ChrisKong
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ChrisKongTeilnehmerAlso bei Netflix wird man durchaus fündig, so ist es ja nicht. Gerade auch einige Dokus und Standup Programme sind sehr sehenswert. Der Backlog hält auch immer wieder gute Sachen bereit, die ich dann bequem nachholen kann, aktuell Ash vs the Evil Dead.
Das Problem bleibt wie bei praktisch allen Streamingdiensten, die lausige Benutzeroberfläche, die leider kaum individuell einstellbare Möglichkeiten bietet.
ChrisKongTeilnehmerArmy of the Dead Netflix
Zack Snyder kehrt zum Zombie-Genre zurück. Mit Dawn of the Dead hat er für mich einen der besten Streifen in diesem Genre abgeliefert, was sicher daran liegt, dass er relativ schnörkellos zur Sache geht und die Bedrohung spannend rüber gebracht wurde. Und Spannung aufzubauen versteht er immer noch, so auch hier. Leider kann er eins aber immer noch nicht oder nicht mehr, eine Handlung irgendwie nachvollziehbar aufbauen. Klar, wer hier jetzt Krieg und Frieden erwartet, ist falsch am Platz. Aber das wenige, was Story sein soll, schafft er dann doch noch max. verwirrend zu gestalten. Leider ist schon die Ausgangslage so unglaubwürdig, dass man mit zwei geschlossenen Augen den Start durchwinken muss. Aber sicher, die vermutlich mächtigste Waffe der USA wird, warum auch immer, aus der Area 51 sonstwo hingekarrt. Nicht dass da jemand die Strecke sichert oder so und ein simples Fahrzeug reicht, um den ganzen Tross aufzuhalten… Anyway. Snyder hält sich da nicht wirklich mit auf, was sicher auch besser ist. Aber aus dieser sich anbahnenden Zombie-Apokalypse, wird dann ein Escape from NY in Vegas. Das Setting des zerstörten Vegas macht Lust auf die kommende Fallout Serie und ist ganz stimmig. Das wiederum beisst sich mit dem grottigen CGI Tiger, der, je länger man drauf hält, umso störender wirkt. Wer sich übrigens bis dahin noch nicht hat von dem exzessiven Kamera scharf/unscharf stellen hat abschrecken lassen, kriegt ein paar Reminiszenzen an Aliens und andere Filme geliefert, die nach dem Prinzip Dann war es nur noch eins, funktionieren. Die Figuren können sich sogar sehen lassen und sind hier auf der Habenseite. Einmal mehr ist es aber wieder dieses wirre Konstrukt, bei dem nicht wirklich klar wird, warum es da ein Camp gibt, das Menschen, die offenbar nicht krank sind, abgeschottet werden. Aber es gibt Schmuggelei in die Todeszone und wieder raus. Dann soll das Areal mit Atomwaffen bombardiert werden, warum erst jetzt? Egal. Warum kümmert man sich dann angeblich um eine Evakuierung, wenn einem die Leute im Camp -scheint ein Zombie Summercamp zu sein – egal sind? Egal. Wieso greifen die Superzombies nicht einfach jeden an, sind ja sonst daueraggressiv? Egal. Man sollte alle solchen Fragen ausblenden. Leider nimmt sich der Film dann eben doch zu ernst, um von einer Trash-Spass-Groteske sprechen zu können.
Weiter gehts mit einem ominösen Safe, der den heiligen Gral darstellt aller Safes, aber Ohr dran zum knacken reicht dann wieder scheinbar. Musik aus Excalibur wird eingespielt, damit auch jeder Nerd nun wach ist. Aber um den Inhalt dieses gehts scheinbar nicht, sondern um anderes. Aber dafür hätte man gleich einen Trupp abstellen können. Aber lieber stolpert man weiter durch die Handlung und wie naiv die einzelnen Mitglieder da zum Teil agieren, passt irgendwie zum Rest.
Der Film versucht ein bisschen eine Gratwanderung und scheitert mMn da deutlich. Die ganze Campgeschichte wirkt wie der bemühte Versuch, die Flüchtlingsthematik an der südlichen US-Grenze thematisch zu streifen, will ein wenig das Zombiegenre um intelligente Gegenspieler erweitern und auch mit Humor punkten. Dafür fehlt es dem Film einfach an abgedrehten Ideen *hust* Z-Nation *hust*.
Aber unterhaltsam ist er, halt ohne jeglichen Anspruch. Dumm nur scheint man diesen vorzugaukeln. Dave in der Hauptrolle zeigt, dass er durchaus einen Film tragen kann und ist sicher eine der positiven Überraschungen. Aus den Möglichkeiten macht man letztlich insgesamt zu wenig. Der Blutzoll ist zwar da, aber wirklich heftig ist es selten. Dazwischen einfach immer wieder fragwürdige Szenen, Stichwort zurücklassen eines Mitglieds, aber davor alles abballern was geht.
Nein, um wirklich zufrieden mit dem Film zu sein, muss ich persönlich zu viel ausblenden. Wer das besser kann, wird damit sicher glücklicher werden. Zumindest nicht langweilig wie andere Genrevertreter.
ChrisKongTeilnehmerCurb your Enthusiasm ist für Freunde von Seinfeld fast Pflicht. Und wer auf richtig gut gemachte Comedy steht, sollte Arrested Developement nicht verpassen. Wie da einzelne Elemente immer wieder aufgegriffen werden aus einzelnen Folgen ist schon bemerkenswert geschrieben.
ChrisKongTeilnehmerSo schnell, wie das Game nun kam, klang das für mich alles schon nach Schnellschuss. Und nach bestimmten Eindrücken auch eher nach Resteverwertung nicht realisierter Spiele, Resi draufklatschen – weil ist ja wieder im Trend – feddich. Eben typisch Capcom. Das Remake zu Resi 3 hat schon nicht das Potenzial ausgeschöpft. Dann wieder Resi 4 statt Vroni zu bringen zeigt wieder deutlich, aus einer Anstrengung versucht Capcom im Nachgang abzumelken, was geht.
ChrisKongTeilnehmerYou were never really here – a beautiful day (Netflix)
Als ich den Film auf Netflix startete, schon das erste Schmunzeln, dick und fett an Amazon Production. Geschockt war ich nicht davon, aber wer da was wann und warum im Angebot hat, ist oft nicht nachvollziehbar. Joaquin Phoenix ist für mich die Sorte Darsteller, die immer abliefert. Ganz egal wie mies der Rest eines Films sein mag, aber an Phoenix lässt sich das nicht festmachen. So auch hier. Konsequent zieht er seine emotionale Tour de Force durch und darf mit intensivem Spiel glänzen. Damit endet aber leider auch irgendwie der Grund, sich den Film anzusehen. Ansonsten unterscheidet er sich nicht wirklich gross von zig anderen Rachstreifen. Vieles bleibt für mich auch ein wenig auf der Strecke. Dass man einen kriegsversehrten mit Problemen anreichert, passt hier natürlich. Aber diese Karte wird mir einmal zu oft gespielt. Sein sexueller Fetisch erinnert an Bill Pullman in der Serie Sinners. Das ist sicher mal eine Abwechslung vom Standard-Alkoholismus. Der desillusionierte Anti-Held passt zu Joaquin wie Alis Faust auf Trumps Fresse. Gerne hätte ich mal einen Beitrag aus dem Film Noire mit Phoenix. Auf diesen Spuren wandelt er nämlich durchaus, wie z.B. in Inherent Vice.
Wie erwähnt ist er das einzig Herausragende an diesem Film. Das Genre hat da aber auch reichlich Auswahl. Wem Phoenix Schauspiel reicht, dem sei der Film empfohlen, alle anderen finden vermutlich spannendere Beiträge im Genre. An namhaften Darstellern mangelt es da ja nicht.
Der deutsche Titel lautet übrigens a Beautiful Day. Englische OT durch andere englischsprachige zu ersetzen, kommt mir bekannt vor (Jet Lis for Cradle to the Grave wurde in Born to Die umbenamst), diese Praxis können sich Verleiher aber stecken. Zeugt ja auch nicht grad von Respekt gegenüber den Machern.
ChrisKongTeilnehmerA Cure for Wellness
Gore Verbinskis Eintrag ins Thriller/Horror Genre lässt mich zwiespältig zurück. Ich halte mal fest, dass dem Film ein entscheidendes Kunststück gelingt, trotz all der Schwächen, vermag er das Interesse aufrecht zu erhalten bis zum Schluss. Oder auf Neudeutsch, der Unterhaltungswert ist da. Die Bilder haben eine fesselnde Wirkung, der Soundtrack untermal das Geschehen passend. Die Geschicie hte erinnert mich ein wenig an die Legende der Gräfin von Bathory oder alternativ an Dracula. Im Zentrum der Geschichte steht das Leben und die Gesundheit und der Hauptcharakter, gespielt von Dane DeHaan riskiert alsbald beides, obwohl er einen simplen Auftrag hat, nämlich seinen Chef aus einem Sanatorium zurückzuholen. Dieser wird dringend für die Zustimmung einer Fusion gebraucht.
Mitarbeiter unter Druck, abzuliefern – Im Auftrag des Teufels lässt grüssen. Ein Sanatorium, bei dem es nicht mit rechten Dingen zu und hergeht – Shutter Island ich hör deine Schreie. Ein Vater, der dem Druck der Finanzwelt nicht mehr gewachsen war – The Game, wo bist du? Ja, die Zutaten, nennen wir sie Versatzstücke werden wild durcheinandergemixt. Damit hab ich auch noch kein Problem. Aber, und nun kommen wir zu den Schwächen, hat der Film ein so lausiges Screenplay, das man meint, es mit einer Amateurarbeit zu tun zu haben. Zu Beginn wollte ich mir das so erklären, dass es noch die Möglichkeit geben kann, der Hauptcharakter bilde sich das meiste sowieso nur ein. Eine zeitlang fährt man sogar diese Schiene. Aber wie fast Alles, halbherzig und irgendwann hatte man keine Lust das entweder aufzulösen oder in was Sinnvolleres zu überführen. Besonders grausam sind diese Continuity-Drops, die einfach nur BS sind. Beispiel Zahnarzt, vom Stuhl, zack auf der Strasse bei seinem persönlichen Chauffeur, der nur gewartet hat spätnachts? Das Finale, unter Einfluss, wird rasch überwunden, zack Figur ist in der Szenerie. Wie und Woher? Egal, wenn kümmerts. Und so läuft das dauernd, wie die Aneinanderreihung einer Sketch-Show. Das Gremium der Firmenchefs fliegt auch einfach mal rasch ein. Dann gibts noch eine Szene nach dem Unfall bei irgendeiner Kremation, da wird auch nicht so klar, was davon nun Flashback oder Einbildung ist, eine Bewandtnis hat es damit letztlich nicht. Was dieser spanische Chauffeur genau da sollte und warum er nach dem Unfall einfach in der Bar rumhängt, who knows? Das Auto überschlägt sich sowieso mehrmals und endet im Wald, liegt dann aber doch wieder gleich neben der Strasse?
Bei der Recherche, sofern man das so nennen will, geh ich auch nicht mit. Warum spielt das in der Schweiz? Es gibt absolut keinen Bezug, dann hätte man das auch an einem der beiden Original-Drehorte spielen lassen können, welche beide in Deutschland liegen. Das Schloss eines Barons, bei aller Liebe, auch da irrt sich Verbinski im Land, wir hatten Grafen und Vögte. Aber es ist sowieso total randomlike. Die Dorfjugend sieht aus wie vom Berliner Bahnhofzoo, Schweizerdeutsch spricht in der Synchro grad mal ein Charakter korrekt, dazwischen vernimmt man eher deutsche Akzente und die Uniform des Polizisten im Dorf scheint auch aus Stasi-Überresten zu bestehen. Stilistisch taugt dieser Mix nix und macht es irgendwie auch nicht zeitlos. Und wenn man dem Zuschauer vorgaukeln will, im hintersten Ecken von Graubünden zu sein, hätte man wissen sollen, dass dort das meiste eher auf Rätoromanisch angeschrieben ist und nicht auf Deutsch. Und bei den internationalen Patienten wohl eher in Englisch. Trifft auf die Dorfbewohner aber auch zu.
Unterm Strich ein fahriges Skript, das zwar einige interessante Aspekte enthält, optisch in der Umsetzung zu gefallen weiss und auch darstellerisch nicht schlecht ist. Aber es werden zu viele Klischees aufs Auge gedrückt. Das fängt schon damit an, dass sich jeder gleich wie ein Verdächtiger ausdrückt oder wie wenn er sonst einen an der Waffel hat. Subtil findet man im Wortschatz von Verbinski nicht. Das geheimnisvolle Mädchen, dessen Geheimnis schon sehr früh klar wird, die Patienten, die auch nicht so recht wissen, was sie wollen. Verbinski stolpert sich irgendwie durch den gesamten Film, vom Schreiben sollte er definitiv die Finger lassen. Für einmal Ansehen kann man sich den Streifen geben, Nitpickern sei die Mehrfachsichtung empfohlen, die dürften an dem Film ihre helle Freude haben. Bild- und Tontechnik sind auf sehr gutem Niveau.
ChrisKongTeilnehmerHunter Killer (Netflix)
Eigentlich ein klassischer Direct-to-DVD-Reisser, der mit Gerald Butler einen veritablen B-Movie-Star aufweist. Einer seiner Gegenspieler wird vom mittlerweile verstorbenen Michael Nyqvist gespielt. Wer jetzt einen U-Boot Thriller im Stil von “Jagd auf Roter Oktober” erwartet, könnte enttäuscht werden. Die Handlung beschränkt sich einerseits nicht nur unter Wasser, andererseits findet zwischen den beiden Captains jetzt auch nicht ein U-Boot Schachspiel statt. Natürlich kommt die Handlung auch nicht ohne Pathos aus, die Amis sind hier wieder die Weltpolizei, die für Ordnung sorgt.
An Land agiert Damian Lewis als Anführer einer Spezialeinheit, der mal eben den russischen Präsidenten befreien darf. Dieser ähnelt Putin in keiner Weise, dafür aber einer der Handlanger des Schurken umso auffälliger.
Im Vergleich zu ähnlichen Filmen, die gerade so in letzter Zeit auf Netflix zu sehen waren, ist dieser hier zumindest spannend umgesetzt und erfüllt seinen Zweck bei einem bierseligen Abend. Würde Butler vielleicht mehr Energie ins Schauspiel selbst stecken, würde er vermutlich zur A-Riege an Stars gehören, das nötige Charisma dafür hat er. So wird er aber eher ein ähnliches Schicksal fristen wie Jason Statham, immer wieder mal Teil einer grösseren und auch ernsthafteren Produktion sein, sein täglich Brot aber mit Actionreissern vom Band verdienen.
Heisst, Actionfilm der auch als Videospiel gut funktioniert hätte, in Nebenrollen ausgezeichnete Darsteller weiss und Action liefert wie bestellt.
ChrisKongTeilnehmerLove and Monsters
Die Anleihen bei Zombieland sind offensichtlich. Trotzdem hat der Film genug eigene Ideen, um nicht vollends mit seinem Vorbild verglichen zu werden. Aber einige Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen. Der Protagonist ist die Love and Monsters Version von Jesse Eisenbergs Figur, mit Michael Rooker kriegt man einen leicht durchgeknallten Überlebensspezialisten, der nicht von ungefähr an Woody Harrelson erinnert. Leider erreicht man in punkto Humor zu keiner Zeit die Sphären von seinem Vorbild. In manchen Momenten wirkt es auch eher so, als hätte der Drehbuchschreiber gar nicht gewusst, welche Worte er den Figuren in den Mund legen soll. An diesen Stellen wirkt der Film etwas gar bemüht. Da, wo er wirklich andere und eigene Wege geht, macht er seine Sache viel besser. Die Monster sind nett umgesetzt, auch wenn der Grad der Bedrohung oft ad absurdum geführt wird und das dann auch der Clou an der Geschichte ist. Dadurch geht leider auch ein wenig die Spannung flöten. Glaubhaft ist das Setting natürlich kein Stück. Aber ich verstehe die lapidare Erklärung für den Zustand der Welt auch eher als eine liebevolle Hommage an ähnliche Filme. Warum lang und breit erklären, warum es so kam und sich mit Details aufhalten? Zack Bumm, isso und das reicht. Der Film zielt sowieso auf das Leben und Überleben in dieser Welt ab und nicht den Zustand davor wieder zu erreichen.
Natürlich wird die Glaubwürdigkeit auch ein wenig über Gebühr strapaziert, etwa wenn Panzer und dgl. chancenlos gegen die Riesenbiester waren, der Protagonist aber mit einer Armbrust in die Welt losgelassen wird. Die Lovestory kommt auch ein wenig komisch rüber und wirkt in der ernüchternden Phase total konstruiert. Zuviel Gedanken sollte man aber generell nicht an die Nachvollziehbarkeit verschwenden, wirklich glücklich wird man so nicht mit dem Film. Den Cast hat man wie bei Netflix mittlerweile üblich, ethnisch vielfältig angelegt. Leider verkommt das zu einer Alibi-Übung, die ganzen Nebenfiguren im Bunker beispw. haben kaum Profil. Ariana Greenblatt, die Minnow, die junge Begleiterin von Rookers Figur spielt, zeigt leider eher mässiges Schauspieltalent, die Emotionen und Reaktionen scheinen eher knopfdruckartig zustande zu kommen. Vielleicht sollte man das aber eher der Regie anlasten, denn es ist nicht das Einzige, was irgendwie stakkatoartig wirkt. Die Idee mit dem gezeichneten Katalog der Monster ist sehr schön, ich hätte mir davon aber inhaltlich mehr Bewandtnis versprochen. Etwa wenn er das Buch irgendwo liegengelassen hätte und Gefahren auf sich genommen hätte, um es wiederzubeschaffen. So verhält es sich aber noch mit einigen Elementen, die man einfach etwas planlos implementiert hat.
Mavis war auch eine Sache, die mir gefallen hat. Hat ein wenig an A.I. und Wall-E erinnert. Allerdings wirkte Mavis technisch zu weit fortgeschritten. Trotzdem einer der gelungenen Momente des Films.
Man spürt auch sehr oft, welche Filme die Macher mögen, entstammen ja der gleichen Generation wie ich selbst. Es fehlt einfach noch ein wenig Feinschliff, sowohl was Inszenierung als auch das Drehbuch betrifft. Damit bleibt man klar unter einem Zombieland, die Monster sind dafür ein Plus, weil Zombies eh schon lange durch sind und die Monster mehr Abwechslung bieten. Aktuell einer der lohnenswerteren Filme auf Netflix.
ChrisKongTeilnehmerNa dafür sind ja die ganzen Remakes da. Kann man relativ günstig realisieren und noch ein paar Mark abgreifen. Sony wird ja sicher seine Premiummarken der PS4 für die PS5 bringen. Nintendo hat das mit der Switch auch gemacht. Gibts da überhaupt ein wichtiges WiiU Spiel, dass es nicht auf die Switch geschafft hat?
ChrisKongTeilnehmerWo ist jetzt genau der Skandal? Sonys PS4 ist und war schon immer eine Schrottkonsole und vermutlich auch nichts, das man länger bespielt, wenn der Nachfolger in der Hütte steht.
ChrisKongTeilnehmerKommst reichlich spät damit. Gar keinen Bock, mir so ein Kasperletheater anzutun. ^^
ChrisKongTeilnehmerDie Farbe aus dem All
Ich bin kein Lovecraft Experte und werde es vermutlich auch nie werden, wegen Zeitmangels. Darum kann ich mit dem Werbeslogan “die beste Lovecraft-Verfilmung” auch eher wenig anfangen. Nah am Ursprungswerk zu sein, ist für mich aber auch bei Kenntnis der Buchvorlage usw. nicht weiter wichtig, der Film als solches muss funktionieren.
Nicholas Cage kann da durchaus ein Warnhinweis sein und ganz ehrlich, ich finde seine Performance hier gerade noch gut, zuweilen wirkt sie unfreiwillig komisch. In Mandy hat er mir besser gefallen. Aber er trägt den Film auch nicht allein. Der Film startet auch recht schön im Mikrokosmos Familie und zu Beginn wird der Grusel eher subtil eingesetzt. Den Sprecher aus dem Off hätte ich nicht gebraucht, bin da generell selten ein Fan von, weil er eine Art Distanz schafft. Das ist gerade bei einem eher intimen Drama irgendwie deplatziert. Storymässig hat man hier einen Mix aus Slither, Evolution und Tommyknockers. Da all diese Werke später kamen, könnte man die Vermutung nahe legen, sie hätten sich von Lovecraft inpirieren lassen. Die Veränderung der Flora und Fauna gibt es in Evolution, den Blick in die Heimatwelt des unbekannten Organismus in Slither und die Veränderung der Psyche wurde in Tommyknockers recht ähnlich thematisiert. Hier hat man diesen Cocktail mit Horrorelementen kombiniert und das funktioniert recht gut über weite Strecken. Ähnlich wie bei Mandy oder auch Midsommar hätte man modernere Elemente weglassen können, eine zeitliche Einordnung stört mMn eher die Atmosphäre des Films, er verliert ein wenig von seiner universellen Ausrichtung in der Narration. Der Ort des Geschehens wird zwar zu Beginn des Films nicht minder geheimnisvoll angeteasert, aber letztlich kommt man darauf auch kaum noch zurück, wonach sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Ganzen stellt. Auch gegen Ende offenbart er ein paar Schwächen, wenn sich die Ereignisse überstürzen, ich aber im Gegensatz zu dem anbahnenden Grusel davor, irgendwie emotional aussen vor bleibe. Ich kann auch nicht rational erklären, warum das so ist, vielleicht fand ich auch die Entwicklung der Charaktere irgendwie nicht mehr glaubhaft gegen Ende.
Bleiben wir beim Positiven. Der Film entfaltet durch seine Kinematographie in Kombination mit dem Soundtrack eine starke Sogwirkung, auch hier verweise ich gerne auf Mandy, der das genauso schafft. (Gemäss Cover ist der Film von den gleichen Produzenten) Im ganzen Horror-Einerlei hat er sich seinen Platz sicherlich verdient. Letztlich bleibt er aber etwas unter seinen Möglichkeiten. Man hätte hier durchaus mit den Erwartungen des Zuschauers spielen können, etwa alles nur Halluzinationen wegen des Trinkwassers, ist der Ort wirklich verflucht usw. Cage übertreibt es zuweilen auch, das machen die anderen Darsteller aber durchaus wieder wett. Horrorfans kann ich den Film sicher empfehlen, Lovecraft-Fans, dafür bin ich effektiv nicht qualifiziert.
ChrisKongTeilnehmerThe Serpent / Die Schlange Netflix
War eine Empfehlung, gehe ja gerne immer mal einer nach. Auf mein Nachfragen, wie die Person darauf gekommen wäre, meinte sie cooles Vorschaubild und beim nachlesen, um was es ging, festgestellt, dass es eine BBC Netflix Koproduktion ist. Das garantiert durchaus eine gewisse Qualität.
Die Serie gibt es aktuell auf Netflix, lief aber wohl zum Start erst auf BBC. Um was gehts? Die Mini-Serie – es sind 8 Folgen, der keine weiteren Staffeln folgen werden – dreht sich um Charles Sobhraj, einen Verbrecher, der in den späten 70ern sein Unwesen trieb, vornehmlich im asiatischen Raum. Der Beginn wirkt wie eine Doku, aber im positiven Sinne. Man fühlt sich wirklich in die Zeit zurückversetzt. Atmo, Stil, Musik, fast als hätte man die Serie damals gedreht. Das alleine ist schon eine Bank. Aber das Highlight bleiben die Darsteller, allen voran Tahar Rahim, der diesen widerlichen Psychopathen spielt, der eine fast schon magische Ausstrahlung besitzt, die ihm damals wohl absolut in die Hände gespielt hat, wenns darum ging Mittäter für sich zu gewinnen oder auch seine Opfer. Mir fallen nur wenige Darstellungen ein, die einen Psycho besser porträtieren, als es hier der Fall ist. Bis auf einen Darsteller waren mir alle unbekannt, auch der Hauptdarsteller. Dürfte ich nur einen Grund nennen, die Serie zu empfehlen, dann dessen Performance.
Davon ab ist die Serie auch sehr spannend inszeniert und vieles wird behutsam aufgebaut, bis sich jedes Puzzleteil fügt. Die ganzen Zeitsprünge erfordern aber etwas Aufmerksamkeit. Nicht, dass es übermässig komplex oder gar verwirrend ist, aber hier sehe ich auch Potenzial für Kritik, etwas weniger wäre hier mehr gewesen. Zeit- und Lokalkolorit ist reichlich vorhanden und in einigen Momenten ist Nailbitting garantiert. Am spannendsten ist da aber tatsächlich der Mittelteil. Dass man sich künstlerische Freiheiten genommen hat, ist klar, aber im Grunde geht es auch um das Totalversagen der Strafverfolgungsbehörden und wie Sobhraj sie gegenseitig ausgespielt hat. Ein Move erinnert sogar an einen berühmten, aber fiktiven Dr. Lecter. Wirklich absolut sehenswert das Ganze und für alle, die was Spannendes suchen, sich aber nicht für zig Staffeln an die nächste Serie binden möchten. Definitiv ein Highlight auf Netflix.
ChrisKongTeilnehmerViel Feind viel Ehr. Beleidigungen des Gegners sind der Applaus der wahren Sieger.
ChrisKongTeilnehmerLupin Netflix
Staffel 1 von Lupin beendet, waren ja nur 5 Folgen. Der Rest soll im Sommer folgen, abgedreht ist er laut Aussagen der Macher schon. Fand sie sehr unterhaltsam, mit Kenntnis der Bücher über den Meisterdieb holt man da sicher noch mehr raus als an offensichtlichen Zitaten. Ein wenig mehr französische Leichtigkeit hätte aber nicht geschadet, auch wenn die immer wieder mal ein wenig durchscheint. Omar Sy als Hauptdarsteller passt, da man ihm auch die physischen Parts locker abnimmt. Einzig die Wandlungsfähigkeit wurde mMn bislang eher wenig überzeugend umgesetzt. Vielleicht eignen sich dafür Dutzendgesichter besser als Menschen mit eher markanten Gesichtszügen und athletischem Körper. Aber eine Entschuldigung ist es nicht, wenn ich an div. Film-Schauspieler denke, die zu wahren Chamäleons mutiert sind und ebenfalls mit Wiedererkennungswert gesegnet sind.
Da der Gewaltgrad sehr tief ist, eignet sich die Serie mMn auch gut als Familienprogramm, nicht dass es keine dramatischen Szenen geben würde. Sicher auch ein guter Anlass, die zugrunde liegende Materie um Lupin literarisch zu begleiten. -
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