soll, aber nach und nach werden alle Fäden zusammengeführt und das in einer unnachahmlichen Weise. Krass ist auch, dass er auf reale Ereignisse abstellt, von denen ich vor der Serie noch nie was gehört hatte. Das Massaker gabs wirklich. Generell ist krass, wie die Serie zum letzten Jahr passt, aber schon vorher produziert wurde. Dabei sind viele Themen drin verwoben.

    als Antwort auf: Smalltalk #1704037
    ChrisKongChrisKong
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    Epilepsie-Warnung

    als Antwort auf: DVD & BluRay Filme fürs Heimkino #1704021
    ChrisKongChrisKong
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    Mit Watchmen und Hannibal sind ja zwei Topserien im Einkaufskorb gelandet. Da haben sowohl Inszenierung, wie Schauspiel und Drehbücher eine enorme Qualität. Schade ist das Steelbook zu Once upon a Time so hässlich, mir gefiel diese Panelenoptik überhaupt nicht, habs ja selber. Das Cover von Zardoz sieht recht merkwürdig aus. Dazu gabs mal ein schönes Steelbook, das auch immer wieder mal günstig zu kriegen war.

    als Antwort auf: Star Wars – neue Trilogie und Spin Offs #1704020
    ChrisKongChrisKong
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    Also von Overkill kann man nur sprechen, wenn man sich nicht richtig informiert. Die ganzen Ankündigungen der Serien erstrecken sich erstens über einen längeren Zeithorizont von min. 3-4 Jahren und zweitens ist dieser für ein unterschiedliches Publikum gedacht. Vergleicht man mit den Marvel-Beiträgen von Netflix, hat man etwa das Äquivalent bei den Serien von Disney bei Star Wars. Wirklich verlinkt sind ja nicht alle, einige spielen in der gleichen Timeline wie der Mandalorian. Dieser wird dem Vernehmen nach aber sowieso eine längere Pause kriegen.
    Bei den Filmen siehts dagegen sogar recht dünn aus. Verständlich. Denn zum einen befindet man sich da wieder in einer Findungsphase, nachdem The Last Jedi das Fandom eher gespalten hat und The Rise of the Skywalker für einige der Gnadenschuss war, was an den Kinokassen deutlich zu spüren war. Zum anderen sind die Kino-Releaselisten mittlerweile länger als die Tentakel von Cthulhu. Da können wir noch lange auf weitere Filme warten. Patty Jenkins dreht einen Film über eine Pilotenstaffel, Taika Waititis Projekt hat noch keine Infos draussen und ein weiterer dritter Film ist zwar angekündigt, mehr aber weiss man auch da nicht. Dagegen ist man beim MCU mit noch sehr viel mehr Infos gesegnet.
    Bei der Masse an Content muss man einfach auch würdigen, dass man beispw. für Droids (animierte Serie – ich vermute für Kinder) nicht immer angesprochen sein wird. Disney Plus ist ein Familienstreaming-Dienst, da hat man viel abzudecken. Das Angebot aktuell ist ultramau. Die Ankündigungen waren im Fahrwasser einer Investorenveranstaltung gewesen, denn eins ist klar, man muss Signale setzen, optimistisch in die Zukunft schauen.

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