ChrisKong
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ChrisKongTeilnehmerDie Idee finde ich irgendwie cool, einfach überall Steckdosen für einen Staubsaugerschlauch zu haben. Ich hätte nur Angst, wenn da mal irgendwo etwas verstopft sein sollte. Wobei das sicher unbegründet ist.
ChrisKongTeilnehmerCookies sei dank, wird mir in der FB-Timeline jetzt dauernd Staubsauger-Werbung angezeigt. 🙂
Kennt ihr in Deutschland eigentlich das Konzept des Zentralstaubsaugers? In Neubauten sieht man das hin und wieder mal bei uns, aber hat sich vermutlich nicht durchgesetzt.
ChrisKongTeilnehmer
ChrisKongTeilnehmerSobald Bewegung im Bild ist, wirkt es mir zu künstlich. Man achte mal auf Indy aufm Pferd. Das überzeugt mich ehrlich gesagt nicht. Letztlich werde ich aus dem Film sicher Dinge herausziehen können und besser als Crystal Skull kanns ja nur werden.
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ChrisKongTeilnehmerWillow Episoden 1 und 2 (Disney +)
Ich kann den beiden Start-Episoden leider kein gutes Zeugnis ausstellen. Das fängt bei der Konzeption an bis hin zur Umsetzung. Dabei spielt für mich durchaus der Film eine Rolle, auf dem die Serie aufbaut. Ärgerlich, dass man hier eine Möglichkeit liegen lässt, um etwas Variation in die Diversity-Thematik zu bringen. Wie? Die ganzen Darsteller schreien ja laut Diversity. Nun, nicht wirklich. Es ist genauso ein Random-Cast, wie man ihn mittlerweile bei jeder zweiten Serie hat. Irgendwelche interessanten Eigenheiten bringt da keiner durch seinen Hintergrund mit ein. Also bleibt es vorrangig ein Akt der Visibilität. Was mich da ärgert, Willow kam Ende der 80er und war die erste grössere Produktion, an die ich mich erinnern kann, die einen kleinwüchsigen Helden in den Mittelpunkt stellte. Und nicht nur das, wir durften auch ein wenig am Dorfleben teilhaben, ganz so, wie es Jahrzehnte später Peter Jackson in den HdR-Filmen praktizieren sollte. Und genau da hatte ich mir vom Serienformat mehr erhofft. Stattdessen leben die Nelvyns nun unter Tage in einer Höhle, keiner weiss wirklich warum. Ausser Willows Tochter und sein Freund gibts keine nennenswerten Figuren unter den Nelvyns. Anstatt also etwas in der Richtung weiterzuentwickeln, sehe ich einen Riesensprung zurück. Stattdessen langweilt man uns mit der nächsten Coming-of-Age Geschichte zweier junger Damen, die ihre Gefühle füreinander entdecken. Und das auf so eine langweilige Art und Weise, dass man sich echt fragt, warum diese hohle Anbiederung? Als würde es auf D+ nicht schon genug Serien mit Coming-of-Age und young Adults Geschichten geben. Insbesondere gibts das halt anderswo besser, z.B. in Reservation Dogs, der Show von Taika Waititi. Und wenn eine homosexuelle Beziehung Teil einer Nebenhandlung ist, dann bitte mit dem nötigen Interesse, das mit Leben zu füllen, wie in Dopesick. Hier wirkt es einfach drangeklatscht.
Der junge Cast ist generell zum Einschlafen. Elora Danan ist gemäss Erzählung verschwunden, aber schwupps, am Ende der ersten Episode wird es als Twist enthüllt, was leider auch reichlich vorhersehbar ist. Sollte sich da wider Erwarten noch ein weiterer Twist ergeben, mich würds nicht wundern, aber viel schlechter hätte man das nicht machen können. Die Darstellerin hat leider auch das Charisma einer Barbiepuppe. Dann ist da noch ein Prinz, der wie ein Cosplay-Nerd wirkt, der sich in der Tür geirrt hat und eigentlich auf ein Sitcom-Set wollte. Die Tochter von Sorsha geht noch halbwegs in Ordnung und hat auch die besseren Momente. Ihr Bruder, der als Variante mal die Damsel in Distress spielen darf, könnte der Sprössling von Prinz Valium aus Spaceballs sein. Nur funktioniert das gar nicht mal so schlecht. Leider verschwindet er zu früh von der Bildfläche. Im Kerker sitzt dann noch ein ehemaliger Knappe und Glücksritter ein, der mehr zum Verschwinden von Mad Martigan weiss. Boorman, gespielt von Amar Chadha Patel, ist der heimliche Showstealer. Die lustigen Szenen, die funktionieren, gehören fast alle ihm. Er macht zumindest einiges wieder wett, was so gar nicht funktioniert. Warwick Davis agiert ganz solide, sein Willow aus dem Film ist mir aber klar lieber. Hier spielt er mir allzu oft den Schalk und ist mir eine Note zu meta unterwegs. Das bringt mich zum eigentlichen Kern des Problems dieser Show.
Hier werden dauernd Stile gemixt, die einfach absolute Immersionskiller sind. Wirkliche Magie stellt sich max. für Sekunden ein, bevor sie durch unpassende Ästhetik, schlechte Dialoge, unpassende Hochglanzoptik, Lumpensammlung Kleider der Marke Hercules/Xena aus der Rob Tapert Schmiede oder dürftige Effekte kaputt gemacht wird.
Die Geschichte selbst hätte ein Fünfjähriger oder ein Autokorrektur-Programm spannender geschrieben. Sorsha glaubt nicht wirklich an die Kraft der Magie, was sie auch konsequent durchzieht. Fähigkeiten diesbezüglich hatte sie in dem Film sowieso nicht. Aber dann wird sie von Visionen geplagt, Anakin lässt grüssen. Es gibt einen magischen Wall, aber ein Tor hindurch. Vermutlich haben das auch die Angreifer benutzt. Elora kann da sowieso durchspazieren als wärs Zuckerwatte. Aber hinter dem Wall, ist ja die gefährliche Welt. Und dort leben dann die Nelvyns irgendwo, das Geld für ein richtiges Dorfset hat wohl nicht mehr gereicht. Man sieht ein paar leere Häuser mit Strohdach, thats it. Aber natürlich gibt es noch die getrennte See, und dahinter liegt die wirklich gefährliche Welt. Ahso, okay. Ich krieg da innerliche Schreikrämpfe, aber von einer gelungenen Fantasy-Atmo weit und breit keine Spur.
Die Gegnerschaft sieht wie ein Mix aus Star Wars und Herr der Ringe aus. Um es etwas spannender zu machen, wird dann einer der Ritter vom Bösen befallen. Immerhin sind die Monster ganz nett umgesetzt. Das gilt auch für einige der Drehorte, die zu gefallen wissen. Nur hält das nicht lange vor, wenn sich dann wieder diese RTL-Sonntagnachmittag Optik aufdrängt.
Das Beste kommt zum Schluss. Man ahnt es, dass das nicht wirklich der Fall ist. Nein, damit man schon gar nicht mit dem Gefühl eines sich anbahnenden Mysteriums zurückgelassen wird, erklingt im Abspann Indie-Pop-Musik, wie man es eben von einer Coming-of-Age Serie erwarten würde. Die ist ja im Grunde nicht mal schlecht, aber einfach max. fehl am Platz. Hatte ich schon erwähnt, dass der Namensgeber der Show in der ersten Folge so gut wie keine Screentime hat? Jetzt würde man meinen, dass er umso effektvoller auf den Plan tritt. Aber auch das passiert nicht wirklich.
Nein, diese beiden Episoden schaffen es wirklich jede Gelegenheit auszulassen, etwas von der Magie des Films auf die Serie zu übertragen oder neue zu schaffen. Dafür traktiert man den Zuschauer mit abgenudelten Sideplots, vorhersehbaren Entwicklungen, Humor aus der Retorte und einem reichlich farblosen Cast. In ihren besten Momenten sieht man ein paar feine Sets, Boorman und einen Warwick Davis, dem man jeden Erfolg gönnt.
Der Sohn von Lawrence Kasdan taugt als Autor nichts und die Regisseure der ersten beiden Folgen kriegen keinen einheitlichen Stil hin. Ob das noch besser wird? Hier gibts viel Mittelmass oder gar weniger. Und ich erwarte auch nicht, dass man versucht mit Rings of Power und Co. mitzuhalten. Meine Rosa-Filmfan-Brille hab ich auch nicht an. Der Originalfilm von damals würde heute in ähnlicher Form vermutlich mit dem Budget von zwei Folgen gedreht werden können. Es gibt dort keine Riesenschlachten und Monstergespamme im Sekundentakt. Die Inszenierung und insbesondere die Musik lässt vieles einfach grösser wirken. Und besonders die Schlussszene, wenn Willow nach Hause kommt, holt mich heute noch genauso ab wie damals. Er ist sicher in vielerlei Hinsicht nicht das Nonplusultra eines Fantasyfilms, weiss aber zu verzaubern und mitzureissen. Wär schön, wenn die Serie in späteren Episoden wenigstens etwas davon auch bietet.
ChrisKongTeilnehmerNicht, dass wir uns falsch verstehen, TR ist kein Highlight des Adventure-Genres. Im Grunde krankt das ganze an ähnlichen Problemen. Aber der Film ist nicht gleich eine total absurde Übertreibung wie Uncharted und auch nicht so lustlos gespielt und inszeniert. Uncharted ist mMn eine ziemliche Gurke. Am schlimmsten ist dort einfach das komplett fehlende Flair. Das hätte so auch 1:1 ein Netflix-Film sein können. Prädikat besonders skippbar.
Ob ein Nachfolger zu einem der beiden kommt, k.A. Bei TR sehe ich zumindest die Chance, dass man auf etwas einigermassen Solidem aufbaut. Ruben Fleischer, der Regisseur von Uncharted hat mit Zombieland einen tollen Film gemacht. Danach wurden die Werke immer schwächer, u.a. auch die Fortsetzung zu Zombieland. Venom ist da absoluter Tiefpunkt. Zeigt aber auch, ohne gutes Drehbuch, ist der aufgeschmissen. Wie gesagt, Uncharted hat so viel unschlüssigen BS drin, das kann man einfach nicht übersehen. Beste Stelle, am Arsch der Welt, zackbumm haben wir ein Schnellboot. Hat nur noch der Pinsel gefehlt, der es hineingemalt hat.
Geht man nach folgender News, werden die Rechte an TR neu vergeben und es wird ein Restart geben vermutlich. Netflix ist da angeblich in der Pole Position. Damit kann man das Franchise eigentlich schon abschreiben.
ChrisKongTeilnehmerEs ist einfach kein guter Film und deutlich schlechter als der TR Film mit Vikander. Das Problem ist halt generell dieser Technik-Murks, der in Abenteuerfilmen einfach nicht funktioniert. Abenteuer heisst ja irgendwo will man das Gefühl von Wagnis spüren. Wenn dann jede Lösung eines Problems mit Technik aus der Trickkiste gelöst wird, geht mMn die Spannung vollends flöten. Darum ist die aktuelle Ära für diese Art Film auch eher nicht förderlich.
ChrisKongTeilnehmerVenom Let there be Carnage
Als im Abspann der Name Serkis auftauchte, bin ich kurz erschrocken. Ich hatte gar nicht mehr auf dem Radar, dass der Film von ihm ist. Das erklärt aber, dass auf der effekttechnischen Ebene viel zusammenläuft, was man vom Rest des Films leider so gar nicht sagen kann. Er ist ähnlich schwach wie der Vorgänger. Zum einen mag das sicher an der Formelhaftigkeit dieses Films liegen, aber das Problem haben div. andere Filme auch. Leider fehlt es dem Film komplett an Ideen. Aus der Figur Venom wird ein Kuschelteddy gemacht, der ja ach so hungrig ist, aber sich vornehm zurückhält, will ja nur die Bösen fressen. Das geht ziemlich schnell auf den Keks und die Art Dialoge zwischen Venom und Brock ziehen sich durch den ganzen Film.
Dazwischen gibts viel Bad Hair Day. Hardy ist wohl immer direkt vom Bett ins Set gefallen, Stephen Graham und Woody Harrelson haben Matten verpasst bekommen, dafür würde sich sogar Nicholas Cage schämen. Harrelson ist immer noch ein toller Schauspieler, aber er schafft es in dieser drögen Geschichte auch nicht, irgendwelche Glanzpunkte zu setzen. Sein Loveinterest ist auch so murksig in die Geschichte integriert. Man denkt dauernd, da fehlt noch was. Michelle Williams Figur hätte man im Grunde auch ersatzlos streichen können. Brock ist hier irgendwie symptomatisch für den Film. Er schafft es kaum sich aufzuraffen und irgendwie tut man es ihm als Zuschauer nachempfinden.
Die Geschichte hangelt sich von einem zum nächsten Moment, irgendwann ist man dann im Finale angekommen, das gefühlt in der Mitte des Films startet.
Tom Hardy hat am Drehbuch mitgewirkt. Ich komm nicht umhin zu sagen, Schuster, bleibt bei euren Leisten. Serkis hat das MoCap revolutioniert, seine Arbeit als Schauspieler ist ebenfalls hervorragend. Seine Regie ist es indes nicht. Hardy sollte sich auch aufs Schauspiel konzentrieren und die Finger von Drehbüchern lassen.
Die Post-Credit-Szene hat nur eine Funktion, das Spidey-Verse von Sony/MCU mit dem von Venom zusammenzuführen. Aber viel langweiliger hätte man auch das nicht machen können.
Venom funktioniert in dieser Form einfach nicht. Entweder er wird so richtig Badass, aber das kann man jetzt wohl eh vergessen oder man lässt es lieber gleich bleiben. Zuletzt hat das mMn schon nicht mit Cruella funktioniert. Der Antiheld wird uns permanent als Held präsentiert. Damit geht auch das Alleinstellungsmerkmal verloren. Neben Deadpool wirkt Venom deutlich disneyesker, was sich auch im Rating widerspiegelt. Von dem sogenannten Carnage sehe ich hier Nullkommagarnichts. Schauspieler und Effekte top, alles andere flop.
ChrisKongTeilnehmerEs klingt für mich so, als würde es von einer jungen Band kommen, die sich irgendwie noch finden muss, respk. eine musikalische Identität sucht. Ist halt doch recht generisch.
ChrisKongTeilnehmerA Plague Tale Innocence
Das lag schon lange auf dem Pile of Shame. Gekauft aufgrund der durchweg positiven Eindrücke, die überall vermittelt wurden. In dem Zusammenhang blieb auch immer wieder der Vergleich mit Last of Us hängen. Und da mir Naughty Dogs absolut zusagt, sicher ein klares Pro-Argument. Ebenso reizte mich das historische Setting, in dem das Abenteuer spielt. Und zwar zu Zeiten, als die Pest in Europa wütete und mit ihr die Inquisition.
Die Ausgangslage ist mit Last of Us vergleichbar, eine Welt, die von einem Virus überrannt wurde. Überall lauern Tod und Verderben. Man ist zu zweit oder zu dritt unterwegs, sammelt Materialien fürs Crafting, Gegenstände mit Hinweisen zu der Epoche, darf sich durch Gebiete stealthen und sollte offenen Feindkontakt besser meiden. Die Areale sind etwas weniger offen als bei NDs Vorbild und generell ist alles ein wenig kleinräumiger geraten. Das ist aber angesichts des kleinen Entwicklerteams erst recht als eine veritable Leistung einzustufen.
Ich habe von Beginn weg alle Tutorialhilfen abgestellt, weiss also nicht, wie sich das mit diesen spielen würde. Aber ich will mir das ehrlich gesagt auch nicht vorstellen. Das Spiel ist bis auf ein paar wenige Stellen recht einfach geraten, die Rücksetzpunkte sind auch mehr als fair gesetzt. Einzig dieses über eine Schwelle pushen ging mir öfter mal auf den Sack. Ist man schnell genug, kann man den Kontrollpunkt grad noch neu starten, ansonsten darf man verpasste Sammelsachen erst über das Kapitelmenü versuchen zu holen. Dann muss man allerdings das Kapitel von Vorne spielen, ganz egal, wie spät der Sammelgegenstand im Kapitel platziert ist. Das ist nervig und erhöht die Lust, es zu komplettieren nicht wirklich. Hatte bis Stand jetzt noch nicht entschieden, ob ich das mache oder nicht. Viel würde nicht fehlen. Aber beispw. müsste ich mit Hugo den ganzen Schleichkram nochmals machen, um die vermutlich ausgelassene Pflanze im Garten zu holen.
Das Crafting-System ist leider auch irgendwie unausgegoren. Gegen Ende hat noch etwas Material gefehlt, für eine letzte Ausbaustufe. Allerdings fragt man sich sowieso, was die Verbesserungen überhaupt gross bringen. Aber weil sich Verbrauchsmaterial wie Ignifer und die anderen Sachen Materialen mit dem Crafting teilen, ist man oft gar nicht versucht, gross unterschiedliche Sachen einzusetzen. Das hemmt durchaus die Experimentierfreude in den grösseren Gebieten. Warum sollte ich mich öfters von Hinten an jemanden ranschleichen, wenn der Einsatz des Narcotikums wertvolle Crafting-Zutaten kostet? Zu Beginn ist der Kram auch sinnlos verteilt worden. Ich muss lauter Material liegen lassen, dass ich noch nicht mal verbauen kann, weil die Fähigkeiten erst später freigeschaltet werden. Stoff findet man auch so gut wie keinen usw. Hier wurde nicht wirklich gut austariert und taktisches Vorgehen wird da lediglich suggeriert, im Gegensatz zum grossen Bruder, wo das mMn besser gelöst ist.
Rätsel gibt es nicht viele, sie sind alle leicht zu lösen. Einzig der Sammelkram bietet die eine oder andere Challenge. Auch das erinnert frappant an NDs Spiele.
Die Geschichte um Amicia und Hugo hat mir gut gefallen, die Charaktere wurden auch nett umgesetzt. Wirkliche Tiefe entsteht aber selten. Dafür fehlts dem Spiel ein wenig an den ruhigeren Momenten. Man darf z.B. Hugo dabei beobachten, wie er Fröschen nachjagt, aber viel mehr ist da nicht drin. Momente wie mit Joel und Ellie erlebt man kaum und wenn, sind sie selten sehr intensiv rübergebracht. Ich glaube ohne das grosse Vorbild würde man hier weit weniger streng draufschauen. Aber wenn man sich so offensichtlich dort bedient, kann man das schwer ignorieren.
Nichtsdestotrotz ein tolles Spiel, das sich nicht verstecken braucht und mehr spielerischen Gehalt hat, als eine reine Walkingsim. Die deutsche Synchro ist mehr als gelungen, auch das steht absolut auf der Habenseite. Bis man den Abspann sieht, hat man ein spannendes Abenteuer hinter sich, inkl. Epilog, der, wen wunderts, ebenfalls wie von ND selbst sein könnte.
Der Nachfolger ist vor kurzem erschienen, aber so bald werde ich den nicht spielen. Holen werde ich ihn auf jeden Fall, dafür hat mir dieses Spiel zu viel Spass gemacht.
ChrisKongTeilnehmerNope
Im Vorfeld hatte ich Infos möglichst gemieden. Jordan Peele geht seinen Weg konsequent weiter. War Get Out noch eine recht klar erkennbare Botschaft, die clever und visuell ansprechend vermittelt wurde, so enthielt Us deutlich mehr Arthouse-Elemente und war enigmatischer als sein Vorgänger. Mit Nope ist er im Grunde nur noch einen Katzensprung von Lynch entfernt. Thematisch bleibt er sich treu. Es geht um schwarze Identität. Peele bedient sich dabei unterschiedlichen Motiven und Handlungs-Ebenen, um die Wechselwirkung zementierter Gesellschaftsstrukturen ins kleinste Detail zu entschlüsseln. Auf einer rein oberflächlichen Ebene geht es um einen Rancher, der mit seiner Schwester nach einem tragischen Ereignis Entscheidungen treffen muss, bis sich am Horizont eine Sensation anbahnt, die alles verändern könnte.
Da die persönliche Interpretation einen grossen Teil des Arthouse-Kinos ausmacht, liegt es wohl an jedem Einzelnen, ob und wie er Zugang dazu erhält. Im Anschluss an den Film laufen weitere Szenen ab, die absolut empfehlenswert sind. U.a. sieht man die Szenen mit Gordy mit einem richtigen Darsteller. Nachfolgend, was ich persönlich aus Peeles jüngstem Werk mitnehme, immer in Ermangelung irgendwelcher Kenntnisse, die Peele vielleicht geteilt hat oder aus dem Umfeld des Films stammen.
InterpretationIch sagte eingangs, dass es um schwarze Identität geht. Identität ist, was wir von jeder Person wahrnehmen, was uns diese Person auch in Schubladen stecken lässt. Das merkt man gut in der Szene als Haywood Jr. (Daniel Kaluuya) anstelle seines Vaters zu einer Szenenprobe geht. Anstatt in ihm einen kompetenten Pferde-Trainer zu sehen und seinen Anweisungen zu folgen, ist das Unbehagen aller anderen Beteiligten spürbar. Auftritt Emerald (Keke Palmer), Jr.s flippige Schwester, die die Situation aufzulösen versucht. In der Szene wird auch die Anweisung platziert, nicht direkt in die Augen des Tiers zu schauen. Später bedeutet das direkte Schauen, von dem Phänomen erwischt zu werden.
Man akzeptiert OJ nicht und unbewusst wird auf ein negatives Resultat hingearbeitet, was wiederum die vorgefasste Meinung bestätigt. Der Regisseur in dieser Szene, gespielt von Michael Wincott, darf in einer Art selbstanklägerischen Akt, etwas von dieser Schuld der Vorurteile auf sich nehmen und Busse tun.
Emerald erzählt hier auch kurz, aber entscheidend, von der Familiengeschichte der Haywoods. Hier wird eins der grossen Identitäts-Traumas thematisiert, denen sich zeitlebens schwarze Darsteller ausgesetzt sahen. Ihr Anteil in der Geschichte wird quasi nonexistent gemacht. Das wird anhand einer Anekdote zum ersten Bewegtbild überdeutlich gemacht.
Das Ende referenziert natürlich darauf und präsentiert uns gewissermassen den ersten schwarzen Superhelden der Filmgeschichte. Ein viel ikonischeres Schlussbild hätte Peele nicht wählen können.
Das Wesen, welches erst als Ufo, später als eine Art galaktischer Ameisenbär identifiziert wird, wirkt in der Identitätsfrage fast schon wie ein Katalysator. Als sich das Wesen immer mehr öffnet und sein innerstes offenbart, dachte ich mehr an ein Gerät, wie eine Kamera, denn an eine überirdische Entität. Dazu passt auch die quadratische Form, die bei Lebewesen so in der Natur praktisch nicht vorkommt und ein abgrenzendes Charakteristikum darstellt. Natürlich musste ich auch an andere Kulturen denken, in denen einer Kamera nachgesagt wird, sie stehle die Seele aus den Menschen. Klar, ein Aberglauben, den heute wohl auch diverse indigene Völker abgelegt haben. Aber dieses ursächliche und begründete Misstrauen kommt nicht von ungefähr und wurde über die Jahrzehnte immer wieder bestätigt. Letztlich kann alles, was eine Kamera festhält, auch manipuliert werden und alles was manipuliert wird, kann einen direkten Effekt auf die Wahrnehmung, in dem Fall die Identität, haben. Ist es in der Szene bei der Probe eben nicht der ältere Haywood mit seiner väterlichen Ausstrahlung, reagieren die Menschen abweisend.
Dazu dient auch die Parallelhandlung mit Gordy, einem Fernseh-Affen in einer Sitcom, der durchdreht und seine Serien-Pflegeeltern angreift. Die Szene ist maximal verstörend und auch so entlarvend. Andersartigkeit ist gut, solange sie uns in der Form zuteil gemacht wird, wie wir es wollen. Der Affe soll uns bespassen, in seiner ihm zugedachten Rolle. Als er aus dieser Rolle ausbricht, ist die einzig andere Person, die seine wahre Natur erkennt, der kleine Ricky (Steven Yeun in der älteren Version). Irgendwie sind diese Brüder im Geiste, aber Ricky wählt den Weg der Anpassung und für Gordy nimmt es naturgemäss kein gutes Ende. Später ist Ricky auch Teil dieser Maschinerie und trotz seiner Vergangenheit nicht in der Lage, sich von diesen Denkmustern abzugrenzen. Im Publikum findet sich auch die Mutter aus der Gordy-Serie wieder, die entstellt die Attacke überlebt zu haben scheint.
Kern dieser Szene ist für mich, dass alles wieder auf jene zurückfällt, deren Blick verstellt war. Die Zuschauer blicken gleichförmig und konform in eine Richtung und sehen, was sie sehen wollen.
Holst (Michael Wincott) wird von Emerald angefragt, das Phänomen zu filmen. Gleichzeitig tritt der Verkaufsmitarbeiter eines Technikmarkts auf den Plan, der moderne Überwachungstechnik auf der Ranch installiert und fortan ein Teil des Teams wird. Hier haben wir auch wieder zwei Personen, die sich diametral gegenüberstehen. Den Oldschool-Regisseur, der als einziger in der Lage ist, den Elektritzitätsschwund, den das Wesen verursacht, mit einer nichtelektronischen Kamera zu kompensieren, auf der einen Seite. Auf der anderen den modernen Homo Digitalis, der bestens bewandert ist, mit moderner Technik umzugehen weiss. Interessant ist hier, dass wir so weitere Perspektiven erhalten und Sehen einhergeht mit Verständnis und Selbsterkenntnis. Auch ein deutlicher Hinweis, die Vergangenheit nicht zu ignorieren und so zu tun, als hätte sie nicht stattgefunden, wie z.B. der schwarze Jockey und die diskriminierende Art und Weise, wie schwarze Erfolge in der Gesellschaft totgeschwiegen werden. Der junge Mitarbeiter, der einem fast schon generischen Typus eines modernen, urbanen Menschen entspricht, ist dabei das unbeschriebene Blatt. Seine Sicht ist noch nicht komplett verstellt und darum kann auch sein Überleben als eine Art Hoffnungsschimmer wahrgenommen werden.
Weiter ist auch ein Sensationsreporter vor Ort, der mit seinem Motorrad durch die Szenerie rast. Er verbirgt sich hinter seinem Helm, aber das Wesen erkennt auch seinen Blick und sein Opfer ist darum nur folgerichtig.
Geht man an den Anfang zurück, in der OJ und Emeralds Vater stirbt, ist die Art und Weise, wie es passiert spannend. Dem Vater ist es nie wirklich gelungen, sein gesellschaftliches Standing emanzipatorisch voranzutreiben. Er verwaltet die frühen Erfolge, den Mut zur Expansion hat er nicht. Aufbegehren ist seine Sache nicht. Mit den Pferden, die ausbüxen hat man ein weiteres starkes Motiv, das in seiner Symbolkraft eindeutig scheint. Generell sind auch Pferde die animalische Allegorie zu den Wurzeln der schwarzen Bevölkerung. Aus ihrer Heimat entrissen, als Arbeitssklaven missbraucht, gezähmt, bis sie sich konform in die Gesellschaft einer weissen Oberschicht einfügen. Liest man Nope übrigens rückwärts und hängt noch ein a dran, hat man Epona, die Pferdegöttin. Ob beabsichtigt oder nicht unpassend ist es nicht.
Aus dem Urban Dictionary: Nope. a flat-out refusal; the complete and ultimate rejection of reality and all things associated with said reality. Ein Wort, das alltäglich und unscheinbar ist, in seiner wahren Bedeutung jedoch oberste Maxime in der Bekämpfung von Vorurteilen ist oder sein sollte. Peele zeigt, dass die wahrgenommene Realität keine unumstössliche Wahrheit ist, sondern ein Konstrukt, ein Wesen, dass sich von Vorurteilen nährt und dadurch am Leben gehalten wird.
In einer weiteren Schlüsselszene erkennt OJ, dass das Wesen und damit die falsche Realität an der Künstlichkeit ersticken kann. Und ist diese erstmal zu Fall gebracht, tritt die Wahrheit ins Licht.Fazit: Jordan Peele bleibt sich treu. Seine Filme lassen sich in kein eigentliches Schema drängen und das ist hier durchaus programmatisch. Denn genau um solche Schemen gehts in Peeles Werk. Er weicht diese auf, durchbricht sie, gestaltet sie neu oder holt sie wieder hervor. Ist es Sci-Fi? Ist es Horror? Das sind die falschen Fragen. Peele schert sich hier nicht um Genre-Konventionen. Er verwendet Motive, geht Vorurteilen auf den Grund, zitiert Filmhistorie und bindet all das in einen gesellschaftlichen Themenkomplex. Man kann noch so viel mehr darin erkennen, als ich das in meiner Interpretation versucht habe. Visuell hat er mich ein wenig an Denis Villeneuve erinnert. Natürlich drängt sich hier ein Vergleich mit Arrival auf. In der Art, wie Themen hier aufbereitet werden, würde ich aber eher Bezüge zu Boorman (Zardoz, Excalibur) suchen. Die Macht von Worten, Symbolen, alles ist vorhanden. Aber Peele kupfert nicht ab, er verwirklicht seine eigenen Visionen. Und er biedert sich nicht bei einem Publikum an, wie Shyamalan das zuletzt immer wieder gemacht hat. Genau von solchen Filmen und Filmemachern braucht Hollywood mehr. Filme, die fordern, Filme die nach dem Abspann noch zum Nachdenken anregen. Filme mit Identität.
ChrisKongTeilnehmerAlso auf der Hauptseite bestehen die Probleme nach wie vor mit dem Login.
ChrisKongTeilnehmerDie Leistung von Ricci ist so dominant in meiner Erinnerung, da wird eine Wednesday-Serie kaum mit einer anderen Darstellerin funktionieren für mich. Mich wundert noch immer, dass weder Gremlins noch Back to the Future abgefrühstückt wurden. Kommt sicher noch in der einen oder anderen Form.
ChrisKongTeilnehmer– es fehlt der “Danke”-Button unter einem Post -> Ist noch nicht gefixt
Der hat sicher den ganzen Absturz verursacht.
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