ChrisKong

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  • als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1754926
    ChrisKongChrisKong
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    The Lost City

    Nicht zu verwechseln mit Lost City of Z mit Charlie Hunnam. Lost City of D, wie der Roman im Film heisst und vermutlich wegen der Verwechslungsgefahr etwas anders betitelt wurde, ist mehr eine Persiflage auf Abenteurer-Romanzen. Bei der Prämisse, in der eine Autorin von schwülstigen Liebesromanen in ihr eigenes Abenteuer gezogen wird, muss man unweigerlich an “Die Jagd nach dem Grünen Diamanten” oder seiner Fortsetzung denken. Damals war es Kathleen Turner, die sich nach dem Prinzip, was sich neckt, das liebt sich, in Michael Douglas Abenteurer verlieben durfte. Hier wird das aber etwas anders aufgezogen.
    Buch-Cover-Modell Alan Dash (Channing Tatum) ist eine ziemlich dumme Nuss und ein wenig in die Autorin verschossen. Tatum gibt hier quasi eine Reprise seiner Rolle aus den 21 Jumpstreet Filmen und mixt noch ein wenig Magic Mike dazu. Autorin Loretta Sage (Sandra Bullock), die sich hier intellektuell eindeutig unter Wert verkauft, kann diesen Avancen zunächst nichts abgewinnen. Nachdem sie von Abigail Fairfax (Daniel Radcliffe) entführt wird, einem Milliardär auf der Suche nach einem sagenhaften Schatz, ist sie alsbald in einer Zweckgemeinschaft mit Dash vereint. Dieser wollte sie ursprünglich retten und engagierte einen ehemaligen Seminar-Leiter und Navy-Seal Jack Trainer (Brad Pitt). Natürlich läuft es dann nicht nach Plan. Die Agentin (Da’Vine Joy Randolph) von Loretta ist irgendwann auch mit von der Partie.
    Es wird ziemlich viel kalauert. Nicht jeder Gag sitzt. Und doch ist der Film von Anfang bis Ende sehr launig. Tatum hat ein gutes Timing, was bei Comedys unabdingbar ist. Der Auftritt von Pitt ist auch köstlich. Schön, dass er aktuell seinen zweiten Frühling erlebt. Man kauft ihm die coole Socke sofort ab. Radcliffe wiederholt hier auch etwas seine Rolle aus Can you see me 2. Bullock wirkt ein bisschen steif und unbeteiligt. Dass sie auch anders kann, hat sie in anderen Filmen schon oft gezeigt.
    Der Film will nicht zu viel, was gut ist. Die Gebrüder Nee – nicht verwandt mit den Rittern vom Nee – die für den Film verantwortlich zeichnen haben ordentlich abgeliefert. Etwas weniger Hochglanzoptik ala Netflix und ein paar in die Länge gezogenen Pointen weniger, hätten dem Film gut gestanden. Aber viel zu meckern gibt es sonst nicht, ich war eher positiv überrascht zumal ich bei Komödien aus Hollywood auch anderes gewohnt bin und dort vieles mittlerweile meide. Tatum sollte sich selber einen Gefallen tun und sich auch mal wieder um andere Rollen bemühen. Sonst wird er zusehends Opfer von Typecasts bleiben.

    als Antwort auf: R.I.P. #1754904
    ChrisKongChrisKong
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    als Antwort auf: Elden Ring #1754901
    ChrisKongChrisKong
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    Da wären zum Beispiel die nicht existente Story. Ich weiß es gibt Leute die feiern den Erzählstil, vom Prinzip gibt es aber keine Story. Wie hat es mal jemand so schön beschrieben: Die Story von Elden Ring wurde durch einen Schredder gejagt und mit einer Konfettikanone von der Spitze der Zugspitze bei einem Orkan gefeuert. Storytelling sieht für mich anders aus und damit meine ich nicht Cutscenes am laufenden Band.

    Zustimmung.

    Auch dass das Spiel wirklich überhaupt nichts erklärt stellt wohl bei keinem anderen Spiel einen Pluspunkt dar.

    Jein, ich hasse übermässige Tutorials und dass ich nicht alleine bin, zeigt die Tatsache, dass man div. Tutorialfunktionen mittlerweile abschalten oder ausblenden kann. Dass ich die Welt für mich entdecken und lernen muss, macht einen nicht unerheblichen Reiz aus. Ein anderes Beispiel wäre Cave Story. Ohne Guide kannste das kaum komplettieren. Dagegen sind FS Spiele schon fast ein offenes Buch. Muss man aber nicht mögen. Nur seh ich da keinen Grund, warum das Spiel deswegen abgewertet werden sollte.

    Ich mag auch nicht alle Spielgenres, mit Fussball kann man mich in ein anderes Sonnensystem jagen also lass ich Fifa und Co. links liegen. Das Problem hier ist aber umfassender. Elden Ring bedient ein Genre das ich mag. Wenn das From Software Virus dieses vergiftet bleibt weniger für mich. Soulslike ist ein Genre für sich (dem ich um jeden Preis aus dem Weg gehe), was aber wenn befeuert von dem Erfolg bald jedes Spiel so aussieht?

    Soulslike ist kein Genre, sondern beschreibt Spiele mit ähnlichen Mechaniken. Ubi-Formel ist auch kein Genre wie zeldamässig auch nur Gameplaymechaniken oder den Stil umschreibt. Ich glaube so richtig an Spiele gekoppelt wurde das erstmals mit Metroidvanias. Wobei auch das irgendwo Stuss ist, denn Zelda funktioniert im Wesentlichen nach genau dem Prinzip. Und solche Spiele gabs wohl auch schon davor. Aber man weiss immerhin grad was gemeint ist.

    Es tut mir leid das sagen zu müssen aber die Wertung ist masslos überhöht oder würde ein Fifa von der Maniac Redaktion jemals 96 Punkte bekommen selbst wenn es das beste Fussballspiel aller Zeiten wäre? Ich denke nicht, hier wurde gehypt das es nicht mehr feierlich ist und ich fürchte negative Auswirkungen dieses Hypes.

    Nein, die Wertung ist das, was nach Ansicht der MGames-Redaktion die verdiente ist, nicht mehr nicht weniger. Btw. hast du nicht ein Spiel genannt, dass wegen einem deiner Punkte abgewertet wurde. Da würde mich dann aber eher der Kontext interessieren, denn eine Vergleichbarkeit ist ja nicht in jedem Fall gegeben. Es spielt schon eine Rolle, für wen ein Spiel konzipiert ist. Ich werf Kirby seinen geringen Schwierigkeitsgrad nicht vor, schliesslich adressiert das Spiel eine junge Spielerschaft. Wichtig ist eine gute Lernkurve.
    ER setzt weiter oben an, aber es bietet genau das, eine Lernkurve. Mittendring wird es zuweilen eher zu easy, was aber auch an den Möglichkeiten liegt, die man während des Spiels bekommt. Da du selber angibst, einen grossen Bogen um die Spiele zu machen, kann ich mir nicht ganz vorstellen, wie du überhaupt zu deinem Urteil kommst. Wie gesagt, von der Anspruchshaltung, dass grundsätzlich jedes Spiel sich an alle richten muss, solltest du dich eh verabschieden. Denn das führt auch nicht zu besseren Spielen, sondern immer mehr Einheitsbrei. Von daher nehm ich jedes FS Spiel mit Handkuss, das nicht versucht, sich bei allen anzubiedern. Es wird niemandem was weggenommen.

    als Antwort auf: Elden Ring #1754881
    ChrisKongChrisKong
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    Sachen, die bei anderen für eine Abwertung sorgen…

    Das ist einfach so eine Behauptung aus der Luft gegriffen und ohne konkretes Beispiel soll man nun raten, was damit gemeint ist? ER wird für Qualitäten gefeiert, die es einen trotz des Schwierigkeitsgrades ans Pad fesselt. Dass das nicht jedem gefällt, aber offensichtlich immer mehr Leuten, finde ich eine gute Entwicklung. Wie Spacemoonkey sagt, gibt es immer noch mehr als genug AAA Spiele, die bieten variable Schwierigkeitsgrade und im Gegensatz zu früheren Spielen kann man diese auch jederzeit ändern.
    Und eine Schwierigkeits-Hoheit besitzt Fromsoftware nicht. 2D Spiele aus der NES und SNES Zeit waren damals zum Teil auch bockschwer und wirklich Spielhilfen hat man nicht integriert. Warum heute gleich jedes schwere 2D Spiel als soulslike bezeichnet wird, kann ich nicht verstehen.
    Btw. bietet ER mehr Einstiegshilfen als alle anderen Fromsoftware-Spiele zusammen. Für mich lag da wirklich der Reiz in der Erkundung. Ich hätte mir gerne noch mehr grosse Schlösser im Stil des ersten gewünscht.
    Aber es gibt auch div. Sachen, die ich da auch etwas anders gelöst hätte, fraglos. Aber vergleicht man es mit anderen Spielen, die nicht mal die Ambition haben, überhaupt was ähnliches zu bieten und trotzdem sehr viel Kritikpunkte offenbaren, muss man sagen, ist die Wertung schlicht gerechtfertigt. Warum sich so viele dran stossen, hat wohl mehr mit persönlichen Befindlichkeiten zu tun. Kann doch jedem egal sein, was irgendwo in einer Liste zuvorderst steht. Von der MGames-Liste juckt mich nicht mal die Hälfte aller Spiele. Gewisse Genres liegen mir auch nicht, wie z.B. Rennspiele. Trotzdem gönne ich jedem Forza oder Gran Tourismo seinen Erfolg, wenn es die Spieler glücklich macht.

    Die Befürchtungen sind mMn unbegründet. Denn Erfolg ist auch relativ, wir kennen ja oft den Aufwand dahinter nicht. Die grossen Publisher werden sicher weiterhin versucht sein, auf breitere Streuung zu setzen und weniger auf eigenständige Merkmale. Und damit werden auch Schwierigkeitsgrade in den meisten Spielen variabel bleiben. Im Gegenteil, heute gibts in vielen Spielen sowas wie einen Storymode. Ich weiss zwar nicht, wer das so spielen will, aber man kann das ja auch ignorieren.

    als Antwort auf: Vor kurzem durchgespielt #1754877
    ChrisKongChrisKong
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    Bei kleineren Entwicklern besteht wenigstens die Chance, dass sie auf ihre Klientel ein wenig hören und aus dem Feedback die richtigen Schlüsse ziehen. Die können es sich eigentlich nicht leisten, ihr Publikum zu vergraulen. Während Nintendo ein für ihre Verhältnisse unfertiges Pokemon raushaut und damit in den Charts trotzdem durchstartet. Dabei war es noch nie so leicht, den Puls der Kundschaft zu fühlen wie heute.

    als Antwort auf: Gernseh-Serien #1754876
    ChrisKongChrisKong
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    Willow Episode 6 (Disney+)

    Starten wir mit dem Abspannsong, Good Vibrations. Dazu fällt mir nur der Begriff Zweckoptimismus ein. Wenn schon die Serie keine gute Laune verbreitet, dann wenigstens die Musik am Ende. Probieren kann mans ja. Tatsächlich startet die Episode mit einem Setting, den Minen von Moria, äh halt, andere Minen, das frisch wirkt. Vermutlich hatte Weta Digital die noch vom Hobbit übrig. Aber wir wollen mal nicht wählerisch sein. Irgendwie ists dann doch aber eine tote Kulisse. Beherrscht werden die von den Trollen. Das sind aber andere Trolle als aus dem Originalfilm. Diese hier haben weisses, langes Fell und können sich artikulieren. Dass dabei nur Dialoge bei rumkommen, die man am liebsten vergessen möchte, ist verschmerzbar. Denn immerhin sieht man mal wieder etwas, das zumindest nach Fantasy aussieht.
    Daneben darf man Witzen zu Veganismus lauschen, muss einen grässlich gespielten Dialog zwischen Kit und Elora ertragen, die wirklich nur noch nervt, und tatsächlich blendet man mal auf Aerk um. Am Ende trifft dieser auf eine mysteriöse Frau, die gefangen gehalten wird in dieser toten Stadt. Sicher erwartet uns da ein Twist. Da die alte Vettel noch nicht gezeigt wurde, könnte das die junge Frau sein. Es würde zum Stil dieser Serie passen.
    Wie mies Kasdans Schreibe ist, merkt man an einer bestimmten Szene. Kit und Willow werden in hängende Zellen eingesperrt. Kurz darauf meldet sich ein Mitgefangener, der sich als Mad Martigan ausgibt. Wo soll da der Witz sein, wenn man ausgerechnet die Figuren mit dem zusammenwirft, die ihn eindeutig identifizieren können? Viel Auswahl hätte es eh nicht gegeben. Aber daraus hätte man ja was Lustiges machen können, wenn der Zuschauer hier einen Wissensvorsprung gegenüber den Charakteren hat. Jade oder Graydon, sogar Elora hätte da noch funktioniert. Diese Figur wird von Christian Slater gespielt. So verfliegt die einzige Möglichkeit, etwas aus der Situation zu machen. Einzig die Trolle sind nicht im Bild. Dann gehts da noch um den Kürass, das selten hässliche Sci-Fi Teil, das nicht so wirklich macht, was es soll oder noch nicht.
    Warum Jades Schwester auf einmal alle Minen-Arbeiter befreien möchte? Egal, Figurenentwicklung ist hier sowieso die reinste Magie und findet immer offscreen statt. Es gibt auch keine Erklärung für den hohlen Dialog zwischen Kit und Elora gegen Ende der Folge. Der Rest steht unbeteiligt rum, während die Mine einzustürzen droht. So kann man ein Finale auch zuspitzen. Aber gelungen ist das nicht.
    Von den bisherigen sechs Episoden ist das mit Sicherheit eine der besseren. Willow wird einmal mehr als komplett unbrauchbar gezeigt, aber das wurde ja schon in der Folge davor unterstrichen durch seine eigenen Aussagen. Immerhin ist mit Slater ein guter Gaststar dabei und während er kämpft, hören wir Mad Martigans Thema.
    Die Schwächen bleiben erhalten. Wo man sich befindet, was die Mine überhaupt soll, ebenso wie die Gefangenen, darüber nachdenken sollte man nicht. Hat Kasdan auch nicht gemacht. Die Folge ist auch zu lang. Die Action ist auch wieder so mies gefilmt. Schlechter gehts fast nicht.
    Bleiben noch zwei Episoden. Die werden sicher wieder randvoll mit Immersionskillern sein. Nichts anderes erwarte ich.

    als Antwort auf: Vor kurzem angespielt / Welche Spiele spielt Ihr zur Zeit? #1754868
    ChrisKongChrisKong
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    Ich muss sagen, Miles Morales macht durchgehend Spass. Die ganzen Ingame-Laber-Sequenzen fühlen sich an, als würde man eine Serie schauen und tragen ihren Teil zum Worldbuilding bei. Das ist wirklich sehr gelungen. Der einzige Wermutstropfen bislang, es gibt keine Rätselparts mehr in dem Spiel wie beim Vorgänger. Dort durfte man im Labor immer wieder mal ein Schiebepuzzle oder dgl. lösen. Das hätte man in den Räumlichkeiten von Roxxon prima integrieren können. Die ganzen Bonus-Herausforderungen bei den Tutorialkämpfen und in den Arenen, mal schauen, ob ich die noch machen werde. Aufgaben unter Zeitdruck lösen, war da nie ein Fan von. Dass man es bei einer gewissen Anzahl an Geräten belässt und auch den Skillbaum nicht unnötig ausgebaut hat, rechne ich dem Spiel hoch an. Den Weg sollte man bei Sony häufiger einschlagen.

    als Antwort auf: Vor kurzem durchgespielt #1754866
    ChrisKongChrisKong
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    @Geohound

    Den Vorgänger hab ich vor kurzem beendet und fand ich ganz nett, wenn auch nicht perfekt. Ich fürchte, das Team ist auch etwas Opfer von seinem Erfolg geworden und wollte die gestiegene Erwartungshaltung unbedingt erfüllen. Ist ja nicht das erste Mal, dass das oft nach hinten losgeht. Aber so kurz nacheinander hätte ich wohl gar keine Lust auf ein Wiedersehen mit Amicia und Hugo. Das mit dem Waffenrad, wie mans nimmt. Als ich die blöden Ratten kontrollieren wollte, hats ne Weile gedauert, bis mir wieder in den Sinn kam, dass man das auch über das Waffenrad macht. Wirklich gut gelöst ist das aber nicht.

    als Antwort auf: Switch 2, was wird es? #1754865
    ChrisKongChrisKong
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    Damit könnte Nintendo dann noch ewig weitermachen. ^^

    Nintendo vielleicht, aber ob die ganzen kleineren Entwicklern und auch die grösseren da noch viel Aufwand in mühselige Ports investieren wollen, sei mal dahingestellt. Heisst, die Exclusives laufen weiterhin, bei allem anderen darf man beten. Und besser wirds nicht werden.
    Die Switch hat nun schon haufenweise Indie-Ports erhalten, die mässig bis schlecht liefen. Nicht, weil die Konsole das grundsätzlich nicht stemmen könnte. Aber während auf der PS4 und XBox One man die Ressourcen einfacher nutzen konnte, ist die Switch-Technik da eben schon ein Flaschenhals gewesen, bei dem Programmierer halt mehr Aufwand benötigen, um damit klarzukommen.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1754864
    ChrisKongChrisKong
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    Morbius

    Dass Morbius nicht der beste Marvel-Film sein würde, war abzusehen. Die Frage ist eher, ob er das Schlusslicht bildet. Und da finde ich, gibts deutlich Schlimmeres. Der Film bläht sich auch nicht auf eine epische Lauflänge ala Eternals auf. Der erzählerische Gehalt ist dafür auch zu gering. Und wieder einmal sieht man eine Origins-Story. Das sollte man sich sparen, denn man wiederholt sich da einfach zu oft. Ähnlich wie bei zig anderen Streifen entstammt der Bösewicht aus demselben Sumpf. Dieser wird von Matt Smith gespielt. Seine Fähigkeiten beschränken sich nicht nur darauf, Opfer auszusaugen, sich schnell fortzubewegen und sehr stark zu sein, sondern er triggert beim Zuschauer permanent Fremdscham.
    Jared Leto erstaunlicherweise nicht. Netterweise hat er auch ein wenig Musik aus Bladerunner 2049 mitgebracht, ist doch total lieb von ihm.
    Ansonsten blieb mir nur noch Jared Harris als Mentor im Gedächtnis. Alle anderen Figuren sind nicht wirklich wichtig.
    Vielleicht brauchts da wirklich mal einen Paradigmenwechsel und die Einführung neuer Figuren soll nicht an deren Genese geknüpft werden. Es sind ja meistens eh die gleichen Geschichten. So verschwendet man ein ums andere Mal einen ganzen Film, der so erwartbar ausfällt, als würde man eine Wetterprognose 5 Min. bevor man rausgeht konsultieren.
    Am Ende gibts noch doppelten Post-Credit Nachschlag, der eigentlich interessanter ist als der ganze Film, zumindest Marvel-Fans dürften aufhorchen. Inwieweit aber Morbius eine zukünftige Rolle in den Plänen von Sony spielen wird, bleibt abzuwarten.
    Unterm Strich hatte ich nicht viel erwartet und wurde darum auch nicht gross enttäuscht. Venom 1 und 2 waren da für mich die weitaus bittereren Pillen. Morbius ist halt nie wirklich spannend. Als halbherziger Horrorstreifen funktioniert er dann noch weniger als als Superheldenfilm. Die Badass-Attitüde hat schon bei Venom kläglich versagt, hier kann sie sich noch nicht mal mit einem veritablen Schurken messen. Zu schnell ist das Gehampel dann auch abgefrühstückt.
    Was ich dem Film aber zu Gute halten muss, mit einer entsprechenden Heimkino-Anlage ist die UHD-Scheibe wirklich ein Brett. Was da für ein Sound rumkommt und mit welcher Wucht und Direktionalität, könnte gut und gerne die Referenzscheibe des Jahres sein. Hier muss man sich nicht hintenanstellen, sondern sortiert sich weit vor div. anderen Superhelden-Ausflügen ein. Auch wenn der Film selber nicht Überzeugungsarbeit leistet, die recht makellose Technik ist ein grosses Plus.

    als Antwort auf: Switch 2, was wird es? #1754837
    ChrisKongChrisKong
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    In einer der letzten N-Zones wird darüber spekuliert. Die Ankündigung von MK 8 DLCs sehen die dort als klares Zeichen, dass der Nachfolger nicht so bald kommen wird. Weil eigentlich wurde auf einen neunten Teil gewartet, den man dann sicherlich auch für die nächste Konsole porten wird. Ob das eine schlüssige Argumentation ist, weiss ich nicht. Aber solange die Switch sich wie geschnitten Brot verkauft, rechne ich eh nicht mit einer Ankündigung, da diese einen Einfluss auf die Abverkäufe haben kann.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1754818
    ChrisKongChrisKong
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    Glass Onion: a Knives Out Mystery (Netflix)

    Rian Johnsons zweiter Streich mit Benoit Blanc. Tonal kommt der tatsächlich etwas anders daher, was schon das griechische Postkarten-Setting verspricht. Benoit wirkt darin zum Teil wie ein aus der Zeit gefallener Fremdkörper. Das ist aber durchaus eine Methode, um seine Gegner im Glauben zu lassen, er wäre nicht so recht bei der Sache. Nur um dann mit seinem Geist zurückzuschlagen. Allerdings gehts Johnson überhaupt nicht darum, einen bierernsten Agathe Christie Streifen abzuliefern. So verballhornt er das Genre auch ein wenig und fokussiert wie schon beim Vorgänger auf den gesellschaftskritischen Kommentar. Die Anspielungen sind natürlich nicht gerade subtil geraten und Musk, amerikanische Politikerinnen die noch dümmer als Trump sind, Influencer mit dem gesellschaftlichen Nährwert eines Styropor-Riegels, Wissenschaftler, die ihre Prinzipien über Bord werfen und Vorbilder, die keine sind, alles drin. Leider liegt hier auch ein Problem, das Satire wirklich hat. Die Realität ist mittlerweile so grotesk, dass eine Überzeichnung kaum das Vorbild toppen kann. Hiermit kämpfte für mich schon Dont Look Up von Adam McKay. Hier muss ich dem Vorgänger klar den Vorzug geben, dessen kritisches Gesellschaftsbild weniger comichaft war und für mich auch mit besserem Humor geglänzt hat. So fand ich hier die Einführung der Charaktere etwas drüber und Kate Hudsons nervige Figur nimmt etwas zu viel Platz ein für meinen Geschmack.
    Der Cast ist hier auch etwas weniger interessant als beim Vorgänger. Spielt aber nicht so eine grosse Rolle, weil es Johnson nicht um Psychologisierung oder Charakterstudien geht, sondern mehr um gesellschaftskritische Mechanismen. Fake-News, Ideologisierung, Vermischung von Dummheit und politischem Willen, Kapitalismus, blinder Gefolgschaft usw. Das Schöne daran ist, dass man sich den Film auch bei bekannter Auflösung immer wieder mal geben kann. Denn eins darf man ganz klar sagen, auch wenn der Film ein paar Schwächen hat, so ist er dennoch ein grosser Spass. Zu einem grossen Teil liegt das auch an Craig, dessen Benoit man endlos zuhören könnte.
    Strukturell geht man ein wenig ähnlich vor wie bei Knives Out und macht mittendrin einen Break, der die Geschehnisse nochmals aus anderer Perspektive aufrollt. So ergibt sich nach und nach ein Bild aus vielen Teilen, die sich ohne grosse Erklärung fügen. Einzig das mit den Kisten zu Beginn hab ich nicht ganz in Einklang gebracht mit der Aussage von Benoit und der Reaktion von Miles Bron (Edward Norton). Hier muss ich wohl davon ausgehen, dass die Täuschung absichtlich war. Und zwar beiderseits. Sicher findet man im Netz dazu Hilfestellungen. Nötig hat der Film das freilich nicht, damit man der Geschichte folgen kann. Eine etwas elegantere Lösung hätte ich da aber vorgezogen. Was mich auch zu dem letzten Kritikpunkt des Films führt. Der finale Akt wird mit seiner technologisierten Lösung zwar irgendwo sinnigerweise zu Ende geführt, aber ähnlich wie bei Can You See Me verpufft die Wirkung ein wenig, weil man das Gefühl hat, hier einfach einen Spezialeffekt zu sehen, der von irgendwas ablenken soll.
    Auch da fragte ich mich, hat das der Film wirklich nötig oder ist diese Spielerei der Tatsache geschuldet, dass sein Publikum eine Art visueller Genugtuung braucht, um seine Erkenntnis als Happyend feiern zu können. Passend dazu gibts auch die einzige Dialogzeile von Benoit Blanc, die fast schon übertrieben hysterisch wiedergegeben wurde.
    Passt zu dem Setting mit den schrillen Charakteren sicher ganz gut. Daneben gabs auch viele komische Momente, Eastereggs und Referenzen, die mir gefallen haben.
    Womit ich nicht ganz glücklich bin, ist der Titel. Braucht es dieses Zugeständnis an den Vorgänger, damit der Zuschauer merkt, dass es sich hier um die Fortsetzung handelt? Knives Out war der passende Titel für den Vorgänger, aber hier als Zubrot ergibt er keinen Sinn. Vermutlich ging Johnson nicht von einer Fortsetzung aus, sonst wäre vielleicht sogar Benoit Blanc mit drin gewesen, damit auch der letzte Streaming-User merkt, es mit der gleichen Reihe zu tun zu haben. Also ein Fall, der auf dem vorhergehenden irgendwie aufbaut, ist das nicht. Die Fortsetzung wird dann eine Glass Onion Mystery sein. 🙂
    Mein Fazit fällt abseits der kleinen Kritikpunkte sehr positiv aus. Im Hinblick auf weitere Teile, bin ich froh, dass zumindest ein weiterer Film schon finanziert ist. Der darf dann gerne wieder mit eigenen Themen überraschen. Die thematische Durchdringung des Zwiebelmotivs war ja analog zu der Donut-Thematik in Knives Out. Ich bin sicher, dass Johnson an diesem Konzept festhält und genau diese Art der Kreativität macht einen Grossteil des Reizes aus. Man bleibt bei Glass Onion gespannt bis zum Schluss. Etwas mehr Erdung hätte ihm mMn nicht geschadet und die Problematik mit der Satire kann er leider auch nicht vollumfänglich kompensieren. Johnson hat viel aus seinem Cast rausgeholt, man spürt bei jedem den Spass, den er hatte. Aber Craig bleibt der Haupt-Act. Diese Reihe steht und fällt mit ihm. Viel besser hätte er sich auch nicht von Bond emanzipieren können. Diese Figur ist so anders. Und sieht man Craig bei seinem Spiel zu, kann man gar nicht glauben, dass man ihn für James Bond casten würde, respektive er es jemals gewesen ist.
    Wie andere auch, hoffe ich, dass Johnsons und Craigs Netzwerk hier ein wenig greift für die Fortsetzung. Adam Driver pflegt zu Beiden eine Verbindung. Nebst Craigs Auftritt als Stormtrooper in der Sequel Trilogie, hat Driver auch mit Craig in Logan Lucky zusammengearbeitet. Ich hoffe Drivers voller Terminkalender lässt es zu, denn ich bin sicher, dass er da gerne mitspielen würde. Ich hoffe inständig, dass Netflix da kein Mitspracherecht hat und Reynolds da reindrücken will.
    Ferner hab ich die Befürchtung, dass die Streaming-Exklusivität, die faktisch gegeben ist, nicht die Reihe nach dem nächsten Teil killt, weil es niemand mehr finanzieren will. Es ist schon ein Spiel mit dem Feuer, wenn man um die Volatilität der Entscheidungsfindung bei Netflix weiss. Denn eins ist sicher, wirkliche Alternativen sind rar gesät und ich will auch keinen Ersatz für Benoit, wenn ich das Original haben kann. Der Film wandert denn auch, sobald verfügbar, auf Scheibe in die Sammlung. Von all den Neuerscheinungen in letzter Zeit auf Netflix, ist das im Bereich Film, sicher die Beste.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1754816
    ChrisKongChrisKong
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    Smile

    Wieder mal ein Debüt-Film, genauer der erste Langspielfilm von Parker Finn. Und dafür ist der Film recht beachtlich. Zumindest die ersten beiden Drittel hat er mir sehr gut gefallen. Zwar sind die Anleihen bei It Follows und Hereditary recht überdeutlich, aber genau die Vorbilder sind sie ja nicht ohne Grund. Dabei übernimmt Finn die Musik aus It Follows und Drohnenshots aus Hereditary. Das Schema des Fluchs, den man weitergibt oder weitergeben muss, um ihn loszuwerden, ist vermutlich so alt, wie das Horrorgenre selbst. Prominente Vertreter sind z.B die Ringe Filme, respk. deren japanische Originale von Hideo Nakato und genannter It Follows.
    Die Hauptrolle spielt eine Psychiaterin, die auf einer Notfallstation ihrer Tätigkeit nachgeht. Sosie Bacon, Tochter von Kevin Bacon, spielt sie und macht ihre Sache nicht schlecht. Allerdings ist mir die Rolle zu sehr ein Opfer und vor allem zu schnell. Da fragt man sich, ob sie überhaupt für ihren Job qualifiziert wäre. Und wie gesagt, so die ersten zwei Drittel funktioniert das auch recht gut. Sobald diese bösartige Entität, die sich durch ein Lächeln in anderen Personen manifestiert oder diese vorgibt zu sein, anfängt zu sprechen, ist der Ofen aus und der Film verliert mich vollends. Es erinnert an diese Krankheit vieler 2000er Filme, die einen guten Anfang haben und danach wissen Autor und Regisseur nichts weiter anzufangen oder die Geschichte vernünftig zu beenden. Das Ende ist denn auch konfus und eine richtige Regel erkenne ich da nicht. Zumal auch die Handlung der Hauptfigur nicht wirklich mitgedacht scheint. Einerseits kann ein Polizei-Archiv, das wie Google funktioniert, alle Fälle des Fluchs miteinander verbinden und Alles ist schneller recherchiert als eine Reportage mit vorgekautem Pressetext. Andererseits ist dann die Hauptfigur so doof, dass sie nicht gefunden werden will von eben jenem Cop, der ihr hilft, aber Handy bleibt schön angeschaltet und wird mitgenommen zu dem Elternhaus, wo ihre Mutter Suizid beging. Ja bitte, das war schon zum Haare hochwürgen.
    Aber das ist nicht der wirklich problematische Teil des Films. Aus dem “Smile” eine Figur zu machen, funktioniert einfach nicht. Begleitet wird das dann noch von Stimmenverfremdungseffekten aus der Samplinghölle und dieser dröhnenden Trailermucke, die ich in Filmen generell nicht brauche. Hier hätte man besser die Linie mit dem schleichenden Wahnsinn der Figur bis zum Ende durchhalten sollen.
    Aber so ganz konnte man sich auch nicht recht entscheiden, ob das Lächeln die Figuren einfach in den Wahnsinn treibt oder doch Besitz ergreift. Man reisst hier Motive an, aber macht dann reichlich wenig draus. Ein gutes Beispiel dafür ist die Sache mit der Katze. Ergibt aus dem nachgelieferten Kontext eigentlich keinen Sinn. Aber gut, das sind halt alles Dinge, die man als Anfängerfehler klassieren kann. Ein einheitliches Ganzes ergibt das nicht. In seinen besten Momenten ist es aber ein spannender Film und sicher auch besser als so vieles, was jedes Jahr in den Markt gespült wird. Aber einen berechtigten Hype kann ich hier nicht erkennen.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1754815
    ChrisKongChrisKong
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    Fantastic Four 2015 (Netflix)

    Gehört vermutlich auch zu der Sorte Film, bei der die ganze Geschichte hinter den Verfilmungen interessanter ist, als die eigentlichen Filme selbst. Die sind halt allesamt eher Standard-Kost ohne grosse Aufreger und arm an Highlights, den Roger-Corman-Streifen mal ausgenommen.
    In diesem neuerlichen Reboot dürfen Miles Teller als Reed Richards, Kate Mara als Sue Storm , Michael B. Jordan als Johnny Storm, Jamie Bell als Ben Grimm und Toby Kebell als Dr. Doom ran. Man versucht zwar die Origin-Geschichte etwas ambitionierter zu erzählen als in der Reihe davor, aber das macht den Film dann irgendwie auch recht zäh. Von mir aus kann man ruhig mal wieder eine Reihe starten ohne diesen ganzen Origin-Käse. Das ist so ein Unding durch das ganze Franchising geworden. Startet mitten in der Action, wie Lucas und Spielberg das mit Indiana Jones getan haben und gut is. Oder aber macht was Originelles draus, wie z.B. der Anime zu Lucy Lius Figur in Kill Bill.
    Ich glaube das ist, was mich mintunter an dieser Art Film am meisten stört, diese Einfallslosigkeit. Das ist Fantasy, traut euch was. Die Comic-Reihen von Marvel und DC wurden auch immer wieder neu gedacht und erfunden. Das fehlt mir bei den filmischen Umsetzungen leider etwas. Und die Fantastic Four sind dafür ein gutes Beispiel. Schon die Reihe um Jessica Alba konnte der Thematik kaum neue Facetten abgewinnen. Vielleicht liegt das aber auch an der altbackenen Konzeption des Originals? Ein Gegenspieler, der Dr. Doom heisst, ist jetzt auch nicht grad ein Exclamationpoint origineller Schurken-Installierung.
    Die Handlung ähnelt etwas Richard Donners Timeline, der damals auch recht Baden ging. Ein Team von jungen Wissenschaftlern experimentiert mit Portalen rum, was logischerweise schief geht. Hier gerät man nicht in eine andere Zeit, sondern eine andere Dimension. Das bringt irgendwann die Regierung auf den Plan, die hier durch Tim Blake Nelson verkörpert wird. Er hat zusammen mit dem kürzlich verstorbenen Reginald E. Cathey die einzig nennenswerten Nebenrollen in diesem Film. Immerhin werten sie das Ganze etwas auf.
    Wo der Film zu Beginn irgendwie zu lang ist, geht gegen Ende alles relativ schnell vonstatten. Überzeugend wirkt das nicht. Ebenso wenig wie die Auszeit, die sich Reed gönnt, ehe er dann doch zum Team stösst. Hier fehlt es an einer richtigen Entwicklung zur Zusammenarbeit der einzelnen Mitglieder. Aber dann wäre ein 3h Flic draus geworden.
    So schlecht, wie der Film geschrieben wurde, war er nicht mal, aber die Kontroverse im Vorfeld um den Cast, hat wohl letztlich auch dazu beigetragen, dass der Film einer der grössten Flops unter den Marvel-Sachen wurde. Fans gingen wegen Michael B. Jordan und Jamie Bell auf die Barrikaden. Problematisch, da ich gerade bei altbackenen Sachen durchaus Handlungsbedarf sehe, den Stoff etwas zu modernisieren. Da sollte man die Vorlagentreue auch mal schleifen lassen. Immerhin stammt das Material aus einer Ära, in der Frauen noch die Exoten im Heldentrupp waren. Und sieht man sich den Rest des Casts an, hat Kate Mara auch die einzige Frauenrolle, die sowas wie Screentime hat.
    Josh Trank ist jetzt sicherlich nicht das Mega-Regie-Talent, von dem man Wunder erwarten darf und Simon Kinberg als Autor erst recht nicht. Dessen Highlights in der Filmografie sind rar, bei den X-Men hat er sicher bessere Arbeit geleistet als hier, aber auch dort ist sein Gesamtwerk recht durchzogen.
    Nichtsdestotrotz hätte der Cast eine weitere Chance verdient gehabt, aber einmal mehr wartet da ein weiterer Reboot. Hoffentlich ohne Origins-Kram. Um ein Verständnis für die Figuren, muss ich jetzt nicht wissen, ob sie in der Schule gemobbt wurden, Streber oder Bullys waren und dgl.
    Die Effekte gehen in Ordnung, Bäume reissen sie nicht aus. Den leichten Horror-Einschlag mit Dr. Doom fand ich sogar ganz nett, aber passt dann doch nicht zum Gesamtkonzept, das man verfolgt hat.

    als Antwort auf: Der Film und Fernseh Thread #1754801
    ChrisKongChrisKong
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    Avatar 2 – Way of the Water (3D mit HFR im Kino)

    Ganze 13 Jahre sind vergangen, bis es endlich soweit war mit der Fortsetzung zu Avatar. Dazwischen hat Cameron wohl mehr oder weniger seine Kindheitsträume gelebt. Wer will es ihm verübeln? Als einer der nominell erfolgreichsten Filmemacher aller Zeiten, könnte er sich schon längst aus dem Business zurückziehen. Beweisen muss er niemandem mehr etwas. Aber Ehrgeiz verschwindet nicht einfach und genau diesen brauchte er auch, um die Avatar-Filmreihe technisch weiter voranzutreiben. Und zumindest das ist ihm absolut gelungen. Trotzdem kann man zu dem Resultat ganz unterschiedliche Ansichten haben.
    Fangen wir mit der Geschichte an, die die Ereignisse des Vorgängers fortführt und gleich schon tief in die Deus ex Machina-Trickkiste greift, um den Widersacher des ersten Teils zurückzubringen. Zunächst deutet sich da ein bisschen ein der Schwarze Falke Szenario an, in dem ein Vater sein Kind sucht, das von seinen “Feinden” aufgezogen wird. Dazwischen gibts Free Willy, Ferocious Kid aus Mad Max 2, Life of Pi, Flüchtlingsthematik, Umweltmessages usw. Für Honest Trailers dürfte es ein gefundenes Fressen sein.
    Was erzählt wird unterm Strich, hätte auch in der Hälfte der Zeit erzählt werden können. Aber gings Cameron überhaupt darum? Der Film tobt sich in seinen technischen Spielereien regelrecht aus. Oft erweckt es den Eindruck ein Hybrid aus Film und Videospiel zu sein. Die ganze Ästhetik inkl. der HFR (High Frame Rate) geht stark in diese Richtung. Wir gehen mit Cameron auf Entdeckungsreise in Pandora. Dabei teilt sich der Film in zwei Hälften. In der ersten sind wir im Dschungel unterwegs und sehen viel von den Na’vi und Sullys Familie. Sully ist das Ziel Nr. 1 der Menschen, die in ihm einen Terroristen sehen. Das erinnert nicht von ungefähr an Laki Penan, besser bekannt als Bruno Manser, den Menschenrechtsaktivist, der im Amazonasgebiet mutmasslich getötet wurde, weil er sich für die indigene Bevölkerung eingesetzt hatte.
    In der zweiten Hälfte lernen wir neu die Metkayina kennen, die Humanoiden Bewohner der Meeresgebiete. Der Mensch dringt auch deren Sphäre ein und tötet walfischartige Wesen wegen eines wertvollen Stoffes, den sie aus den Tieren gewinnen. Erinnerungen an der mit dem Wolf tanzt werden wach und dem sinnlosen Abschlachten ganzer Büffelherden. Cameron verquickt viele dieser Dinge mit einer esoterischen Linie, die wiederum an Dinge wie Final Fantasy oder Rollenspiele von Enix aus der SNES-Ära erinnern.
    Ich behaupte mal, es ist wesentlich leichter für Kinder, sich für den Film zu begeistern, als es das für ältere Kinozuschauer ist. Das hat aber nichts mit dem 3D Kino zu tun, sondern eher mit der Erzählweise des Environmental-Storytellings, das man aus Videospielen kennt.
    Das dürfte dann auch so der Punkt sein, an dem sich die Geister ein wenig scheiden. Für mich war von Anfang an klar, dass ich hier ein Gesamterlebnis konsumiere und keinen Film mit neuester Technik. Ich könnte mir echt vorstellen, dass das als Videospiel noch viel besser funktionieren würde, aus genannten Gründen. Dann würden wir uns nicht mehr auf narrativen Schienen durch Pandora bewegen, sondern unseren eigenen Weg wählen. Persönlich wäre das für mich interessanter als div. etwas abgegriffene Versatzstücke aus der reichhaltigen Filmwelt zu verwenden und zu zitieren.
    So kämpft denn auch das Werk mit seiner Länge von über 3h. Die Botschaft ist am Ende auch keine versöhnliche, sondern eine mahnende. Wobei ich mir schon vorstellen kann, dass das im nächsten Film auch wieder kippen kann. Die Geschichte ist ja noch nicht auserzählt, nimmt sich für den Zwischenschritt aber sehr viel Zeit.
    Zum Kino-Erlebnis. Geschaut hatte ich es in 3D mit HFR. Es hätte noch die Möglichkeit bestanden es in einem 4D Kino zu schauen, was ich beispw. bei Tenet gemacht habe, aber dort war das mit HFR nicht möglich. HFR gefällt mir aus div. Gründen in Filmen nicht. Den zweiten Hobbit hatte ich so im Kino gesehen und mir hat es die Immersion komplett kaputt gemacht wegen des sogenannten Soap-Effekts. Aber ähnlich wie beim Uncanny-Valley ist man dafür eher empfindlich oder auch nicht.
    Warum also mit HFR schauen, wenn man das nicht mag? Wie eingangs erwähnt, betrachte ich Avatar als ein Gesamterlebnis, bei dem die Faszination für die Technik ebenfalls eine Rolle spielt. Im Bewusstsein, dass es nicht mit anderen filmischen Erlebnissen vergleichbar ist, macht es denn auch wenig Sinn, die Intentionen von Cameron nach eigenem Gusto hinzubiegen, wenn es bei Avatar auch darum geht, die technischen Grenzen neu zu definieren. Das 3D ist ja im Gegensatz zu anderen Filmen auch nicht drangeklatscht, sondern essentieller Bestandteil des Erlebnisses. Im Vorfeld wurde oft von Naturdoku gesprochen. Und so ganz falsch ist diese Aussage nicht. Und genau dort ist 3D und flüssigere Bewegungsdarstellung, sprich Annäherung an die Realität, sehr gewünscht. Insofern könnte man Pandora schon fast als eine Augmented Reality Vision von Cameron betrachten. Man spürt eben auch seine Begeisterung, die er dem Zuschauer vermitteln möchte, für das Erforschen neuer Territorien. Zu seinem Leidwesen ist Cameron in einer Zeit aufgewachsen, die kein interstellares Raumfahren für die Menschheit zugedacht war und auf der Erde viel schon erforscht ist. Mit Ausnahme der Weltmeere, was ihn in aller Konsequenz auch genau dorthin gezogen hat. Mit Abyss hat er das auch schon sehr schön zu vermitteln versucht. Der Film bildet auch eine Art thematischer Matrix für diesen Film. Die Parallelen sind überdeutlich.
    Wenn Cameron könnte, würde er uns mit einem Holo-Deck an seinem Eskapismus teilhaben lassen. So aber nutzt er das technisch Machbare und treibt es weiter voran. Davor muss man einfach seinen Hut ziehen. Ich kann auch nur appellieren, hier auf müssige Abgleiche mit etablierten Kinostandards zu verzichten und sich mehr mit der Pionierleistung auseinanderzusetzen. Das verlangt einen Perspektivwechsel und den ist nicht jeder gewillt mitzumachen. Vielleicht auch aus diffuser Angst heraus, jedes nächste Kino-Erlebnis würde so sein. Das ist natürlich Mumpitz. Zwar ersaufen immer mehr Blockbuster in einer Künstlichkeit, die zusehends abstumpft, aber das hat ganz andere Ursachen.
    Ist die Immersion perfekt? Nun, technisch wischt Cameron mit fast allem den Boden auf. Trotzdem gabs Unterschiede. So wirkt die Natur, sowohl Dschungel wie auch Meer sehr lebensecht und auch ihre Bewohner darin. Sobald wir aber auf dem Schiff sind oder in den Labors und Menschen in der Hauptsache zu sehen sind, wirken diese irgendwie recht unnatürlich. Und ja, das hat mich dann doch etwas gestört und herausgerissen. Etwa wird in einer Szene z.B. einem Menschen ein Arm abgetrennt durch ein Drahtseil, was ziemlich übel aussah. Die Problematik ist halt einfach da, dass was wir aus dem Alltag kennen, eben kritischer beäugt wird und kleinste Nuancen ein anderes Gewicht haben. Das wird auch nur eine Frage der Technik sein.

    Fazit: Was ich sehr schön fand, dass Cameron sich auf einen Mikrokosmos beschränkt und nicht versucht alles mit überbordender Epik aufzublähen. Seine Message ist die richtige und wird schnörkellos an sein Zielpublikum vermittelt. Technisch setzt er neue Landmarks, auch wenn nicht alles grenzenlos perfekt ist. Die Szenen im Dschungel waren mir ein Ticken zu dunkel und die Menschen eine Spur zu künstlich wirkend.
    Viele mögen das jetzt anders sehen, aber der Score war für mich eine Enttäuschung, ich kanns nicht anders formulieren. Er ist altbacken und passt so gar nicht zu dem immersiven Konzept, das Cameron verfolgt. Ich muss da spontan an Göranssons Arbeit für the Mandalorian denken und wie er Themen und Instrumente einsetzte, um diese Fremdartigkeit akustisch zu untermauern. Genau das fehlt hier total. Wo bleibt Na’vi Musik? Oder die der Metkayinas? Hier kann sich Cameron nicht von alten Filmstandards lösen, bezw. erweckt es den Eindruck, es wäre zweitrangig. Das überrascht, da er sonst dem Sounddesign, was mMn auch ein wesentlicher Teil des Worldbuildings ist in Verbindung mit dem Score, mehr Raum gibt. Das hier war eher Dienst nach Vorschrift.
    Die älteren Darsteller treten mit Ausnahme von Worthington und Lang allesamt stark in den Hintergrund. Besonders Zaldana, die inoffiziell die Sci-Fi-Queen der Neuzeit ist (Guardians of the Galaxy, Star Trek), ist mir zu wenig präsent. Besonders bei der Laufzeit. Die Kinder kriegen da mehr Platz, insbesondere der eine Sohn von Sully. Aber auch da gehe ich erst mal davon aus, dass das in anderen Filmen auch wieder ganz anders aussehen wird.
    Ein bisschen Ratespass beim Cast war auch dabei. Cliff Curtis hat seine Standard-Synchronstimme und ist wirklich perfekt für die Rolle, die er spielt. Die ältere Tochter von Sully, was hab ich da studiert. Ich sah eine gewisse Ähnlichkeit zu Mary-Elisabeth Winstead (Scott Pilgrim), aber sie ist es nicht. Ich verrats jetzt nicht, aber überraschend ist es auf jeden Fall.
    Ausfälle gabs keine, die Arbeit der Darsteller ist sehr solide. Die Dialoge sind zum Teil aber etwas cheesy. Das darf ruhig besser werden. Und ständige Bro’s und dgl. müssen jetzt auch nicht wirklich sein.
    Wer Videospiel-Ästhetik negativ konnotiert, der wird am Seherlebnis vielleicht keine Freude haben. Hegt man generell konventionelle Erwartungen, findet man viel, was man kritisieren kann. Das sollte man hier wirklich mal ausblenden und dann bietet Avatar 2 – Way of the Water genau dieses andere Kinoerlebnis, das sich deutlich von anderen abgrenzt und was den Kinobesuch unverzichtbar macht, zumindest für mich. Davor lief übrigens ein 3D-Trailer zu Guardians of the Galaxy Vol. 3. Sah nett aus, aber lockt mich persönlich jetzt auch nicht ins Kino.

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